Rezensent im Portrait

aus Wien

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Meine Rezensionen

  • Mit Staunen und Zittern
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    Wie immer genial!
    Rezension vom 21.05.2012
    Wieder ein großartiges Buch der großartigen Amélie Nothomb: Die junge Amélie tritt eine Stelle in der Buchhaltungsabteilung des japanischen Unternehmens Yumimoto an. Keine leichte Aufgabe für eine europäische Frau. Sie erkennt sofort, dass für den beruflichen Erfolg nicht Einsatz und Arbeitseifer, sondern vor allem die Anerkennung der hierarchischen Strukturen der Firma von Bedeutung sind. Jedem Vorgesetzten hat man sich, wie dem japanischen Kaiser, „mit Staunen und Zittern“ zu nähern und niemals eine Anordnung von oben in Frage zu stellen.
    Mit gewohnt sarkastischer Schreibweise schildert Nothomb ihr Jahr in einem japanischen Unternehmen, bei dem sie zwar nichts über Buchhaltung aber sehr viel über das Leben gelernt hat. Großartig!
  • Der Fluch des Lono
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    Willkommen auf Hawaii
    Rezension vom 21.05.2012
    Hawaii: Wer denkt da nicht an Traumstrände, grünen Urwald und malerische Vulkanlandschaften? Hunter S. Thompson räumt mit diesen romantischen Bildern auf und beschreibt ein albtraumhaftes Hawaii mit tagelangen Regenfällen, Stürmen und Unwettern, Überschwemmungen und suspekten Einheimischen. Wie einst Captain James Cook trifft den Schriftsteller der Fluch des Lono, er aber überlebt den Aufenthalt in Hawaii. Wie bei Thompsons Büchern üblich gibt es jede Menge Alkohol, Drogen und skurrile Gestalten. „Der Fluch des Lono“ ist erstmals auf Deutsch erschienen und sicherlich ein Genuss für Thompson-Fans.
  • Kassiopeia
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    Überraschend
    Rezension vom 21.05.2012
    In der Flut von Glavinic, Glattauer und Co. freut man sich immer wieder, wenn auch österreichische Autorinnen kommerzielle Beachtung finden. Balàkas „Kassiopeia“ spielt in Venedig, das zuletzt vor allem als Krimischauplatz herhalten musste. Die Protagonistin Judit Kalman stammt aus einem reichen Salzburger Elternhaus. Nach einer ersten Ehe mit tragischem Ende reist sie nach Venedig, um dort ihren Traummann, den Schriftsteller Marcus Bachgraben, zu erobern. Was wie ein seichter Frauenroman klingt, entpuppt sich als geistreiche Tragikkomödie voll Spannung und unerwarteten Wendungen, mit viel Witz geschrieben. Sehr empfehlenswert, vor allem als Urlaubslektüre bei einer Venedigreise.
  • Led Zeppelin-Hammer of Gods
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    Wahnsinn!
    Rezension vom 21.05.2012
    Willkommen in der Welt von Led Zeppelin. Dies ist die Geschichte einer Rockband, die in ihrem ca. 10-jährigen Bestehen zahlreiche Grenzen sprengte und enorme Maßstäbe setzte. Eine Geschichte der Ausschweifungen, Exzesse, des Wahnsinns. „Hammer of the Gods“ beschreibt die Anfänge der Band, die legendären Konzerttourneen durch Nordamerika, Alkohol- und Drogeneskapaden, Groupies aber auch die atemberaubenden Liveauftritte und die schöpferische Einzigartigkeit. Sowohl die Eigenheiten der einzelnen Bandmitglieder als auch die musikalische Entwicklung der Band werden ausführlich erzählt. Der Weg führt über den steilen Aufstieg und den berauschenden Höhenflug des Zeppelins bis zum rasanten Sinkflug bedingt durch die Heroinsucht des Gittaristen und Masterminds Jimmy Page und dem endgültigen Ende der Band durch den Tod des Drummers John Bonham. Ein berauschendes, rasantes Lesevergnügen und ein Muss für alle Fans!
  • Das weiße Land der Seele
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    Spirituelles Erwachen
    Rezension vom 21.05.2012
    Die Ärztin Olga Kharitidi arbeitet in einem psychiatrischen Krankenhaus in Nowosibirsk. In ihrer streng rationalen Welt, die hauptsächlich aus ihrem Beruf besteht, gibt es keinen Platz für Spiritualität. Doch als ihre Freundin Anna erkrankt und die Schulmedizin keine Hilfe bieten kann, machen sich die beiden Frauen auf den Weg ins sibirische Altai-Gebirge, wo sich Anna von einer Schamanin Heilung erhofft. Die zweifelnde Olga lernt das uralte Wissen und die spirituelle Heilkraft des sibirischen Schamanismus kennen, was ihre Berufspraxis sowie ihr ganzen Leben für immer verändern soll. Der Roman „Das weiße Land der Seele“ basiert auf den wahren Erlebnissen der Autorin. Er ist eine beeindruckende Geschichte über spirituelles Erwachen und dessen Auswirkungen auf das eigene Leben.
  • Lost City Radio
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    Brilliantes Debüt
    Rezension vom 21.05.2012
    Bürgerkrieg und Nachkriegszeit in einem namenlosen, vermutlich südamerikanischen, Land. Das siegreiche Regime unterdrückt nach wie vor jede Form von Meinungsfreiheit. Die Radiosprecherin Norma vermisst seit Kriegsende ihren geliebten Ehemann Rey. Sie entwickelt die Radiosendung „Lost City Radio“ für all ihre verzweifelten Hörer, die genau wie sie ihre Angehörigen suchen, die seit den Wirren des Krieges verschollen sind. Die Jahre vergehen und Norma wird mit ihrer Sendung zur Mutter, zur Stimme der Nation – doch von Rey fehlt jede Spur. Bis eines Tages der kleine Victor aus einem Dorf im Dschungel zu ihr in den Sender kommt. Victor bringt eine Liste mit Namen der Vermissten aus seinem Dorf mit, die er in Normas Sendung verlesen möchte.
    Fesselnd und verstörend lässt Daniel Alarcóns erster Roman den Leser nicht mehr los. Absolut lesenswert!
  • Tinkers
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    Der Fluss des Lebens
    Rezension vom 21.05.2012
    George Washington Crosby, ehemaliger Lehrer und Hobby-Uhrmacher, liegt im Sterben. In den letzten Tages seines Lebens verliert er zunehmend den Bezug zur Realität. In Rückblenden wird Georges Leben und das seines Vaters Howard, der als einer der letzten „Tinkers“, als Kesselflicker, und fahrender Händler durch die wenig bewohnten Wälder von Maine zog, erzählt. Verwoben werden diese Rückblenden mit inneren Monologen des sterbenden George und Berichten über die um ihn versammelte Familie. Paul Harding schuf mit „Tinkers“ einen ruhigen aber umso eindringlicheren Debütroman. Aufgrund der wenig effektheischenden Handlung war es nicht leicht, einen Verleger zu finden. Hardings Manuskript wurde zunächst von zahlreichen Verlagen abgelehnt und verbrachte mehrere Jahre in einer Schublade, bevor es doch noch veröffentlicht und 2010 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde.
  • Am Anfang war die Nacht Musik
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    Mesmerizing!
    Rezension vom 17.05.2012
    Schon der Titel von Alissa Walsers Debütroman spielt auf Musik an und dieses musikalische Element durchzieht auch das ganze Buch. Walser behandelt darin die Geschichte des berühmten Arztes Franz Anton Mesmer und seiner damals ebenso berühmten Patientin Maria Theresia Paradis. Die junge Dame ist im zarten Alter von drei Jahren erblindet und trotz ihrer Krankheit eine virtuose Pianistin geworden, die sogar schon vor der Kaiserin mit demselben Vornamen spielen durfte. Nach jahrelangen vergeblichen Heilungsversuchen wendet sich Maria Theresias Vater, Hofsekretär Paradis, schließlich an Mesmer. Der Arzt nimmt sie in sein Wiener Sanatorium auf. Die Beziehung, die sich daraufhin zwischen den beiden Musikliebhabern entwickelt, ist das Herzstück von Walsers Roman. Ihr Interesse galt weniger historischer Genauigkeit als der Untersuchung dieses platonischen Liebesverhältnisses zwischen Arzt und Patientin. Denn Mesmers Behandlungsmethoden, die auch viel mit psychischer Einfühlung zu tun hatten, waren durchaus erfolgreicher als die seiner Kollegen.
    Die Malerin und Übersetzerin Alissa Walser, die bis dato Kurzgeschichten veröffentlichte, liefert mit „Am Anfang war die Nacht Musik“ ein beeindruckendes Romandebüt ab.
  • Simons Katze
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    Die coolste Katze seit Garfield
    Rezension vom 17.05.2012
    Eher durch Zufall entwarf der britische Zeichner Simon Tofield den Animationsfilm „Cat Man Do“, der auf YouTube ein Überraschungserfolg wurde. „Simons Katze“ ist das erste in Buchform erschienene Sammelsurium von Erlebnissen Simons mit seiner namenlosen Hauskatze. Tofield verbindet gekonnt genaue Katzenbeobachtung mit comichafter Übertreibung und setzt diese in einfachen selbsterklärenden Zeichnungen um. Er lässt sich dabei von den Erfahrungen mit seinen eigenen drei Katzen Hugh, Maisy und Jess inspirieren. Das Buch ist ein Muss für jede/n Katzenbesitzer/in und jede/n Katzenliebhaber/in.
  • High Voltage Tattoo
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    Tattoos aus Leidenschaft
    Rezension vom 17.05.2012
    Das Buch ist benannt nach Kat von Ds Tätowierladen in Los Angeles. In dieser bebilderten Biographie schildert sie ihren Weg an die Spitze der amerikanischen Tattooszene. Schon im zarten Alter von 14 Jahren entdeckte sie ihre Berufung zum Tätowieren. Aus einem konservativen Elternhaus stammend, lernte sie schnell ihren Kopf durchzusetzen und ihren eigenen Weg zu gehen. Von den Anfängen in kleinen Tattoostudios über einen eigenen Laden bis zu den Fernsehsendungen „Miami Ink“ und „LA Ink“, die Kat weltweit berühmt machten. Kat bietet Einblick in ihre schräge Welt, präsentiert ihren tätowierten Körper und lässt auch ihre Freunde und Vorbilder zu Wort kommen. Ein spannendes Buch für alle, die in die verrückte Welt der Kat von D eintauchen wollen.