Rezensent im Portrait

aus Sünching

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Meine Rezensionen

  • Dornröschenschlaf
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    And she was!
    Rezension vom 26.08.2012
    Carol, eine etwas graue Maus mit einem unglücklichen Eheleben scheint sich die Schuld am Verschwinden der kleinen Iris vor 11 Jahren zu geben. Sie engagiert Privatdetektive und gibt sich in Internetforen als Iris Mutter aus, nur um etwas über ihren Verbleib heraus zu finden. Und verschwindet selbst eines Tages.
    Carol wird dadurch der aktuelle Fall von Brenna, Privatdetektivin, spezialisiert auf das Finden verschwundener Personen. Brenna kommt in diesem Fall vielen Ungereimtheiten auf die Spur, aber irgendwie will kein Teil zum anderen passen. Noch dazu gibt es jemanden, der eine Aufklärung unbedingt verhindern will.

    Brenna „leidet“ am hyperthymestischen Syndrom, seit ihre Schwester vor vielen Jahren verschwunden ist. Ab diesem Zeitpunkt erinnert sie sich an jedes Detail in ihrer Vergangenheit, was ihr das Leben nicht unbedingt leicht macht. Vor allem privat.

    Der Einstieg in die Geschichte ist etwas verwirrend, hauptsächlich durch den Wechsel von Gegenwart und Vergangenheit, was mir schon bei der Leseprobe aufgefallen ist, doch der Durchblick lässt nicht lange auf sich warten. In einem eher einfachen, aber klaren Schreibstil, der zum Teil sehr detailgenau ist, schildert Alison Gaylin die Suche nach Carol und ebenso nach Iris. Iris Verschwinden wurde nie aufgeklärt und beschäftige Brenna vor 11 Jahren schon einmal.
    Die Protagonisten sind teils unsympathisch (Trent, der Assistent von Brenna, hilfreich, aber ein Weiberheld und sehr von sich überzeugt, ging mir ein wenig auf die Neven), teils
    sympathisch (Nick Morasco, Polizist, der ebenfalls an diesem Fall arbeitet und ein Auge auf Brenna geworfen hat), aber alle facettenreich und interessant charakterisiert. Die Spannung bleibt der Geschichte durchweg erhalten, ist allerdings nicht übermäßig. Brennas nicht gerade einfaches Privatleben mit Tochter und Ex-Mann läuft nebenbei mit, ebenso das Verschwinden ihrer Schwester. Da bleibt also noch Raum für die folgenden Bücher.

    Das Cover ist sehr ansprechend mit dem Grün und der geprägten Rose und passt auch gut zum Titel des Buches. Allerdings nicht für diese Geschichte. Der englische Titel, ebenso wie das Cover, passen bei weitem besser zum Inhalt.

    Ein Krimi (ein Thriller ist es eher nicht), der mich gut unterhalten hat, bei dem ich mir aber nach der Leseprobe mehr versprochen hatte. Es war das erste Buch einer Serie mit Brenna Spector, da darf es dann beim nächsten Fall ruhig noch etwas spannender sein.
  • Fünf
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    TFTS - Thanks For This Story
    Rezension vom 20.03.2012
    Es beginnt mit einer Leiche auf einer Kuhweide, in deren Fußsohlen Zahlen und Buchstaben eintätowiert sind. Der Mörder schickt die Polizei mittels dieser Koordinaten durch Salzburg und Umgebung. Sein Spiel eine Art Schatzsuche, modern Geocaching. Aber am Ziel finden die Ermittler keinen Schatz, sondern blutige Leichenteile. Um dem Täter auf die Spur zu kommen bleibt den Ermittlern nichts anderes übrig, als sich auf das Spiel einzulassen. Allerdings werden alle Zeugen der Polizei letztendlich Opfer. Das Ermittlerteam Beatrice Kaspary und Florin Wenninger scheinen vor einer unlösbaren Aufgabe zu stehen.

    Die Geschichte dreht sich um ein mir bisher unbekanntes Thema - Geocaching. Nach der Lektüre habe ich aber einiges erfahren und es hört sich spannend an. Spannend wie der Thriller (ich würde es allerdings eher als Krimi einordnen) den Ursula Poznanski für uns Leseratten geschrieben hat. Es ist kein Reisser, aber durch die Rätsel wird die Spannung bis zur letzten Seite gehalten. Naja fast, denn wer der Täter ist, wusste ich schon ein wenig früher. Was aber nicht negativ ins Gewicht fällt, da der Krimi an sich gut geschrieben ist. Stimmig ist er zum Großteil auch. Auf Seite 70 und Seite 254 habe ich zwei Fehler, aber nur kleine, gefunden.

    Das Ermittlerteam ist sympathisch mit allerlei privaten Problemen, die auch Raum im Buch bekommen. Vielleicht ein wenig zu viel, bei Beatrice zum Beispiel. Die beiden anderen im Team, Florin und Stefan, verblassen etwas neben ihr.

    Der Schreibstil von Frau Poznanski ist unkompliziert und gut zu lesen. Ihre Beschreibungen regen die Fantasie und das Kopfkino an, sind detailliert ohne zu ausführlich zu sein.
    Der „Galgenvogel“ sitzt wartend auf einem Zaun - das Cover passt seht gut zum Inhalt und zum Titel des Buches, auch wenn es auf den ersten Blick eher unscheinbar ist.

    Wer Spaß am Rätseln hat und sich ein wenig über das Thema Geocaching schlau machen möchte, dem kann ich diesen Krimi wärmstens empfehlen. Aber auch dem Leser, der einfach einen guten Krimi lesen will, wird bei dieser Unterhaltung nicht zu kurz kommen.
  • Schuld währt ewig
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    „Das Leben ist der Güter höchstes nicht...“
    Rezension vom 09.01.2012
    Ein Mann wird in der Dämmerung überfahren, eigentlich kein Fall für Tino Dühnfort und sein Team, doch irgendetwas ist seltsam. Zeugenaussagen und Ungereimtheiten deuten eventuell doch auf ein Tötungsdelikt hin.
    Und es folgen noch weitere Todesfälle, die zu Anfang in keinem Zusammenhang zu stehen scheinen. Und sogar ein Richter gerät ins Visier der Ermittler.

    Es gibt viele Handlungsstränge in diesem Krimi, doch den Überblick verliert man nicht. Zum einen trifft man auf Sanne, die die Einsamkeit in ihrer Künstlerwerkstatt sucht. Sie ist schuldlos schuldig am Tod eines Kindes. Sie hat zwei Freunde, Herrn Kater, der ihr zugelaufen ist und Thorsten vom Kriseninterventionsdienst.
    Zum anderen lernt man Eugen kennen, ein Witwer, dessen Lebensinhalt darin besteht, kleine Verkehrssünden seiner Mitmenschen zu dokumentieren. Eigentlich ist der der perfekte Zeuge, doch dann zieht er es vor die Seiten zu wechseln.
    Auch Helmbichler ist wieder da, den hat Dühnfort in den Knast gebracht. Und Helmbichler hat Rache geschworen.

    In diesem Buch erfährt man mehr über das Privatleben der Ermittler. Vor allem Alois steht diesmal im Mittelpunkt, der ja in den vorherigen Büchern eher im Hintergrund blieb. Sein Groll gegen Tino, dem er anscheinend nichts recht machen kann und der ihm mangelnde Teamarbeit vorwirft. Seine Frauengeschichten, die ihn aber in letzter Zeit eher unzufrieden machen. In diesem Fall macht er eine immens positive Entwicklung durch und wird dadurch sympathischer. Von Tino und Gina sind Entscheidungen gefordert, denn ihre Beziehung können sie, als Kollegen der gleichen Abteilung, so nicht weiterführen. Tino versucht sich ein wenig zu öffnen und weniger grüblerisch und eigenbrötlerisch zu sein.

    Ein Fall bei dem Schuld und Unschuld nah beieinander liegen. Wie gehen „Täter“ und Opfer oder Angehörige der Opfer damit um wenn es keine strafrechtliche Verurteilung gibt? Wenn der „Täter“ schuldlos schuldig ist? Wer würde soweit gehen und Selbstjustiz als Weg der Verurteilung wählen?

    Inge Löhnig hat wieder einen Krimi mit facettenreichen Protagonisten, lebendigen Szenarien und intelligentem Humor geschrieben.
    Leider war das Buch nach zwei Tagen schon zu Ende gelesen. Schade, denn wieder lässt Inge Löhnig mich ungeduldig wartend auf den nächsten Dühnfort zurück.
  • Der Augenjäger
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    Es kreuzen sie die Pfade des Bösen
    Rezension vom 04.10.2011
    Alina Gregoriev wird von der Polizei, genauer gesagt von Kommissar Stoya, mehr oder weniger um Hilfe gebeten. Sie soll einen Häftling behandeln um Hinweise auf sein nächstes Opfer zu bekommen, denn die Beweise reichen nicht aus und er muss aus der U-Haft entlassen werden. Alina soll ihre Fähigkeiten als „Medium“ bei Zarin Suker einsetzen, einem Augenchirurg, der verdächtigt wird, ein blutiges Hobby zu haben. Er soll seinen, ausschließlich weiblichen, Opfern die Augenlider entfernen und sie dann vergewaltigen. Dann lässt er sie wieder frei, doch die Frauen fühlen sie alles andere als frei nach diesem Martyrium und begehen Selbstmord.
    Alina wird tiefer in diesen Fall hinein gezogen, als sie sich hat vorstellen können. Und ihr Freund Zorbach...

    Sebastian Fitzek hat an „Der Augensammler“ angeknüpft und die Warnung, die er am Anfang von „Der Augenjäger“ ausspricht, ist angebracht. Denn wer „Der Augensammler“ nicht gelesen hat, wird sich oft fragen, was ist im ersten Teil genau passiert. Oder die Lesefreude am ersten Teil verlieren, weil der Zweite alles verrät. Also gut überlegen, bevor ihr zu lesen beginnt.

    Das Buch war wieder innerhalb weniger Tage gelesen, Fitzek ist seinem Schreibstil treu geblieben, flüssig und schnörkellos. Am Anfang muss sich der Leser wieder durch die einzelnen Handlungsstränge hangeln, die erstmal jeden Zusammenhang missen lassen.
    Die Geschichte ist von Anfang an spannend, allerdings findet dann keine Steigerung mehr statt. Die Spannung ist von Anfang bis zum Ende ungefähr gleichbleibend. Vor allem dann, wenn man ab Seite 200 eine ungefähre Ahnung hat, wie sich die einzelnen Handlungsstränge zusammen finden und das Ende aussehen könnte. Da bleiben dann leider die Überraschungen aus. Doch ich habe trotzdem mit Freude weiter gelesen und fühlte mich am Ende bestätigt. Auch nicht schlecht. Das letzte Kapitel hätte mich dann aber doch fast überrascht, aber Fitzek wäre nicht Fitzek, wenn...
    Ja, und natürlich die Danksagung, auch immer sehr lesenswert, was der Herr mit der Macke so schreibt.

    Insgesamt hat mir „Der Augenjäger“ besser gefallen als „Der Augensammler“, allerdings sind einige Szenen schon etwas weit hergeholt und nicht sehr glaubhaft oder nachvollziehbar. Aber da Sebastian Fitzek von Buch zu Buch besser wird, werde ich auch den nächsten Band mit Spannung erwarten, auch wenn es wieder ein Jahr dauert. Denn ich glaube, er hat sich doch wieder ein Fitzelchen Raum für eine Fortsetzung gelassen.
  • An jedem neuen Morgen
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    Am Ende bleiben die guten Erinnerungen
    Rezension vom 04.07.2011
    Amy Rosenblatt stirbt völlig unerwartet und hinterlässt drei Kinder und einen Ehemann. Die Eltern von Amy kümmern sich ab dem Zeitpunkt um die Kinder und ziehen in das Haus der Familie. Oma Ginny sieht zu, dass der Alltag funktioniert und Opa Roger übernimmt das Frühstück und was sonst noch so anfällt. Mit der Zeit wird das Leben wieder erträglicher und alle geben ihr Bestes. Und Amy ist immer bei ihnen.

    Das Buch ist eine eher lose Aneinanderreihung von kleinen Geschichten und Anekdoten, welche zum Teil vor und zum Teil nach Amys Tod spielen. Erschienen sind diese Geschichten erstmal in einer Zeitung, danach als Buch.

    Roger Rosenblatt hat ein leises, autobiografisches Buch geschrieben, über seine Trauerbewältigung, über seine Wut darüber, dass seine Tochter einfach aus dem Leben gerissen wurde. Und darüber, wieder in das „normale Leben“ zurück zu finden. Er schreibt über den Zusammenhalt in der Familie und wie wichtig dieser ist. Auch das man sich nicht in seiner Trauer verkriecht.

    Die tagtägliche Harmonie ist etwas unwirklich. Auch kommt einem manche Geschichte etwas überzogen vor, aber vielleicht wird das in den USA so gehandhabt. Auch die vielen Personen, die der Autor erwähnt, zum Teil ohne Grund wie es scheint, vermitteln den Eindruck, er möchte mitteilen, wie bekannt sie sind. Als Leser kann ich aber mit den vielen Namen, die sofort wieder verschwinden, wenig anfangen.

    Mir fehlte ein wenig die persönlich Note in diesem Buch. Ich hatte den Eindruck, dass der Autor doch nicht zuviel von sich preisgeben will.

    Das Cover ist sehr schön und vermittelt Gemütlichkeit und Geborgenheit. Das Buch ist ziemlich dünn und an einem Tag gelesen. Traurigkeit hat es bei mir nicht ausgelöst, dazu ist die Sprache zu wenig emotional. Aber nachdenklich geworden bin ich schon, denn obwohl der Tod tagtäglich stattfindet, setzt man sich zu wenig damit auseinander.

    Hilfestellung zur Trauerbewältigung kann dieses Buch nicht geben, dazu wird der Leser doch zu sehr außen vor gelassen. Aber ich glaube, diesen Anspruch hat es nicht.
  • Die Freundin meines Sohnes
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    Wenn ein Vater zu sehr liebt
    Rezension vom 20.02.2011
    Familie Dizinoff gehört der gehobenen amerikanischen Mittelschicht an. Pete ist Internist mit eigener Praxis und Elaine unterrichtet. Sie haben einen Sohn, Alec, ein lange ersehntes Wunschkind, behütet aufgewachsen, mit allen Annehmlichkeiten. Sie wohnen in einem schönen Haus in New Jersey und sind mit Joey und Iris seit langer Zeit sehr gut befreundet. Ein zufrieden stellendes Leben. Doch die Fassade beginnt zu bröckeln. Alec verliebt sich in Laura. In die Laura, welche vor 13 Jahren schwanger war, ihr Kind in der Bibliothekstoilette zur Welt brachte und tötete. New Jersey machte ihr daraufhin den Prozess. Seitdem war Laura in der Weltgeschichte unterwegs. Hat bei Verwandten gewohnt und sich die Welt angesehen. Sie ist 10 Jahre älter als Alec und die Tochter von Pete‘s bestem Freund Joey. Zum Leidwesen von Pete ist Laura zurück und verdreht Alec den Kopf. Als Alec sein Studium nicht fortsetzen will, sondern plant, mit Laura nach Paris zu gehen, sieht sein Vater rot.
    Doch nicht nur das belastet Pete Dizinoff, auch ein möglicher Prozess gegen ihn wegen widerrechtlicher Tötung setzt ihm zu.

    Pete Dizinoff erzählt die Geschehnisse aus seiner Perspektive und dafür ein Kompliment an die Autorin, die sich überzeugend in den zerrissenen Charakter dieses Mannes hinein versetzen kann. Der glaubt, nur das Beste für seinen Sohn zu wollen, sich in das Leben des erwachsenen jungen Mannes einmischt und diesen dadurch immer weiter von der Familie entfernt. Er treibt ihn direkt in die Arme der Frau, von der er ihn wegholen will, weil sie in seinen Augen nicht gut genug für ihn ist. Eine Kindsmörderin. Er ist durch seine übertriebene Vaterliebe so verblendet, dass er nur noch selbstgefällig und selbstgerecht agiert. Er vergisst, was wirklich zählt im Leben und stößt sein ganzes Umfeld vor den Kopf, vor allem seine Frau und seinen Sohn. Er erkennt nicht, dass Alec bei Laura findet, was sein Vater ihm nicht gibt, sie akzeptiert ihn so wie er ist. Denn obwohl er seinen Sohn über alles liebt, versucht er ihm seinen Lebensentwurf überzustülpen und ich glaube, das ist noch in fast keiner Familie gut gegangen.

    Der Roman wird aus der Gegenwart und in Rückblenden erzählt und als Leser bekommt man dadurch ein sehr vollständiges Bild der Ereignisse.

    Wer Kinder hat wird bestimmt darüber nachdenken, wie weit er gehen würde, nur zum Besten für sein Kind. Doch jeder muss sein eigenes Leben gestalten und eigene Fehler machen. Irgendwann ist man als Eltern eben nur noch Zuschauer, eine Rolle, die so manchen Eltern nicht liegt.

    Die Freundin meines Sohnes ist ein Roman der leiseren Töne, ohne Effekthascherei. Er widerspricht der „Norm“, dass es eigentlich die Mütter sind, die zu sehr lieben.


    Was mir negativ aufgefallen ist, waren die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler.
  • Stadt, Land - Schluss
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    Selbstmitleid, Frust und Jammerei
    Rezension vom 16.12.2010
    Judith, verheiratet, Mutter von zwei Kindern und schwanger, zieht freiwillig unfreiwillig von London nach Northumberland. Und warum? Ihr Mann liebt das Landleben. Doch Judith will sich eigentlich gar nicht Einleben in Northumberland, denn sie liebt London und ihr Leben dort. Hinzu kommt, dass der Ehemann die meiste Zeit in London verbringt und Judith mit den Kindern und allen anderen Widrigkeiten auf dem Land allein lässt. Aber er muss ja arbeiten. Wie Judith es schafft sich in ihrem neuen Leben einzurichten und ob es am Ende Northumberland bleibt lässt sie ihre Umwelt wissen, indem sie sich alles in einem Blog von der Seele schreibt.

    Die Leseprobe hat mich sehr neugierig gemacht und ich war auch sehr angetan, obwohl ich diese Art von Lektüre normalerweise nicht lese. Ich habe mir das Buch gekauft und war dann doch etwas enttäuscht.
    Der Roman ist autobiographisch und die Autorin hat ihre Blogeinträge zu einem Buch verarbeitet. Der Aufbau des Buches ist in Tagebuchform und so bleiben die Kapitel kurz. Was ich ganz nett finde sind die kleinen Illustrationen auf einigen Seiten. Schön ist auch das Cover gestaltet.
    Wenn man allerdings die ersten Monate gelesen hat, fängt die Autorin an sich zu wiederholen. Sie will sich einfach nicht einfinden in das Leben auf dem Land und irgendwann geht dem Leser dieses Gejammer auf die Nerven. Sie tut nichts, oder nur sehr wenig dazu, um es sich leichter zu machen. Die Witzigkeit bleibt dabei leider auf der Strecke, den sie macht aus jeder Mücke einen Elefanten. Leider schafft sie es auch nicht mit ihrem Mann ein vernünftiges Gespräch über die Situation zu führen und so verliert sie sich immer mehr im Selbtmitleid.
    Die einzige Stelle, die mich wirklich berührt hat war, als sie von ihrem totgeborenen Kind erzählt.

    Ein Buch, welches leider weder interessant noch besonders witzig ist. Wer den Anfang gelesen hat, hat das Beste schon hinter sich.

    Und den Füllstand des Benzintanks sollte man einfach beim Losfahren kontrollieren.
  • Die Zahlen der Toten
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    Blutiger Schnee... und ein Geheimnis
    Rezension vom 15.12.2010
    Kate Burkholder, seit kurzer Zeit erst Polizeichefin in Painters Mill, Ohio wird durch einen brutalen Mord von ihrer Vergangenheit eingeholt. Der Mörder misshandelt und verstümmelt die Leichen auf grausame Weise und ritzt ihnen dann eine römische Zahl ein. Nach 16 Jahren scheint der "Schlächter" wieder zurück zu sein, denn in Painters Mill wurden schon einmal mehrere junge Frauen auf die gleiche Weise ermordet. Doch Kate kann nicht glauben, dass es sich um den gleichen Täter handelt. Doch wenn sie ihr Geheimnis preisgibt, kann sie alles verlieren. Kate versucht den Fall auf ihre Art zu lösen, doch sie muss sich ihrer Vergangenheit stellen, ob sie will oder nicht.

    Der Großteil der Geschichte wird aus der Sicht von Kate, als Ich-Erzählerin, geschildert. Doch Linda Castillo wechselt auch die Perspektiven und andere Protagonisten "kommen zu Wort". Der Autorin gelingt es mühelos den Leser sofort in die Geschichte hineinzuziehen. Sie schreibt sehr plastisch, vor allem was die Art und Weise des Tötens anbelangt, da muss man schon mal durchatmen, aber auch die Gefühle kommen beim Leser an. Die Beschreibungen über das Leben der Amish People fand ich interessant, hätte etwas intensiver behandelt werden können.
    Leider gab es ein paar "fade" Stellen, an denen man Kate schütteln möchte, endlich voran zu machen, aber es lohnt sich weiterzulesen.
    Die Protagonisten sind durchweg interessante Charaktere, denn irgendwie alle verkrachte Existenzen. Jeder hat so das eine oder andere Problem, manches ist auch zu klischeehaft. Der Charakter von Agent Tomasetti zum Beispiel.
    Die Auflösung des Falles kommt ein wenig abrupt, da hätte ich mir mehr Kreativität gewünscht.

    Auch das Cover hat mir gut gefallen, da es sich auf die Lebensweise der Amish bezieht. Mit der Kutsche und dem abgelegenen Hof.

    Ein Thriller, den ich in zwei Tagen gelesen hatte, der spannend, kurzweilig, aber auch blutig und brutal ist. Er unterscheidet sich nicht unbedingt von den anderen Thrillern auf dem Markt, aber er ist empfehlenswert und es gibt Entwicklungsmöglichkeiten für Fortsetzungen. Ein durchaus gelungenes Debüt.