Rezensent im Portrait
aus Koblenz
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Der Schlüssel ist das magische Buch Sinsar Dubh...Rezension vom 07.07.2009Dies ist der 2. Teil einer Serie um die junge Mac Kayla Lane, die nach Irland gereist ist, um den Mord ihrer Schwester zu rächen. Doch Mac ist keine gewöhnliche junge Frau, wie sie bisher dachte, sondern sie hat die Fähigkeit, Feen zu sehen und ist somit eine Sidhe-Seherin. Diese besondere Fähigkeit hat sie erst in Irland erkannt und muss feststellen, dass sie von vielen magischen Wesen und Feen, die nicht nur Gutes im Sinn haben, wegen ihrer seltenen Gabe gesucht wird. Aber nicht alleine deswegen, immerhin ist sie inzwischen auch im Besitz des mächtigen "Speers des Luisne", ein Heiligtum der Seelie und eine der wenigen Waffen, mit dem man ein Feenwesen töten kann.
Doch auch Mac sucht jemanden, nämlich den Mörder ihrer geliebten Schwester, der gleichzeitig auch der mächtige Anführer der Unseelie-Armee und somit ein Feen-Wesen ist. Wie kann sie an ihn herankommen, ohne sich selber in Gefahr zu begeben? Sie wohnt und arbeitet in einer Buchhandlung, dessen attraktiver Inhaber Jericho Barrons undurchschaubar ist: einerseits schützt er sie, andererseits jedoch ist er sehr geheimnisvoll und sie ist sich nicht sicher, ob sie ihm trauen kann. Benutzt er sie nur, um das machtvolle Buch Sinsar Dubh zu finden, ein weiteres Heiligtum der Feenwelt und scheinbar der Schlüssel zu Allem, oder steckt noch mehr dahinter? WER oder WAS ist er?
So versucht sie immer öfter, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen, die sie immer wieder in Abenteuer mit magischen Wesen bringen, aus denen sie nicht immer ohne Hilfe zurückkehrt...
Ausserdem stellt sie so ganz nebenbei fest, dass sie nicht mehr das verwöhnte und flippige Mädchen aus Georgia ist, sondern erkennt, worauf es im Leben wirklich ankommt.
Das Ende des Buches ist gewollt offen geblieben, denn es sind ja bereits weitere Fortsetzungen der Autorin angekündigt. Also: es bleibt spannend! Nur eine Frage bleibt für mich offen: wo ist der Vampir, in dessen Reich sich diese Handlung abspielt und der dem Buch den Namen gegeben hat...?
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Sind verschwundene Dinge einfach nur weg, oder "HIER"?Rezension vom 15.06.2009Wieder ein Roman von der irischen Autorin Cecelia Ahern, der micht verzaubert hat.
Sandy Shortt, die ihrem Namen ganz und gar nicht gerecht wird und weder sandfarbene Haare hat noch short, also klein ist, sondern mit ihren 1,85 m überall auffällt, hat es sich zu Ihrer Lebensaufgabe gemacht, vermisste Dinge und Personen wiederzufinden.
Seit ihre Freundin Jenny-May im Alter von 10 Jahren verschwand, gibt Sandy ihre Suche nach verlorengegangenen Socken, Gegenständen und sogar Menschen nicht auf. Sie gibt keine Ruhe, bevor sie die Dinge nicht wiedergefunden hat und kann sich nicht damit abfinden, dass manche Dinge einfach für immer weg sind. Wo sind sie? Iirgendwo MÜSSEN sie doch sein... Und tatsächlich, als sich Sandy eines Tages im Wald verirrt, landet sie an einem Ort, den alle nur Hier nennen und an dem sie viele der schon so lange vermissten Personen und Gegenstände wiederfindet. Nur ist sie selbst nun auch HIER gefangen und es gibt scheinbar keine Möglichkeit, nach Hause zurückzukehren. Obwohl sie nun ihr geliebtes und schon seit der Kindheit vermisstes Stofftier sowie fast alle in der Vergangenheit verzweifelt gesuchten persönlichen Gegenstände und sogar Personen wiedertrifft und sie sich in ihren Vermutungen bestätigt sieht, muss sie feststellen, dass man sogar HIER Dinge verlieren kann ist das nicht unmöglich? An welchen Ort gelangen diese Sachen nun?
Außerdem wird Sandy nun in der realen Welt von Jack vermisst und verzweifelt gesucht, immerhin erhofft er sich von ihr, dass sie seinen vermissten Bruder findet... Seltsamerweise scheint aber niemand aus Sandys Familie nach ihr zu suchen, zu oft schon hat sie sich für einige Tage und sogar Wochen alleine zurückgezogen.
Und so gehen wir zusammen mit Sandy und Jack auf die Suche nach verlorengegangenen Personen und Dingen, allerdings in zwei verschiedenen Welten, die sich jedoch gar nicht so sehr voneinander unterscheiden.
Man wird an einen anderen Ort entführt, jenseits unserer bisherigen Vorstellungen und wer weiß, vielleicht gibt es ja tatsächlich diesen Ort Hier, an dem all unsere verlorengegangenen Gefühle und Werte aufgehoben werden...?? Schön wäre es und so habe ich mich von Cecelia Ahern gerne mit in diese Fantasie-Welt mitnehmen lassen... Eine schöne und ungewöhnliche Geschichte, von der man sich gerne verzaubern lässt...
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Praxisnaher Erziehungsratgeber...Rezension vom 15.06.2009Der Titel machte mich auf diesen Erziehungsratgeber aufmerksam. Und nachdem ich mir das Cover näher angesehen hatte, beschloss ich, das Buch mit nach Hause zu nehmen, um es lesen zu können und vielleicht einige Tipps zur Konfliktlösung mit meinen Kindern und angehenden Jugendlichen zu bekommen.
Und tatsächlich, ich wurde nicht enttäuscht: In diesem Buch wird anhand realistischer Alltagssituationen deutlich gemacht, wie man in Konfliktsituationen mit Kindern/Jugendlichen Grenzen setzen, Regeln aufstellen, Konsequenzen ziehen und vor allen Dingen auch durchsetzen kann. Egal ob in Schulen, Kindergärten, Jugendhäusern oder zu Hause überall gibt es Regeln, Vereinbarungen, die wichtig sind und überall wo Regeln sind, werden sie auch gebrochen und genau hier setzt dieser Ratgeber an.
Das Buch richtet sich an Eltern genauso wie an Pädagogen, Erzieher, Lehrer und Sozialarbeiter, also an alle, die in Konflikte mit Kindern und Jugendlichen geraten können.
Vieles, was grundsätzlich schon lange bekannt ist, wird hier nochmal deutlich und ausführlich erläutert und vertieft. Es folgen immer wieder einzelne Gesprächssituationen, wie sie wohl überall im täglichen Zusammenleben zwischen Erwachsenen und Kindern/Jugendlichen vorkommen oder zumindest vorkommen können. Es fiel mir nicht schwer, mich damit zu identifizieren, mich in die entsprechende Situation hineinzuversetzen, und mir zu überlegen, wie ich mich wohl verhalten hätte, wäre ich an Mutters/Vaters oder des Erzieher's Stelle gewesen. Aber auch die andere Seite, nämlich die des angehenden Erwachsenen wird beleuchtet und somit das Verständnis zueinander gefördert. Durch das KEB-Prinzip (kontrolliert-eskalierende Beharrlichkeit) wird verdeutlicht, daß es in Konflikten nicht darum geht, als Sieger oder Verlierer hervorzugehen, sondern mit mentalen, verbalen und körpersprachlichen Techniken (innere Haltung, kaputte Schallplatte, gelassene Präsenz) den Streit oder Konflikt respektvoll und wertschätzend für alle Seiten zu lösen.
Diese Techniken werden einfach und anwendungsgerecht vorgestellt und immer wieder anhand von Beispielen erläutert und erklärt. Die beiden Autoren Rudi Rhode und Mona Sabine Meis haben einen praktischen und anwendungstauglichen Ratgeber geschrieben, der mir sehr geholfen hat und auch weiterhin immer in greifbarer Nähe liegt...!
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Offene und ehrliche BiographieRezension vom 15.06.2009Das Buch ist eine Autobiographie von und über Isabel Allende, einer chilenischen Schriftstellerin, die ein ganzes Jahr am Bett ihrer kranken Tochter Paula verbringt. Da nicht sicher ist, ob Paula nach Erwachen aus dem Koma ihr Erinnerungsvermögen zurückhaben wird, beschließt ihre Mutter Isabell, in einem Brief an Paula alle Ereignisse während ihres Komas, ja sogar ihr gesamtes Leben zu erzählen, damit Paula all dies irgendwann nachlesen kann.
Ob Paula, erkrankt an einer Erbkrankheit, jemals wieder aus dem Koma zurück ins Leben kehren wird und in welchem Zustand sie dann sein wird, bleibt bis zum Ende des Buches, das heißt ein Jahr lang, unklar und so durchlebt auch ihre Mutter 12 Monate lang eine Irrfahrt der Gefühle, des Hoffens und Bangens über die Zukunft ihrer Tochter.
Isabell füllt die Stunden, die sie liebend und pflegend am Bett ihrer Tochter verbringt, mit dem Schreiben dieses Briefes, am gleichen Tag, an dem sie vor 11 Jahren einen Brief an ihren sterbenden Vater begonnen hat, um sich von ihm zu verabschieden, nur dieses Mal mit dem Ziel, Paula mit diesem Brief ins Leben zurückzuholen. Gleichzeitig hilft dieses Schreiben der Mutter, ihre Gefühle und Ängste besser zu verarbeiten, auszuhalten... Indem sie schreibt, hält sie eine Innenschau, hält Meditation.
Der Leser begibt sich auf die Reise durch Isabell's Leben, die Kindheit, die verschiedenen Wohn- und Aufenthaltsorte, ihr Exil, erfährt viel über Ihre Einstellung zu Menschen, Leben, Land, Politik. Immer wieder ist diese Lebensgeschichte der gebürtigen Chilenin mit der Geschichte ihres Landes verknüpft, mit der Politik, Landsleuten, Flüchtlingen, denen sie, obwohl selber in Gefahr, immer wieder hilft, ihrem eigenen Exil.
Man ist hautnah dabei, begleitet die Autorin durch ihr Leben, ihre Kindheit, ihr Jugendalter, ihre Liebe zu ihrer Mutter, den Großeltern, später zu ihrem Mann und natürlich erst recht zu ihren Kindern und besonders zu der nun kranken Paula. Dies ist so ehrlich und einfühlsam beschrieben, daß man sich vorstellen kann, was nun in ihr, der Mutter, vorgeht, während sie hilflos am Bett ihrer Tochter sitzt und zusehen muss, wie Körper und Geist zusehends verfallen. Sie greift jeden Strohhalm auf, sei er auch noch so dünn, um eine mögliche Heilung Paulas zu erreichen. Trotz aller Rückschläge verliert sie in keiner noch so bedrückenden Lebenslage, den Mut, die Zuversicht, daß alles sich zum Guten wendet. Diese Zuversicht überträgt sich sogar auf die Mitpatienten der Station, auf der Paula liegt, und auf alle Menschen, die mit Isabell zusammentreffen.
Eine offene, ehrliche Biographie, die einen sehr persönlichen Einblick in Isabel Allendes Leben und ihre Gefühlswelt bietet...
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Sympathische Männer-WG mit Herz...Rezension vom 15.06.2009Die Hauptperson und gleichzeitig auch der Erzähler dieser Geschichte ist Oliver Krachowitzer, genannt Krach. Er wohnt in einer Fünfer-WG in Berlin. Seine Mitbewohner sind Gonzo, Tobi, Francesco, und Reto. Zusammen bewohnen sie eine sanierungsbedürftige Altbauwohnung in Berlin und teilen Wohnung, Küche mit integrierter Profi-Bierzapfanlage, eine einzige Toilette, und auch ihre Sorgen miteinander.
Die größte Sorge scheint der Zustand zu sein, daß der Hauseigentümer Wohlgemuth mit allen Mitteln, sprich abenteuerlichen Baumassnahmen, versucht, diese lästigen Bewohner loszuwerden, die ihn an der Durchführung seiner Sanierungsarbeiten hindern. Da fällt auch schon mal aus Versehen der Strom aus oder es läuft tagelang kein Wasser mehr, sogar eine plötzlich fehlende Zimmerwand bringt die WG-Bewohner nicht aus der Ruhe. Sie lassen sich nicht einschüchtern und es gelingt ihnen immer wieder, entweder durch handwerkliches Geschick oder ihren Einfallsreichtum, alle Hürden zu überwinden und sich neu zu arrangieren.
Auch Liebeskummer ist dem WG-Bewohner Krach nicht fremd: er schwärmt von Tobis Exfreundin Amelie, die regelmässig in der WG mit ihrem Hund ein- und ausgeht, kann sich aber der Anziehungskraft von Julia, einer weiteren guten Freundin der WG nicht entziehen. So ist er also hin- und hergerissen und die Entscheidung fällt ihm nicht leicht...
Doch auch im Arbeitsleben läuft nicht alles rund: Krachs Berufswunsch ist Schauspieler, mangels Engagement hält er sich zur Zeit mit einem Job als Museumswärter über Wasser und wartet auf seine große Chance. Doch zunächst muss er sich mit einer einfachen und für ihn etwas peinlichen Rolle als Ersatz-Stimme für Sesamstrassen-Ernie zufriedengeben. Es winkt sogar eine weitere Rolle, für die er nur noch das Vorsprechen bestehen muss...
Krach ist ein sympathischer junger Mann, bemüht, es allen recht zu machen, was ihn mitunter in Termin-Schwierigkeiten und immer wieder in unfreiwillig tragisch-komische Situationen bringt. Jeder Tag scheint eine neue Herausforderung zu sein. Die WG-Bewohner sind immer füreinander da, sie halten zusammen.
Gemeinschaft ist für alle Bewohner der WG wichtig, Freunde sind -fast- immer willkommen, es ist immer Bier in der Profi-Zapfanlage, an der sich jeder frei und ungezwungen bedienen darf, und so wird es nie langweilig. Schwierig wird es, wenn man einmal alleine sein will oder muss, um z.B. eine Rolle einzuüben. Dann muss man sich eben auch mal durchsetzen. Die Zimmertür (sofern vorhanden) zumachen und die Ohren auf Durchzug stellen, so schwer es auch fällt.
Mir gefällt das Buch sehr gut, die Schreibweise ist flüssig. Man erfährt im lockeren Erzählstil viele Einzelheiten aus dem Leben einer Männer WG im Allgemeinen und aus dem Seelenleben eines Mannes im Besonderen. Der Leser begleitet die Hauptperson Krach in allen Lebenslagen.
Irgendwie ist die ganze WG und vor allen Dingen Oliver Krach chaotisch, aber dennoch äußerst sympathisch. Es fiel mir sehr leicht, mich auf die besondere Situation der WG einzulassen und ich kann dieses Buch allen empfehlen, die einen heiteren, audrucksstarken Roman suchen, in dem Männer eindeutig die Hauptrollen spielen !!

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