Buch
gebunden (66 Seiten)
5. Auflage
Sprache: Deutsch
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Das Schulfest auf dem Feuerfelsen steht vor der Tür. Der Höhepunkt eines jeden Schuljahres. Nur der kleine Drache Kokosnuss weiß nicht, ob er sich darauf freuen soll, denn den Flug zum Feuerfelsen schafft er immer noch nicht. Das ist ihm ziemlich peinlich! Da hilft nur eines: Nachhilfestunden bei seinem Freund Dieter, der Wildgans, und bei Emma, der neuen Drachenfluglehrerin. Und dann - hurra! Jetzt kann der kleine Drache das Fest stolz und in vollen Zügen genießen.
| Verkaufsrang: | 22.417 |
|---|---|
| ISBN-10: | 3-570-12941-1 |
| EAN: | 9783570129418 |
| Erschienen: | 15.02.2006 |
| Verlag: | Bertelsmann Verlag |
| Einband: | gebunden |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Auflage: | 5. Auflage |
| Seitenzahl: | 66 |
| Länge/Breite: | 216mm/161mm |
| Gewicht: | 331 g |
| Altersempfehlung: | ab 6 |
| Illustrator: | Ingo Siegner |
Ingo Siegner, 1965 in Hannover geboren, wuchs in Großburgwedel auf. Nach Schule und Zivildienst wurde er Sparkassenkaufmann, ging als Au-Pair nach Frankreich, steckte seine Nase in die Universität und landete schließlich bei Vamos, einem hannoverschen Veranstalter für Familienreisen. Auf vielen Reisen erfand er für die Kinder fantastische Geschichten. Nebenher brachte er sich das Zeichnen bei. Ingo Siegner lebt als Autor und Illustrator in Hannover.
von einer Kundin/einem Kunden, am 09.04.2012
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Kokosnuss ist sehr aufgeregt, denn heute findet eine wichtige Flugübung statt: der Klippensprung. Die Flugdrachenschüler üben den Sprung schon seit vielen Tagen, und Kokosnuss ist der Einzige, der ihn noch niemals geschafft hat. Er ist schon einmal von einem kleinen Felsen gesprungen, doch noch niemals von der hohen Klippe.
Die Lehrerin Proselinde führt die Schüler zur Klippe hinauf. »Denkt daran, was ihr gelernt habt: Hinab in die Tiefe springen, die Flügel ausbreiten und dann wieder hinauf auf die Klippe fliegen.«
Heute muss ich es schaffen, denkt Kokosnuss, denn nur wenn ich den Klippensprung beherrsche, darf ich am letzten Schultag zum Schulfest auf dem Feuerfelsen fliegen und muss nicht auf dem Floß dorthin fahren. Der Feuerfelsen liegt weit draußen vor der Dracheninsel. Nur wer bis dorthin fliegen kann, ist ein richtiger Flugdrache!
Aber bis dahin, seufzt Kokosnuss, sind es noch viele Wochen Flugunterricht.
In diesem Moment betritt eine Gründrachin die Klippe.
»Das ist Emma«, erklärt Proselinde. »Nach den Ferien wird sie eure neue Fluglehrerin sein. Bis dahin hilft sie beim Unterricht mit.« Neugierig betrachten die Drachenkinder die neue Lehrerin. Gründrachen können sehr gut fliegen und tauchen, denn sie haben nicht nur Flügel, sondern zwischen Fingern und Zehen auch Schwimmhäute.
Emma sieht sehr freundlich aus, denkt Kokosnuss. Nicht so streng wie Proselinde. »Achtung!«, ruft Proselinde. »Aufstellen! Anna beginnt, und dann immer weiter nach dem Alphabet! Los, los, zeigt, was ihr gelernt habt!« Einer nach dem anderen springt von der hohen Klippe, zieht eine Schleife in der Luft und landet wieder auf der Klippe. Einige wackeln beim Fliegen hin und her und machen am Ende eine kleine Bruchlandung, aber alle schaffen es, bis Kokosnuss an der Reihe ist. Der kleine Drache steht zögernd am Abgrund und starrt hinunter.
»Na los, Kokosnuss!«, ruft Proselinde. Und zu Emma sagt sie leise: »Der ist eigentlich ganz pfiffig, aber im Fliegen ist er keine große Leuchte. Und Höhenangst hat er leider auch.« Sie geht zu Kokosnuss hinüber: »Na, was ist? Wir wollen hier nicht bis heute Abend warten!« Kokosnuss wird es ganz schwindlig und der Schweiß bricht ihm aus. Da gibt Proselinde ihm einen Stups und er fällt erschrocken vornüber in die Tiefe. Der kleine Drache flattert panisch mit den Flügeln. Doch alles Flattern nützt nichts. Wie eine flügellahme Ente stürzt er auf die Felsen. »Aua! Autsch!«, schreit er. Sein Fuß schmerzt so sehr, dass ihm ganz übel wird. Kokosnuss beißt die Zähne zusammen. Jetzt nur ja nicht weinen! Er ist furchtbar wütend und traurig zugleich.
Emma, die neue Lehrerin, fliegt zu ihm herab. »Komm, ich helfe dir!« Jetzt kann Kokosnuss die Tränen nicht mehr zurückhalten: »Ich will nach Hause!«, ruft er und weint so sehr, dass ihm ganze Tränenbäche übers Gesicht fließen.
»Heda, kleiner Drache!«, hört er die Stimme von Proselinde. »Das wird schon wieder! Emma bringt dich nach Hause und morgen versuchst du's gleich noch einmal!«
»Können Sie vergessen!«, ruft Kokosnuss wütend zurück. »Ich will gar nicht mehr fliegen!« Doch da hat Emma ihn schon emporgenommen und fliegt mit ihm bis zu den Drachenhöhlen.
Verstauchter Fuß und Kokoskekse
»Hm, verstaucht«, sagt Kokosnuss' Vater Magnus, als er den Fuß untersucht. »Aber in ein paar Tagen fliegst du wieder wie ein Adler!« »Gar nicht!«, erwidert der kleine Drache. Er ist immer noch wütend.
»Jetzt ruhst du dich erst mal aus«, sagt Kokosnuss' Mutter Mette und richtet in der Wohnhöhle ein Krankenlager ein.
Magnus bereitet frischen Kräutertee zu. Aus dem Ofen weht der Duft von gebackenen Kokoskeksen herüber.
»Mama, ich will nicht mehr in die Flugschule!
Die Klippe ist viel zu hoch.«
»Vielleicht bis du auch nur wütend auf Proselinde«, sagt Mette.
Darauf meldet sich Magnus aus der Küche: »Da wärst du nicht der Einzige. Ich hatte früher auch Proselinde als Fluglehrerin. Mein lieber Herr Gewürzverein, das ist vielleicht ein Drache!«
»Aber jetzt ist doch die neue Lehrerin dabei«, fällt Mette ein. »Die scheint doch ganz nett zu sein!«
»Ist mir egal«, brummt Kokosnuss. Und dann schießen ihm wieder Tränen in die Augen: »Und für den Flug zum Schulfest auf dem Feuerfelsen ist es sowieso zu spät, wenn ich nicht mal den Klippensprung schaffe!« »Auch wieder wahr«, meint Magnus nachdenklich.
»Dann«, sagt Mette, »fährst du eben in diesem Jahr noch einmal mit dem Floß zum Schulfest, wie die anderen Drachenkinder.« »Aber dann bin ich der Einzige in meiner Klasse, der mit dem Floß fahren muss!«, erwidert Kokosnuss mit zitternder Stimme. »So ist das eben, wenn man noch nicht so gut fliegen kann. Du kannst auch im nächsten Jahr noch zum Feuerfelsen fliegen.« »Ich hasse den Feuerfelsen!«, sagt Kokosnuss wütend. »Ich hasse die Klippe, und Fliegen hasse ich sowieso!«
Mette streicht dem kleinen Drachen liebevoll über den Kopf: »Jetzt wirst du erst mal wieder gesund und dann sehen wir weiter.«
Nie wieder Flugschule?
Nach ein paar Tagen ist Kokosnuss wieder gesund, aber zur Flugschule will er trotzdem nicht.
»Nie wieder!«, sagt er und rührt sich nicht vom Fleck, so lange, bis der Medizindrache Markus Medikus sagt: »Flugunfähig wegen Flugallergie und Höhenangst.«
So kommt es, dass Kokosnuss bis zu den Ferien nicht in die Flugschule geht. Am normalen Schulunterricht muss er aber teilnehmen.
Eines Tages, kurz vor den Ferien, sitzt Kokosnuss mit seinen Freunden Matilda, dem Stachelschwein, und Oskar, dem Fressdrachen, in der Drachenbucht und macht Schularbeiten. Matilda hat eine verzwickte Rechenaufgabe: »Hört mal! Hans ist zwei Jahre, Werner ist dreizehn Jahre alt. In wie vielen Jahren ist Werner doppelt so alt wie Hans? - Wie soll das denn gehen?«
Oskar blickt auf: »Ist ja voll schwer!« »Neun«, sagt Kokosnuss. »Wie?«, fragt Matilda.
»Neun Jahre«, wiederholt Kokosnuss. »Dann ist Hans elf und Werner 22, also doppelt so alt.« »Schon klar«, seufzt Matilda. »Wenn du im Fliegen nur halb so gut wärst wie im Rechnen, dann wärst du schon sechsmal um die Erdkugel geflogen.«
»Ohne Pause«, fügt Oskar hinzu.
»Ich kann ja nicht alles können!«
»Sei doch nicht gleich beleidigt!«, erwidert Matilda und schwärmt: »Wenn ich Flügel hätte, dann wäre ich nur noch in der Luft.«
»Und ich erst!« Oskars Augen leuchten: »Ich würde zehn Überschläge hintereinander fliegen und dann einmal zum Mond und zurück.«
»Ihr könnt euch ja Flügel basteln!«, erwidert Kokosnuss. »Außerdem kannst du auf dem Mond gar nicht atmen.«
»Du wärst bestimmt ein toller Flieger, wenn du es richtig lernen würdest!«, sagt Matilda.
»Pah! Ich kann doch schon fliegen, über hundert Schritte weit!«
»Aber den Klippensprung hast du noch nicht geschafft. Und zum Schulfest musst du mit dem Floß.«
»Na und! Dann bringe ich mir das Fliegen eben selbst bei!«, entgegnet Kokosnuss. In diesem Moment steckt ein Wildgänserich seinen Kopf aus dem nahen Gebüsch: »Entschuldigung! Da muss ich mich jetzt aber einmischen! Sich das Fliegen selbst beibringen! Das ist doch Entengrütze!«