Rezensent im Portrait

aus Oelsnitz /Erzgeb.

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Meine Rezensionen

  • Das bisschen Kuchen
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    Erste Sahne!
    Rezension vom 07.03.2013
    98 Kilo. Und das bei einer Größe von 1,64 Meter. Mächtig gewaltig! Die Anzeige ihrer Waage haut die Mittvierzigerin Niki beinahe um. Kein Wunder, dass ihr Ehemann Wolfgang angesichts dieser Wucht seine Aufmerksamkeit lieber einer jungen Tussi in Size Zero schenkt. Ausgerechnet kurz vor der Silberhochzeit erwischt Niki ihn beim Fremdgehen, diesen Schuft! Kurzentschlossen packt die korpulente Hausfrau ihre Sachen und checkt in einem sündhaft teuren Abnehm-Resort in der Schweiz ein. Dort lernt sie nicht nur die fatale Wirkung von Glaubersalz kennen, sondern auch liebenswürdige, wenn auch nicht weniger gewichtige Leidensgenossen – und schließlich sich selbst… Die Autorin Ellen Berg brennt in „Das bisschen Kuchen“ ein Gag-Feuerwerk nach dem anderen ab. Dialoge wie Kanonenschläge und wunderbar schräge Charaktere machen aus dem „K(ein) Diät-Roman“ ein Lesevergnügen, bei dem die Seiten nur so fliegen. Mit einem fröhlichen Augenzwinkern werden Jojo-Effekt und Fressorgien auf die Schippe genommen. Doch wer meint, Ellen Berg mache sich über die Abnehmwilligen lustig, der irrt. Sie beleuchtet den Diät-Wahn in einem wirklich liebevoll-humorigen Licht. Mit der wunderbaren Hauptfigur Niki leidet man förmlich mit bei Nulldiät und Liebeskummer. Ihre skurrile Freundin Walburga hingegen löst bei jedem ihrer Auftritte regelrechte Lachsalven beim Leser aus. Mit dem fantastischen Buch „Das bisschen Kuchen“ verhält es sich wie bei einer Tafel zartschmelzender Schokolade: Man kann einfach nicht aufhören! Mein Fazit: „Das bisschen Kuchen“ von Ellen Berg sind 285 Seiten praller Spaß!
  • Der himmlische Weihnachtshund
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    Eine heiße Tasse Kakao mit Sahnehäubchen zum Lesen
    Rezension vom 28.10.2012
    Der gutaussehende Playboy Michael Sahler, Juniorchef einer Hundefutterfabrik, entdeckt bei seiner morgendlichen Joggingrunde einen kleinen Labrador-Welpen - scheinbar ausgesetzt hockt das kleine Häufchen Elend in einer stinkenden Mülltonne. Er flitzt zur nächsten Tierarztpraxis und staunt nicht schlecht, als er in der Ärztin seine Kindergartenfreundin Fiona wiedererkennt. Über zwanzig Jahre lang haben sich beide nicht gesehen - und trotzdem knistert es gleich gewaltig zwischen ihnen. Allerdings steht Michael kurz vor der Verlobung mit Linda Kreuzbacher - eine Verbindung, die seine Eltern nur zu gern unterstützen. Aber schon nach kurzer Zeit stellt er fest, dass sein Herz für Fiona schlägt. Auch das kleine Labradormädchen, das inzwischen bei Michael wohnt und nicht unverdient den Namen "Keks" bekommen hat, mag Fiona sehr. Doch Linda Kreuzbacher ist keine Frau, die die lukrative Verbindung zu Michael Sahler einfach so in den Wind schlägt. Das riecht nach einer aufregenden Mission für "Keks". Ob es ihr gelingt, so kurz vor Weihnachten die durcheinandergewirbelten Gefühle der Zweibeiner in geordnete Bahnen zu lenken?

    Mit "Der himmlische Weihnachtshund" liefert Petra Schier einen warmherzigen und wunderbaren Roman ab, der richtig Lust auf das Fest der Liebe macht! Man fühlt sich beim Lesen einfach kuschelig-wohlig und richtig gut aufgehoben. Der kurzweilige, humorige und äußerst liebevoll geschriebene Roman ist der ultimative Geschenk-Tipp für alle Hundefreunde. Die Autorin schreibt darin so bildhaft, dass das Buch geradezu danach schreit, verfilmt zu werden. Mein Fazit: Zurücklehnen und genießen! "Der himmlische Weihnachtshund" ist eine große, heiße Tasse Kakao mit einem Sahnehäubchen zum Lesen!
  • Sieben Tage ohne
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    Turbulente Fastenwoche in der fränkischen Provinz
    Rezension vom 01.07.2012
    Bereits das fröhlich-dezente Cover mit den fünf unterschiedlich gefärbten Fruchtsäften verkündet, dass im Buch „Sieben Tage ohne“ die in der „Die Dienstagsfrauen“-Verfilmung schmerzlich vermisste Kiki wieder mit von der Partie ist. Diesmal verschlägt es die fünf langjährigen Freundinnen nicht zum Pilgern nach Lourdes, sondern nach Achenkirch in Franken zum Fasten. Entschleunigung, Entschlackung, Entgiftung und innere Einkehr – davon ist schon bald nichts mehr zu spüren, denn jede der Dienstagsfrauen hat ihre eigenen Probleme im Gepäck, die allein durch bloße Entsagung nicht zu lösen sind.

    In der bewährten humorvollen und dennoch einfühlsamen Art und Weise lässt Autorin Monika Peetz die ungleichen Freundinnen Eva, Caroline, Estelle, Kiki und Judith zum zweiten Mal auf Reisen gehen. Dabei beweist die Schöpferin der Dienstagsfrauen erneut ihr irrsinnig gutes Gespür für das richtige Timing. Kapitellängen sind bei Monika Peetz nicht statisch, sondern nur so lang, bis wirklich alles gesagt ist. Geschickt baut sie Cliffhanger ein, mit denen sie die Leserschaft von einem ins nächste Kapitel lockt. Insbesondere ihre Hauptdarstellerinnen zeichnet Monika Peetz liebevoll und charakteristisch. In jeder einzelnen der Dienstagsfrauen habe ich mich ein Stückchen wiedergefunden. Wo, wird natürlich nicht verraten. Köstlich amüsiert habe ich mich wieder über Estelles spitze Zunge. Diese Lady ist wirklich herzerfrischend direkt! Zweifler, die die Dienstagsfrauen für den deutschen Abklatsch von „Sex and the city“ halten, kann problemlos entgegengehalten werden, dass sich in den Romanen von Monika Peetz nicht nur alles um Männer und Maniküre dreht. Tiefgang, eine bildreiche Sprache und Humor, der niemals platt ist – das ist eine Mischung, die die Autorin auszeichnet und mit denen sie die Dienstagsfrauen hoffentlich noch auf viele spannende Touren schicken wird!
  • Dampfnudelblues
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    Kriminalistischer Lachgarant mit einer Prise Ernsthaftigkeit
    Rezension vom 08.02.2012
    Der allseits unbeliebte Realschul-Rektor Höpfl wird bedroht. Von wem? Das weiß man nicht genau. Kurz darauf wird ein Mann vom Zug überrollt. Sehr unappetitliche Sache, denn das Opfer, das man sehr bald als den verhassten Rektor identifiziert, wird dabei enthauptet. War es Selbstmord? Vielleicht ein Unfall? An einen Mord jedenfalls will so recht niemand glauben. Doch Franz Eberhofer, Niederkaltenkirchens einziger Dorfsheriff, ist überzeugt davon, dass der Höpfl aus dem Weg geräumt wurde. Verdächtige gibt es wie Sand am Meer. Also ermittelt er gemeinsam mit seinem altem Weggefährten Rudi Birkenberger und stößt dabei auf so manche Überraschung…

    Mit ihrem zweiten Buch „Dampfnudelblues“ knüpft Autorin Rita Falk nahtlos und ohne Abstriche an ihren tollen Erstling „Winterkartoffelknödel“ an. Die liebgewonnenen und schrulligen Persönlichkeiten aus Franz Eberhofers Umfeld sind alle wieder mit von der Partie. Es gibt sogar Zuwachs in Form von Franz’ winziger Nichte Uschi, die er wegen ihrer Mandeläuglein und der zur Hälfte thailändischen Abstammung liebevoll „Sushi“ nennt. Auch dem mitunter rabenschwarzen Humor bleibt Rita Falk treu. Im Unterschied zum Vorgänger-Krimi schlägt die Autorin in „Dampfnudelblues“ jedoch zwischendrin auch ernste Töne an. Sie präsentiert uns nuancenweise einen gebeutelten Franz, der es in diesem Buch wirklich nicht leicht hat. Er hat den Blues: Den Dampfnudelblues. Mühelos geht die Nachdenklichkeit dann allerdings wieder über in den gewohnt grandiosen Humor, mit dem Rita Falk schreibt. Und so ist auch „Dampfnudelblues“ ein wunderbarer, kurzweiliger und unglaublich komischer Provinzkrimi – diesmal gewürzt mit einer kleinen Prise Ernsthaftigkeit.
  • Tabu
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    Fesselnder Auftakt einer Forensik-Thriller-Reihe
    Rezension vom 08.12.2011
    Die CSI-Spezialistin Reilly Steel kehrt ihrer Heimat Kalifornien den Rücken und gleichzeitig zurück zu ihren Wurzeln: In Irland, dem Geburtsland ihres Vaters, leitet sie die Dubliner Garda Forensic Unit (GFU). Anfangs beäugt man die Blondine dort argwöhnisch, doch schon bald zeigt sie allen Zweiflern ihr fantastisches kriminalistisches Gespür. In Dublin geht ein Mörder um, der seine Opfer vor ihrem Tod dazu zwingt, die größten gesellschaftlichen Tabus zu verletzen. Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, liefert ihm dabei die Gebrauchsanweisung. In immer kürzeren Abständen schlägt der Killer nun zu, spielt Katz und Maus mit der Polizei und bedroht schließlich Reilly selbst. Gelingt es der Forensikerin, den Täter zu schnappen, bevor sie selbst sein Opfer wird?

    "Tabu" von Casey Hill ist ein spannender Thriller, der sich quasi von allein liest und mit Reilly Steel eine sympathische Hauptfigur gefunden hat. An wirklich keiner einzigen Stelle wird es langweilig. Dazu kommt, dass Irland im Gegensatz zu den USA und dem hohen Norden ein wohltuend frischer Tatort ist. Einziger Wermutstropfen: Etwa 100 Seiten vor Schluss erfährt der Leser bereits, wer für die bizzaren Morde verantwortlich ist. Doch ansonsten gibt es keinerlei Kritikpunkte: Interessante Charaktere, flüssige Dialoge und grausige Morde - kurzum alles, was das Thriller-Leserherz begehrt.

    Kevin und Melissa Hill, das Autorenehepaar, das unter dem Pseudonym Casey Hill schreibt, legt mit "Tabu" einen gelungenen Start für eine neue Forensik-Thriller-Reihe um Ermittlerin Reilly Steel hin. In Irland wird der zweite Teil bereits am 1. April 2012 veröffentlicht. Bleibt zu hoffen, dass es auch in Deutschland bald soweit ist!
  • Vater, Mutter, Tod
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    Fesselnder Psychothriller made in Germany
    Rezension vom 13.09.2011
    Berlin. Ein siebenjähriger Junge gerät bei einem Streit seiner Eltern zwischen die Fronten und kommt dabei zu Tode – erstochen vom eigenen Vater. Die Eltern verdrängen das Unfassbare einfach. Jacqueline, die Mutter, flüchtet sich in eine absurde Fantasiewelt und entführt den ebenfalls siebenjährigen Sohn eines Bekannten, den kleinen Lukas, den sie für ihren eigenen hält. Sie befindet sich in einem regelrechten Wahn – fällt Lukas diesem womöglich zum Opfer?

    Siegfried Langer hat mit „Vater, Mutter, Tod“ einen fesselnden Psychothriller made in Germany vorgelegt. Stück für Stück und nicht in chronologischer Folge setzt sich die Geschichte wie ein Puzzle zusammen. Doch keine Angst: Der Autor lässt den Leser dabei nicht allein, nimmt ihn an die Hand und so wird es niemals verwirrend oder unübersichtlich. Verstörend beschreibt er den Wahn der Mutter, sensibel das persönliche Schicksal des harten, aber herzlichen Ermittlers Martin Manthey. Es bleibt spannend bis zum Schluss. Siegfried Langer erbringt damit den Beweis, dass spannende Thriller nicht ausschließlich von amerikanischen Autoren kommen. Bitte mehr davon!
  • Irgendwann werden wir uns alles erzählen
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    Ein sinnliches Bilderbuch zum Lesen
    Rezension vom 13.09.2011
    Deutschland in Zeiten des Umbruchs: Die Tage der DDR sind gezählt, die Wiedervereinigung von Ost und West naht. Maria ist fast 17 und wohnt mit ihrem Freund Johannes Brendel und dessen Familie auf einem abgelegenen Bauernhof. Es ist ein kleines Dorf, in dem sie leben, und es ist Sommer. Maria, die ohne Vater aufwuchs und nicht mehr zur Schule geht, begegnet eines Tages dem 40-jährigen Eigenbrötler Henner. Sie verliebt sich unsterblich in ihn. Auch Henner, der allein auf seinem abgeschiedenen Hof lebt und Pferde züchtet, will nur Maria. Und so beginnt für das Mädchen ein Doppelleben zwischen durchliebten Nächten mit Henner und arbeitsreichen Tagen auf dem Brendel-Hof. Doch Maria muss sich entscheiden…

    Autorin Daniela Krien hat mit „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“ ein Meisterwerk geschaffen! Dieses Buch hat mein Herz berührt und meine Seele gestreichelt. Sie erzählt so detailliert von Landschaften und Gerüchen, dass man sich mitten im Dorf wähnt. Sinnlich und sanft, aber auch voller Kraft – Daniela Krien hat eine wunderbare Erzählung geschaffen, an der ich nicht den kleinsten Kritikpunkt finde. Es ist eine fulminante Liebesgeschichte, die aber zu keinem Zeitpunkt ins Kitschige abdriftet.

    Interessant sind auch die Berichte über Marias Pionierzeit, den Mauerfall, die FDJ und die Jugendweihe, und so hat der Roman etwas angenehm-Dokumentarisches. Da ich selbst in der DDR aufgewachsen und nur wenige Jahre jünger als die Protagonistin bin, erinnerte ich mich natürlich an Vieles, wovon Maria berichtet.

    Ich danke Daniela Krien für diesen großartigen Ausflug zurück in meine eigene Kindheit und hoffe baldigst auf ein neues Buch von ihr!
  • Die toten Gassen von Barcelona
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    Faszinierend: Morde im Namen der Heiligen Eulalia
    Rezension vom 22.08.2011
    Die 36-jährige Anna Silber fliegt mit dem Auftrag, einen alternativen Reiseführer zu schreiben, nach Barcelona. In gewisser Weise ist das gleichzeitig eine schmerzhafte Reise in ihre Vergangenheit, denn Annas Mutter wurde hier geboren. Annas Eltern und ihr Bruder sind vor einem Jahr bei einem Autounfall getötet worden.

    Viel Zeit, um Geheimtipps in Sachen Ausgehen und Sightseeing aufzuspüren bleibt Anna allerdings nicht, denn in Barcelona treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Er stellt mit den Morden das Martyrium der Heiligen Eulalia, Schutzpatronin der Stadt, nach. Anna ist in einem Fall eine wichtige Zeugin und wird zur Co-Ermittlerin.

    Stefanie Kremser hat sich bereits als Tatort"-Drehbuchautorin einen Namen gemacht. Mit "Die toten Gassen von Barcelona" legt sie ein unglaublich vielseitiges und spannendes Buch vor. Krimi, Reiseführer, Sozialreport und Schicksalsgeschichte - all diese unterschiedlichen Facetten verwebt sie mühelos zu einer stimmigen Erzählung.

    Hauptsächlich lässt Stefanie Kremser Anna Silber zu Wort kommen. Für Abwechslung sorgt ein geheimnisvoller zweiter Handlungsstrang, in dem ein vom Schicksal gebeutelter Katalane erzählt.

    Die Autorin schreibt sehr poetisch und spielt gekonnt mit den Worten. Das macht das Lesen zum absoluten Vergnügen.

    Mein Fazit: "Die toten Gassen von Barcelona" ist ein faszinierendes Buch - und das nicht nur für Krimi- und/oder Spanien-Fans!