BuchhändlerInnen im Portrait
aus Saarbrücken
- Gesamte Rezensionen
- 10 (ansehen)
-
Düsteres MittelalterRezension vom 08.12.2011Bastian ist Medizinstudent. Auf einem Mittelaltermarkt trifft er Sandra, eine Freundin und deren Freunde, die der Liverollenspielgruppe Saeculum angehören. Sie überzeugen Bastian an der nächsten Convention teilzunehmen. Die einzige Bedingung ist: nichts, das nach Ende des 14. Jahrhunderts erfunden wurde darf benutzt werden. Was verspricht ein Mordsspaß zu werden verwandelt sich in einen Albtraum. Gruppenmitglieder verschwinden und es ist von einem Fluch die Rede. Aber steckt noch mehr dahinter?
Fazit: Ursula Poznanski hat mit Saeculum ein überaus grandioses spannendes Buch geschaffen, das sich gut liest. Die Charaktere gelangen förmlich vom Regen in die Traufe und dann ins Meer. Ein Schrecken jagt den anderen. Dieses Buch ist ein Muss für Fans von Poznanski und von Liverollenspielen. Nicht nur für Jugendliche. Unbedingt lesen.
-
Seelische AbgründeRezension vom 08.12.20112007. Nach einem tragischen Unglück während eines Einsatzes tritt Ermittler Carl Mørck wieder in den Dienst ein, doch da dies seinen Vorgesetzten nicht gefällt, wird er kurzerhand in das neu gegründete Sonderdezernat Q versetzt, das aus ihm und seinem Assistenten Assad besteht und sich mit Fällen von besonderem Interesse befasst. Der erste Fall, den Mørck übernimmt, befasst sich mit der 2002 verschwundenen Merete Lynggaard. Was keiner weiß ist, dass sie seitdem auf sadistischste Art und Weise gefangen gehalten wird: in einem Raum mit erhöhtem Druck in absoluter Dunkelheit oder gleißendem Licht. Beobachtet von ihren Peinigern.
Fazit: Ein spannender Psychothriller, der einen Einblick in die dunklen Abgründe der menschlichen Seele gewährt. Was überzeugt ist der kantige und ehrliche Ermittler Carl Mørck, der trotz dessen, was er erlebt hat, nicht völlig heruntergekommen ist und sehr oft das sagt, was er denkt. Wer gerne Psychothriller mag, hat mit Erbarmen ein Buch gefunden, das ihm oder ihr gefallen wird.
-
Ein Spiel mit den FlammenRezension vom 08.12.2011Ein Brand in einem Heim für Menschen mit geistiger Behinderung fordert mehrere Opfer. Hauptverdächtiger ist Jakob, ein junger Mann mit Down-Syndrom. Eines Tages erhält Dóra, die Rechtsanwältin aus Reykjavík einen Anruf und wird gebeten den Fall um Jakob und den Brand erneut zu untersuchen. Zusammen mit Matthias, der mittlerweile bei Dóra wohnt, begibt sich Dóra auf Spurensuche und entdeckt Geheimnisse, die dunkler sind als schwarzer Qualm.
Fazit: Spannend und informativ, sowie alle Fälle, die Dóra bis jetzt erlebt hat. In diesem Buch teilt Yrsa Sigurðardóttir Informationen über das Down-Syndrom und über Autismus mit dem Leser und übt im selben Atemzug an Islands Umgang mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Wem die vorangegangen Bücher gefallen haben, dem wird auch Dóras fünfter und vorerst letzter Fall gefallen.
-
Fluch oder Mord?Rezension vom 08.12.2011Ein Jahr nach den Ereignissen auf den Westmännerinseln treibt der vierte Fall von Dóra Guðmundsdóttir sie bis nach Grönland. Nach dem Verschwinden einer Angestellten eines Bohrunternehmens wird Dóra gebeten eine isländische Bank zu vertreten und schlittert in einen Todesfall hinein, der ihr die Haare sträubt. Die Inuit, die hier leben, heißen Fremde nicht willkommen, im Bohrteam herrscht frostige Stimmung und zu Dóras Begeisterung ist auch Bella wieder mit von der Partie. Dóras Lichtblick ist Matthias, ihr deutscher Freund, der diesmal ebenfalls wieder dabei ist. Während der Nachforschungen tauchen weitere Leichen auf und das Gerücht über einen Fluch, den die Inuit Die Eisblaue Spur nennen macht die Runde.
Fazit: Auch die Eisblaue Spur ist ein rundes Werk, das das Herz jedes Krimifans höher schlagen lässt. Es steht weniger der thrill im Vordergrund als das Grübeln darüber, was passiert sein könnte. In ihrem vierten Buch geht Sigurðardóttir wieder ein wenig in Richtung Spuk, doch es tut dem Ganzen kein Abriss. Zudem gewährt sie dem Leser einen Einblick in die ärmlichen und ungerechten Lebensverhältnisse der Einwohner von Grönland. Lesenswert.
-
Ein heißer FallRezension vom 08.12.2011Nachdem die reykjavíker Rechtsanwältin Dóra Guðmundsdóttir in Das Letzte Ritual und Das Gefrorene Licht erfolgreich verzwickte Fälle gelöst hat, steht ihr ein neuer Fall bevor. Dieser verschlägt sie auf die Westmännerinseln vor der südlichen Küste Islands, denn in einem Haus, das in den siebziger Jahren bei einem Vulkanausbruch verschüttet wurde, wurden drei Leichen und ein abgetrennter Kopf gefunden. Doch der Tod dieser Leichen hat nichts mit dem Vulkanausbruch zu tun Und als wäre das nicht genug wird eine weitere Leiche gefunden, die mit Hilfe von Botox getötet wurde. Unterstützung bekommt Dóra diesmal von ihrer griesgrämigen und nicht ganz durchschnittlichen Sekretärin Bella, die Dóra mehr als nur einmal fast verzweifeln lässt, aber ebenso erstaunt. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach der Wahrheit und stoßen nicht immer auf Hilfsbereitschaft und Offenheit. Erneut muss Dóra eine Brücke zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit schlagen.
Fazit: Auch mit Das Glühende Grab ist Yrsa Sigurðardóttir ein vorzüglicher Krimi gelungen, der, wie die Vorgänger auch, mit Spannung, aber auch mit Hintergrundinformationen nicht geizt. Oder hätten Sie gewusst, was die Kabeljaukriege waren? Zudem gewährt sie uns einen kleinen Einblick in die Welt eines Demenzerkrankten. Die Kombination aus Bella und Dóra sorgt auch hier wieder für den mittlerweile bekannten Humor bei Sigurðardóttir. Ein rundum gelungener Krimi zum selbst Lesen oder Verschenken.
-
Mörderischer Spuk im Esoterik-HotelRezension vom 08.12.2011Dóra Guðmundsdóttir ist zurück! Ein Jahr nach den Vorfällen in Das letzte Ritual wartet der nächste große Fall auf die junge isländische Rechtsanwältin. Diesmal verschlägt es sie in ein Esoterik-Wellness-Hotel in Snæfellsnes im Osten von Island. Eine Architektin wurde ermordet und ein Gespenst geht um im Hotel und versetzt den Ort in Angst. Der Inhaber des Hotels wird verhaftet und Dóra muss seine Unschuld beweisen. Als ein zweiter Mord geschieht spitzt sich die Sache zu, denn der Kreis der Verdächtigen ist groß und scheint sich nicht verringern zu wollen. Während ihrer Ermittlungen stößt Dóra auf ein düsteres Familiengeheimnis, das bis in die 1920er zurückgeht und sich mehr und mehr mit dem Fall verstrickt, was sie fast dazu bringt aufzugeben. Zum Glück ist Matthias Reich wieder mit von der Partie um Dóra zu unterstützen.
Fazit: Genau wie der erste Fall ist auch Das gefrorene Licht sehr intelligent entwickelt und hält den Leser bei permanent bei Laune. Yrsa Sigurðardóttir schafft es erneut, den Leser auf falsche Fährten zu locken und bis zur Lösung des Falles im Dunkeln tappen zu lassen, auch wenn sie in ihrem zweiten Buch auch die Sichtweise der möglichen Verdächtigen genauer darstellt als im Vorgänger. Erneut kreiert Sigurðardóttir durch das Gespann Dóra-Matthias einen besonderen Charme, wodurch Das gefrorene Licht eine sehr gelungene Fortsetzung ist und für jeden Rater eine wertvolle Erweiterung der Büchersammlung darstellt.
-
Hexerei und eine LeicheRezension vom 08.12.2011An der Universität Reykjavík wird die geschändete Leiche eines deutschen Studenten gefunden. Da die Polizei von einem Drogendelikt ausgeht, wird ein vermeintlicher Dealer inhaftiert. Die Eltern des Toten sind nicht überzeugt vom Ausgang des Falls und engagieren Dóra Guðmundsdóttir, Rechtsanwältin aus Reykjavík, geschiedene Mutter von zwei Kindern.. Zusammen mit Matthias Reich, einem Freund der Familie des Toten macht sich Dóra auf die Suche und stößt auf immer mehr Geheimnisse und Wirrungen. Was jedoch ganz klar zu sein scheint ist, dass der Mord mit einem Hexereikult und der Hexenverfolgung in Island des Mittelalters zu tun hat.
Fazit: Yrsa Sigurðardóttir entwickelt ihre Geschichte clever und gewitzt und schafft es immer wieder den Leser auf falsche Fährten zu locken, sodass man denkt der Lösung des Falles nah zu sein, nur um dann zu entdecken, dass man sich geirrt hat. Dabei besticht die Protagonistin Dóra durch ihre Authentizität, denn Yrsa Sigurðardóttir hat Dóra mit Humor, Sarkasmus und Scharfsinn, aber auch mit alltäglichen Problemen wie dem Erziehen eines pubertierenden Jungen und einer sechsjährigen Tochter ausgestattet hat. Das letzte Ritual ist ein Muss für jeden Rätsellöser. Daneben erhält man viele Informationen über die Zeit der Hexenjagd in Island. Kommen Sie auf die richtige Lösung?
Sehr clever geschrieben, mit einer tollen Hauptfigur und einem aufregenden Geheimnis. (Morgunblaðið)
Yrsa Sigurðardótti schreibt überaus spannende, vielschichtige und klug entwickelte Thriller, die selbst verwöhnte Kriminfans überzeugen werden. (dpa)
-
Hart. Brutal. Real.Rezension vom 08.12.2011Mexiko zwischen 1974 und Anfang der 1990er Jahre. Seit langem wird das Land vom Drogenkrieg zerrissen. Der US-Drogenfahnder Art Keller macht sich daran dem Drogenkartell in Mexiko und seinem Anführer Don Miguel das Handwerk zu legen und muss schon bald erkennen, dass dieses schmutzige Geschäft seine Krallen bereits tief in den USA sowie in Südamerika versenkt hat und von Intrigen, Verrat, Betrug sowie Mord geleitet wird, die unter keinen Umständen halt vor unschuldigen Zivilisten machen. Art Keller sieht mit sich einer aussichtslosen Situation und einem übermächtigen Gegner konfrontiert.
Fazit: Dass Don Winslows Tage der Toten den Buchpreis 2010 erhalten hat, spricht für sich selbst. Realistisch, düster und detailliert geschrieben ist dieses Buch jedoch keineswegs langweilig und bietet intern eine gelungene Abwechslung von sich rasant entwickelten Handlungssträngen und ruhigen Passagen, die die Spannung aufbauen. Auch Denkanstöße und sozialkritische Betrachtungen kommen nicht zu kurz.
Für jeden Fan von Action und Spannung ist dieses Buch mein persönlicher Tipp für Sie. Und wenn Sie es gerne ein wenig blutiger mögen, greifen Sie zu. Zart besaitete Leser sollten sich an einigen Stellen die Augen zuhalten. Um es in den Worten des irischen Kriminalromanautors Ken Bruen zu sagen: Vom ersten, herzzerreißenden Satz an war ich süchtig nach diesem Buch.
-
Gefährliches SpielRezension vom 08.12.2011Stellen Sie sich vor, Sie spielen ein Computerspiel mit unglaublich realistischer Grafik und das Sie unglaublich fasziniert, ja regelrecht süchtig macht. Und nun stellen Sie sich weiter vor, dass dieses Spiel Ihnen Aufträge erteilt sowohl im Spiel als auch in der Realität. Dieses Spiel ist jedoch außergewöhnlich. Es weiß, ob Sie die Aufträge erfüllen oder nicht und es weiß, ob Sie Fragen stellen.
Genau dies passiert dem sechzehnjährigen Nick aus London. Er gerät immer tiefer in den Sog des Spiels und merkt schon bald, dass das Spiel auch sein Leben zu kontrollieren droht. Als er aus dem Spiel fliegt, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn das eigentliche Ziel des Spiels ist es zu töten. Sein Name ist Erebos!
Fazit: Mit Erebos hat Ursula Poznanski einen kurzweiligen Thriller für Jugendliche aber auch für Erwachsene erschaffen, der, zu einem bestimmten Ausmaß, auf die Gefahren des heutzutage verstärkten Computerspielkonsums aufmerksam macht. Erebos ist flüssig und leicht zu lesen, ohne dabei jedoch platt daherzukommen und eignet sich wunderbar als Geschenk oder Mitbringsel für Jugendliche, aber auch für Junggebliebene.













