Rezensent im Portrait
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SchicksalsstudelRezension vom 17.06.2012Madeline und Jonathan treffen sich per Zufall am Flughafen in New York. Beide steuern denselben letzten freien Tisch in einem Restaurant an und stoßen dabei zusammen. Dabei vertauschen sie unfreiwillig ihre Handys im Trubel und gehen dann weiter ihrer Wege. Zuhause in Paris bzw. San Franzisco angekommen entdecken sie erst das Missgeschick. Erst wollen sie die Handys schnellst möglich wieder zurücktauschen, aber irgendwie fühlen die sich immer wieder angestachelt von der eigenen Neugierde, mehr durch das Handy aus dem Leben des anderen zu erfahren. Die sind auf der Suche nach Informationen, entdecken kleine Hinweise, welche sie dazu veranlassen weiterhin im Leben des anderen zu recherchieren und Mutmaßungen aufzustellen. Es kommen immer mehr interessante Fakten zum Vorschein, die den Ehrgeiz das Geheimnis des anderen vollständig zu lüften, immer weiter voran treiben. Dabei wird ihnen erst sehr spät klar, dass ihre beiden Leben einen wichtigen Schnittpunkt haben, eine wichtige Gemeinsamkeit, der für beide eine prägende Bedeutung hat. So befinden sich beide schon im Strudel des Geschehens der aktuellen Ereignisse und bewegen sich so immer weiter auf einander zu
Zuerst habe ich mich an dieses Buch nicht heran getraut, da ich dachte, es handelt sich um eine typische Liebesgeschichte eines französischen Autors. Dabei mag das Cover als auch der Titel sicherlich seine Wirkung getan haben und auch der Klappentaxt lässt nicht erahnen, dass dieses Buch noch viel mehr bieten kann. Dies ist sehr schade, denn Leser mit genau dieses Erwartungen werden evtl. etwas enttäuscht und alle anderen, die ein großen Bogen um das Buch daher machen, haben könnten hier wirklich etwas verpassen.
Meiner Meinung nach spielt in diesem Buch die Liebe eher eine untergeordnete Rolle, ohne zu leugnen, dass es auch ohne diese nicht ganz auskommt. Hauptsächlich aber geht es aber um zwei Menschen, jeweils mit einer tragischen Lebensgeschichte, die aus einem früheren Leben entflohen sind und versuchen sich dem zu entziehen. Manche Erlebnisse hinterlassen jedoch so tiefe Narben, das man sie niemals ganz vergessen kann. Vor seinem eigenen Leben kann man halt nicht weglaufen. Es ist wirklich spannend zu lesen, wie die beiden Protagonisten anfangen immer mehr Details aus dem Leben des anderen zu entdecken, sich darüber Gedanken zu machen und die andere Person teilweise damit konfrontieren. Darauf folgen viele Rückblenden, die das Bild immer mehr vervollständigen und im Verlauf des Buches fließen alle diese Informationen zusammen und ergeben ein großes Bild, welches dann beide einschließt.
Das Buch ist sehr gut geschrieben, sehr wohl nachvollziehbar, spannend und lesenswert bis zur letzten Seite. Es ist für jeden etwas, der gerne kriminalistische Romane liest, ohne unbedingt einen typischen Krimi lesen zu wollen. Ich kann dieses Buch nur empfehlen. -
Rotes Gold - Xavier Kieffers zweiter FallRezension vom 17.05.2012Bei einem Galadinner im Musée dOrsay im Louvre soll der Sushimeister Ryuunosuke Mifune, der als einer der besten Sushiköche der Welt gepriesen wird, mit dem höchsten Orden Frankreichs ausgezeichnet werden. Doch bereits vor dem Hauptgang bricht der Ehrengast zusammen. Die Diagnose ist eine tödliche Fischvergiftung. Doch dies hegt bei dem Luxemburger Koch Xavier Kieffer gewisse Zweifel, da ein Mann dieser Größe doch eigentlich alles über die Zubereitung von Fisch wissen müsste. Im geheimen Auftrag des Pariser Bürgermeisters, ermittelt Xavier Kieffer daher an diesem Mordfall weiter und findet heraus, dass es Fische gibt, die teurer sind als Gold. Die Spuren führen ihn in die unbekannte Welt der japanischen Sushi-Küche, in der für einen Thunnus thynnus sogar über Leichen gegangen wird...
Ich war sehr erfreut, dass in Tom Hillenbrands neuestem Roman Xavier Kieffer erneut zum kommissarischen Koch wird. Denn bereits schon in Hillenbrands Debütroman Teufelsfrucht fand ich den äußerst bescheidenen und bodenständig dargestellten Luxemburger Koch sehr sympathisch, sodass das Weiterlesen am zweiten Fall für mich wahre Freude bereitete. Auch finde ich schön, dass Kieffers private Beziehung zu der beeindruckenden Valérie (Chefredakteurin und Eigentümerin des legendären Restaurantführers Guide Gabin) weiter vertieft wird. Denn mit dieser ist Kieffer mittlerweile sogar liiert. Auch mag ich die zynische Art des Luxemburger Kochs, der stets alles hinterfragt und vielen Dingen eher skeptisch und vorsichtig gegenübersteht und so als ,,verdeckter Ermittler die Fälle immer auf einer sehr interessante Art und Weise angeht. Den Handlungsverlauf kann man sehr gut nachvollziehen, sodass der Roman, bis auf ein paar langatmige Stellen, sowohl spannend als auch detailreich dargestellt wird. Außerdem merkt man als Leser, dass Tom Hillenbrand für seinen Roman Rotes Gold äußerst gut recherchiert hat. Denn Kieffer lässt den Leser auf eine sehr anschauliche Art und Weise in die kulinarische Welt der Sushi-Küche eintauchen, in der man mit Hilfe des Küchenlateins, welches als Glossar im Anhang zu finden ist, so allerhand Wissenswertes über die kulinarische Küche in Erfahrung bringen kann. -
WahrRezension vom 08.03.2012Wahr von Riikka Pulkkinen ist in erster Linie ein Roman über das Ende eines Lebens. Elsa Ahlqvistist ist Forscherin an der Uni und ist spezialisiert auf Kinderpsychologie. Sie lebte ein erfülltes Leben mit ihrem Mann Martti, einem angesehenen Künstler, und ihrer Tochter Eleonoora. Sie war viel auf Dienstreisen, genoss es aus ihrer kleinen Familie immer wieder auszubrechen, in eine andere Welt einzutauchen, sich dabei beruflich zu verwirklichen. In ihrer Abwesenheit kümmert sich das Kindermädchen Eeva, eine Studentin, um ihre Tochter und den Haushalt und versucht die Lücke bestmöglich zu füllen, die die gutmütige und attraktive Elsa dabei hinterlässt.
Ihre Tochter ist mittlerweile erwachsen und hat selber einen Mann und zwei Töchter, Anna und Marie. Als die Krebsdiagnose plötzlich und unerwartet gestellt wird, versammelt die nun 70jährige Elsa immer öfters ihre Familie um sie herum und als Elsa und Anna eines Nachmittags ein lang vergessenes Kleid im Kleiderschrank finden, gerät ein Stein ins Rollen. Dieses Kleid bringt Erinnerungen zurück, eine Geschichte, eine prägende Kindheit und das Leid einer Ehefrau. Elsa beginnt Anna diese Geschichte nach so langer Zeit zu erzählen, zu reflektieren und letzt endlich um Entschuldigung zu bitten. Im Laufe des Buches wird Eeva Anna und Anna wird Eeva. Ihre beiden Geschichten beginnen sich zu verflechten, sich zu ergänzen, sich zu vervollständigen, sich zu wiederholen und doch unterscheiden sie sich, denn Anna hat die Wahl ihr Leben zu beeinflussen.
Die Autorin beschreibt sehr einfühlsam, kunstvoll und mitreißend die Geschichte dieser finnischen Frauen aus drei Generationen. Sie verschachtelt die Zusammenhänge, entwirrt sie sie mit der Zeit immer mehr, jedoch nicht zu offensichtlich, so dass der Leser sehr auf der Hut sein muss. Wenn dem Leser eine Kleinigkeit entgeht, fehlt gleich an dieser Stelle ein kleines Puzzleteil, welches nur einen kleinen Hinweis verbirgt oder am Ende doch sogar den Schlüssel der Geschichte beinhaltet. Es ist daher auf jeden Fall ein Buch, welches man sehr sorgsam lesen sollte, denn sonst gehen viele Details an einem vorbei und erst genau diese machen meiner Meinung nach in ihrer Gesamtheit gerade die Qualität des Romans aus. Der Roman beinhaltet nicht nur eine Lebensgeschichte, sondern gleich mehrere. Manche sind schon abgeschossen als der Leser mit der ersten Seite beginnt, mache finden im Laufe des Romans ihr Ende und wieder weitere bleiben offen, geben aber Hoffnung.
Ich habe es sehr genossen diesen Roman zu lesen, er konnte mich von Anfang an in seinen Bann ziehen und hat mich auch am Ende nicht enttäuscht. Ich kann ihn vorbehaltslos weiterempfehlen. -
WahrRezension vom 08.03.2012Wahr von Riikka Pulkkinen ist in erster Linie ein Roman über das Ende eines Lebens. Elsa Ahlqvistist ist Forscherin an der Uni und ist spezialisiert auf Kinderpsychologie. Sie lebte ein erfülltes Leben mit ihrem Mann Martti, einem angesehenen Künstler, und ihrer Tochter Eleonoora. Sie war viel auf Dienstreisen, genoss es aus ihrer kleinen Familie immer wieder auszubrechen, in eine andere Welt einzutauchen, sich dabei beruflich zu verwirklichen. In ihrer Abwesenheit kümmert sich das Kindermädchen Eeva, eine Studentin, um ihre Tochter und den Haushalt und versucht die Lücke bestmöglich zu füllen, die die gutmütige und attraktive Elsa dabei hinterlässt.
Ihre Tochter ist mittlerweile erwachsen und hat selber einen Mann und zwei Töchter, Anna und Marie. Als die Krebsdiagnose plötzlich und unerwartet gestellt wird, versammelt die nun 70jährige Elsa immer öfters ihre Familie um sie herum und als Elsa und Anna eines Nachmittags ein lang vergessenes Kleid im Kleiderschrank finden, gerät ein Stein ins Rollen. Dieses Kleid bringt Erinnerungen zurück, eine Geschichte, eine prägende Kindheit und das Leid einer Ehefrau. Elsa beginnt Anna diese Geschichte nach so langer Zeit zu erzählen, zu reflektieren und letzt endlich um Entschuldigung zu bitten. Im Laufe des Buches wird Eeva Anna und Anna wird Eeva. Ihre beiden Geschichten beginnen sich zu verflechten, sich zu ergänzen, sich zu vervollständigen, sich zu wiederholen und doch unterscheiden sie sich, denn Anna hat die Wahl ihr Leben zu beeinflussen.
Die Autorin beschreibt sehr einfühlsam, kunstvoll und mitreißend die Geschichte dieser finnischen Frauen aus drei Generationen. Sie verschachtelt die Zusammenhänge, entwirrt sie sie mit der Zeit immer mehr, jedoch nicht zu offensichtlich, so dass der Leser sehr auf der Hut sein muss. Wenn dem Leser eine Kleinigkeit entgeht, fehlt gleich an dieser Stelle ein kleines Puzzleteil, welches nur einen kleinen Hinweis verbirgt oder am Ende doch sogar den Schlüssel der Geschichte beinhaltet. Es ist daher auf jeden Fall ein Buch, welches man sehr sorgsam lesen sollte, denn sonst gehen viele Details an einem vorbei und erst genau diese machen meiner Meinung nach in ihrer Gesamtheit gerade die Qualität des Romans aus. Der Roman beinhaltet nicht nur eine Lebensgeschichte, sondern gleich mehrere. Manche sind schon abgeschossen als der Leser mit der ersten Seite beginnt, mache finden im Laufe des Romans ihr Ende und wieder weitere bleiben offen, geben aber Hoffnung.
Ich habe es sehr genossen diesen Roman zu lesen, er konnte mich von Anfang an in seinen Bann ziehen und hat mich auch am Ende nicht enttäuscht. Ich kann ihn vorbehaltslos weiterempfehlen. -
Das (Eigen-)Leben der WünscheRezension vom 20.02.2012Jonas kann sehr zufrieden mit seinem Leben sein. Er ist Mitte dreißig, hat eine Frau namens Helen, sowie zwei kleine Söhne und einen Job in einer Werbefirma. Außerdem liebt er Marie, eine verheiratete Frau, mit der er eine Affäre hat.
Eines Tages sitzt Jonas in seiner Pause auf einer Parkbank und trifft dort auf einen fremden älteren Mann, der ihm drei Wünsche erfüllen will: egal was es auch sein mag! Jonas nimmt dies alles nicht so ganz ernst, wünscht sich aber dennoch, dass sich alle seine Wünsche erfüllen sollen. Dafür würde er auch auf die letzten beiden verzichten. Der Mann findet die Idee interessant und ist einverstanden, woraufhin er dann spurlos verschwindet.
Schon bald darauf passieren einige Ereignisse: Eine Berggondel stürzt ab und viele Menschen fallen in den Tod, ein Asteroid fliegt gefährlich nahe an der Erde vorbei, kommt ihr aber dann doch nicht so nah, wie anfangs erwartet. Kurz darauf stirbt seine Frau plötzlich an Herzversagen Joans Leben wird ab hier total umgekrempelt und die Dinge geraten auch in seinem näheren Umfeld ins Rollen. Er ist verstört und traurig, gleichfalls aber hat er nun Hoffnung auf ein Leben mit Marie. Sein Kollege bittet ihn um einen flotten Dreier und langsam macht er sich um seine bewussten und unbewussten Wünsche Gedanken. Als die Krebserkrankung einer sehr engen Freundin erneut ausbricht und rapide voranschreitet, so dass es keine Hoffnungen auf Heilung mehr gibt, fordert er seine Wünsche bewusst heraus.
Zunächst hat mich am Schreibstil gestört, dass die wörtliche Rede nicht als solche gekennzeichnet ist. Daher fand ich es schwierig den Lesefluss beizubehalten und kam daher nur sehr mühsam in den Roman rein. Dies wurde allerdings besser als der Inhalt spannender und interessant wurde. Leider hatte ich später das Gefühl, dass die Geschichte gerade zum Ende an Tempo verlor.
Was ich allerdings sehr treffend und authentisch beschrieben fand, war die Passage, in der Jonas Frau gestorben ist und beerdigt wurde. Es wirkte auf mich alles sehr realistisch und hat mich somit auch sehr getroffen und berührt. Zwischendurch gab es Stellen, die etwas wirr geschrieben waren, wobei ich etwas die örtliche und zeitliche Orientierung verloren habe und auch das Ende des Romans hat mich dann etwas verwirrt zurück gelassen. Ich war mir nicht so sicher, was die abschließende Reise von Jonas und Marie für einen Zweck für die Handlung und die Entwicklung der Charaktere haben soll. Ich hätte mir hier mehr Spannung gewünscht und eine unvorhergesehene Wendung versprochen.
Ich denke dem Buch liegt eine sehr interessante Idee zu Grunde, aus der an vielen Stellen aber mehr herausgeholt hätte können. Die hohen Erwartungen, die ich an das Buch hatte, wurden leider nicht ganz zufriedenstellend erfüllt. -
Das Schwein unter den FischenRezension vom 04.02.2012Celestine wächst bei ihrem Vater Reiner auf. Ihre Mutter, ein französisches Au-pair-Mädchen namens Colombe, hat sie als Baby bei ihrem Vater abgegeben. Als sie noch ein kleines Kind ist heiratet ihr Vater die Tankstellentochter Ramona. So wird sie erwachsen zwischen ihrer unglücklichen Oma Senta, ihrer lesbischen und etwas konventionellen Tante Trixi, ihrer dauerbetrunkenen Stiefmutter Ramona, Kater Friedrich und den alljährlichen Urlaubsausflügen nach Italien auf einen Campingplatz.
Außer Stine hat niemand aus ihrer Familie wirklich etwas aus seinem Leben gemacht. Sie selbst macht ihr Abitur und hat mehr mit ihrem Leben vor, jedoch ist sie sehr ziellos und weiß nicht welche Richtung sie einschlagen soll. Somit arbeitet sie erstmal in dem Imbiss von ihrem Vater. Sie hat nicht viele Freunde und auch keine richtige Bezugsperson. Vom Leben scheint sie sich einfach mitreißen zu lassen ohne einen Plan zu haben wo es sie hinführen soll. Im Hintergrund schwirrt immer leise der Gedanke an ihre ihr unbekannte verschwundene Mutter mit, die sie nie kennenlernen konnte. Als Stine durch eine zufällige Wendung anfängt in einem Pflegejob zu arbeiten, betreut sie Lilli, eine schwierige ältere Dame, und lernt dort ihrem Wohnhaus einen Jungen namens Enki kennen und verliebt sich das erste Mal richtig. Diese Beziehung führt sie und ihre gesamte Familie dann abermals nach Italien und wie der Zufall es will, verändert sich danach das Leben aller beteiligten.
Das Buch las sich sehr gut von Anfang an, es war mir keine große Mühe dran zu bleiben, obwohl man nicht sagen kann, dass wirklich besonders viel in der Handlung passiert, noch dass richtig Spannung aufgebaut wurde. Der Leser beobachtet einfach das Geschehen und lässt sich genau wie Stine mit dem Strom mitreißen. Trotzdem kann ich nicht sagen, dass es langweilig zwischendurch wurde. Ich habe mich ebenfalls gerne darauf eingelassen und mittreiben lassen von der Geschichte. Am Ende des Buches gibt es dann in Italien einen plötzlichen Cut in der Handlung und man kann kurz und bündig noch erfahren wie es mit den ganzen Charakteren des Buches weiterging.
Bis kurz vor Ende wirkte alles noch recht authentisch, allerdings fand ich diesen letzten Teil des Buches zwar interessant und damit auch eine gute Idee, den Inhalt jedoch etwas zu konstruiert, unrealistisch und nicht so ganz nachvollziehbar. Das Leben aller Beteiligten schien auf einmal viel zu positiv in der Gesamtheit zu sein, dies hat mich dann doch etwas gestört. -
Zwischen Vergangenheit - Gegenwart - ZukunftRezension vom 02.01.2012Stell dir vor, du weißt, was morgen passiert, doch gestern hast du schon vergessen: London Lane ist zwar ein Teenager, doch verläuft ihr junges Leben nicht so normal ab, wie bei allen anderen. Denn London hat als Kind ihr Gedächtnis verloren und leidet an einer seltenen Form von Amnesie. Jede Nacht um 4:33 erlebt ihr Gedächtnis daher einen Neustart, wodurch ihre Erinnerungen an den vergangenen Tag gelöscht werden. Ihre Zukunft ist ihr dafür aber umso besser bekannt. Ohne die Hilfe ihrer Mutter und die unzähligen Erinnerungsnotizen wäre sie daher aufgeschmissen. Denn Lesen ist für London Erinnern. Und da niemand außer ihrer besten Freundin Jamie von ihrem Problem weiß, ist ihre Sorge vor einer Blamage in der Highschool um so größer, als der gutaussehende Luke neu an ihre Schule kommt. Daher zwingt sie sich jeden Morgen vor der Schule ihre Notizen bezüglich Luke durchzugehen, wodurch sie sich auch jeden Tag aufs Neue in ihn verliebt. Und dann ist da ja auch noch diese unheimliche Vision von einer Beerdigung, von der London immer wieder träumt und die in den Tiefen ihres Gedächtnisses immer weiter zu wachsen scheint und sie permanent daran erinnert, dass irgendwann jemand sterben wird. Und warum kann sie sich in der Zukunft nicht an Luke erinnern? Ob das ein schlechtes Ohmen ist...
Forgotten bezaubert vor allem durch seinen federleichten Schreibstil und seine äußerst sympathischen Charaktere. Denn sowohl die Protagonistin London Lane selbst, als auch zahlreiche Nebenfiguren - insbesondere Luke - bringen eine solch angenehme Frische herein, dass Forgotten für mich gar nicht ,,kitschig'' oder ,,schmalzig'' herüberkommt, wie es bei so vielen anderen Highschool-Liebesromanen der Fall ist. Schön fand ich auch die immer wieder am Anfang des Kapitels eingeschobenen Notizen von London Lane, wodurch man immer auf dem neuesten Stand bleibt, was noch alles so zeitlich zwischen den einzelnen Kapiteln passiert ist. Auch bringen ihre Beerdigungs-Erinnerungen die benötigte Spannung in die Geschichte, sodass der Roman vom Romantik Faktor nicht zu überladen wirkt und etwas düsteres geheimnisvolles in die Handlung mit hinein bringt. Überraschende Höhepunkte gibt es bei Forgotten auch zu Genüge, sodass der Roman nicht zu langatmig oder gar langweilig erscheint. Mich hat Forgotten daher überzeugt und seine fünf Sterne durchaus verdient! -
Zwischen Vergangenheit - Gegenwart - ZukunftRezension vom 02.01.2012Stell dir vor, du weißt, was morgen passiert, doch gestern hast du schon vergessen: London Lane ist zwar ein Teenager, doch verläuft ihr junges Leben nicht so normal ab, wie bei allen anderen. Denn London hat als Kind ihr Gedächtnis verloren und leidet an einer seltenen Form von Amnesie. Jede Nacht um 4:33 erlebt ihr Gedächtnis daher einen Neustart, wodurch ihre Erinnerungen an den vergangenen Tag gelöscht werden. Ihre Zukunft ist ihr dafür aber umso besser bekannt. Ohne die Hilfe ihrer Mutter und die unzähligen Erinnerungsnotizen wäre sie daher aufgeschmissen. Denn Lesen ist für London Erinnern. Und da niemand außer ihrer besten Freundin Jamie von ihrem Problem weiß, ist ihre Sorge vor einer Blamage in der Highschool um so größer, als der gutaussehende Luke neu an ihre Schule kommt. Daher zwingt sie sich jeden Morgen vor der Schule ihre Notizen bezüglich Luke durchzugehen, wodurch sie sich auch jeden Tag aufs Neue in ihn verliebt. Und dann ist da ja auch noch diese unheimliche Vision von einer Beerdigung, von der London immer wieder träumt und die in den Tiefen ihres Gedächtnisses immer weiter zu wachsen scheint und sie permanent daran erinnert, dass irgendwann jemand sterben wird. Und warum kann sie sich in der Zukunft nicht an Luke erinnern? Ob das ein schlechtes Ohmen ist...
Forgotten bezaubert vor allem durch seinen federleichten Schreibstil und seine äußerst sympathischen Charaktere. Denn sowohl die Protagonistin London Lane selbst, als auch zahlreiche Nebenfiguren - insbesondere Luke - bringen eine solch angenehme Frische herein, dass Forgotten für mich gar nicht ,,kitschig'' oder ,,schmalzig'' herüberkommt, wie es bei so vielen anderen Highschool-Liebesromanen der Fall ist. Schön fand ich auch die immer wieder am Anfang des Kapitels eingeschobenen Notizen von London Lane, wodurch man immer auf dem neuesten Stand bleibt, was noch alles so zeitlich zwischen den einzelnen Kapiteln passiert ist. Auch bringen ihre Beerdigungs-Erinnerungen die benötigte Spannung in die Geschichte, sodass der Roman vom Romantik Faktor nicht zu überladen wirkt und etwas düsteres geheimnisvolles in die Handlung mit hinein bringt. Überraschende Höhepunkte gibt es bei Forgotten auch zu Genüge, sodass der Roman nicht zu langatmig oder gar langweilig erscheint. Mich hat Forgotten daher überzeugt und seine fünf Sterne durchaus verdient! -
Märchen für ErwachseneRezension vom 26.12.2011Abraham erzählt seinem Enkel Jacob seit früher Kindheit Märchen, die von Kindern mit besonderen Gaben handeln. Niemals hätte Jacob sich erträumt, dass in diesen Geschichten sich mehr Wahrheit verbirgt und dass es diese Kinder noch immer geben würde. In seiner Jugend dann glaubte er immer weniger an die Geschichten seines Großvaters, vor allem weil dieser Zusehens seniler zu werden scheint und sich auffällig verhält. Er scheint Wahnvorstellungen zu haben und fühlt sich nur in Anwesenheit seiner Waffen einigermaßen beruhigt. So scheint es dann für alle Menschen in seiner Umgebung nicht so sehr verwunderlich, als er eines Tages im Wald stirbt, von wilden Tieren angefallen. Jacob, der seinen Großvater dort kurz vor seinem Tod findet, ein ihm unbekanntes Wesen sieht und aus den Wirren letzten Worten seines Großvaters einfach nicht schlau wird, beginnt sich nun doch zu fragen, ob in den Geschichten seines Großvaters nicht doch mehr Wahrheit steckt als vorerst bezweifelt .
Jacob bekommt von seiner Tante ein altes Buch aus dem Besitz seines Großvaters zu seinem Geburtstag, darin enthalten ist ein Brief von einer Frau, die früher die Leiterin seines Kinderheims gewesen zu sein scheint. Somit steht für ihn fest, dass er sich auf zu den Weg zu dem Ort aufmachen will, an dem dieser Brief vor vielen Jahren losgeschickt wurde, um das Geheimnis um Abraham zu lüften und sein ganz eigenes zu entdecken, welches viel mehr mit dem von seinem Großvater verflochten zu sein scheint, alles er es sich bisher je hätte träumen lassen.
Bei der Namensgebung ist mir gleich aufgefallen, dass der Autor zwei Namen aus der Bibel benutzt und genau wie dort, stehen die entsprechenden Personen in dem gleichen Verwandtschaftsgrad zu einander, es geht hier auch um Abraham und seinen Enkel Jacob. Zufall oder nicht? Ich konnte keine offensichtliche Gemeinsamkeiten entdecken, aber interessant ist es auf jeden Fall.
Riggs vereint hier Gegenwart mit märchenhaften, surrealen und fantastischen Elementen. Wie ich finde, ich ihm dies auch besonders gut gelungen. Unterstrichen wird dies dann noch weiterhin mit die schwarz-weiß Aufnahmen der frühen Versuche der Fotomontage oder Fotokunst und Trickaufnahmen und somit werden die Charaktere noch viel lebendiger und regelrecht zum Leben erweckt vor den Augen des Lesers. Dies ist auf jeden Fall für mich eine neue Idee und mir in dieser Form noch nicht begegnet in Romanen.
Der Roman ist wirklich spannend geschrieben, enthält an Ende noch einen unerwarteten Plot und ein Ende, welches nicht ganz ausschließen würde, dass es noch weitere Geschichten geben könnte, obwohl die Geschichte trotzdem sicherlich abgeschlossen ist. Die Charaktere gefallen mir gut. Auch wenn es letzt endlich relativ viele wurden, finde ich, dass jeder einzelne Charakter so ausreichend skizziert wird, so dass diese alle ein Gesicht bekommen und der Leser sie zuordnen und etwas mit ihnen anfangen und sie einschätze kann.
Ich denke, dieses Buch ist auf jeden Fall lesenswert!!!
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Märchen für ErwachseneRezension vom 26.12.2011Abraham erzählt seinem Enkel Jacob seit früher Kindheit Märchen, die von Kindern mit besonderen Gaben handeln. Niemals hätte Jacob sich erträumt, dass in diesen Geschichten sich mehr Wahrheit verbirgt und dass es diese Kinder noch immer geben würde. In seiner Jugend dann glaubte er immer weniger an die Geschichten seines Großvaters, vor allem weil dieser Zusehens seniler zu werden scheint und sich auffällig verhält. Er scheint Wahnvorstellungen zu haben und fühlt sich nur in Anwesenheit seiner Waffen einigermaßen beruhigt. So scheint es dann für alle Menschen in seiner Umgebung nicht so sehr verwunderlich, als er eines Tages im Wald stirbt, von wilden Tieren angefallen. Jacob, der seinen Großvater dort kurz vor seinem Tod findet, ein ihm unbekanntes Wesen sieht und aus den Wirren letzten Worten seines Großvaters einfach nicht schlau wird, beginnt sich nun doch zu fragen, ob in den Geschichten seines Großvaters nicht doch mehr Wahrheit steckt als vorerst bezweifelt .
Jacob bekommt von seiner Tante ein altes Buch aus dem Besitz seines Großvaters zu seinem Geburtstag, darin enthalten ist ein Brief von einer Frau, die früher die Leiterin seines Kinderheims gewesen zu sein scheint. Somit steht für ihn fest, dass er sich auf zu den Weg zu dem Ort aufmachen will, an dem dieser Brief vor vielen Jahren losgeschickt wurde, um das Geheimnis um Abraham zu lüften und sein ganz eigenes zu entdecken, welches viel mehr mit dem von seinem Großvater verflochten zu sein scheint, alles er es sich bisher je hätte träumen lassen.
Bei der Namensgebung ist mir gleich aufgefallen, dass der Autor zwei Namen aus der Bibel benutzt und genau wie dort, stehen die entsprechenden Personen in dem gleichen Verwandtschaftsgrad zu einander, es geht hier auch um Abraham und seinen Enkel Jacob. Zufall oder nicht? Ich konnte keine offensichtliche Gemeinsamkeiten entdecken, aber interessant ist es auf jeden Fall.
Riggs vereint hier Gegenwart mit märchenhaften, surrealen und fantastischen Elementen. Wie ich finde, ich ihm dies auch besonders gut gelungen. Unterstrichen wird dies dann noch weiterhin mit die schwarz-weiß Aufnahmen der frühen Versuche der Fotomontage oder Fotokunst und Trickaufnahmen und somit werden die Charaktere noch viel lebendiger und regelrecht zum Leben erweckt vor den Augen des Lesers. Dies ist auf jeden Fall für mich eine neue Idee und mir in dieser Form noch nicht begegnet in Romanen.
Der Roman ist wirklich spannend geschrieben, enthält an Ende noch einen unerwarteten Plot und ein Ende, welches nicht ganz ausschließen würde, dass es noch weitere Geschichten geben könnte, obwohl die Geschichte trotzdem sicherlich abgeschlossen ist. Die Charaktere gefallen mir gut. Auch wenn es letzt endlich relativ viele wurden, finde ich, dass jeder einzelne Charakter so ausreichend skizziert wird, so dass diese alle ein Gesicht bekommen und der Leser sie zuordnen und etwas mit ihnen anfangen und sie einschätze kann.
Ich denke, dieses Buch ist auf jeden Fall lesenswert!!!










