Rezensent im Portrait

aus Leverkusen

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Lieblingsautoren
Isabel Allende, Paul Auster, Anna Gavalda, Marcelo Figueras, Fred Vargas, Astrid Lindgren, Otfried Preußler
An meinem Beruf gefällt mir
Die Beziehung zwischen Mensch und Buch ist etwas ganz Besonderes und Wertvolles. Jeden Tag aufs Neue zu erleben, wie Bücher ihre Wirkung tun und dabei nach Kräften zu unterstützen macht einfach Spaß, ist abwechslungsreich und spannend.
Im Beruf seit
Mai 2000
Das beste Buch aller Zeiten
"Das Lied von Leben und Tod" und "Geh, zähme den Berg"

Meine Rezensionen

  • Warten auf den Monsun
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    Literarisch-exotischer Indienroman
    Rezension vom 23.06.2011
    Eine Frau, die ihrer zunehmenden Armut ins Auge blicken muss.
    Ein Mann, der die Erinnerungen an den Krieg nicht verarbeiten kann.
    Ein Schneider, der Wunder vollbringt.
    Ein Land, so facettenreich, so unerbittlich grausam und so exotisch schön.
    Eine Geschichte voller Geschichten, die Stück für Stück ein Ganzes ergeben.
    Ein Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Seite mitgerissen hat!
  • Das lange Lied eines Lebens
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    Jamaika Ende des 19. Jahrhunderts
    Rezension vom 30.04.2011
    An diesem Buch hat mich die außergewöhnliche Erzählweise besonders fasziniert. Erzählt wird die Geschichte von July, die als Sklavin auf einer jamaikanischen Plantage das Ende der Sklaverei miterlebt hat. Ihr Sohn, den sie erst als erwachsenen Mann kennenlernt, bittet sie, ihr Leben niederzuschreiben. July nimmt die Herausforderung an und verfasst ein Manuskript. Immer wieder hinterfragt ihr Sohn das Geschriebene und July revidiert ihre Aussage. Nein, so ist es tatsächlich nicht gewesen. Nein, eigentlich war es viel schlimmer. Aber wer ist er, dass er sie zwingt der Wahrheit und ihrer Vergangenheit ins Auge zu blicken?
    Diese authentische Art des Erzählens macht das Buch zu etwas Besonderem. Es berichtet nicht nur von dem, was July in ihrem Leben alles erleiden musste sondern auch von der Kluft zwischen Mutter und Sohn. Sie arbeiten hart daran, sich in den anderen hineinzuversetzen und Verständnis zu zeigen, doch es fällt ihnen schwer.
    Eine tolle Lektüre voller tragischer Szenen, humorvoller Reflektion und temperamentvollen Dialogen.
  • Das geheime Buch der Frida Kahlo
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    Pinsel und Kochlöffel: Das Werkzeug der Frida Kahlo
    Rezension vom 04.01.2011
    Obwohl schon Einiges über das Leben der mexikanischen Malerin veröffentlicht wurde, lohnt die Lektüre dieser Romanbiografie. Wie ein roter Faden ziehen sich drei Leidenschaften durch Fridas Leben, die in diesem Buch besonders hervorgehoben werden: Die Liebe, das Kochen und ihre enge Beziehung zum Tod. Das "Geheime Buch der Frida Kahlo", das dem Roman den Titel gegeben hat, soll es wirklich gegeben haben. Daraus entnommen wurden viele Kochrezepte, die hier abgedruckt wurden und dem Buch zusätzlich Würze verleihen. Nach dem Lesen muss man einfach nach Pinsel oder Kochlöffel greifen!
  • Purgatorio
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    Purgatorio: Spanisch für „Fegefeuer“
    Rezension vom 04.11.2010
    Während der argentinischen Militärdiktatur verliert Emilia ihren Mann Simon aus den Augen.
    Seitdem hat ihr Leben nur noch einen Sinn, ein Ziel: ihn wieder zu finden. Immer wieder nimmt sie seine Spur auf und tappt ins Leere.

    Rückblickend erzählt „Purgatorio“ die Geschichte Emilias, die unter ihrem faschistischen Vater leidet, und dennoch die Hoffnung niemals aufgibt.

    Emilia hat für sich eine Methode entwickelt, mit ihrem Schicksal umzugehen, die der Leser Stück für Stück zu verstehen lernt. Auch andere Menschen suchen sich ihren Weg durch den alltäglichen Horror: mal ist es bittere Ironie, mal ist es der Wahnsinn, der die letzte mögliche Zuflucht bietet.

    Eine eindrucksvolle Geschichte, ungewöhnlich konstruiert, spannend und voller Aha-Erlebnisse.
  • Die Frau unseres Lebens
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    Wunderschöne Liebesgeschichte aus chilenischer Feder
    Rezension vom 17.10.2010
    Im Jahr 1986 treffen in England drei Menschen aufeinander. Fortan sind ihre Schicksale miteinander verknüpft und jeder von jedem abhängig:
    Theo, der Erzähler, ist Student und irrt etwas ziellos durchs Leben. Antonio dagegen weiß genau, was er will: in Chile den Widerstand gegen das diktatorische Regime unterstützen. Clara ist hin und her gerissen zwischen Mitgefühl, Loyalität und Liebe.

    Als Theo eine folgenschwere Entscheidung treffen muss, ändert sich mit einem Schlag alles für die drei Freunde.

    „Die Frau unseres Lebens“ erzählt von der Verantwortung seinen Mitmenschen gegenüber, von der Schuld, die man auf sich lädt, wenn man das Schicksal anderer in die Hände nimmt, von Idealen, von Liebe und Zweifel, ohne gefühlsduselig zu werden.

    Eine kurzweilige Lektüre für Herz und Verstand!
  • Reckless
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    Fantasy, Märchen und Moderne
    Rezension vom 14.10.2010
    Wieder einmal schafft Cornelia Funke es, klassische Elemente und Neues auf höchst überraschende Weise miteinander zu verbinden:

    Ein Reich hinter einem Spiegel, in dem der Reihe nach der Vater, der ältere Sohn und zuletzt der jüngere Bruder verschwinden.
    Eine düstere Welt offenbart sich ihnen. Viele Gefahren lauern dort, warten auf unwissende Opfer und Will, der jüngere Bruder tappt in die Falle: ihm wächst das Steinerne Fleisch.

    Eine Mischung aus Fantasy, Märchen und Moderne zeichnet diesen Roman für Jugendliche und Erwachsene aus und sorgt für eine gruselige Atmosphäre.


    Der Sprecher Rainer Strecker interpretiert den Text unwahrscheinlich gut. Wenn er zu flüstern beginnt, stehen einem die Haare zu Berge, denn dann ist die nächste Gefahr nicht mehr weit…
  • Mein Name ist Luz
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    Auf der Suche nach der Wahrheit
    Rezension vom 14.10.2010
    Luz spürt schon als Kind, dass in ihrer Familie irgendetwas nicht stimmt. Als junge Frau will niemand ihre Fragen beantworten und niemand ihr Glauben schenken. Doch sie lässt nicht locker und kommt der Wahrheit Stück für Stück näher: sie ist die Tochter einer Gefangenen, der sie weggenommen wurde.

    “Mein Name ist Luz“ spielt in Argentinien während und nach der Militärdiktatur.
    Nach langer Suche gelingt es Luz Klarheit über ihre Herkunft zu erlangen und ihren Vater wieder zu finden, der von ihrer Existenz nichts wusste und schon lange in Spanien lebt.

    Sie erzählt ihm ihre Geschichte, ihr Leben und von den Personen, die daran beteiligt waren.

    Einfühlsam und sehr glaubwürdig geschrieben kommen diese Personen zu Wort: zuerst Miriam, die in Luz Leben eine ganz besondere Rolle spielt und dann ihr „Vater“, der mit der Schuld und dem Wissen um Luz wahre Eltern lebt und daran verzweifelt.

    Spannend wie ein Krimi, kurzweilig aber niemals banal sondern höchst authentisch ist dieser Roman ein wertvoller Beitrag zum Verständnis der argentinischen Geschichte.
  • Der Spion der Zeit
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    Ein politischer Krimi aus der Feder von Marcelo Figueras
    Rezension vom 23.09.2010
    Erneut präsentiert Marcelo Figueras seinen Lesern einen vielschichtigen Roman der Extraklasse.
    Er spielt in Trinidad, einem fiktiven Land in Südamerika. Eine 10jährige Militärjunta ist gerade überstanden.
    Doch irgendjemand kann die Schrecken und Brutalität der ehemaligen Machthaber nicht vergessen und ermordet einen nach dem anderen.
    Die Polizei ist ratlos. Sie schickt kurzerhand Van Upp ins Rennen, der lange Zeit in psychiatrischer Behandlung war und als verrückt gilt.

    “Der Spion Der Zeit“ ist ein spannender Krimi, der sich mit dem intriganten und heuchlerischen Geflecht aus Politik, Presse und Polizei auseinandersetzt, das dem Autor aus seinem Heimatland Argentinien bekannt sein dürfte.
    Er stellt aber nicht nur die Grausamkeiten der Militärjunta an den Pranger sondern auch die neue Regierung, die aus Eigennutz die Verbrechen ihrer Vorgänger vertuscht.
    Eindeutige Kritik wird auch an der Gesellschaft geübt. Wer sich mit den Zuständen nicht abfinden kann und dem Wahnsinn der Vergangenheit nicht standhält, der muss wohl selbst wahnsinnig sein. Eine logische Schlussfolgerung!

    Ein außergewöhnlicher Krimi für Leser von Deon Meyer, Eliot Pattison und Matt Beynon Rees.
  • Die Magier von Montparnasse
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    Ein Fantasy-Roman mit historischem Hintergrund
    Rezension vom 14.09.2010
    “Lassen Sie mich eine Geschichte erzählen. Über das Wenn und das Ob und das ganze Drumherum. Sie müssen sie nicht gleich verstehen.“

    Dieses Zitat aus dem Buch fast den Roman perfekt zusammen:

    Der Magier und Zauberkünstler Ravi wird gezwungen, auf der Bühne echte Magie anzuwenden, um sein Leben und das seiner Assistentin zu retten.
    Dieser Verstoß gegen die wichtigste Regel ruft augenblicklich die Société Silencieuse auf den Plan. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel der besonderen Art, denn das Gefüge der Zeit ist außer Kontrolle geraten.
    Die Kulisse: Paris in den 20er Jahren, geprägt von Esoterik, Surrealismus und dem Glanz von Messing, Samt und Kristall.

    "Die Magier von Montparnasse" war für mich eine außergewöhnliche Entdeckung. Das Buch überzeugt durch seinen Wortwitz, seine schillernde Atmosphäre und durch die Mischung aus Historie und Fantasy.
    Oliver Plaschka hat ein ganz neues Genre geschaffen!