BuchhändlerInnen im Portrait
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Ich nannte ihn KrawatteRezension vom 02.03.2012Zwei Außenseiter, die dem Leistungsdruck nicht standhalten, sitzen sich im Park auf einer Bank gegenüber. Ein junger Mann, ein Hikikomori, so werden in Japan Menschen genannt, die, das Elternhaus nicht verlassen, sich in ein Zimmer einsperren und keinen Kontakt zu anderen haben möchten. Der zweite Mann ist um die fünfzig, hat seine Arbeit verloren, es aber seiner Frau verheimlicht und isst jeden Tag zu Mittag seine Bento-Box. Langsam kommen sich beide näher und beginnen über ihr Leben zu reden. Der Ältere weiß nicht, ob er mit seiner Frau darüber reden soll oder sich lieber das Leben nehmen soll. Der Jüngere lernt wieder zu reden, das Vertrauen zueinander wächst und er hofft jeden Tag dem anderen wieder zu begegnen. Wird ihnen ein neuer Anfang in das Leben gelingen? Ein sehr berührender, ausdrucksstarker Roman, einer jungen japanisch - österreichischen Autorin. -
Der Russe ist einer, der Birken liebtRezension vom 27.02.2012Dieses Buch hat mich sofort gepackt! Was für eine Schriftstellerin! Protagonistin Mascha ist Aserbaidschanerin und Jüdin. Ihre Großmutter hat den Holocaust überlebt. Als sie elf Jahre alt war, immigrierte sie mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie ist selbstbewusst und wollte immer mitreden können, deshalb kann sie auch fünf Sprachen und studiert Dolmetsch. Mascha liebt Elias, einen Fußballspieler. Er möchte immer etwas über ihr Trauma erfahren, das sie als Kind in Baku erfahren hatte. Doch Mascha will nicht darüber reden. Elias stirbt an einer Sportverletzung und Mascha haut Hals über Kopf nach Israel ab. Dort arbeitet sie als Übersetzerin und lässt kein Abenteuer aus. Dieser Roman sprüht vor Leben, obwohl Mascha oft verzweifelt ist. Es treffen so viele verschiedene Welten aufeinander. Ich war begeistert in diese unterschiedlichen Welten eintauchen zu dürfen. Ein Buch, das erzählt - ohne zu urteilen - das ist sehr bemerkenswert! -
Wie wollen wir leben?Rezension vom 28.01.2012Was ist Selbsterkenntnis? Wie kann ich über mein Leben selbst bestimmen? Diesen grossen, wichtigen Fragen wird in diesem Buch nachgegangen.Durch Lesen, Schreiben, Lernen entwickeln wir unser Selbst immer weiter und erfahren dadurch mehr über uns. Unser Handeln und Denken ergibt sich aus unserer Lebensgeschichte. Wie können wir also selbst bestimmen? Das erzählt uns Peter Bieri in diesen philosophischen Betrachtungen, spannend und gut verständlich. Denn erzählen ist seine Stärke, das wissen wir spätestens seit seinem Buch: Nachtzug nach Lissabon.
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Wie wollen wir leben?Rezension vom 28.01.2012Was ist Selbsterkenntnis? Wie kann ich über mein Leben selbst bestimmen? Diesen grossen, wichtigen Fragen wird in diesem Buch nachgegangen.Durch Lesen, Schreiben, Lernen entwickeln wir unser Selbst immer weiter und erfahren dadurch mehr über uns. Unser Handeln und Denken ergibt sich aus unserer Lebensgeschichte. Wie können wir also selbst bestimmen?
Das erzählt uns Peter Bieri in diesen philosophischen Betrachtungen, spannend und gut verständlich. Denn erzählen ist seine Stärke, das wissen wir spätestens seit seinem Buch: Nachtzug nach Lissabon. -
Massimo MariniRezension vom 27.01.2012Der Autor ist Schweizer und erzählt die Geschichte einer Einwandererfamilie. In den 60er Jahren wurden viele Italiener als Arbeitskräfte in die Schweiz geholt. Dort lebten sie in Baracken und mussten nach neun Monaten, wieder für drei Monate nach Italien zurück, um ja nicht, irgendwann Anspruch auf die schweizer Staatsbürgerschaft zu erheben. Massimo, Sohn und zweite Generation, lebt in der Schweiz. Sein Vater kam damals als Minenarbeiter hierher und brachte seine große Liebe mit. Sie lebten unter schwierigsten Bedingungen, sahen sich heimlich und Massimo lebte viele Jahre vollkommen illegal und geheim in kleinster Wohnung.
Dies ist seine Geschichte - sein kometenhafter Aufstieg und genauso tiefer Fall. Der Autor ist Spezialist für exakte Analysen von Menschen. Er läßt vor uns ein umfassendes Gesellschaftspanorama entstehen. Es zieht einen in die Geschichte hinein, wie ein Sog.
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Meine WildnisRezension vom 27.01.2012Super! Aus der Sicht eines 13 jährigen Mädchens erzählt, das mit ihrem Vater in der Wildnis lebt. Diese Wildnis ist ein großes Naturschutzgebiet mitten in einer Stadt. Das Leben in der Natur wird wunderbar erzählt. Selten habe ich solche Naturbeschreibungen gelesen. Die beiden holen sich Bücher aus der Bücherei und kennen alle Tricks um zu überleben. Bis plötzlich ein Jogger sie sieht und die Polizei informiert. Es beginnt eine komplett neue Geschichte. Ich erfahre auf einmal etwas über ihr früheres Leben. Das Buch nimmt eine völlig überraschende Wende, Lesen Sie selbst! -
Meine WildnisRezension vom 27.01.2012Super! Aus der Sicht eines 13 jährigen Mädchens erzählt, das mit ihrem Vater in der Wildnis lebt. Diese Wildnis ist ein großes Naturschutzgebiet mitten in einer Stadt. Das Leben in der Natur wird wunderbar erzählt. Selten habe ich solche Naturbeschreibungen gelesen. Die beiden holen sich Bücher aus der Bücherei und kennen alle Tricks um zu überleben. Bis plötzlich ein Jogger sie sieht und die Polizei informiert. Es beginnt eine komplett neue Geschichte. Ich erfahre auf einmal etwas über ihr früheres Leben. Das Buch nimmt eine völlig überraschende Wende, Lesen Sie selbst! -
BrandungswelleRezension vom 04.11.2011Dieses Buch hat zu Recht einen Buchpreis bekommen! La Hague, ein Ort im Nordwesten der Normandie - am Ende der Welt. Die Gegend ist genauso rauh, wie die wenigen Bewohner, die dort leben. Der Mann der Ich - Erzählerin stirbt und um ihre Trauer zu verarbeiten zieht es die Ornithologin in diese einsame Gegend, wo sie Vögel zählt und beobachtet. Ich konnte förmlich das Meer riechen und rauschen hören, den Wind und das Salz auf der Haut spüren - so wunderbar beschreibt die Autorin. Ein Fremder taucht auf und mit ihm kommt nach und nach, ein lang verschwiegenes Geheimnis des Dorfes zu Tage. Langsam löst sich die Trauer der Hauptfigur und sie beginnt zaghaft wieder Gefühle zu empfinden. Das Buch hat über 500 Seiten und ich wollte einfach nicht, dass es endet. Jetzt bin ich wieder in Wien und nicht mehr in der Normandie....... -
Eine PilgerreiseRezension vom 26.08.2011Eine Pilgerreise - Thomas Glavinic möchte unbedingt wissen wie das ist.
Ein Selbsterfahrungstrip - sicherheitshalber mit Freund. Doch es berührt ihn einfach nichts. Er kann die Gefühle seiner Mitreisenden nicht nachvollziehen. So sitzt er immer wieder in einer bosnische Kneipe und betäubt sich mit Alkohol. Wegen einer Angina kommen auch noch jede Menge Medikamente dazu. Später taucht auch noch sein Vater auf. Um den Pilgern zu entkommen fährt er mit dem Vater nach Split und verwickelt sich in eine irrwitzige Familiengeschichte. Sehr böse, sehr humorvoll - einfach genial! Ich liebe dieses Buch! -
Gefühlte NäheRezension vom 20.08.2011Das Buch beschreibt das Leben einer Frau, genannt N, an Hand ihrer Männer. 23x wird aus Männersicht, sehr realistisch, die Beziehung zu ihr dargestellt. N wird geliebt, umschwärmt, als Pornofantasie erlebt, betrogen, etc. Es gibt Liebesreigen aber auch Sexdramen. Was ist eigentlich Liebe? Ist Liebe überhaupt möglich? Es gibt weder gute, noch böse Liebespartner. Man weiß nie was passiert, ob man leiden oder glücklich sein wird.
Martenstein liest selbst! Wirklich gut!














