Rezensent im Portrait
aus St. Johann im Pongau
- Gesamte Rezensionen
- 9 (ansehen)
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HimmelstalRezension vom 15.04.2012In diesem Psychothriller von Marie Hermanson wird die Geschichte von Daniel und Max erzählt, Zwillingsbrüdern, die in frühester Kindheit getrennt wurden und deren Familien sich nur einmal jährlich getroffen haben. Nun erwachsen, sie haben nur noch gelegntlich Kontakt miteinander, bittet Max seinen Bruder Daniel, ihn in der Reha-Klinik Himmelstal zu besuchen. Daniel ist begeistert von diesem Ort, an dem sich wohlhabende Patienten von ihren seelischen Leiden heilen lassen können. Er gibt der Bitte seines Bruders nach und sie tauschen ihre Identität. Max verlässt Himmelstal, Daniel bleibt als Patient zurück! Mit Entsetzen erkennt Daniel, dass in Himmelstal Psychopathen aus aller Welt "behandelt und verwahrt" werden.
Daniels Erlebnisse in Himmelstal werden außerordentlich spannend erzählt.Seine Ängste und Befürchtungen, sein Mißtrauen und sein Hoffen auf eine Wendung haben mich bis zum Schluß gefesselt! Ein Krimi, der auch für zarter besaitete Freunde von Psychthrillern geeignet ist. -
DshamiljaRezension vom 15.02.2012Dshamilja gilt als die schönste Liebesgeschichte der Welt. 1958 als Diplomarbeit des kirgisischen Schriftstellers Tschingis Aitmatow entstanden, vermag sie mit ihren unglaublichen Sprachbildern immer noch zu begeistern.
Said, ein junger Bursche, erzählt uns die Geschichte seiner Schwägerin Dshamilja und deren Liebe zu Danijar.
Ein vom Krieg gezeichneter Soldat, Danijar, kehrt in sein Heimatdorf zurück. Er ist schwermütig, verschlossen ein Außenseiter, gemieden von den Bewohnern des Dorfes. Dshamilja , deren Mann an der Front kämpft, ist arbeitsam, fröhlich und schön, wird geliebt und verehrt. Danijars Liebe zu Dshamilja wird für Said offenkundig, als dieser auf der Heimfahrt von der täglich gemeinsam verrichteten Arbeit zu singen beginnt. Said schreibt: ..diese Liebe erfüllte ihn ganz, sie klang aus seinen Liedern, sie war sein Leben.
Dshamilja bricht mit der fest verwurzelten Tradition und gesteht Danijar ihre Liebe. Gemeinsam fliehen sie aus dem kirgisischen Dorf.
Vielleicht ist es die schönste Liebesgeschichte der Welt, dies vermag ich nicht zu beurteilen jedenfalls hat mich Aitmatow mit seinen Beschreibungen der Steppenlandschaft, den Schilderungen des alltäglichen Lebens in der Kolchose und der aufkeimenden Liebe, begeistert!
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SüdenRezension vom 31.01.2012Manche Menschen werden erst durch ihr Verschwinden sichtbar - Friedrich Ani lässt in seinem Roman Süden, Tabor Süden, den äußerst sensiblen, einfühlsamen Ermittler, diesen Satz aussprechen.
Tabor Süden kehrt nach München zurück, um seinen Vater zu suchen. Dieser ist vor 35 Jahren spurlos verschwunden und hat sich plötzlich bei dem ehemaligen Polizisten gemeldet! Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen arbeitet Süden fortan bei einer Detektei. Er wird mit der Suche nach einem Wirt beauftragt, der seit zwei Jahren spurlos verschwunden ist. Dessen Frau will das plötzliche Verschwinden ihres Mannes nicht hinnehmen. Scheinbar belanglose Begebenheiten und Hinweise bringen Süden auf eine konkrete Spur voll Vertrauen auf seine Intuition begibt er sich auf eine weitere Suche..!
Friedrich Ani lässt uns teilhaben an den Ängsten, Sehnsüchten, Hoffnungen und Enttäuschungen des Ermittlers und der anderen Charaktere. Ihre Lebenspläne und Aufgaben fesseln unsere Aufmerksamkeit und verlangen mitunter nach Menschlichkeit und Toleranz.
Auch NICHT-KRIMI-LESERN kann ich diesen Roman empfehlen!
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Fast genialRezension vom 29.11.2011Fast genial!
Benedict Wells erzählt uns in seinem dritten Roman die wahre Geschichte des Francis Dean, der sich auf die Suche nach seinem Vater begibt. Francis ist 18 Jahre alt, Außenseiter, lebt in sehr schwierigen sozialen Verhältnissen. Eines Tages erfährt er, dass seine Mutter an einem wissenschaftlichen Experiment teilgenommen hat: ER ist das Ergebnis und sein Vater ist kein Versager, sondern ein anerkannter Wissenschaftler. Fortan ist sein ganzes Denken und Handeln auf jenen Tag ausgerichtet, an dem er seinen Vater finden wird !
Ein großartiges Buch, das man nur ungern zur Seite legt, mit einem atemberaubenden Ende!
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JachymovRezension vom 24.10.2011In seinem Roman Jachymov lässt Josef Haslinger die Tochter des legendären Torwartes der tschechischen Eishockeynationalmannschaft die tragische Lebensgeschichte ihres Vaters erzählen .Sie begegnet in Jachymov, einer tschechischen Kleinstadt, dem Verleger Anselm Findeis. Dieser soll sich im Heilbad einer mehrwöchigen Kur unterziehen und lernt dort eine Tänzerin kennen, die die Uranminen besuchen will. In berührenden Worten schildert sie dem Verleger das grausame Schicksal des liebevollen Familienvaters und großartigen Sportlers Bohymil Modry, der die letzten Jahre seiner Gefangenschaft in den Uranminen von Jachymov Zwangsarbeit verrichten musste. Dieser großartige Roman hat mich zu tiefst beeindruckt! -
Schneewittchen ...Rezension vom 28.09.2011Tobias Sartorius wird nach zehn Jahren aus der Haft entlassen.Die Ehe seiner Eltern ist inzwischen zerbrochen, die Dorfgemeinschaft meidet ihn. Doch er kann sich noch immer nicht an die furchtbare Tat erinneren, die er begangen haben soll..und nun wird wieder ein junges Mädchen vermisst!
Nach und nach lernt man,durch die Arbeit der beiden Ermittler, die Dorfbewohner und ihre Geheimnisse kennen.
Für mich war dies der erste Krimi von Nele Neuhaus und ich habe ihn mit großem Vergnügen gelesen - weitere werden folgen! -
Die Besteigung der Eiger-Nordwand unter der Treppe!Rezension vom 19.08.2011Der Journalist Nikol Nanz findet bei seiner Heimkehr ein Paar fremde Männerschuhe Wohnungstüre. Völlig irritiert über diese ungewöhnliche Tatsache, lebt er doch mit seiner Freundin in absoluter Abgeschiedenheit, zieht er sich tagelang unter den Treppenabsatz zurück. vor Hier arbeitet er an seinem Artikel über die Besteigung der Eiger-Nordwand. Nebenbei kann er ungestört die Gewohnheiten der anderen Mitbewohner beobachten. Entdeckt wird er schließlich von Herrn Schmuskatz, gemeinsam wagen sie sich an die Besteigung des Treppenhauses !
Ein amüsanter und ungewöhnlicher Roman!
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Noch ein Tag und eine NachtRezension vom 19.08.2011Auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz begegnen sich Michela und Giacomo täglich, ohne jemals ein Wort miteinander gewechselt zu haben. Doch vor ihrer Abreise nach New York verabredet sich Michela mit Giacomo und erzählt ihm von ihrem geplanten Aufenthalt in Manhattan. Giacomo gelingt es Michela in New York zu finden und die Beiden erleben glückliche Tage, ohne den Blick auf eine gemeinsame Zukunft zu richten. Als Giacomo jedoch einen Tag früher als geplant abreisen muss, beschließen sie diesen einen Tag nachzuholen . . .
Fabio Volo lässt den Leser unmittelbar teilhaben am Glück, an der Nähe und Innigkeit der Beiden, aber auch an der Angst vor dem Verlust der großen Liebe!
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Der Sommer ohne MännerRezension vom 19.06.2011Nach Was ich liebte und Die zitternde Frau ist der amerikanischen Erfolgsautorin mit Der Sommer ohne Männer wiederum ein großartiger Roman gelungen.
Mia, die Protagonistin, wird nach 30 Jahren Ehe von ihrem Mann verlassen er braucht eine Pause. Geheilt von einer schweren psychotischen Störung hervorgerufen durch diesen Schock beginnt sie ihre Lebensgeschichte zu analysieren. Sie zieht in ihre Heimatstadt, unterstützt ihre Mutter und deren Freundinnen im Alltag, gibt Lyrikkurse für Teenager und hilft ihrer Tochter bei den ersten Schritten ins Erwachsenenleben! Lebenslust und Freude kehren langsam zurück und sie kann ein unabhängiges Leben beginnen.
Mit großer Freude habe ich dieses phantastische Buch gelesen humorvoll, und doch mit großer Ernsthaftigkeit, schreibt Siri Hustvedt über Frauen, Beziehungen, Familie, Alter und Ehe.












