Rezensent im Portrait
Eine Kundin / Ein Kunde aus Engelsberg
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Hat das mit dem demokratischen Aufbruch nicht geklappt?Rezension vom 11.11.2011Zur Handlung:
Die Chefin einer westlichen Industrienation verliert unter unglücklichen Umständen ihr Gedächtnis. Zunächst entwickelt sich das Ganze katastrophal, hat die Chefin doch keine Ahnung davon, wie man richtig regiert. Außerdem kann sie vorübergehend weder lesen noch schreiben. Was also tun? Erstmal wird ein russischer Therapeut versuchen, ihr mithilfe von Pfirsichen und Eislaufen auf die Sprünge zu helfen. Gleichzeitig muss der Führungsapparat der Nation versuchen, seine Macht zu erhalten. Die kommen dabei auf wirklich skurrile Ideen. In in der Zwischenzeit aber regiert die Chefin drauf los. Mit Charme und Bürgernähe punktet sie beim Volk, die Opposition aber nutzt jeden Patzer, um ihr zu schaden. Wie sie sich dabei schlagen wird?
Zum Cover/Klappentext/Gestaltung/Gliederung
Das Cover weist auf ein humorvolles Buch hin und macht Lust auf´s Lesen. Es ist freundlich gestaltet und zeigt eine Frau auf einer Art zugefrorenem Brunnen. Der Klappentext sagt über die Handlung für meine Begriffe etwas zu wenig aus, jedoch klären sich offene Fragen nach ein paar Seiten Lektüre von selber. Das Buch ist in Einzelkapitel von unterschiedlicher Länge, jeoch meist von ca. 12 Seiten Umfang gegliedert.
Zum Schreibstil/Darstellung der Handlung/Protagonisten
Das Buch ist flüssig geschrieben und lässt einen leicht mitdenken. Leider ist die Handlung an mancher Stelle etwas unzureichend erklärt. Mir fehlt ebenfalls eine genauere persönliche Beschreibung der Charaktere, beispielsweise in der Lebensgeschichte der Chefin. Zeitweise vermisst man im Schreibstil der Autorin Emotionen. Die Handlung ist nicht immer klar erkennbar, einzelne Perspektivenwechsel verwirren den Leser. Trotzdem ist das Buch eine nette Idee. Erwähnenswert ist auch die starke Realitätsnähe zur tatsächlichen Situation Deutschlands. Auch die witzige Art und Weise, mit der die Chefin regiert, animiert zum Weiterlesen. Im Ganzen gesehen kann man aber nicht mehr als drei Sterne auf das Buch vergeben.
Fazit: Nette Idee, aber leider teilweise unzureichende Umsetzung. Die Meinung anderer Leser, sie hätten es nach der Hälfte weglegen müssen, kann ich aber trotzdem nicht teilen. -
Voller EmotionRezension vom 11.11.2011Zum Inhalt
Durch einen tragischen Unfall hat Claire ihr Baby verloren und stürzt in eine tiefe Krise. Ihre Beziehung zu ihrem Ehemann Rob ist am Bröckeln. Da fallen ihr plötzlich die Briefe in die Hand, die eine gewisse Daisy an Elizabeth, eine kürzlich verstorbene Verwandte von Rob, geschrieben hat. Durch das Lesen dieser Briefe und das Besuchen der Kunstgalerie jeden Monat versucht Claire ihren Schicksalsschlag zu verarbeiten. In einem verwobenen Netz aus Beziehungen, Trauer und Kunst folgt Claire dem Lebensweg von Daisy nach und bekommt immer mehr Informationen über sie. Wie wird sich Claires Leben entwickeln?
Zum Cover/Klappentext/Gestaltung/Gliederung
Das Cover stimmt bereits auf die traurige Atmosphäre des Buches ein. Es zeigt eine Frau, die eine Naturlandschaft betrachtet. Im Hintergrund einige Züge Londons. Der Klappentext informiert ausreichend, aber nicht zu viel über die Handlung. Das Buch ist ein Einzelkapitel gegliedert und sind nach dem Gemälde des Monats benannt.
Zum Schreibstil/Darstellung/Protagonisten
Das Buch ist flüssig verfasst und mit unglaublich vielen Emotionen gespickt. Die Gefühle von Claire sind überaus detailliert dargestellt und lassen einen nicht mehr los. Die Zusammenhänge des Handlungsstrangs sind durchgehend klar erklärt. Das realitätsnahe Buch beschreibt die Achterbahn der Gefühle, in der sich eine Frau befindet, die einen solchen Schicksalsschlag einer Fehlgeburt verarbeiten muss. Auf hervorhebenswerte Weise fesselt Macpherson den Leser und vermittelt Gefühle, die teilweise sehr tief gehen. Auf jeden Fall fünf Sterne wert.
Fazit: Tolle Idee, schwieriges Thema, aber ausgezeichnet dargestellt -
Gelungener historischer RomanRezension vom 11.11.2011Wir schreiben das 13.Jahrhundert: Die Christen und die Muslime streiten sich um die Giralda, einen gewaltigen Turm in Sevilla. Ein Schachturnier soll darüber entscheiden, wer über den Turm entscheiden darf. Das letzte Spiel des Turniers steht aber 500 Jahre danach immer noch aus. Die Geschichte, die über viele Generationen hinweggeht, beschreibt das Leben einer Familie im früheren Sevilla. Die liebenswerten Protagonisten halten zusammen, doch auch Betrug und Intrige bleiben nicht aus. Wer wird das allerletzte Spiel gewinnen?
Zunächst zum Buchcover. Es ist geheimnisvoll gestaltet und birgt zudem eine Karte Sevillas zur damaligen Zeit. Eine tolle Idee, mit der sich das Buch den ersten Stern verdient. Auch der Klappentext ist gelungen. Er macht neugierig auf das Geschehen und verrät noch nicht zu viel vom Inhalt.
Den zweiten Stern verdient sich das Buch für seine überaus sympatischen Charaktere. Leider sind deren spanische Namen zunächst noch etwas gewöhnungsbedürftig und kompliziert.
Der dritte Stern wird für den natürlichen, authentischen Schreibstil und den logischen Aufbau des Buches vergeben. Das Buch liest sich immer flüssig, ein roter Faden durch die Handlung findet sich durchgehend.
Seinen vierten Stern bekommt die Geschichte für die geniale Idee der Handlung. Der fehlende fünfte Stern rechtfertigt sich daraus, dass das Buch zeitweise recht langatmig geschrieben ist. Das exzellente Gesamtpaket tröstet aber darüber hinweg und so schließe ich mit der Empfehlung an alle Leseratten, das Buch unbedingt zu lesen. -
Rundum gelungenRezension vom 11.11.2011England im 14.Jahrhundert. Ein Astrologe hat den Untergang von Königin Elisabeth I. vorausgesagt, solte sie es nicht schaffen, die "Knochen ihres Ahnherrn" zu finden. Dabei handelt es sich natürlich um die Leiche von König Artus. Zur selben Zeit geht das Gerücht um, dass in Glastonbury, dem früheren Avalon, das Grab von Artus entdeckt worden. Elisabeth zögert nicht lange und schickt den Wissenschaftler Dr. John Dee los, um die Gebeine des König Artus zu finden. Dort angekommen verliebt sich Dee bald in die Tochter des ortsansässigen Apothekers. Diese wird aber beschuldigt, eine Hexe zu sein und einen Menschen umgebracht zu haben. Wird es Dee gelingen, seine Geliebte vor dem Scheiterhaufen zu bewahren? Und wird er die Gebeine von Avalon, das in Glastonbury gelegene Grab von König Artus finden?
Das Buch ist in viele Kapitel gegliedert und gut nachvollziehbar aufgebaut. Die spannende Handlung ist gespickt mit interessanten Details aus der damaligen Zeit, viele Figuren entstammen der Realität. Das Buch ist interessant für jede Zielgruppe von Lesern. Mit seinem altertümlichen Schreibstil verleiht er dem Roman den letzten Schliff. Allerdings übertreibt er nicht und es fällt nicht schwer, dauerhaft der Handlung zu folgen. Die Figur des John Dee steht sehr im Mittelpunkt, wodurch die übrigen Protagonisten teils sogar etwas zu kurz kommen.
Mit "Die Gebeine von Avalon" veröffentlicht Phil Rickman ein durchweg gelungenes Buch, das wieder einmal zeigt, dass Geschichte nicht nur langweilig und öde ist, sondern auch Spannung und Abenteuer dahintersteckt, wenn man sich auf das Buch einlässt. Im Ganzen ein toller historischer Roman! -
Etwas ganz besonderesRezension vom 18.09.2011Jack und seine Ma leben im Raum. Da gibt es Stuhlschaukel, Becken, Fernseher, Bett, Teppich. Aber ein Baum ist nicht in echt. Ein Baum ist Fernseher. Glaubt Jack. Denn die wirkliche Welt hat der Kleine noch nie gesehen. Bis ihm seine Ma eröffnet, dass es noch eine weite Welt da draußen gibt. Daraufhin wagen die beiden die Flucht. Sich in der neuen Welt zurechtzufinden, ist besonders für Jack sehr schwierig.
Das erschütternde und atemberaubende Buch ist etwas, was mir noch nie vorher untergekommen ist. Nach und nach wird klar, in welcher Situation sich die beiden befinden und man leidet richtig mit. Unterstützt wird dies durch die Erzählform des Buches - nämlich aus der naiven Sicht von Jack. Für ihn ist es ganz normal, hier zu sein und er kann es gar nicht glauben, dass es da draußen noch eine Welt gibt. Das Buch ist extrem detailliert und realitätsnah, authentisch und spannend, aufregend und interessant geschrieben. Eine unglaubliche Geschichte, die einen immer mitreißt. Wut, Mitleid, Trauer und Freude. Gefühle, die Donoghue perfekt vermittelt und einen immer zum Weiterlesen animiert. So etwas muss man einfach gelesen haben, das ist einmalig, umwerfend und gehört einfach in jeden Bücherschrank. Dem Zitat auf dem Buchrücken von Audrey Niffenegger: "Wenn du Raum gelesen hast, mag die Welt noch so sein wie sie ist. Aber du selbst hast dich verändert." kann man nur zustimmen. Man sieht die Welt mit anderen Augen und ist viel sensibler für die kleinen Details, die einem Tag für Tag begegnen. Könnte ich, würde ich dem Buch 10 Sterne oder mehr geben. Einfach hervorragend!
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NichtschwimmerRezension vom 18.09.2011Nichtschwimmer basiert auf einer wahren Geschichte. Sicherlich gibt es viele Männer, die unter genau diesem Problem leiden. So auch Felix. Er und seine Frau Sonja hätten so gern ein Kind. Doch das Schicksal will anders. Felix´ Spermien taugen zu nichts. Und da er das auch nicht einfach so auf sich sitzen lässt, beginnt eine abenteuerliche "Versuchsreihe" mit Zink, Fruchtbarkeitsgötzen, Bio-Essen und viel mehr. Und dann stellt sich heraus, dass Felix nicht der einzige mit diesem Problem ist. Wird es dennoch mit dem Kind klappen - irgendwann?
Das sehr witzige Buch spricht ein Thema an, unter dem viele Männer leiden. Doch auf humorvolle Art und Weise schafft es der Autor, die Gedanken eines solchen Mannes fühlbar zu machen. Was in einem solchen Kopf vorgeht, kann man sich als Außenstehender wohl nur schwer vorstellen. Schachtelsätze oder Fachausdrücke sind nur selten enthalten. Viel mehr hält sich der Autor an die normale Umgangssprache eines 33-jährigen Mannes. Oftmals muss man schmunzeln. Leider ist das Buch in der Mitte etwas zäh, trotzdem ist es bis zum Ende interessant, möchte der Leser doch erfahren, ob es Sonja gelingt, schwanger zu werden. Ein wirklich empfehlenswerter Roman, der besonders durch seinen realitätsnahen Schreibstil und humorvolle Ironie überzeugt.
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Wirklich schneller als der Tod?Rezension vom 16.09.2011Pietro ist dank eines Zeugenschutzprogramms Assistenzarzt in einer Klinik. Früher war er bei der Mafia, jetzt fühlt er sich auf der richtigen Seite. Doch alte Gewohnheiten lassen sich eben nicht so leicht abschütteln und ein unprofessioneller Räuber wird von ihm schon mal gerne in seine Einzelteile zerlegt. Zumindest bringt er ihn noch ins Krankenhaus.
Doch dann macht ihm jemand einen Strich durch die Rechnung: Ein alter Mafia-Bekannter wird auf seiner Station eingeliefert. Und sollte er sterben - wird Pietro es auch. Ist er schneller als der Tod?
Mit seiner frechen und sarkastischen Schreibweise kann man sich gut in Pietro - und somit in das Leben eines Serienkillers - hineindenken. Leider hat das Buch wenig Handlung, sprich: Das Buch ist dominiert von Berichten aus seiner Vergangenheit, das Geschehen an sich wird bedauernswerter Weise in den Hintergrund gedrängt. Ein Buch, das ich zwar witzig finde. Auch die Idee an sich ist gut. Weiterempfehlen würde ich es aber nicht unbedingt.
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Stellenweise unrealistischRezension vom 13.09.2011Professor Wasserman hat eine künstliche Intelligenz erschaffen, um die Geheimnisse des Lebens zu erforschen. Doch, Archos, so wird das Programm genannt, ist intelligenter als man denkt. Schon bald häufen sich die Zwischenfälle, denn der außer Kontrolle geratene Super-Roboter hat sich in alle computergesteuerten Maschinen eingeschleust. Und die rebellieren jetzt gegen die Menschen. Autos, Haushaltsroboter, ja sogar Aufzüge bringen Menschen um. Nur wenige schaffen es, sich zu schützen. Doch vom ersten Schock erholt rüsten die Menschen zum Gegenangriff auf. Schon bald ist klar, es wird schwierig, es mit Archos aufzunehmen, es ist aber nicht unmöglich.
Gegliedert ist das Buch in 5 Kapitel mit 34 Unterkapiteln. In den Unterkapiteln werden jeweils die gleichen Protagonisten behandelt, diese kommen jeweils einmal in jedem der fünf Kapitel vor. Alle Handelnden werden zu wichtigen Personen der Widerstandsbewegung gegen die Roboter. Das Buchcover passt perfekt zum Inhalt, man kann den Inhalt schon erahnen. Hervorhebenswert sind die abgerundeten Ecken des Buches, die eine nette Idee sind. Man findet sich schnell in der Handlung zurecht und kommt gut mit, denn der Schreibstil des Autors ist einfach und flüssig, die Charaktere sind detailliert und realitätsnah beschrieben. Die außergewöhnliche Erzählform ist ebenfalls erwähnenswert. So stützt sich der Erzähler, Cormac Wallace, stets auf Kameraaufzeichnungen, Tonbandaufnahmen und anderen Aussagen, ist aber nur an einem Handlungsort aktiv an der Handlung beteiligt. Die Geschichte ist logisch aufgebaut, hat aber aufgrund der verschiedenen Spielorte nicht wirklich einen roten Faden. Hierfür gibt es zu viele Einzelhandlungen. Das Buch ist immer spannend und aufwühlend. Leider ist das Buch an sich oft selbst für einen Fantasy-Roman zu weit weg, um durchgehend authentisch zu wirken. Auch ist es für Nicht-Fantasy-Freaks wohl eher nicht geeignet.
Ein für mich persönlich sehr fesselndes Buch, das ich nur weiterempfehlen kann.
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Nette Unterhaltung mit Christine und PapaRezension vom 30.08.2011Da das Buch "Kein Wort zu Papa" schon das vierte Buch von Dora Heldt ist, steckte ich meine Erwartungen nicht allzu hoch, da viele Bücher um die gleichen Charaktere oftmals langweilig werden. Mit "Kein Wort zu Papa" erschien aber ein weiteres hervorragendes Buch.
Die Ausgangssituation ist, dass Christine von ihrer Freundin Marleen gebeten wird, auf deren Pension auf Norderney auszuhelfen, da sie mit ihrem Freund, von dem aber keiner wissen sollte, in Dubai feststeckt.
Die Geschichte entwickelt sich äußerst amüsant, da der Aufenthalt doch länger ist als geplant. Und dann tauchen auch noch Christines Eltern auf der Insel auf und stellen den Pensionsalltag zusammen mit Freund Kalli, der auch auf Norderney wohnt, so richtig auf den Kopf.
Außerdem taucht dann auch noch Christines Jugendliebe auf und wirft sie in ein Wechselbad der Gefühle.
Obwohl das Buch viele Handlungen rund um den Pensionsalltag enthält, ist es immer verständlich und es kommt nie Langeweile auf.
Sehr empfehlenswert!
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Könnte nicht spannender sein!Rezension vom 30.08.2011Schon die ersten Seiten des Buches sind nichts für schwache Nerven. Auch die drei Morde, die im Laufe des Buches passieren, könnten grausamer und brutaler nicht sein.
Der Täter, der "der Vollstrecker" genannt wird, spielt mit den Ängsten seiner Opfer und fügt ihnen unvorstellbare Qualen zu. So finden die Ermittler beispielsweise einen Mann, in dessen Körper 250 Spritzen mit seinem Eigenblut stecken. Gänsehaut pur!
Das Buch ist keine Sekunde langweilig und spinnt einen logisch nachvollziehbaren roten Faden bis zum Ende der Geschichte.
Spannung pur! Auf jeden Fall zu empfehlen!

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