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Meine Rezensionen

  • Krank
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    Alleingang...
    Rezension vom 22.04.2012


    "Krank" ist der neue Thriller aus der Feder von Jack Kerley, der fünfte der Carson-Ryder-Harry-Nautilus-Reihe... und es geht weiter, wie es endete: spannend, unheimlich und wahnsinnig mitreißend.

    Schon seit dem ersten Buch "Einer von hundert" verfolge ich Detective Carson Ryder und seinen Partner im Kampf gegen schockierende Verbrechen, bestialische Mörder und seine eigene Vergangenheit.

    Reihenfolge der Buchreihe um Carson Ryder und Harry Nautilus:

    einer von Hundert

    der letzte Moment

    den Wölfen zum Fraß

    Bestialisch

    Krank

    Man kann diesen neuen Thriller ohne das Wissen um die anderen Bände lesen, da es eine in sich geschlossene Story ist, die nur gelegentlich durch Rückblenden zu alten Fällen unterbrochen wird, aber auch in diesen Momenten den Leser nicht unwissend zurücklässt, da Kerley ausreichend auf diese Momente eingeht.

    Inhalt:

    Ryder - Teil der Sondereinheit PSET in Mobile - wird von der Leiterin der psychiatrischen Einrichtung zur Hypnose des Psychopathen Crayline gerufen, weil beide eben genau dies verhindern wollen - denn niemand kann sagen, was passieren wird, wenn sich Crayline seiner Vergangenheit stellen muss. Alles kommt, wie es beide vorausgesagt haben: es läuft aus dem Ruder und letztendlich gelingt Crayline die Flucht - natürlich nicht, ohne schon jetzt eine Vielzahl Verletzter und Toter zurückzulassen.

    Monate später nimmt Carson Ryder doch endlich einmal Urlaub, nachdem er einen Aufenthalt in einem Camp gewonnen hat und steht auf einmal mitten in einem neuen Fall, in dem sich wie gewohnt die tiefsten Abgründe der menschlichen Psyche wiederspiegeln.

    Unterschiedlichste, bestialische Morde, die durch Geo-Korrdinaten an die Polizei gemeldet werden und ein kranker Killer, der sich weitere Opfer sucht - Opfer, die auf den ersten Blick nichts verbindet... oder?

    Meinung:

    Auch dieses Mal wartet auf Ryder ein Fall, der vielschichtig, überraschend und schockierend beginnt. Der Spannungsbogen, der sich gleich zu Beginn aufgebaut hat, nimmt auch mit dem Wechsel der Location stetig zu und führt einen spannend und nervenkitzelig durch den gesamten Thriller.

    Die Charaktere um Carson Ryder, Donna Cherry und Jeremy (Carsons Bruder) sind wieder einmal sehr liebevoll, vielschichtig und interessant dargestellt. Es fällt einem leicht, sich mit ihnen zu identifizieren. Auch die weniger freundlichen Zeitgenossen kann Kerley wunderbar unsympatisch darstellen - einfach so, dass man als Leser gar nichts Nettes mehr finden mag.

    Jack Kerley versteht einfach sein Handwerk!

    Er versteht es, den Leser mit einer Leichtigkeit in die Story zu reißen. Durch seinen flüssigen, bildhaften Schreibstil wird man sofort eingebunden und möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

    Ein Psychopath mit Lust am inszenierten Töten, ein kämpferischer Detective mit psychopathischer Hilfe durch seinen Bruder - dieses Buch ist ein würdiger Teil der Carson Ryder und Harry Nautilus- Reihe, auch wenn ich Harry vermisst habe, denn dieser ist in Mobile geblieben und taucht nur kurz am Rande auf!

    Das Buch war - wie erwartet - wieder einmal ein kurzweiliges Lesevergnügen. Der angenehme Schreibstil, eine gute Story, ein stimmiger Plot - was will man mehr (vielleicht ein wenig mehr Harry Nautilus im nächsten Buch... aber nur, weil ich die restlichen Bände kenne)!

    Hier vergebe ich gern 5 Sterne!
  • Ewig Dein
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    was haben diese Rosen...
    Rezension vom 13.04.2012
    und diese... und diese... und auch diese gemeinsam?

    Ja - genau... sie sind nicht nur gelb - sie stehen für Romantik und Liebe, aber sie machen auch Angst...

    "Ewig Dein" kommt anfänglich als aberwitzige Kennenlernstory zwischen Judith und Bananenmann Hannes daher, die mir stellenweise die Tränen in die Augen getrieben hat. Glattauers Wortwitz und seine sarkastisch, ironisch und stellenweise auch giftigen Personen- und Lebensumstandsbeschreibungen haben mich eingefangen und mitgerissen.

    Ich habe beim Lesen wieder einmal lauthals gelacht, weil ich humoristisch mit Daniel Glattauer absolut auf einer Wellenlänge bin. Fesselnde Situationskomik eben :-) - die alltäglichsten Situationen überspitzt und vor allem geballt in kürzester Zeit erzählt; witzig, spritzig, amüsant und stellenweise so schön böse.

    Diese anfänglich positive und komische Dynamik war nahezu berauschend!

    Doch dann - was ist das? Die Stimmung kippt, der Mann wird zum Stalker, der mehr und mehr Judiths Leben auf den Kopf stellt. Die anfänglich leichte, amüsante und überspitzte Liebe, mit der Hannes Judith überhäuft wird einengend, freiheitsberaubend und absolut erdrückend. Nichts, was sich Judith für ihr zukünftiges Leben wünscht.

    Dieser Teil des Buches ist so ganz anders, als ich es vom Autor kenne - und doch so gut. Auch in düsteren und unheimlichen Passagen konnte mich Glattauer an sein Buch fesseln. Dieser scharfe Cut und der damit einhergehende Umschwung gelingt Daniel Glattauer fantastisch.

    Durch seinen klaren und flüssigen Schreibstil und die ereignisreichen Wendungen der Story war ich regelrecht "gezwungen" das Buch in einem Rutsch durchzulesen. Das überraschende Ende hat dem Ganzen dann noch das Sahnehäubchen aufgesetzt. Sehr schön!

    Mit "ewig Dein" ist Daniel Glattauer etwas Geniales, sehr Eindrucksvoll gelungen: in diesem Buch sind die verschiedensten Genres wundervoll miteinander verknüpft - Romanze, Krimi und auch Thriller. Keine der Stilrichtungen war langweilig oder nervig - im Gegenteil! Ich wurde an einem Stück sehr kurzweilig unterhalten.

    Auch die Darstellung der Dialoge im Buch war für mich wieder typisch Glattauer - da ich die beiden "email-Romane" von ihm kenne, hat mich dies in keiner Weise gestört.

    Diesem Buch gebe ich guten Gewissens 5 Sterne, weil es mich sehr positiv überrascht hat; nicht, weil Glattauer sonst nicht gut ist, sondern weil ihm ein Mix von solch unterschiedlichen Genres gelungen ist, der so perfekt daher kommt und mich dadurch überzeugen konnte.
  • Fünf
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    THANKS FOR THE HUNT
    Rezension vom 13.04.2012
    Du bist fündig geworden. Rätselaufgaben, deren Lösung Koordinaten sind. In Plastikbehälter verpackte Leichenteile. Zeugen, die nach der Befragung sterben. Es ist eine blutige Version des Geocaching, eine grausige Jagd, auf die sich die Salzburger Ermittlerin Beatrice Kaspary einlassen muss. Der Fall scheint unlösbar. Und plötzlich wird sie selbst zur Beute ...


    "Fünf" beginnt gleich spannend, als im Prolog ein Mann um sein Leben fleht. Nora, die Frau, die bei ihm ist, scheint ihn gleich zu töten... aber geschieht das freiwillig oder ist auch sie Opfer?

    Auch der nun folgende Fall ist nur was für Hartgesottene - eine weibliche Leiche weist tättowierte Koordinaten auf, bei denen das sympathische Ermittlerteam (Beatrice - frisch getrennt - und Florin) eine eingeschweißte männliche Hand mit weiteren Geo-Koordinaten finden. Und dabei bleibt es nicht... es geht weiter und weiter: Geo-Caching bizzar!

    Der lebendige und temporeiche Stil des Buches hat mich mit dem ersten Satz gefesselt. Ich war sofort in den Bann gezogen und habe es regelrecht verschlungen. Besonders die Zeichnung der Protagonisten gefällt mir sehr gut - beide sind menschlich sehr interessant und sehr vielschichtig dargestellt, so dass man sich leicht mit beiden identifizieren kann, wobei die Zeichnung von Beatrice viel umfangreicher ausfällt und ich mich dadurch mit ihr viel verbundener gefühlt habe.

    Der Schreibstil von Ursula Poznanski ist flüssig und sehr spannend, die Handlung ist abwechslungsreich und interessant. Es gab für mich keine langweiligen Momente.

    Ja, an manchen Stellen hätte Bea ein wenig aufhorchen und das gesamte Ermittlerteam einfach besser recherchieren müssen, aber Mensch... dann wäre das Buch 100 Seiten kürzer. Ich brauche keinen 100%ig korrekten Thriller, weil ich mir die Ausmaße der Abgründe der menschlichen Seele gar nicht so arg vor Augen halten will...

    Mir reicht es, kurzweilig und gut unterhalten zu werden! Und das hat Ursula Poznanski geschafft!

    Sie hat mich auch mittig auf eine falsche Fährte gelockt - ich war also gefesselt und mittendrin - das erwarte ich von einem guten Autor: dass mich sein Thriller zum Miträtseln anregt.

    Ihre Geschichte hat mich gefesselt, die Zusammenhänge waren gut konstruiert, die Beweggründe sehr ergreifend dargestellt und der Plot stimmig.

    Alles in allem ein gelungenes Werk: ich konnte mich entspannt zurücklehnen und diese kurzweilige, spannende Unterhaltung bestens genießen!
  • Opfertod
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    wer suchet, der findet nicht immer...
    Rezension vom 13.04.2012
    Er muss sie töten. Alle. Zusehen, wie ihre Augen brechen. Sie zerstören… Gleich bei ihrem ersten Fall gerät Kriminalpsychologin Lena Peters an einen Killer, der eine tödliche Mission verfolgt. Eine Mission, in der Lena eine entscheidende Rolle spielt. Und schon bald sitzt siein der Falle, denn sie kennt das Böse. Sie hat es studiert. Doch jetzt begegnet sie dem Seelenbrecher!



    Dem Klappentext nach wartete ich mit jeder Seite, die ich las, auf diesen Seelenbrecher und die Darlegung seiner Motive für die zahlreichen Morde und Verstümmelungen an jungen Frauen in Berlin. Leider, leider muss diesen Klappentext ein Mensch geschrieben haben, der entweder nur die erste mögliche gedankliche Version von Hanna Winter kannte oder eben dieses Buch nie auch nur aufgeschlagen oder gar gelesen hat.

    Das Gute an diesem Buch ist, dass Hanna Winter einen sehr angenehmen Schreibstil hat, der ein Garant für kurzweiligen Lesespaß ist. Ich wurde gut unterhalten und hab mich leicht durch die Geschichte gelesen, ohne Langeweile zu spüren oder genervt zu werden. Die Handlung ist abwechslungsreich und spannend, jedoch hat sie fast zu viele Stränge, um eine flüssige und stimmige Geschichte zu erzählen.

    Mir gefallen die feinzügig gezeichneten Charaktere, auch wenn es mich mittlerweile stört, dass ALLE Ermittler vom Schicksal gebeutelt sind und in der Vergangenheit so viel Schlimmes erlebt haben. Man könnte meinen, die Motive zur Berufswahl ALLER Polizisten, die es gibt, wären ehrenhaft oder aus eigenen schlimmen Erfahrungen geboren - und sorry... das ist NICHT glaubhaft!

    Das Cover ist sehr ansprechend und hätte mich auch im Buchladen zum Hingucken bewegt - einen Zusammenhang zum Buch konnte ich dabei aber nicht erkennen.

    Alles in allem hätten ein stimmiger Plot und ein paar weniger Handlungsstränge mehr zur Spannung und Glaubhaftigkeit beigetragen (ein paar eingeführte Charaktere weiß ich immer noch nicht einzuordnen oder gar in der Handlung unterzubringen - manche Taten zum Ende des Buches erscheinen mir wirr und einzig einem mächtigen Finale dienend eingearbeitet zu sein).

    Eine nähere Beleuchtung des Motives oder eben, wie es dazu kommen konnte, hätte mir einen gelungenes Ende bereitet, so war es nur "ein Finale", wie man es eben schon so oft erlebt hat... die Geschichte wurde so lang und ausführlich aufgebaut, dass einfach 10 Seiten für die Auflösung zu knapp und wenig erklärend sind!

    Schade ... aber manchmal ist einfach weniger (Handlungsdrumherum) mehr... und ein "mehr" am Ende eben das i-Tüpfelchen, das hier gefehlt hat...
  • Wahr
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    nichts als Liebe
    Rezension vom 13.04.2012
    Vierzig Jahre hat Elsa geschwiegen. Als sie erfährt, dass sie bald sterben wird, verändert sich etwas in ihr – doch wem kann sie anvertrauen, was so lange verschüttet blieb?
    Während eines Besuchs entdeckt Enkelin Anna zufällig ein schönes Kleid im Schrank ihrer Großmutter. Elsa erschrickt, denn es gehört ihr nicht, längst hat sie vergessen, dass es noch existiert. Jetzt ist es der Schlüssel in die Vergangenheit, und Stück für Stück kommt die Wahrheit ans Licht.



    Zart...

    als Buch der leisen Töne...

    als Buch des Abschieds, der Trauer, der Angst, der Sorge...

    aber auch als Buch von Liebe, Fürsorge, rückblickender Sorglosigkeit und vor allem voller tiefer Zuneigung.

    So beginnt „wahr“, ein Buch, das drei Generationen liebevoll beleuchtet. Von der ersten Zeile an wurde ich in seinen Bann gezogen. Ich konnte mich in den trauernden Martti genauso tief hineinversetzen, wie in die um Stärke ringende Eleonoora; konnte seinen Seelenschmerz förmlich spüren, ebenso wie ihre Zerrissenheit.

    Riikka Pulkkinen beschreibt authentisch, wissend, liebevoll und außerordentlich bewegend die letzte Zeit mit einem geliebten Menschen.

    Der Wandel geschieht, als Elsa ihrer Enkelin Anna etwas erzählt, das ihr gesamtes Familienbild auf den Kopf stellt.

    Zu leisen Tönen kommen kraftvolle, verzweifelte, harte, ablehnende und verachtende.

    Die Autorin versteht es hervorragend menschliche Verfehlungen, große Liebe, Verlustängste, größte Verzweiflung und ganz alltägliche Geschehnisse sensibel zu beleuchten und den Leser so an dieser Geschichte über eine "normale" Familie teilhaben zu lassen.

    Es zeigt das abhängige Miteinander, die verbindende Gemeinsamkeit und gleichzeitig das flüchtige Hin- und Hergerissensein.

    Nicht sensationsheischend, nicht spektakulär – liebevoll, sensibel und voller Verständnis ist dieses Buch.

    Ein Buch voller Gefühl und Zuneigung - ein Buch über Liebe...
  • Bullen und Schweine
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    der Mensch ist manchmal auch nur eine Sau
    Rezension vom 13.04.2012
    «Ein wenig eine Pietät hat auch die tote Sau verdient», spricht Mastbauer Bergmüller. Betreten steht der Münchner Kommissar Konrad Wolf vor einem Schweinesarg. Allerdings wurde darin keine Sau, sondern ein toter Mensch gefunden. Ein erstochener niederbayerischer Unternehmer, der Mann von Wolfs Jugendfreundin Klara außerdem.


    Angenehm überrascht war ich vom Beginn der Geschichte - das Buchcover versprach mir eine Mischung aus Krimi gewürzt mit einer gesunden Prise Humor.

    "Kommissar Wolf rettet die Welt" - und was ich auf den ersten Seiten zu lesen bekam, hat mir dies auch gezeigt und vor allem Lust auf die ganze Story gemacht.

    Leider hat dieses Buch nicht gehalten, was es mir zu Beginn versprochen hat. Sicher, Krimi hatte es und Humor gab es stellenweise auch, aber gerade der Rest war zum Ende hin immer verworrener, undurchsichtig und eine Abfolge von Gewalttaten, die in keinem Verhältnis zum Ursprungsfall standen.

    Wolf (heutzutage Kommissar in München) zeigte sich anfangs von einer warmen, herzlichen Seite - mit der Angst, in seiner "alten Heimat" nicht mehr bestehen zu können, weil die Stadt schon zu sehr "abgefärbt" hat. Doch unbegründet, was sich auf den ersten Seiten des Buches zeigte. Je weiter das Buch, je später die Ermittlung, umso weniger herzlich fand ich den Wahlmünchener, umso verschrobener und oberflächlich erschien mir die Figur des "Guten".

    Josef Kelnberger hat eine flüssige, sehr bildhafte Sprache, die mich meist mitgerissen, hin und wieder aber auch verwundert hat (gerade als Wolf "verzweifelt Wasser abschlug" zum Beispiel... muss sowas sein... reichte nicht auch die Dusche?!), die Sprache wird zum Ende hin "gewöhnlicher" - das war es dann auch, warum ich mich schon etwas härter durchkämpfen musste.

    Zum Einstieg glaubwürdig, glaubhaft verworren um den Mordfall Plochinger und dessen zwielichtige Geschäfte... doch dann wurden es immer mehr Menschen, immer mehr Geschichten und dementsprechend alles nur noch verworrener und sehr undurchsichtig.

    Das Ende fand ich geradezu seltsam, den Umgang der Polizeikollegen sehr fragwürdig und wurde doch ein wenig unbefriedigt als Leser zurückgelassen.

    Starker Anfang mit stark nachlassender Tendenz.

    Schade!
  • Die toten Frauen von Juárez
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    die Stimmen der Toten
    Rezension vom 13.04.2012
    Ciudad Juárez, Mexiko, an der Grenze zu Texas. Zahlreiche Frauen verschwinden. Einheimische sagen, es seien mindestens 5000. Nur etwa 400 von ihnen wurden bislang gefunden - vergewaltigt und getötet. Sam Hawken verbindet die wahre Geschichte um die toten Frauen mit der Story von Kelly Courter, einem gescheiterten Boxer, der alles daransetzt, die Wahrheit herauszufinden ...

    Sam Hawken hat mit diesem Buch ein Thema angerissen, das auch in Wahrheit oft verleugnet, mindestens jedoch bagatellisiert und schon gar nicht mit den nötigen Mitteln verfolgt wird.

    Leider ist es jedoch in seinem Buch ähnlich - die toten Frauen, die diesem Kriminalroman den Namen geben, werden bestenfalls angerissen; erst, weil Paloma sich für sie einsetzt und später dann, weil sie selbst eines dieser Opfer wird.

    ***

    Boxer Kelly, am Ende seiner Karriere angekommen, versucht sich mit kleinen Kämpfen, in denen er mehr der Punchingball seiner Gegner ist, finanziell über Wasser zu halten und bessert sich sein Einkommen außerdem mit kleineren Drogendeals auf. Seine Freundin Paloma arbeitet bei "Frauen ohne Stimmen", einer Organisation, die sich gegen das Vergessen einsetzt.

    Mit viel Trostlosigkeit beschreibt Hawken diesen Landstrich, der als Heimat zahlloser Fabriken dient, die ganz Amerika und den Rest der Welt mit billigen Waren versorgt. Billige Waren, hergestellt auf dem Rücken von tausenden unterbezahlten Menschen. Viele sind junge Frauen, von denen jedes Jahr hunderte vor oder nach den Schichten einfach verschwinden. Verschwinden, meist nie wieder auftauchen; doch wenn, dann geschändet, misshandelt und getötet.

    Einzig das Verhältnis von Kelly und Paloma birgt diesen Hoffnungsschimmer, ohne den dieses Buch einzig traurig und perspektivlos wäre.

    Die flüssige Schreibweise und die bildhafte Darstellung haben mich gefesselt und mir die Ausweglosigkeit und Trostlosigkeit der Menschen, die in den "Slums" leben und sich Tag für Tag sehr hart ihr Leben erkämpfen müssen direkt vor Augen geführt. Ich konnte die übelriechenden Viertel förmlich vor mir sehen und mit all ihrer Heftigkeit riechen; Drogendealer und Abhängige immer vor Augen.

    Hawken bleibt diesem flüssigen Stil treu und hat somit ein Buch geschrieben, das sich schnell und interessant lesen lässt, aber gern noch weiter in die Tiefe hätte gehen können.

    Antiheld Kelly ist zwar nicht unbedingt ein Sympathieträger, hat mir jedoch als Hauptfigur in diesem Roman gefallen. Seine ausweglose Lage, erst, als er als gescheiterter Boxer mit Gesundheitsproblemen nur noch als Punchingball für Gegner fungiert, dann, als er und Esteban des Mordes an Paloma bezichtigt und mit brutaler Polizeigewalt konfrontiert werden, war solide, erschreckend und glaubhaft dargestellt und interessant zu verfolgen.

    Auch Sevilla, der einzig Ermittelnde in einem Haufen von korrupten Polizisten, wird gut dargestellt und hat sich meine Sympathie stetig mehr verdient.

    Diese hoffnungslose Story über diese grausamen Verbrechen an jungen Frauen und die Ausweg- und Trostlosigkeit der Lebensumstände in diesem Landstrich sollte Augen öffnen!

    4 Sterne, weil es ein wenig mehr Titel in der Handlung hätte sein können.

    Alles in allem aber ist "die toten Frauen von Juarez" ein solider, kritischer Roman über ein Land und den Umgang mit wahren Verbrechen und packend (wenn auch rauh und brutal) erzählt.
  • Starters
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    beängstigende Dystopie
    Rezension vom 13.04.2012
    Nach einer unvorstellbaren Katastrophe gibt es nur noch sehr alte und junge Menschen. Mittellos kämpfen die 16-jährige Callie und ihr kleiner Bruder auf der Straße ums Überleben. Callie entschließt sich daher zu dem Undenkbaren: Sie verleiht ihren Körper an einen alten Menschen, dessen Bewusstsein übernimmt ihren Körper und kann so wieder jung sein. Doch alles verläuft anders als geplant ...



    wow... was für eine Zukunftsvision...

    und was für eine fantastische Story , mit der Lissa Price hier aufwartet.


    Nach einem Sporen-Krieg besteht die Bevölkerung aufgrund der schlechten Impfpolitik der Regierung nur noch aus sehr alten und sehr jungen Menschen, wobei die jungen ihr Leben als "Starter", "Renegaten" oder "Jugendliche mit Familienanhang" meistern müssen, während die alten (meist reichen) Enders mithilfe der Technik junge Körper mieten können, um sich kurzzeitig wieder jung zu fühlen und Dinge zu zu tun, die im Alter eben einfach nicht mehr möglich sind .

    Sehr bildhaft und lebendig beschreibt Price die Zukunft. Sehr beängstigend und beklemmend beschreibt sie den täglichen Überlebenskampf der jungen Starter, die sich im Verborgenen halten müssen, um nicht in Arbeitslagern (wie dem Institut 37) gefangengehalten zu werden.

    Liebevoll und zärtlich zeichnet Lissa Price ihre Hauptcharaktere, Callie, die viel zu früh erwachsen werden musste, um für ihren kleinen Bruder zu sorgen; Michael, der sich wiederrum dazu berufen fühlt, die beiden vor dem was "draußen" lauert zu beschützen.

    Besonders Callie fühlte ich mich von Anfang an verbunden. Sie begegnet einem stark und kämpferisch, loyal und ausgesprochen clever.

    Nachdem sie ihren Körper der Bodybank zum Verleih zur Verfügung stellt geschieht Unvorhergesehenes und es entfacht ein Kampf, der so nicht vorstellbar war, sich aber im Weiterspinnen der gezeichneten Zukunftsvision zwangsläufig ergeben musste.



    Lissa Price hat einen sehr angenehmen Schreibstil und hat durch ihre interessanten Ideen einen Plot geschaffen, der stimmig und abenteuerlich ist, so dass man dieses Buch kaum aus der Hand legen kann, weil man einfach wissen muss, was als nächstes geschieht. Man merkt hier sehr deutlich, dass Lissa Price sonst Drehbücher schreibt, da dieser Roman zu jeder Zeit spannend und überraschend war und ausreichend Potential für einen gelungenen Blockbuster hat.

    Beklemmende Zukunft, beängstigende Technik, zarte Hoffnung - in Starters ist Platz für dies alles, ohne die Spannung aus dem Geschehen zu nehmen oder ins Kitschige oder Klischees abzudriften.

    Aufgrund der beiden jungen Hauptprotagonisten und dem liebevollen, nahezu unblutigen Schreibstil ist dieses Buch sicher gerade für Jugendliche ein interessantes und kurzweiliges Lesevergnügen.

    Ich jedenfalls habe mich wunderbar unterhalten gefühlt und kann dieses Buch guten Gewissens weiterempfehlen!
  • Schuld währt ewig
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    schuldlos schuldig...
    Rezension vom 13.04.2012
    Dieses Gefühl ging tiefer als Worte. Viel tiefer. Schuld und Reue. Scham und Demut. Ein brennendes Gefühl von Versagen brannte seit Jahren in ihrem Innersten. Hätte sie doch nur besser aufgepasst

    In diesem Krimi werden die verschiedensten Handlungsstränge aufgezeigt, die eins gemeinsam haben: die Menschen in diesen Strängen sind unverschuldet schuldig geworden. Sanne, die als Babysitterin den Tod von Ludwig, auf den sie aufpassen sollte, zu verantworten hat. Jens Flade, der ein Kind überfuhr, weil es plötzlich zwischen zwei parkenden Autos auf die Straße lief. Martina Oerdieck, die, geblendet von einem LKW, die Kontrolle über ihren Wagen verlor, in einen Fluss stürzt, wobei ihre Freundin stirbt. Die alte Dame, deren Enkelin versehentlich die falschen Medikamente einnimmt und daran stirbt.

    Alle diese Menschen fühlen sich dennoch schuldig, auch wenn Gerichte sie frei gesprochen haben.

    Und es gibt einen, der diese Schuld anerkennt und die "Täter" ebenso bestrafen will, wie die "Opfer" gestorben sind.

    Es dauert etwas, bis die Sonderkommission um Tino Dühnfort die Zusammenhänge um den Rächer erkennt - die Handlung ist stimmig und fesselnd erzählt, so dass sich der Leser ganz in die Story einfinden und sie gespannt verfolgen kann.

    Inge Löhning hat eine erfrischend bildhafte Sprache, so dass ich mich gleich auf der ersten Seite des Buches in ihrer geschilderten Umgebung einfinden konnte. Ich war gleich mittendrin ("Die Ackerfurchen trugen Ränder wie Salzkrusten." hat mich gleich auf den Acker neben unserem Haus katapultiert, auf dem es im Winter morgens genau so aussah.).

    Ihre Charaktere sind wieder einmal sehr angenehm und vielschichtig präsentiert. Tino und Gina als Paar sind sehr emotional und liebevoll gezeichnet; sogar Alois zeigt sich diesmal positiv und leicht menschlich :-) .

    Dieses Buch ist wieder einmal der Beweis, dass Krimis nicht blutig sein müssen um packend zu sein.
  • In weißer Stille
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    nichts ist wie es scheint
    Rezension vom 13.04.2012
    "An einem stürmischen Herbstabend wird der pensionierte Kinderarzt Dr. Wolfram Heckeroth von seinem Sohn Albert tot und gefesselt im Wochenendhaus am Starnberger See aufgefunden. Kriminalhauptkommissar Konstantin Dühnfort übernimmt die Ermittlungen. Erste Untersuchungen ergeben, dass der alte Mann im Laufe mehrerer Tage verdurstete."

    Im zweiten Fall um Komissar Dühnfort und sein Team geht es um einen scheinbaren Raubüberfall, der sich im Laufe der Ermittlung anders darstellt. Die drei Kinder des Arztes hätten alle miteinander ein Motiv - wobei natürlich ein schwarzes Schaf besonders heraussticht. Aber da gibt es auch ein dunkles Geheimnis, eine dunkle Seite im Leben des Arztes.

    Inge Löhnig ist mir aufgrund ihrer bildhaften und sehr menschlichen Schreibweise sehr ans Herz gewachsen. Ihre Charaktere sind vielschichtig und detailreich beschrieben, so dass man auch in diesem Krimi mit Tino mitermittelt und sich auch sonst sehr mit ihm verbunden fühlt.

    Teilweise erhält man aufgrund der verschiedenen Erzählweisen aus verschiedenen Pespektiven mehr Einblick zum Fall als der Komissar, so dass der einmal aufgebaute Spannungsbogen nicht abebbt und man stets mitten im Geschehen ist.

    Auch die zwischenmenschliche Seite kommt bei Inge Löhnig nicht zu kurz und man kann die schwierige Beziehung von Dühnfort und Agnes (die er bei seinem letzten Fall kennengelernt hat) mitverfolgen und mitleiden.

    Jedem Krimileser, der es nicht ausschließlich blutig mag, kann ich die Reihe um Tino Dühnfort wärmstens empfehlen, denn Inge Löhnig zeigt eindrucksvoll, dass kein Blut nötig ist, um Spannung und Dramatik aufzubauen und aufrecht zu halten.