Rezensent im Portrait
Eine Kundin / Ein Kunde aus Wülfrath
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Liebe oder Wahnsinn ?Rezension vom 01.05.2012Judith ist Mitte dreißig, Single und Inhaberin eines kleinen Lampengeschäfts. Unterstützt wird sie hier von ihrem Lehrmädchen Bianca.
Eines Tages lernt Judith zufällig den 42 Jahre alten Architekten Hannes Bergtaler kennen. Auf diese Zufallsbegegnung folgen weitere, bald verabredete Treffen. Obwohl Hannes eigentlich nicht so richtig ihr " Typ " ist, lässt sie sich dennoch auf eine Beziehung mit ihm ein. Hannes schmeichelt ihr mit seiner konventionellen, höflichen, hilfsbereiten und charmanten Art. Auch Freunde und Familie sind sehr von ihm angetan. Er wickelt alle regelrecht um den kleinen Finger.
Doch schon bald fühlt Judith sich in dieser Beziehung unwohl. Sie fühlt sich eingeengt und kontrolliert. Daher beschließt sie, sich wieder von ihm zu trennen. Doch die Trennung verläuft nicht so, wie sie sich das vorgestellt hat.
Mehr vom Inhalt möchte ich an dieser Stelle nicht preisgeben, um die Spannung nicht vorwegzunehmen. Denn was hier als eher harmlose Liebesgeschichte beginnt, entwickelt sich bald in eine ganz andere Richtung und wird richtig spannend. Ich konnte das Buch zum Schluss nicht mehr aus der Hand legen. Allerdings hat der Autor in meinen Augen das Ende der Geschichte, nachdem der Knoten geplatzt war, zu schnell abgewickelt.
Die Darstellung der Hauptprotagonisten fand ich auch recht gelungen. Insbesondere Bianca mit ihrer schnodderigen Art und manchmal etwas eigenwilligen Ausdrucksweise hat mir gut gefallen und mir das ein oder andere Mal ein Schmunzeln entlockt.
Der Schreibstil ist stellenweise zwar etwas gewöhnungsbedürftig- manche Stellen wirken sehr knapp, fast schon abgehackt - , aber dennoch ist das Buch leicht und flüssig zu lesen.
Cover und Buchtitel sind meiner Ansicht nach äußerst passend gewählt.
Alles in allem hat mir dieser neue, etwas andere Roman von Daniel Glattauer gut gefallen, so dass ich nur sagen kann :" Wir werden uns bestimmt nicht aus den Augen verlieren ". -
Pippa im Lande ShakespearesRezension vom 01.05.2012Pippa Bolle wird erneut als Haussitterin gebraucht. Diesmal soll sie das Haus ihrer in England lebenden Oma samt Hund, Katze und Hühnerschar hüten. Begeistert und in der Hoffnung auf eine erholsame Zeit macht sie sich von Berlin aus auf den Weg nach Hideaway , nahe Srtatford-upon-Avon , dem Geburtsort Shakespeares, gelegen. Vor Ort erfährt sie dann allerdings, dass ihre Oma ihr eine sehr gut bezahlte Anstellung als Betreuerin und Dolmetscherin einer ziemlich bunt zusammengewürfelten Schauspielertruppe, die anlässlich des Shakespeare-Birthday-Festivals auftreten soll, besorgt hat . Da Pippa grundsätzlich knapp bei Kasse ist und Shakespeare und seine Werke liebt, freut sie sich auf ihre neue Aufgabe. Einziger Wermutstropfen dabei ist, dass zu besagter Truppe auch der deutsche Theaterregisseur Hasso von Kestring gehört. In ihren Augen ein äußerst arroganter, egozentrischer und nicht gerade liebenswürdiger Mensch.
Neben den täglichen Proben, denen sie beiwohnen muss, bestimmen auch Missgunst, Konkurrenzkampf und Eifersüchteleien zwischen den einzelnen Mitgliedern ihren Tagesablauf. Pippa hat es häufig nicht leicht bei den vielen kleineren und auch größeren Reibereien, die sich hier abspielen. Und dann ereignen sich auch gleich noch mehrere Unglücksfälle. Oder handelt es sich gar nicht um Unglücksfälle, sondern um Mord ?
Mit Hilfe der toughen Polizistin Rebecca Davis und einigen wohlgesinnten Dorfbewohnern begibt sie sich an die Aufklärung der Fälle.
Mit viel Humor und typisch britischem Charme hat das Autorenduo mal wieder einen äußerst amüsanten und unblutigen " Krimi " geschrieben. Wobei die Bezeichnung " Krimi" vielleicht nicht ganz dem Charakter des Buches entspricht. Sicher ist die Geschichte auch ganz spannend zu lesen, aber der lustige Teil überwiegt meines Erachtens bei Weitem. Das eigentliche Verbrechen geschieht ja auch erst nach ungefähr der Hälfte des Romans. Dann überschlagen sich die Ereignisse allerdings.
Die Charakterzüge der unterschiedlichen Protagonisten sind sehr vielfältig und allesamt anschaulich und lebensnah herausgearbeitet. Ich konnte mir die Darsteller dieses Stückes bildhaft vorstellen. Auch die Idee, die Personen zu Beginn mit Hilfe von Zitaten aus Shakespeares Werken einzuführen, fand ich gelungen.
Mir hat das Buch einige schöne, heitere Lesestunden beschert und ich freue mich schon auf den nächsten Fall - der ja schon bald erscheinen soll - von Pippa Bolle.
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Überraschend andersRezension vom 17.03.2012Madeline und Jonathan begegnen sich in der Cafeteria des Flughafens von New York das erste Mal. Diese Begegnung ist zwar sehr kurz , hat aber weitreichende Folgen. Auf der Suche nach einem freien Tisch in dem Lokal stoßen sie recht unsanft zusammen. Geschirr geht zu Boden und persönliche Gegenstände ,wie z.B. auch ihre Handys, fallen runter. Genervt vom jeweils anderen sammeln sie ihre Sachen wieder zusammen und gehen bzw. fliegen ihrer Wege. Jonathan zurück nach San Francisco, wo er ein kleines Restaurant betreibt und Madeline ist unterwegs nach Paris. Sie hat dort einen hübschen Blumenladen.
Erst als sie zu Hause ankommen, stellen sie fest, dass sie ihre - modellgleichen- Handys vertauscht haben. Natürlich wollen beide schnellstmöglich wieder in den Besitz ihres eigenen Gerätes kommen, beinhaltet es doch recht persönliche Informationen, die nicht unbedingt für Dritte bestimmt sind. Doch getrieben von Neugier, wer der andere denn nun eigentlich ist, stöbern sie jeweils in der Privatsphäre des anderen. Und beide machen erstaunliche, ja fast schon unglaubliche Entdeckungen. Madeline war nicht immer Floristin und Jonathan nicht immer der kleine, unbedeutende Restaurantbesitzer. Durch diese neuen Erkenntnisse sehen sie sich gezwungen, sich doch noch einmal zu treffen und zu reden.
Mehr vom Inhalt dieses Buches möchte ich an dieser Stelle nicht preisgeben, um nichts von der spannenden Wendung, die dieser Roman nimmt, zu verraten.
Beginnt die Geschichte zunächst wie eine weitere witzige und romantische Liebesgeschichte, so macht sie bald eine regelrechte Kehrtwendung und entwickelt sich zu einer rasanten, äußerst spannenden Story. Auch das Cover, der Titel , sowie Klappentext und Leseprobe haben mich eher eine Liebesgeschichte - wie der Autor schon einige geschrieben hat - erwarten lassen. Um so überraschter war ich dann über den Verlauf, den die Handlung schließlich nimmt. Das Buch hat sich als regelrechter Pageturner herausgestellt, ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen.
Der Schreibstil des Autors ist anschaulich und flüssig, die Charaktere sind glaubwürdig dargestellt. Besonders die Hauptprotagonisten denken, fühlen und handeln meist sehr überzeugend und sind mit ihren Ecken und Kanten sehr sympathisch. Aber auch von den Nebenfiguren kann man sich ein ausreichend gutes Bild machen. Die wichtigsten Orte des Geschehens sind so beschrieben, dass man das Gefühl bekommt, man wäre mittendrin.
Für mich war dieses Buch ein toller, unterhaltsamer Schmöker, den ich gerne weiterempfehle. Allerdings sollte jemand, der eine reine Liebesgeschichte lesen möchte, vielleicht lieber auf ein anderes Buch von Guillaume Musso ausweichen. -
Tragische,berührende, gefühlvolle LiebesgeschichteRezension vom 05.01.2012Amy und Matt sind als Kinder unzertrennlich, bis ein furchtbares Ereignis die beiden auseinanderreißt. Amy stirbt. Matt, der das Geschehene nie wirklich verarbeitet hat, wächst zu einem stillen, jungen Mann heran und wird ein hervorragender Physiotherapeut mit einer besonderen Gabe.
Durch seinen Beruf lernt er Kristin, Tom und deren autistische Tochter Julie kennen und bald schon entsteht eine aufrichtige Freundschaft. Matt möchte Julie irgendwie helfen, da er sich ihr unerklärlicherweise sehr verbunden fühlt. Durch seine "Gabe" macht er eine unglaubliche Entdeckung und es gelingt ihm tatsächlich, die junge Frau aus Ihrem "Gefängnis" zu befreien. Eine glückliche Zeit beginnt, doch schon bald holt die Vergangenheit ihn wieder ein.
Diese tragische und doch sehr gefühlvolle Liebesgeschichte hat mich sehr berührt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so hat es mich gefesselt. Lediglich der Mittelteil hat mich nicht ganz überzeugt. Die hier zwar sehr sensibel beschriebene Romanze wirkte auf mich teilweise doch etwas überzogen, ja fast schon kitschig. Irgendwie ist hier alles zu sehr "Heile Welt". Dennoch hat dies den gesamten Lesegenuss nicht wesentlich beeinträchtigt, zumal sich zum Ende hin das Blatt nochmal entscheidend wendet. Aber mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.
Dieses Buch ist meines Erachtens für alle Fans von emotionalen Büchern wie z.B. von Nicholas Sparks, Marc Levy oder Cecelia Ahern sehr empfehlenswert. Aber dringender Tipp : Taschentücher parat legen!
Schade ist allerdings, dass es dieses Buch nur als " E-Book " gibt und somit nur von Besitzern eines entsprechenden Readers gelesen werden kann. Es hätte meines Erachtens eine noch breitere Leserschaft verdient. -
Fantasievoller,spannender, außergewöhnlicher All-Age-RomanRezension vom 17.12.2011Als Jakob noch ein kleiner Junge war, erzählte sein Großvater ihm viele abenteuerliche, spannende, teilweise absonderliche Geschichten aus seinem Leben. Insbesondere die " Monster ", von denen er angeblich verfolgt wurde und eine geheimnisumwitterte Insel für besondere Kinder tauchen immer wieder auf.
Als kleiner Junge glaubt Jakob an die Realität dieser Geschichten, aber mit zunehmenden Alter kommen ihm Zweifel und schließlich gelangt er zu der Erkenntnis, dass diese nur der blühenden Fantasie des Großvaters entsprungen sein können und vermutlich nur seine Art sind, die Schrecknisse des erlebten Krieges zu verarbeiten.
Seine Einstellung ändert sich jedoch drastisch, als er eines Tages im Alter von 15 Jahren seinen Großvater unter mysteriösen Umständen sterbend im Wald auffindet und glaubt, selbst eines dieser Monster gesehen zu haben. Jakob kommt mit dem Erlebten nicht gut klar, macht sich schwere Vorwürfe und leidet unter schlimmen Alpträumen. Der hinzugezogene Psychologe Dr. Golan rät ihm schließlich, sich der Geschichte des Großvaters zu stellen und besagte Insel aufzusuchen, um zu ergründen, was es mit dessen Erzählungen auf sich hat. Und so macht sich Jakob gemeinsam mit seinem Vater auf den Weg dorthin und entdeckt Unglaubliches. Sein Abenteuer beginnt.
Diese in Ich-Form aus der Sicht Jakobs erzählte Geschichte zieht einen von Anfang an in ihren Bann. Der Autor versteht es mit seiner lebendigen und bildhaften Sprache, den Leser zu fesseln. Er erschafft mit eigentlich recht einfachen Mitteln eine geheimnisvolle, knisternde, spannungsgeladene, manchmal etwas düstere und gruselige Atmosphäre, die aber nie das erträgliche Maß übersteigt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Es gibt viele unerwartete, überraschende Wendungen in diesem außergewöhnlichen Roman.
Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und " leben " regelrecht.
Ausgesprochen schön und ansprechend fand ich auch die optische Gestaltung des Buches, mit seinen vielen " alten " Fotos, die die geheimnisvolle Stimmung der Geschichte wunderbar unterstützen.
Das Buch "nur" als Fantasy-Roman zu bezeichnen, wird dem Werk meines Erachtens nicht gerecht. Denn es beinhaltet viel mehr. Es vereint Themen wie Abenteuer, Freundschaft, Verantwortungsgefühl, Vertrauen, erste zaghafte Liebe, Grusel und natürlich auch Fantasy.
Mir hat die Lektüre dieses Buches ausgesprochen viel Freude bereitet und ich denke, dass sie jeden Leser, ob jung oder alt,begeistern wird, der gerne ins Reich der Abenteuer und Fantasy abtaucht und der das Besondere sucht.
Und das Ende des Buches lässt auf eine Fortsetzung hoffen. -
Regierungsgeschäfte auf dünnem EisRezension vom 28.10.2011Die Regierungschefin eines westeuropäischen Landes ( welches nicht namentlich genannt wird, aber verdächtig nach Deutschland aussieht ) hat während ihres Urlaubes mit der Transsibirischen Eisenbahn einen kleinen Unfall. Ein Schild fällt ihr auf den Kopf und sie fällt für ein paar Tage ins Koma. Als sie im Krankenhaus wieder erwacht, hat sie die letzten 20 Jahre ihres Lebens vergessen.
Ihr Mann schildert ihr das Vorgefallene und macht sie damit vertraut, wer bzw. was sie ist. Sie nimmt das Ganze auch sehr gefasst auf und versucht , mit der Situation klar zu kommen. Nur ist das Problem größer als zunächst gedacht, denn am nächsten Morgen hat sie wieder alles vergessen und muss neu instruiert werden. Außerdem kann sie auch nicht mehr lesen und schreiben.
Da dieser Zustand offensichtlich länger anhält, wird eilig ihr Regierungsstab informiert und herbeigerufen. Die Öffentlichkeit soll auf keinen Fall Wind von dem Geschehen bekommen, eine Regierungskrise muss um jeden Preis verhindert werden. Man sucht dringend nach einer Lösung. Da es zur Zeit aber keinen geeigneten Nachfolger bzw. Vertreter gibt, beschließt man im engsten Kreis, die Regierungschefin jeden Morgen mit Hilfe von Filmen auf " Spur " zu setzen und sie mittels genauer Instruktionen weiter " regieren " zu lassen .
Pannen sind vorprogrammiert. Es ist wie ein Tanz auf dünnem Eis. Auch hat man nicht mit der Eigenständigkeit der Regierungschefin gerechnet, denn diese hat ihren eigenen Kopf und handelt häufig unkonventionell . Während ihr Stab zunehmend besorgt ist und sogar über einen möglichen Rücktritt ihrerseits nachdenkt, sammelt diese "neue" Regierungschefin positive Punkte bei der Bevölkerung . Und sie setzt alles daran, unterstützt von ihrem Mann und ihrem Therapeuten , ihr Erinnerungsvermögen wieder zu erlangen.
Es fällt mir nicht ganz leicht, diesen Roman zu bewerten. Die Grundidee der Geschichte rund um eine Regierungschefin, die eigentlich nicht richtig weiß, was sie tut bzw. was sie zu tun hat und was von ihr erwartet wird, fand ich ganz amüsant. Satirenhaft wird hier die Regierungsarbeit im Allgemeinen aufs Korn genommen. Denn wie oft hat man sich nicht schon im "echten" Leben gefragt, ob der ein oder andere Politiker wirklich eigenständig handelt oder ob er nicht in Wirklichkeit nur eine Marionette ist, deren Fäden im Hintergrund andere ziehen.
Die Darstellung der Regierungschefin , sowie ihres häufig etwas konfus wirkenden Stabes schien mir recht gelungen. Ein wenig blass bleibt meines Erachtens ihr Mann, obwohl er ja durchaus keine unbedeutende Rolle spielt.
Den Schreibstil fand ich etwas gewöhnungsbedürftig. Zum einen gibt es gut lesbare, amüsante Passagen, aber zum anderen sind insbesondere die Stellen etwas sperrig zu lesen, in denen der Regierungsstab das " Wort" hat. Aber auch in der Realität versteht man die Sprache der Politiker nicht immer. Es werden viele schlaue Äußerungen gemacht, ohne eigentlich etwas Konkretes zu sagen. Insofern passt der Schreibstil wieder zum Buch.
Auch der häufige Wechsel der Erzählperspektive war mitunter etwas verwirrend.
Ich schwanke bei der Sterne-Vergabe zwischen 3 und 4. Da ich mich insgesamt aber ganz gut unterhalten gefühlt habe, vergebe ich 4 Sterne.
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Wunder geschehen morgen oder auch nichtRezension vom 25.10.2011Zwei unterschiedliche Paare bzw. Familien machen zufällig Urlaub im gleichen Ort Italiens und lernen sich dort kennen.
Da sind zunächst Ginny und Adam Trustlove, die einen schweren Schicksalsschlag zu verarbeiten haben : ihr wenige Tage altes Baby ist gestorben. Während Adam den Urlaub dazu nutzen will, das Leben weiter zu leben, versinkt seine Frau immer weiter in Depressionen. Obwohl Adam sich rührend um seine Frau kümmert, zieht sich Ginny immer weiter von ihm zurück. Wird die Ehe standhalten ?
Dann gibt es noch die scheinbar glückliche Familie Sale: die Eltern Bea und Marty, sowie deren drei erwachsene Kinder. Nach Außen scheint es die perfekte, sorgenfreie Familie zu sein. Doch der Schein trügt. In einem vertraulichen Moment schütten Bea und Ginny sich gegenseitig ihr Herz aus und schildern jeweils ihre Kümmernisse und Sorgen. Zwar ist auf beiden Seiten Verständnis und Mitgefühl, aber können sie sich gegenseitig helfen ?
Dann taucht noch der 25 jährige Zach - zufällig?- in dem Ort auf . Er sucht und findet auch Anschluss zu den beiden Familien. Er zeigt recht auffälliges Interesse an Ginny und Adam. Was will er von ihnen ?
Bei einer seitens der Familie Sale organisierten Geburtstagsparty für Zach kommt es schließlich zum Eklat und die diversen Geheimnisse kommen ans Tageslicht.
Der Anfang des Buches ist recht vielversprechend, doch dann plätschert die Geschichte lange Zeit nur so vor sich hin. Obwohl der Schreibstil leicht und flüssig ist, gibt es für mich zu viele langatmige Stellen. Es passiert nichts wirklich Wesentliches. Lediglich das " Geheimnis " um Zach sorgt für ein klein wenig Neugier. Erst zum Ende hin kommt der Roman ein bißchen mehr in Schwung.
Auch die einzelnen Charaktere sind für mich weitgehend oberflächlich herausgearbeitet. Und obwohl hier ja über ein eher trauriges Thema geschrieben wird, konnte die Geschichte mich nicht richtig berühren. Vielleicht liegt das auch daran, dass hier zu viele Probleme angesprochen werden, die aber in meinen Augen nur ansatzweise aufgearbeitet werden. Mir fehlt das Tiefgründige und zum Nachdenken Anregende in diesem Roman.
Auch den Titel des Buches kann ich nur mit sehr viel Phantasie nachvollziehen, denn ein wirkliches " Wunder " geschieht hier nicht.
Schade, ich hatte mir nach der Leseprobe mehr von dem Buch versprochen. Potential wäre auf jeden Fall dagewesen. Für mich ist es bestenfalls eine leichte Lektüre für zwischendurch ohne viel Anspruch, mit ein paar guten Ansätzen.
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Gelungene Fortsetzung, aber steigerbarRezension vom 04.10.2011Das Buch knüpft nahtlos an den ersten Band dieser Triologie an.
Sam ist augenscheinlich geheilt und von seinem Werwolfdasein erlöst. Allerdings kann er es selbst noch nicht so recht glauben und muss sich erst wieder daran gewöhnen, "nur" ein Mensch zu sein. Nichtsdestotrotz bleibt seine Verbundenheit zu dem Rudel bestehen und er sorgt sich um die anderen Mitglieder.
Auch seine Freundin Grace ist überglücklich. So verbringen sie viel Zeit miteinander und Sam übernachtet heimlich jede Nacht bei ihr. Bis eines Tages Grace Eltern dahinterkommen und es zum Eklat kommt.
Aber nicht nur die Eltern bereiten den zwei Liebenden Stress, sondern auch Grace selbst geht es von Tag zu Tag schlechter. Auch die Ärzte wissen keinen wirklichen Rat. Was ist mit Grace los ? Hat der Wolfsbiss aus Kindertagen doch Folgen ? Sam macht sich große Sorgen.
Unerwartete Unterstützung findet er in Grace Freundin Isabel und in einem "neuen" Wolf namens Cole , obwohl diese beiden selbst genug Probleme mit sich herumtragen.
Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht zum Inhalt verraten, um nicht die Spannung vorwegzunehmen.
Diese romantische Fantasy-Geschichte wird wieder, wie bereits der Vorgänger, aus den unterschiedlichen Perspektiven der Hauptprotagonisten erzählt. Allerdings kommen hier noch zwei weitere Personen dazu. Neben den " Erzählern " Grace und Sam schildern auch Isabel und Cole die Geschichte aus ihrer Sicht. Diese unterschiedlichen Betrachtungsweisen bringen viel Abwechslung.
Die gegensätzlichen Charakterpaare Grace und Sam auf der einen Seite und Isabel und Cole auf der anderen Seite sind auch recht interessant. Grace und Sam wirken eher ruhig und bedacht, wohingegen Isabel und Cole eher die agressiven, zornigen Typen darstellen. Insbesondere der etwas undurchschaubare Cole bringt ein bißchen neuen Schwung in die Geschichte, die ansonsten nach bewährtem Muster abläuft und keine größeren Überraschungen bereithält.
Obwohl sich die Geschichte insgesamt leicht und flüssig lesen lässt, ist es meines Erachtens zum besseren Verständnis nötig, zunächst auch den ersten Band zu lesen. Zwar wird auch im zweiten Teil einiges ansatzweise nochmal erklärt, aber ich denke, der Lesegenuss ist optimaler, wenn man auch den Beginn dieser zauberhaften Liebesgeschichte kennt.
Also, mein Fazit zu diesem Buch : Eine gelungene Fortsetzung, die sich aber meiner Ansicht nach im dritten Band durchaus noch steigern lässt. -
Das Ende des" American Dream "Rezension vom 16.08.2011Buell in Pennsylvania war ehemals eine Hochburg der Stahlindustrie. Doch diese Ära ist endgültig vorbei. Die Stahlwerke haben ihre Tore geschlossen und die Arbeitsplätze gehen verloren. Aus dem einst wohlhabenden Städtchen ist ein trostloser, trauriger Ort geworden. Die Massenarbeitslosigkeit erzeugt Armut und den sozialen Abstieg. Die ehemaligen, stolzen Werksbauten kommen herrunter, verroten und verrosten , sie werden teilweise abgerissen und die Natur erobert das Land zurück.
In dieser hoffnungslosen Umgebung wachsen Isaac English und sein Freund Billy Poe auf, zwei grundverschiedene Charaktere. Beide hängen hier irgendwie fest, schaffen den Absprung nicht. Der nachdenkliche Isaac ist ziemlich intelligent und könnte studieren, aber er will seinen kranken, im Rollstuhl sitzenden Vater nicht alleine zurücklassen. Seine Mutter hat vor geraumer Zeit Selbstmord begangen und seine Schwester Lee hat die " Flucht " ins Studium und in die Ehe mit einem gutsituierten Mann geschafft. Auch der leicht reizbare Billy Poe könnte durch seine hervorragenden sportlichen Leistungen im Football an eine Universität gehen. Aber auch er kann sich nicht dazu durchringen.
Doch eine Tages hat Isaac von allem die Nase endgültig voll und will sich auf den Weg nach Kalifornien machen. Billy begleitet ihn ein Stück. Ein Unwetter zwingt sie jedoch recht bald dazu, in einem der verrottenden Bauten Unterschlupf zu suchen. Dort begegnen ihnen ein paar Obdachlose und das Unglück nimmt seinen Lauf. Isaac tötet einen von ihnen, um seinen Freund aus einer Notlage zu helfen. Aufgewühlt kehren sie um und gehen zurück nach Hause. Anderntags wollen sie noch die Spuren beseitigen. Doch es ist zu spät, die Leiche wurde bereits entdeckt.
Isaac wagt einen erneuten Versuch, sich davon zu machen, er bricht abermals auf , um seine Träume vielleicht doch noch zu verwirklichen. Doch die Schuldgefühle lasten schwer auf ihm.
Währenddessen wird Billy, der bereits schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, verhaftet und kommt ins Gefängnis. Er ist hin- und hergerisssen zwischen dem Wunsch sich selbst oder seinen Freund zu retten .
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der verschiedenen Hauptprotagonisten erzählt . Das sind natürlich Isaac und Billy, sowie Isaacs Vater und die Schwester Lee , Billy´s Mutter Grace und der Polizist Bud Harris. Die Schilderung dieser Einzelschicksale erzeugt ein erschütterndes Gesamtbild dieser verfallenen, absolut trostlosen amerikanischen Gesellschaft. In dieser traurigen und düsteren Erzählung geht es aber auch um Freundschaft und Loyalität. Wie weit kann man gehen , um sein Kind oder seinen Freund zu schützen bzw. zu helfen? Was würde man dafür in Kauf nehmen ? Allein diese familiären und freundschaftlichen Bindungen hinterlassen beim Leser einen winzig kleinen Funken Hoffnung in diesen ansonsten desillusionierten Geschehnissen.
Der Schreibstil selbst ist eher etwas gewöhnungsbedürftig ; die Sätze sind häufig sehr kurz und abgehackt. Außerdem kann man den Gedankengängen der Personen, insbesondere denen von Isaac, häufig nur schwer folgen. Dennoch ist die Sprache recht emmotional und ruft Beklemmung, aber auch Mitgefühl hervor.
Mich hat das Buch beeindruckt und es hat mir gut gefallen. Es ist aber definitiv keine ganz leichte Lektüre und eignet sich nicht als Unterhaltung für zwischendurch. -
Wunder gibt es immer wiederRezension vom 16.08.2011Der kleine, unscheinbare und verschlafene Ort Treviso in Italien ist wahrlich nichts besonderes. Das Leben der 1377 Einwohner verläuft beschaulich, ja fast schon langweilig. Hier leben überwiegend ältere Menschen, die jüngeren ziehen mangels Arbeitsmöglichkeiten nach und nach fort. Ein Geschäft nach dem anderen muss schließen. Das Dörfchen scheint vom " Aussterben " bedroht. Das bereitet auch dem 67jährigen Pfarrer Don Antonio Sorge. Er weiß, es muss sich etwas ändern. So kommt ihm eines Tages die Idee , dass Treviso ein " Wunder " braucht, welches Touristen anlockt und somit dringend benötigtes Geld in den Ort bringt.
Mit der Hilfe des Tischlers und Schnitzers Salvatore Tarlo "schafft " er eine Madonnenstatue , die blutrote Tränen weint und stellt diese in seiner Kirche auf. Sein Plan geht auch zunächst auf. Die weinende Madonna zieht Scharen von Pilgern und Touristen an . In Treviso herrscht eine bisher ungewöhnlich große Betriebsamkeit und die Kassen klingeln. Doch dann will der Vatikan sich von der Echtheit des Wunders überzeugen und schickt einen Abgesandten nach Treviso. Don Antonio steht erneut vor einem Problem. Eine scheinbar gefundene Lösung entwickelt sich zum Flopp . Erneut wird fieberhaft nach einer Möglichkeit gesucht, alles zu vertuschen. Aber ob dies gelingt ? Auch der neidische Nachbarort sorgt für zusätzliche Komplikationen.
Bei all seinen Aktionen wird der Pfarrer tatkräftig von seiner ernergischen Schwester Maria unterstützt und auch der " Geist " seines Vorgängers Don Ignazio hält einige praktische Ratschläge parat.
Dieses recht amüsante Buch hat mich häufig an die Abenteuer des eigenwilligen Pater Brown erinnert und ich musste oft schmunzeln . Alle in diesem Buch auftretenden Personen sind äußerst lebendig dargestellt, sodass man sie regelrecht vor sich sieht. Die Charaktere sind zum Teil recht skuril, aber dennoch fast durchweg liebenswert und sympathisch. Auch die Ortschaft selbst kann man sich bildhaft vorstellen. Ich konnte in meinem Kopf regelrecht einen Film über diese witzige Geschichte abspulen.
Der Schreibstil an sich ist sonst recht klar und einfach und man hat das recht kleine Buch wirklich schnell gelesen . Es war eine nette, unterhaltsame Lektüre für zwischendurch zum Entspannen.

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