So schmeckt das Oktoberfest
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So schmeckt das Oktoberfest

Ein historischer und kulinarischer Wiesn-Bummel

von Manfred Schauer

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Medium: EPUB

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Weitere Artikelinformationen

Wiesn-Vergnügen fürs ganze Jahr!
Zum 200jährigen Jubiläum des Münchener Oktoberfestes erscheint das Wiesn-Kochbuch der besonderen Art. Es enthält über 70 klassische und besondere Gerichte, die auf dem Oktoberfest tatsächlich serviert werden. Es handelt sich um Originalrezepte von den Küchenchefs der Wiesn-Zelte selbst. Und noch mehr: Zusätzlich gibt es zahlreiche interessante Geschichten und kuriose Episoden von der Wiesn, mit einem schmunzelnden Blick hinter die Kulissen. Erzähler und Herausgeber ist ein berühmtes Urgestein der Wiesn: Der Schichtl, alias Manfred Schauer, seit 25 Jahren Betreiber des beliebten Variété-Theaters "Auf geht's zum Schichtl" und des dazugehörenden Festzeltes. Das Wiesn-Buch 2010 - das Original vom Original!

Produktdetails

ISBN-10: 3-641-04760-9
EAN: 9783641047603
Erschienen: 01.10.2010
Verlag: Südwest Verlag
Einband: EPUB
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1
Seitenzahl: 144
Erschienen bei: Südwest Verlag
Spieldauer: 16297 KB
Kapitel: 0
Medium: EPUB
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Manfred Schauer

"Lachen zu verschenken ist das Schönste, was man tun kann." kommentiert Manfred Schauer seinen Beruf. Besser bekannt als der "Schichtl" vom gleichnamigen Oktoberfest-Varieté ist er 1985 rein zufällig in den Besitz des Schichtl gekommen: Über seinen Steuerberater erfuhr er vom Verkauf des Traditionsbetriebes und lernte die damalige Inhaberin kennen. Über 24 Jahre und 9.000 Hinrichtungen später hat sich der Schichtl zum ganzjährigen Veranstaltungsservice gemausert und begeistert alle Generationen.

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Die Bierbarone und ihre Paläste (S. 32-33)
Wie schon berichtet (siehe Seite 54), tummelten sich in den ersten Jahren des Oktoberfestes die Gäste in kleinen Bierbuden. Erst Ende des 19. Jahrhunderts etablierten sich die großen Zelte, nämlich als die Wirte begannen, ihre Buden in aufwendiger gestaltete Hallenkonstruktionen umzubauen und sie auch außerhalb des alten Wirtsbudenringes anzusiedeln. Die Festhallen und -zelte wurden größer, immer größer. Das größte jemals auf dem Oktoberfest errichtete Zelt war das Festzelt der Pschorr-Bräurosl von 1913.
Es beherbergte 12.000 Sitzplätze! Mit dem Aufbau dieses Riesenzeltes war man ganze fünf Monate beschäftigt. Zum Vergleich: Heute haben in den großen Festhallen rund 7.000 Personen Platz. Die Festwiese veränderte ihre Gestalt. Die Festhallen der neuen Bierbarone machten dem alten Königszelt Konkurrenz. Das entsprach ja im Grunde auch der gesellschaftlichen Entwicklung in Bayern und in ganz Deutschland während des 19. Jahrhunderts: Das Bürgertum erlangte immer mehr wirtschaftliche und politische Macht, die königliche Herrschaft begann zu bröckeln. Die Revolution von 1918 hat dann die Monarchie aus Deutschland und Bayern und das Königszelt von der Wiesn gefegt.
Doch Vorsicht! Auch heutzutage ist der Einfluss der Wirte im »Bierfürstentum Theresienwiese« immer noch gewaltig, genauso wie die unglaubliche Anziehungskraft des flüssigen Wiesn-Goldes eben. Da regieren die Barone, sagen wir die größten zehn, über das versammelte Wiesn-Volk. Heute kann man als Gast ja schon überaus stolz sein, sich geradezu geehrt und geadelt fühlen, wenn jene Herrscher über Tausende von Hektoliter Bier und ganze Armeen von Hühnerhälften überhaupt noch Zeit zum Grüß-Gott-Sagen haben.
Das kommt dann schon einer Aufnahme unter die Ritter der Tafelrunde gleich. Trotzdem: Als äußerst moderne Monarchie ist das Fürstentum Theresienwiese - zum Beispiel durch Schankvorgaben und das Reinheitsgebot - sozusagen konstitutionell verfasst und von einem gesunden Verhältnis zwischen Überangebot und noch mehr Nachfrage geprägt, nicht von Despotie.
Schließlich sind die Barone dann nach sechzehn langen Tagen auch gerne bereit, das Zepter wieder abzugeben - um im folgenden Jahr wieder in vollem Glanze auf die Wiesn einzuziehen und die Salbung der Häupter aufs Neue zu erfahren. Im Grunde sind die Bierbarone gerechte und reformwillige Gebieter edlen Gemüts, die doch offenbar ganz prächtig für ihre Schäflein sorgen. Anders wären die jährlichen Schlangen vor den Zelten und der allgemeine Besucherandrang wohl nicht zu erklären.

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