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von Arno Geiger
EAN: 9783446236905
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| Verkaufsrang: | 404 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-446-23690-2 |
| EAN: | 9783446236905 |
| Erschienen: | 07.02.2011 |
| Verlag: | Carl Hanser Verlag |
| Einband: | EPUB |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 1 |
| Seitenzahl: | 192 |
| Gewicht: | 1 g |
| Erschienen bei: | Carl Hanser Verlag |
| Spieldauer: | 1343 KB |
| Kapitel: | 0 |
| Medium: | EPUB |
Arno Geiger, geboren 1968 in Bregenz, lebt in Wien und Wolfurt/Vorarlberg. Studium der Germanistik, vergleichenden Literaturwissenschaft und Alten Geschichte. Seit 1986 Videotechniker bei den Bregenzer Festspielen. Ab 1993 freiberuflicher Schriftsteller.
1996 und 2004 Teilnahme am Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. 1997 Publikation des Romanerstlings ›Kleine Schule des Karussellfahrens‹. 1998 wurde ihm der New Yorker Abraham Woursell Award verliehen. 2005 erhält er den ersten Deutschen Buchpreis für seinen Roman ›Es geht uns gut‹. Arno Geiger lebt in Wolfurt und Wien.
von Edith Berger, am 05.08.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Graz
von Michaela Klauser, am 25.07.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in St. Pölten
von Ute Faserl, am 25.07.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Innsbruck, Wagnersche
von Judith Lehner, am 03.07.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Linz Lentia
von Marion Kopf, am 20.04.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Europark Salzburg
von Margarete Stadlbauer, am 05.04.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Linz, Online-Shop
von Helene Oberleitner, am 09.03.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Wels
von Johanna Richter, am 06.03.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Linz
von Rafael Ulbrich, am 13.04.2013
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von Marion Olßon, am 31.03.2013
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von Tina Dammer, am 26.03.2013
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von Monika Fuchs, am 24.10.2012
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von Theresa Graner, am 03.07.2011
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von Buchinhaliererin, am 19.06.2011
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von einer Kundin/einem Kunden, am 16.03.2011
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von Lisa-Marie Battenberg, am 12.03.2011
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von Rafael Ulbrich, am 24.02.2011
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von H. V. Becker, am 16.02.2011
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von Christina Andraschke, am 15.02.2011
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von Odilie Pressberger, am 12.02.2011
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von Martina Denzer, am 10.02.2011
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von P. Ritter, am 05.02.2011
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von Annegrit Fehringer, am 05.02.2011
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Man muss auch das Allgemeinstepersönlich darstellen. (S. 7-8)
Hokusai
Als ich sechs Jahre alt war, hörte mein Großvater auf, mich zu erkennen. Er wohnte im Nachbarhaus unterhalb unseres Hauses, und weil ich seinen Obstgarten als Abkürzung auf dem Weg zur Schule benutzte, warf er mir gelegentlich ein Scheit Holz hinterher, ich hätte in seinen Feldern nichts verloren. Manchmal jedoch freute ihn mein Anblick, er kam auf mich zu und nannte mich Helmut. Das war ebenfalls nichts, womit ich etwas anfangen konnte. Der Großvater starb. Ich vergaß diese Erlebnisse – bis die Krankheit bei meinem Vater losging.
In Russland gibt es ein Sprichwort, dass nichts im Leben wiederkehrt außer unseren Fehlern. Und im Alter verstärken sie sich. Da der Vater schon immer einen Hang zum Eigenbrötlerischen hatte, erklärten wir uns seine bald nach der Pensionierung auftretenden Aussetzer damit, dass er jetzt Anstalten machte, jegliches Interesse an seiner Umwelt zu verlieren. Sein Verhalten erschien typisch für ihn. Also gingen wir ihm etliche Jahre mit Beschwörungen auf die Nerven, er solle sich zusammenreißen.Heute befällt mich ein stiller Zorn über diese Vergeudung von Kräften; denn wir schimpften mit der Person und meinten die Krankheit.
»Lass dich bitte nicht so gehen!«, sagten wir hundertmal, und der Vater nahm es hin, geduldig und nach dem Motto, dass man es am leichtesten hat, wenn man rechtzeitig resigniert. Er wollte dem Vergessen nicht trotzen, verwendete nie auch nur die geringsten Gedächtnisstützen und lief daher auch nicht Gefahr, sich zu beklagen, jemand mache Knoten in seine Taschentücher.
Er leistete sich keinen hartnäckigen Stellungskrieg gegen seinen geistigen Verfall, und er suchte nicht ein einziges Mal das Gespräch darüber, obwohl er – aus heutiger Sicht – spätestens Mitte der neunziger Jahre um den Ernst der Sache gewusst haben muss. Wenn er zu einem seiner Kinder gesagt hätte, tut mir leid, mein Gehirn lässt mich im Stich, hätten alle besser mit der Situation umgehen können. So jedoch fand ein jahrelanges Katz-und-Maus-Spiel statt, mit dem Vater als Maus, mit uns als Mäusen und mit der Krankheit als Katze.