BuchhändlerInnen im Portrait

aus Baden

Gesamte Rezensionen
15 (ansehen)
Über mich
bin sehr wissbegierig und interessiert.
Alter
23 Jahre
Lieblingsautoren
Carlos Ruiz Zafon, Jostein Gaarder, Irvin D. Yalom, usw.
An meinem Beruf gefällt mir
Ich hab mein Hobby zu meinem Beruf gemacht!
Im Beruf seit
07/09
Das beste Buch aller Zeiten
gemeine Frage ;)
Zu meiner Buchhandlung Zu den Top 100: BuchhändlerInnen

Meine Rezensionen

  • Die Elenden von Lódz
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    Kampf
    Rezension vom 24.02.2012
    Dieser dokumentarischer Roman bietet einen nüchternen Einblick in das Gettoleben von Lódz.
    Viele setzen ihre ganze Hoffnung in den Judenältesten, Chaim Rumkowiski. Den ganzen Roman über fragt man sich, ob er wirklich nur das Beste für sein Volk möchte oder im Endeffekt rein aus eigennützigen Motiven handelt. Menschen werden auf seine Anweisungen hin deportiert, Essensrationen gekürzt und die Arbeitszeiten verlängert. Das Leben erweist sich als einziger Kampf - anscheinend gegen einen aus den eigenen Reihen.

    Ein trockener Schreibstil verschafft einer einen anderen Blick auf die Geschichte und das Leiden der Juden im 2. Weltkrieg.
  • "Das Leben könnte gut sein"
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    verloren
    Rezension vom 22.02.2012
    Wo und wie fängt man an? Eine kurze Zusammenfassung ihres Lebens? (Sofern das überhaupt möglich ist...) Eine Beschreibung ihrer außergewöhnlichen Person? Ihren malerischen Schreibstil und ihre Gabe, einen weitumfassenden Gedanken mit einem kurzen Satz auf den Punkt zu bringen? Dass sie gemalt, geschrieben und gedichtet hat?
    Mit der Bestürtzung die man nach der letzten Seite empfindet, wenn Ruths Tagebuch aprupt endet?
    Ich weiß es nicht..

    Ich weiß nur, dass ich durch dieses Buch einen Menschen kennen und schätzen gelernt habe und ihre Erzählungen in meiner Erinnerung bleiben werden, als hätte sie mir eine Freundin erzählt..
  • Fegefeuer
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    Roh
    Rezension vom 20.01.2012
    Es werden die Leben zweier, wie es anfangs scheint, von Grund auf verschiedenen Frauen beschrieben. Aliide und Zara, die zuerst den Eindruck haben, als kämen sie aus verschiedenen Welten und mit der Zeit draufkommen, dass sie sich ähnlicher sind und näher stehen, als sie dachten.
    Es ist eine bewegende Geschichte, die zum Großteil in einem Bauernhaus in Estland spielt. Aliide Trus Elternhaus. Das Haus, in dem sie sich in Hans verliebte, ihrer Schwester eifersüchtige Blicke zuwarf und letztendlich ihre Familie verriet, als die Russen das Land besetzten. Und trotz schockierender Taten, die sie beging, verspürt man beim lesen immer noch etwas Mitleid, etwas Verständnis, etwas Trauer.
    Zaras Schicksal schnürt einer oft die Kehle zu, man kann ihre Angst und Verzweiflung so deutlich spüren, wenn sie in dem kleinen Raum einer schäbigen Wohnung auf den nächsten "Kunden" wartet. Während sie auf der zerschlissenen Matratze auf dem Boden liegt und eine Zigarette raucht, gehen ihr Fragen durch den Kopf wie: "wird er mir weh tun?" "werden sie mir helfen, wenn sie mich schreien hören?" "werden sie mich irgendwann gehen lassen?"

    Zwei bewegende Schicksale, die sich ergänzen und zu einer skurilen Familiengeschichte verwachsen.

  • Fische füttern
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    Kaff
    Rezension vom 20.01.2012
    Fiorenzo lebt in einem kleinen Dorf namens Muglione in Italien. Er geht in die Schule - besser gesagt, er sollte in die Schule gehen -, er fischt für sein Leben gern und singt in der härtesten Metal Band der Welt. Er würde gerne auch Gitarre spielen, nur leider hat er sich vor ein paar Jahren seine rechte Hand mit einem Böller weggesprengt, als er und seine Freunde dieses riesige Ungetüm im Kanal erledigen wollten.
    Seitdem kann er auch nicht mehr bei Radrennen mitfahren, wodurch sich sein Vater bzw. Trainer von ihm distanziert und einem anderen Jungen seine volle Aufmerksamkeit schenkt; dem "kleinen Champion". Er ist 15 Jahre alt und fährt ohne Anstrengung die härtesten Touren.
    Tja, das Leben könnte schlechter sein - besser auf keinen Fall, das ist in diesem Kaff gar nicht möglich.
    Und trotzdem gelingt es Fiorenzo irgendwie doch, wahre Freundschaft kennenzulernen, sich zu verlieben und einzusehen, dass auch ein harter Rocker ein großes Herz haben darf. (Zusagebn muss man es ja nicht..!)

    Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen! Toller Schreibstil; sehr witzig und pointiert.
    Hat mich oft zum Lächeln gebracht.
  • Grau
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    Bunt
    Rezension vom 14.10.2011
    Eddie führt uns durch seine Welt in unserer Zukunft. Vieles darin ist nicht mehr wiederzuerkennen. Das Wichtigste für die Menschen ist die Chromatologie, die Lehre der Farbe. Jeder hat eine gewisse Farbwahrnehmung die besagt, in welcher gesellschaftlichen Schicht man sich befindet. Natürlich dürfen Graue ihr Wort nicht gegen Rote, Orangene und schon gar nicht gegen Purpurne erheben. Doch genau das macht Jane tagtäglich. Trotzdem sie Eddie regelmäßig mit dem Tod droht, verliebt er sich in sie und fängt an, das System zu hinterfragen..

    Ein sehr interessantes Buch! Leider hat es bei mir etwas gedauert, bis ich in die Geschichte richtig eintauchen konnte.. doch letztendlich war es wirlich witzig, spannend und sehr zweideutig!
  • Raum
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    Irre.
    Rezension vom 02.09.2011
    Ma und Jack in Raum.

    Die ganze Welt, zusammengeschrumpft auf 12 m², beschrieben von einem 5 jährigen Jungen. Es ist ergreifend, wie viel Liebe er jedem einzelnen Gegenstand in Raum schenkt, darauf bedacht, dass sich alle wohl fühlen; selbst die kleine Spinne in ihrem Netz unter dem Tisch.
    Seine Mutter gibt ihr Bestes um Jack eine annehmbare Kindheit zu gestalten; sie haben viele verschiedene Spielchen um sich abzulenken und geistig wie auch körperlich fit zu bleiben.
    Jack gefällt es, wie sie leben; er mag seine Ma, die Fernsehsendung mit Dora, er mag die Pflanze am Tisch und ihre Badewanne. Er mag es, mit Ma ein Mittagsschläfchen zu machen, wenn er was von ihr bekommt und sie zusammen in ihren Büchern lesen. Nur Nachts, wenn er versteckt im Schrank liegen muss, es >piep piep piep< macht und sich die schwere Tür öffnet - das mag Jack gar nicht. Denn das bedeutet, Old Nick ist da und wird Ma wieder weh tun.

    Ein tolles, herzzerreissendes Buch mit zwei liebenswürdigen Hauptfiguren, die mit aller Kraft versuchen, ihre Welt aufrecht zu erhalten - oder neu aufzubauen.
  • Das Mädchen
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    Hart.
    Rezension vom 26.08.2011
    Bei diesem Roman ist man der Protagonistin ganz nahe. Man steht dicht hinter ihr, wenn sie vor Schrecken erstarrt in der Wohnung steht und angstvoll ihre Mutter ansieht; man spürt die Wucht der Schläge, die sie von jener über sich ergehen lassen muss; man sieht ihre Tränen im fahlen Licht des dunklen Zimmers glänzend die Wangen herabperlen, als sie alleine eingesperrt wird; man schaut ihrer Mutter auch verächtlich über des Mädchens Schulter in die Augen und versucht ihrem Blick standzuhalten.

    Dieser Roman ist sehr hart, brutal und prägnant geschrieben. Für meinen Geschmack jedoch etwas zu kurzatmig.
    Ich hätte mir gewünscht, dass manche Szenen nicht aprupt aufhören sondern genauer beschrieben und ausgereizt werden; dass bestimmte Handlungen oder Aussagen nicht einfach in der Luft hängen bleiben und das nächste Kapitel beginnt - quasi ohne mit der Wimper zu zucken.
    Natürlich ist das einfach ein spezieller Schreibstil, den ich auch auf gar keinen Fall schlecht machen möchte - ich weiß, dass viele Leser_innen ihn sehr gerne haben!
    Eigentlich bin ich sehr offen und finde schnell in die Sprache eines Buches; bei diesem hab ich mir eben dann aber doch immer wieder gedacht, ich hätte eine bestimmte Situation gerne genauer erzählt bekommen.

  • Ein Sommer aus Stahl
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    Eine ergreifende Geschichte über den triesten Alltag in Piombino
    Rezension vom 17.08.2011
    Dieser Roman über eine sehr tiefe Freundschaft der 13-jährigen Mädchen Anna und Francesca ist wahnsinnig spannend, ergreifend, witzig und etwas verstörend.

    Ihr etwas triester Alltag, und der vieler anderer, im Küstenort Piombino wird sehr genau und aus verschiedenen Blickwinkeln beschrieben. Gemeinsam versuchen sie diesem zu entfliehen und schaffen es in manchen Momenten auch.

    Doch als Anna eine Beziehung mit Mattia eingeht fühlt sich Francesca von ihr verraten und verstoßen.

    Das Abkapseln Francescas, das schlechte Gewissen Annas und die vielen anderen Individuen die in der Geschichte vorkommen und sie prägen sind oft malerisch, oft brutal skizziert und verleiten zum träumen wie auch zum luft anhalten und geschockt weiterlesen!

    Ein sehr tolles Buch! Alle Daumen hoch! :)
  • Viva la Poesia, m. Audio-CD
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    3 besondere Künstler vereint
    Rezension vom 12.08.2011
    Viva la Poesia - dieses Buch/CD begleitete mich durch meine späte Kindheit und gesamte Jugend - bis heute ist es für mich etwas ganze besonderes, mich damit auseinanderzusetzen. Nick Cave und Falco haben mich gelockt; Allen Ginsberg hab ich durch sie kennen und lieben gelernt.

    Dieses Buch erählt vieles über jeden einzelnen der 3 Künstler, zeigt viele Bilder udn Fotos, lässt andere Menschen (wie zB Falcos Student_innen der Schule für Dichtung) über sie sprechen und schmunzelnd erinnern.
    Eine Studentin erzählt unter anderem von Falcos Spock-Ohren.

    Die beiligende CD rundet das ganze wunderbar ab; es sind von jedem Künstler 2-3 eigene, aber auch gemeinsam arrangierte und neu interpretierte Lieder oben.
    Wie zB Nick Caves wunderschönes 'into my arms', von Falco ein Remix seines Anrufbeantworters #!# und von Allen Ginsberg 'do the meditation rock".

    Dies ist einer der CDs, an denen ich mich nie satthören werde..