Der kleine Drache Kokosnuss und der schwarze Ritter

Band 4

von Ingo Siegner

Buch

gebunden (66 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Der kleine Drache Kokosnuss ist verzweifelt: Seinem Onkel Ingmar soll es an die Drachenhaut gehen! Denn Ingmar ist der Wächter des Drachenbaums, der das Tor zur Ritterwelt bildet, und wer um die Hand der liebreizenden Prinzessin anhalten will, muss ihn töten. Der schwarze Ritter hat Ingmar bereits in eine Falle gelockt! Da trifft der kleine Drache den unglücklichen Ritter Kunibert, der heimlich in das reizende Burgfräulein verliebt ist und sie hecken einen cleveren Plan aus...
Ein spannendes Abenteuer, in dem der kleine Drache Kokosnuss fliegen und Feuer speien muss. Und natürlich erledigt er auch das - wie immer - mit Bravour!


Produktdetails

Verkaufsrang: 2.622
ISBN-10: 3-570-12808-3
EAN: 9783570128084
Erschienen: 22.08.2005
Verlag: Bertelsmann Verlag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 66
Länge/Breite: 219mm/164mm
Gewicht: 327 g
Altersempfehlung: ab 6
Illustrator: Ingo Siegner
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Ingo Siegner

Ingo Siegner, 1965 in Hannover geboren, wuchs in Großburgwedel auf. Nach Schule und Zivildienst wurde er Sparkassenkaufmann, ging als Au-Pair nach Frankreich, steckte seine Nase in die Universität und landete schließlich bei Vamos, einem hannoverschen Veranstalter für Familienreisen. Auf vielen Reisen erfand er für die Kinder fantastische Geschichten. Nebenher brachte er sich das Zeichnen bei. Ingo Siegner lebt als Autor und Illustrator in Hannover.

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Flug in das Reich der Ritter


Onkel Ingmar, fliegst du in den Urlaub?«, fragt Kokosnuss. Onkel Ingmar packt nämlich gerade seine Flugkoffer.
»Schön wär's!«, brummt der große Drache. »Ich muss zum Wachdienst ins Reich der Ritter.« »Ins Reich der Ritter? Wo ist das denn?«, fragt Kokosnuss neugierig.
»Hast du noch nie etwas vom Drachenbaum im Reich der Ritter gehört?« »Hör ich zum ersten Mal!« Da erklärt Onkel Ingmar dem kleinen Feuerdrachen, was es mit dem Drachenbaum auf sich hat: »Weit entfernt von der Dracheninsel liegt das Reich der Ritter. Inmitten des Reiches steht auf einem Berg ein uralter Apfelbaum. Unterhalb des Berges erhebt sich eine Ritterburg. Seit Drachengedenken wollen die Burgherren den Apfelbaum fällen, um auf dem Berg einen Turm zu errichten. Doch die Drachen halten Wache und geben Acht, dass dem Baum nichts geschieht. Deshalb heißt der Apfelbaum auch Drachenbaum. Die Ritter aber versuchen bis heute, die Drachen zu verjagen und den Baum zu fällen.«
Kokosnuss staunt. »Onkel Ingmar, nimmst du mich mit zu den Rittern?« »Mitnehmen? Aber du kannst doch noch gar nicht richtig fliegen. Und außerdem sind die Ritter sehr ungemütliche Gesellen und für kleine Drachen ist es dort enorm gefährlich.« »Och bitte, Onkel Ingmar, ich kann doch auf deinem Rücken mitfliegen und außerdem sind Ferien. Ich werde auch so brav wie möglich sein, versprochen!«
»Tja, also, wenn du willst, aber ... also, wenn deine Eltern nichts dagegen haben, wäre ich einverstanden. Aber dann ruckizucki, ich will nämlich gleich losfliegen!« Kokosnuss spurtet davon, und gerade als sich Onkel Ingmar die Koffer auf den Rücken schnallt, ist er wieder zurück und ruft: »Ich darf! Und
Matilda möchte auch gerne mitkommen. Ihre Eltern haben es erlaubt.«
Da erst bemerkt Onkel Ingmar das kleine Stachelschwein, das schüchtern hinter Kokosnuss hervorlugt.
»Also gut«, brummt Onkel Ingmar. »Aber haltet euch gut fest!«
Kokosnuss und Matilda klettern in einen der beiden Koffer. Der große Drache breitet seine Flügel aus und steigt in den Himmel auf. Er fliegt hinweg über den Ozean, weiter über Felder und Wälder, über Seen und Flüsse, über Berge und Täler, einen ganzen Tag und eine ganze Nacht lang. Kokosnuss und Matilda machen es sich im Koffer bequem. Als Onkel Ingmar die Berge zum Reich der Ritter überquert, sind die beiden tief und fest eingeschlafen.


Am Drachenbaum


Als Kokosnuss aufwacht, strahlt die Sonne in den Koffer hinein. Plötzlich - Pluff! - fällt ein großer roter Apfel direkt vor ihm ins Gras. »Siehst du«, schmunzelt Onkel Ingmar, »das ist dein Begrüßungsapfel. Der Baum mag wohl kleine Drachen.«
Da steckt Matilda ihren Kopf aus dem Koffer: »Mag er auch Stachelschweine?« Pluff! - Noch ein Apfel.
»Auch Stachelschweine«, grinst Onkel Ingmar. Kokosnuss und Matilda staunen: Der Stamm des mächtigen Apfelbaums ist breiter als ein ausgewachsener Feuerdrache. Das dichte Laub ist tiefgrün und seine Äpfel sind leuchtend rot. Am Fuße des Drachenbaumberges erhebt sich eine gewaltige Burg mit breiten Türmen und einem Wassergraben. An einem Fluss unterhalb der Burg liegt ein Dorf.
Da fällt Kokosnuss' Blick auf einen Punkt am Himmel. Aufgeregt springt er aus dem Koffer:
»Onkel Ingmar, da fliegt ein Drache!«
Onkel Ingmar gähnt und brummt: »Das ist Ole, der hatte vor mir Wachdienst. Jetzt darf er nach Hause fliegen. Und nun sei ein lieber kleiner Drache und lass mich schlafen, der Flug war sehr anstrengend.«
»Schlafen?«, erwidert Kokosnuss empört. »Aber du kannst doch nicht einfach schlafen, du musst doch Wache halten!«
Onkel Ingmar öffnet ein Auge: »Wird schon keiner kommen. Falls doch, kannst du mich ja wecken.«
»A-Aber«, stottert Kokosnuss, »so ein Ritter kann doch jeden Moment hier aufkreuzen!« »I wo, keine Sorge. Die Ritter haben viel zu viel Angst vor uns Drachen.«
»Aber ich dachte, die Ritter wollen uns Drachen verjagen!«, ruft Kokosnuss.
»Hm«, brummt Onkel Ingmar, »bei Ole kam mal einer vorbei. Aber als Ole ein Auge aufgemacht hat, ist der gleich wieder davongelaufen.« »Ich dachte, die Ritter sind gefährlich!« »Gefährlich ist etwas übertrieben. Einmal kam einer, der hat sich was getraut. Er rannte mit gezücktem Schwert auf den wachhabenden Drachen zu. Doch der hat ihm mit einem Feuerstrahl die Rüstung verkohlt. Hihi. Seitdem heißt dieser Ritter der>schwarze Ritter»Klar, was denkst du denn? So, und nun muss ich aber schlafen!«
Onkel Ingmar gähnt, dreht sich um und schließt seine Drachenaugen. Kokosnuss aber plumpst enttäuscht ins Gras. So was Blödes! Schöne Ferien sind das!
»Kokosnuss«, meldet sich Matilda, »lass uns doch einen Ritter suchen!« Kokosnuss springt auf: »Das machen wir!« Onkel Ingmar öffnet ein Auge: »Aber fallt bloß nicht in eine der Drachenfallen! Hier wimmelt es davon!«


Der schwarze Ritter


Die beiden Freunde stromern den ganzen Tag über in den Wäldern herum, aber kein einziges Mal bekommen sie einen Ritter zu Gesicht. »Ich dachte, wir sind hier im Land der Ritter«, brummt Kokosnuss. »Hier gibt's überhaupt keine Ritter!«
Da bleibt Matilda stehen: »Sieh nur, Kokosnuss, da unten, ist das vielleicht ein Ritter?« Am Rande des Waldes sehen sie mehrere Gestalten. Eine von ihnen trägt eine schwarze Rüstung. »Der schwarze Ritter«, flüstert Kokosnuss.
Aufgeregt schleichen die beiden sich an. Da hören sie den schwarzen Ritter sprechen: »Bald wird der Drache den Honig wittern. Sobald er davon gegessen hat, wird er müde wie ein Murmeltier. Das Schlafmittel, das ich in den Honig geträufelt habe, würde hundert Bären einschläfern! Aber bevor ihm die Augen zufallen, erblickt er die Sonnenliege, die wir ihm gebaut haben.«
»Hähä«, grinst einer der anderen Männer. »Mit Rädern unten dran!«
»Genau«, sagt der schwarze Ritter. »Er wird auf der Liege sanft einschlummern. Dann fesseln wir ihn und ziehen ihn in die Burg, hähä!«
»Und zur Belohnung bekommst du die Tochter des Burgherren zur Frau«, sagt der andere. »Und wirst der neue Burgherr, hähä!« »Dann bin ich der Herr über das Ritterreich!«, ruft der schwarze Ritter und trommelt mit seinen eisernen Fäusten so laut auf seine eiserne Brust, dass Kokosnuss und Matilda erschrocken zusammenzucken.
»Schnell!«, flüstert Kokosnuss. »Wir müssen Onkel Ingmar warnen!« So schnell sie können, schleichen die beiden davon und rennen hinauf zum Drachenbaum.
Doch oben auf dem Berg ist weit und breit kein Onkel Ingmar zu sehen.
»Da hängt ein Zettel!«, ruft Matilda völlig außer Atem.
Kokosnuss liest Onkel Ingmars Nachricht vor: »Habe Honig gewittert, komme gleich wieder.«
»Oh weh!«, sagt das kleine Stachelschwein.
»Jetzt geht er in die Falle!«
»Komm, Matilda, wir folgen einfach dem Honiggeruch und Onkel Ingmars Spuren!«, ruft Kokosnuss.
Die großen Drachenfußspuren sind gut zu erkennen.
In Windeseile laufen die beiden den Berg hinab. Kurz bevor der Wald endet, bleiben sie atemlos stehen.

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