Rezensent im Portrait

Eine Kundin / Ein Kunde aus Oberösterreich

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Meine Rezensionen

  • Kap der Finsternis
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    Armes Afrika!
    Rezension vom 07.03.2013
    Inhalt:
    *********

    Burns lebt mit seiner schwangeren Frau und seinem vierjährigen Sohn in einer gemieteten Villa in Kapstadt. Während des Abendessens kommt es bei ihm zu einem Einbruch mit tödlichen Folgen. Burns muss die Leichen wegschaffen. In der Zwischenzeit sucht ein korrupter Polizeibeamter nach den beiden Einbrechern und landet schließlich bei Burns. Für Burns steht viel auf dem Spiel, da er in Amerika polizeilich gesucht wird. Er versucht den Polizisten zu täuschen. Doch dieser greift zu drastischen Mitteln, er entführt seinen Sohn. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, bei dem nicht nur Burns der Jäger ist.


    Meine Meinung:
    ***************

    Vom ersten Moment an war ich von dem Buch gefesselt. Es spiegelt ein hartes und ungeschöntes Leben in Afrika wieder. Kriminalität, Gewalt, Verzweiflung und Unterdrückung sind an der Tagesordnung. Die Handlungen sind von Drogen beeinflusst und immer weiter verschwindet man im Sumpf der Selbstzerstörung. Dieses harte Bild konnte der Autor gut veranschaulichen und hat dadurch eine überzeugende Stimmung kreiert.

    Leider fällt für mich die Story zum Ende hin etwas ab und meine anfängliche Euphorie ist etwas verflogen, da dann doch irgendwie kein richtiges Highlight heraus sticht oder sich eine Wendung ergibt, die mich überrascht hätte. Dennoch ist die Geschichte solide durchdacht und man hegt Sympathie und Antipathie gegenüber den Darstellern. Nur so richtig konnte mich das Buch jetzt nicht umreißen.

    Gut hingegen finde ich aber, dass der Autor es geschafft hat die verschiedenen Personen und deren Leben miteinander zu verweben. Dies finde ich gut gelungen. Er versucht auch nicht krampfhaft ein Happy End herbei zu führen, sondern lässt den Dingen seinen Lauf.

    Das Buch ist nicht schlecht, reißt mich aber jetzt nicht so ganz vom Hocker. Solide, aber ohne eine wirklich überraschende Wendung.
  • Totenzimmer
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    Wie ein Unfall!
    Rezension vom 28.01.2013
    Inhalt:
    **********

    Die Rechtsmedizinerin Dr. Maria Krause folgt ihrer besten Freundin Nkem nach Odensee und nimmt dort eine Stelle an der Männer dominierenden Medizinfakulät an. Mitten in der Nacht wird sie zu einem Mordfall beordert. Es handelt sich um ein junges Mädchen, das verstümmelt wurde und seltsame rote Punkte aufweist. Maria wird an einen alten Fall erinnert und versucht auf eigene Faust zu recherchieren. Dabei hat Maria selbst mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen.


    Meine Meinung:
    *****************

    Ungewöhnlich. Das war mein erster Gedanke zu dem Buch. Maria ist definitiv eine interessante Romanfigur, da sie so fern ab jeglichen Klischees ist. Schlichtweg kann man einfach sagen, dass Maria einen an der Klatsche hat und wenn man glaubt, es kann nicht mehr schlimmer kommen, belehrt sie mich eines Besseren. Maria agiert unerwartet und verkörpert nicht das Bild einer perfekten Singlefrau, viel zu abgedreht sind ihre Vorlieben. Irgendwie hat es mich gefesselt, obwohl ich vehement den Kopf zu mancher Situation geschüttelt habe. Aber das macht irgendwie den Reiz aus, denn man kann Maria einfach nicht richtig einschätzen und sie überrascht ganz einfach. Es ist irgendwie wie mit einem Unfall, man will nicht hinsehen, aber man kann auch nicht wegsehen.

    Für mich ist Maria erfrischend und dabei überhaupt nicht vorhersehbar. Gut fand ich auch, dass der Mörder auch aus der Ich-Perspektive zu Wort gekommen ist und von seinem Leben erzählt hat. Die Texteinschübe in Form einer Tagebucherzählung fand ich gut und lieferten etwas Spannung.

    Ein paar Fragen, die den Fall betrafen, blieben aber leider offen und der Schluss war vielleicht einen Ticken zuviel. Sogar für die abgedrehte Maria. Alles in allem bin ich aber selbst erstaunt, dass ich mich so gut mit Maria amüsiert habe. Ich glaube ganz einfach, weil mich die Autorin so überraschen konnte, dass ich gar keine Zeit zum Nachdenken hatte, ob so jetzt alles überhaupt sein kann.

    Der Stil ist manchmal etwas derber, jedoch fügt sich dies gut in die Geschichte ein. Ich kann mir vorstellen ein weiteres Buch über Dr. Maria Krause zu lesen, da ihre Geschichte sicher noch nicht abgeschlossen ist. Mir hat es bis auf ein paar Mankos aber gut gefallen. Wie gesagt, das Buch ist halt wie ein Unfall!
  • Der Knochenbrecher
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    Selbstmord mal anders!
    Rezension vom 28.01.2013
    Inhalt:
    **********

    Ein neuer Serienkiller hat es in LA auf junge Künstlerinnen abgesehen. Doch dieses Mal tötet der Killer sie nicht mehr selbst, sondern überlässt es den ahnungslosen Opfern. Robert Hunter und Carlos Garcia stehen unter Hochdruck, um den Killer zu fassen, denn immer mehr Opfer tauchen auf.


    Meine Meinung:
    ******************

    An sich hat mir das Buch gut gefallen. Man wird wieder mal vom Autor überrascht, doch irgendwie konnte es mich dieses Mal nicht so in seinen Bann ziehen. Irgendwie hätte ich mir erwartet mehr über Hunter zu erfahren. Doch in diesem Band erhält man auch wieder kaum Informationen über sein Leben. Jedenfalls nichts, dass man nicht schon kannte. Der Autor dürfte ruhig etwas Tiefe in seinen Protagonisten bringen, von daher sehe ich diese Geschichte etwas schlechter, als seine Vorgänger.

    Von der Handlung wurde ich aber nicht enttäuscht und es ging wieder brutal bei der Katz und Maus Jagd zu. Chris Carter Fans kommen wieder auf ihre Kosten, denn mit Blut wird nicht gespart.

    Das Buch ist eigentlich nicht schlecht gemacht, jedoch fehlte mir ganz einfach die Entwicklung von Hunter und Garcia. Man verfolgt beim Lesen souveräne Polizeiarbeit, bei der die Puzzleteile aneinandergefügt werden, sich Irrungen und Wendungen ergeben und das in einem guten Tempo. Nur agiert mir dies sehr nach Schema F, da ich eher das Gefühl habe die einzelnen Schritte und Aktionen werden abgearbeitet, bis man dem Mörder gegenübersteht.

    Gegenüber den Vorgängerbüchern bin ich dieses Mal nicht restlos begeistert, dennoch kommt man als Thrillerfan auf seine Kosten. Ein Nachfolgebuch werde ich gerne lesen, nur sollte man Hunter und Garcia mehr Leben einhauchen, da sonst auf Dauer diese Serie nicht funktionieren kann.

    Vom Buchtitel sollte man sich nicht täuschen lassen, denn aus mir unerfindlichen Gründen, wurde wohl mal wieder der Titel erwürfelt. „Knochen brechen“ hat nämlich in keiner Weise irgendetwas mit der Handlung zu tun. Die Opfer sterben grausam, doch ihre Knochen sind noch in Takt!

    Ein solides Buch, das in der B-Note von mir leider Abzüge bekommt. Ich bin gespannt, wie es weiter geht und ob ich der Serie noch danach treu bleibe.
  • Langenscheidt Diät-Deutsch
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    Lachen auf Diät!
    Rezension vom 28.01.2013
    Bei Diät-Deutsch handelt sich um ein kleines Handbuch, dass aus humorvoller Sicht verschiedene Diätbegriffe umschreibt. Leider kann das Buch aber meinen Humor nicht kitzeln, ja sogar das Schmunzeln fällt mir schwer. Es ist einfach nicht meine Art des Humors und da kann man noch so sehr mit der Brechstange werkeln, es berührt meine Lachmuskeln einfach nicht.

    Das Buch ist auch nicht ganz ernst zu nehmen und Abnehmwillige werden damit keine Anleitung für eine neue Superdiät vorfinden. Vielmehr werden Begriffe rund um den Diätwahn erklärt und in jedem Satz versteckt sich ein Gag, der ja ach so lustig sein soll. Es finden sich in dem Buch auch Widersprüche, einmal wird man motiviert abzunehmen und das andere mal bekommt man gnadenlos vor Augen geführt, dass Diät halten einfach keinen Sinn macht. Den Sinn hinter diesem Buch kann ich nicht so richtig verstehen. Liegt einfach wohl daran, dass mich der Humor nicht erreicht und es deswegen auch schon ein Großteil des Buches an mir vorbeigeht.

    Gestaltet ist das Buch recht nett und man kann es schnell zwischendurch lesen. Für mich war das Buch jetzt nicht richtig schlecht, jedoch auch kein Highlight, da es auch irgendwie nichts Neues an Diätbegriffen oder Sonstigem gebracht hat.

    Das Buch ist kurzweilig und nett gestaltet, mehr aber auch nicht. Wer sich dafür interessiert, sollt mal rein lesen und selbst entscheiden ob der Humor zu einem passt. Wenn ja, dann halten Sie sicher ein Buch in Händen bei dem sie herzhaft Lachen können. Und wenn nicht, dann auf zu neuen Ufern!
  • Das Geflecht
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    Was man in einer Höhle so alles findet!
    Rezension vom 07.11.2012
    Inhalt:
    **********

    Tia ist blind und zugleich Höhlenforscherin. Gemeinsam mit ihrem Partner Leon forscht sie in den unterschiedlichsten Höhlen dieser Welt. Nach einem Vortag erhält sie einen dringlichen Anruf. Zwei Jugendliche sind in einem stillgelegten Bergwerk abgestürzt und Tia ist ganz in der Nähe, um zu helfen.
    Obwohl Tia blind ist, hat sie sich diverse Fähigkeiten erarbeitet, um gefahrlos in einer ihr unbekannten Höhle zu klettern. Die Rettungsaktion verläuft anfangs recht gut, doch dann stürzt der Schacht ein und Tia muss einen Weg aus der Höhle finden. Die Zeit drängt, denn es gilt nicht nur die anderen zu retten, sondern auch dem Geflecht zu entkommen.


    Meine Meinung:
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    Anfangs dachte ich, dass die Geschichte mit einer blinden Höhlenforscherin, die Menschenleben rettet, nicht gerade so toll sein kann. Blinde Menschen sind im Alltag zwar nicht hilflos, aber in einer Höhle rumkraxeln, bei der man nicht sieht wohin man Tritt und wo die Gefahr lauert, übersteigerte meine Vorstellungskraft. Dennoch hat sich die Neugierde bei mir gemeldet. Ich wollte ganz einfach wissen, wie der Autor diesen Umstand dargestellt hat. Und des Weiteren hatte ich mir durch das Geflecht in der Höhle erhofft, dass etwas fiktive Spannung auf mich wartet. So wie, Realität trifft auf das Unmögliche.

    Tja, das Geflecht stellte sich als Pilz heraus, der zwar Mensch anknabbert, aber das ganze wurde eher naturwissenschaftlich behandelt und hatte nichts Übernatürliches. Mir hätte es aber besser gefallen, wenn sich dadurch mehr Spannung aufgebaut hätte. Diese lässt nämlich etwas nach und hat mich nicht so richtig gepackt.

    Tia ist zwar eine bemerkenswerte junge Frau, macht aber durch ihre Verschlossenheit und Alleskönnerei manchmal etwas Unmut bei mir. Verständlicherweise ist es für einen Sehenden in der Dunkelheit sehr schwer sich zurechtzufinden, aber manche Situationen konnte ich ihr nicht so wirklich abkaufen.

    Das Buch enthält zwar alles was eine solide Story beinhalten sollte, jedoch leider keinen absoluten Spannungsmoment. Ich habe mit den Verschütteten nur am Anfang etwas mitgefiebert. Als für mich klar wurde, dass nicht mehr wirklich etwas Außergewöhnliches passieren wird, ist auch meine Begeisterung etwas in den Keller gerutscht.

    Der Autor setzt die Handlung gut um und ist sprachlich flüssig unterwegs, nur fehlt mir der Aha-Moment, da es doch schon etwas vorhersehbar war.

    Ich sehe die Geschichte im Mittelfeld. Dennoch bietet sie eine gute Unterhaltung für zwischendurch. So richtig konnte ich aber nicht mitfiebern.
  • Entrissen
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    Dein Baby wird dich niemals sehen!
    Rezension vom 15.10.2012
    Inhalt:
    **********

    Als Schwangere lebt man gefährlich, denn zur Zeit sorgt ein Serienkiller mit seiner brutalen Tötungsmethode für Aufsehen. Er betäubt die Frauen und schneidet ihnen das Kind aus dem Bauch. Phil von der Mordkommission versucht mit seinem Team dem Mörder so schnell wie möglich auf die Spur zu kommen. Um ein umfassendes Täterprofil zu erhalten wird die Psychologin Marina hinzugeholt. Phil und Marina hatten schon mal gemeinsam einen Fall gelöst und sich dabei in einander verliebt, doch ein traumatisches Erlebnis hat ihre Beziehung beendet.
    Das Team arbeitet unter Hochdruck und es sieht so aus, als hätten sie den Mörder gefunden. Doch Marina ist von dessen Unschuld überzeugt. Während man den Verdächtigen vernimmt geschieht ein neuer Mord.


    Meine Meinung:
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    Der Thriller präsentiert sich recht solide, nur verschwendet man zuviel Zeit mit der Ermittlung des falschen Verdächtigen. Dem Leser ist schon lange klar, dass er es nicht sein kann, doch es wird mit aller Vehemenz versucht ihn zu einem Geständnis zu zwingen. Hier hätte man getrost etwas herunterschrauben können.

    Das Buch legt brutale Morde an den Tag, die einen erschaudern lassen. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie ein Baby aus dem Bauch geschnitten wird. Aber leider gab es dies schon oft in der Realität. Einfach gruselig! Ansonsten bleibt die Autorin mit Gewaltszenen auch nicht hinter dem Berg und sie kann damit überraschen, weil diese für die Spannung beitragen. Zum Schluss hin habe ich mitgefiebert, obwohl ich den Täter glaubte zu kennen, schafft es die Autorin mich auf die falsche Fährte zu locken und so etwas finde ich gut und entschädigt mich für das zulange Festhängen am ersten Verdächtigen. Die Autorin fügt ganz gezielt immer wieder kleine Happen ein, die ganz einfach zum Lesen anregen.

    Die Liebesgeschichte zwischen Phil und Marina ist nicht gerade einfach. Aber Marinas Beweggründe ihn beim ersten Mal zu verlassen, finde ich etwas dünn. Ansonsten ist es ganz nett, wenn sich unter diesen Gräueltaten auch ein bisschen was für das Herz versteckt.

    Das Buch kann überraschen und bietet dem Leser gute Unterhaltung, jedoch startet das Buch mit angezogener Handbremse. Ich bin gespannt, wie sich die Autorin in anderen Büchern entwickeln wird und möchte gerne wieder etwas von ihr lesen.
  • Die Hurenkönigin
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    Die Königin wird´s schon richten!
    Rezension vom 15.10.2012

    Ursel ist die Gildevorsteherin der Hurenzunft. Als eine Hure aus ihrem Freudenhaus verschwindet macht sie sich Sorgen. Wenig später wird die verstümmelte Leiche von Rosi gefunden. Ursel ist außer sich und versucht den Mörder zu finden. Aber nicht nur der Mord an Rosi sorgt bei Ursel für Kopfzerbrechen, auch der Umstand, dass die Geschlechtspest grassiert, macht ihr Leben nicht leichter. Für die wöchentliche Untersuchung wird die Nonne Theodora bereitgestellt, die die Huren verabscheut und dies unmissverständlich klarmacht. Hat Theodora etwas mit dem Mord zutun? Die Lohnsetzerin des Hurenhauses lässt sich daraufhin im Kloster nieder und versucht Theodora auszuhorchen. Währenddessen verschwindet aber noch eine Hure. Als sich Ursel wieder einigermaßen gefangen hat, macht sie sich auf, um den Mörder selbst zu stellen.


    Das Buch spiegelt die Zeit aus dem 16. Jahrhundert gut wieder. Man erhält gute Eindrücke, wie das Leben früher war und über manches muss man den Kopf schütteln. Nicht weil die Autorin Käse geschrieben hätte, sondern weil das Verständnis in dieser Zeit einfach von sehr wenig Freigeist zeugt.

    Die Autorin nimmt beim Schreiben kein Blatt vor den Mund und manche Szenen überraschen mit einer gewissen Brutalität und Freizügigkeit. Jedoch würde man von dem Buchtitel auch nichts anderes erwarten.

    Das Buch ist großteils aus der Sicht von Ursel geschrieben. Nur leider werde ich mit der Ursel nicht so warm. Einerseits ist sie eine Kämpfernatur und lässt sich nichts gefallen, andererseits zerfließt sie in Selbstmitleid und steckt den Kopf in den Sand. Sobald sie Herzschmerz verspürt flüchtet sie sich in ihr Zimmer und betäubt sich mit Theriak, einem Beruhigungsmittel. Alles Kämpferische ist wie von ihr gewichen und man möchte sie am liebsten schütteln. Die erste Flucht in den Theriak kann man ihr noch verzeihen, aber beim zweiten Mal hätte es nicht mehr sein müssen. Es ist schon recht, wenn man sieht, dass eine gestandene Frau auch Gefühle hat, doch grenzt es eben hier sehr viel an Selbstmitleid und macht keinen guten Eindruck.

    Unnötig fand ich auch, dass sich ihr Geliebter sofort von ihr abwendet. Gut, nach dem ersten Theriak-Missbrauch hat Ursel ihm das Versprechen gegeben keines mehr zu nehmen, aber nach dem Rückfall macht er mit ihr sofort Schluss. Mir fehlt hier ganz einfach etwas Tiefe und Emotionalität. War mir persönlich etwas zu schnell abgetan, für die weitere Geschichte zuträglich aber mir nicht ganz so passend. Da ja großteils von Ursel berichtet wird, bleibt für die anderen Figuren nicht soviel Platz und sie bleiben eher blass und wirken wie Randfiguren. Auch von Ursel erfährt man nicht allzu viel.

    Die Geschichte ist zwar gut erdacht, nur leider wusste ich schon früh, wer für die Morde verantwortlich ist. Das Motiv ist gut gewählt und überzeugend. So richtig Spannung wird aber nicht erzeugt.

    Insgesamt sehe ich das Buch eher durchschnittlich, da mir die Personen zu blass bleiben und weil zwar viel passiert, dies jedoch irgendwie als Lückenfüller präsentiert wird und sich in der Geschichte eigentlich verläuft. Es ist ein solides Buch, das gute Ideen hat, mir jedoch zu viel an der Oberfläche bleibt.
  • Sterbenswort
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    Vergiss mich nicht!
    Rezension vom 24.09.2012

    Inhalt:
    **********

    Kathrin Voss geht zur Zeit durch die Hölle. In ihrer Wohnung sind die Gebrauchsgegenstände nicht mehr an ihrem Platz. Erst glaubt sie ihre vierjährige Tochter sei für das Ganze verantwortlich, doch diese erklärt ihr nichts getan zu haben. Im Kindergarten, wird die kleine Mia von einem Unbekannten im Trenchcoat angesprochen, er gibt ihr einen Ring und verschwindet. Zuhause erkennt Kathrin den Ring wieder und sie wird an den tragischen Vorfall von vor 10 Jahren erinnert. In jener Nacht haben sie und ihre WG-Mitbewohner ihren toten Freund Erik von einer Brücke gestoßen. Erik trug gerne Trenchcoats und als ein man unter ihrem Wohnungsfenster steht, glaubt sie Erik wiederzuerkennen. Plötzlich meldet sich ihr ehemaliger Freund und Mitbewohner Heinrich, der E-mails von Erik bekommt. Doch Kathrin ist sich sicher, dass Erik nicht mehr lebt. Sie hatte damals selbst den Tod festgestellt. Aber jetzt beginnt sie zu zweifeln.


    Meine Meinung:
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    Dies ist nun schon das zweite Buch von Herrn Langer, das ich gelesen habe. Wieder wurde ich sehr gut unterhalten. Beim ersten Buch habe ich noch die zu schnelle Auflösung kritisiert, doch jetzt bei Sterbenswort, kam die Auflösung genau richtig.

    Die Geschichte fesselt, da sie mit den Ängsten spielt. Angefangen damit, dass jemand in die Wohnung eindringt und Sachen verstellt. Da hat es mich gleich gegruselt! Schlimm, wenn jemand in die eigene Privatsphäre eindringt, in der man sich wohl und geborgen fühlt. Wenn ich dann abends in meinem Bett lag und dieses Buch las, dann habe ich auf jedes Geräusch geachtet und mein Herz schlug schneller, nur weil eine Katze draußen geschrien hat. Diese Beklemmung ist richtig auf mich übergesprungen! Da kann man mit der Hauptprotagonistin gleich mit paranoid werden! Es ist aber auch eine Extremsituation, die Kathrin und die anderen durchleben müssen. Ein tot Geglaubter verfolgt sie und schickt ihnen Botschaften. Fast hatten sie den Vorfall mit Erik schon vergessen, doch sein Auftauchen bringt ihr ganzes Leben ins Wanken. Und selbst die Grundfesten der rational denkenden Kathrin werden von Grund auf erschüttert.

    Als Leser wird man in den Bann gezogen und kann sich der Spannung nicht erwehren. Dazu tragen auch die Rückblicke bei, die immer wieder ein Stückchen mehr preisgeben, bis man die Wahrheit um Eriks Tod erfährt.

    Das Buch liest sich schnell weg und es spielt gekonnt mit den eigenen Ängsten. Durch kleine Lesehappen wird man zum Weiterlesen regelrecht animiert und zum Dank erhält man eine gut durchdachte Story, die Hand und Fuß hat, bei der keine Fragen offen bleiben und die ein versöhnliches Ende nimmt. Nur wie es mit Kathrin weitergeht, lässt der Autor offen. Vielleicht ein Nachfolger. Immerhin ist Kathrin Ärztin, da wird es schon noch so einigen Leichen im Keller geben! Mal sehen, ich bin aber sicher wieder mit von der Partie!

    Ich kann das Buch empfehlen, da es unter die Haut geht und man einen gelungenen Pageturner nicht von der Bettkante stoßen sollte!
  • Angsthauch
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    Mir bleibt die Luft weg!
    Rezension vom 18.09.2012
    Rose lebt mit ihrer Familie in einem Cottage in England. Der Familienfrieden wird jäh gestört, als sich Polly meldet und ihr von dem Tod ihres Mannes erzählt. Da Rose und Polly Freundinnen sind, lädt sie Polly ein, zu ihr zu ziehen.
    Gareth ist zunächst von der Idee nicht angetan, da er Polly nicht ausstehen kann. Rose kann ihn aber überzeugen, doch seit Polly eingezogen ist, wird das Leben für Rose immer schwieriger und ihr Leben gerät aus den Fugen.


    Meinung:

    Der Klappentext hat mich interessiert und ich habe mich auf eine Geschichte gefreut, bei der man so richtig mitleiden kann. Gelitten habe ich dann auch!

    Erstens kam ich mit dem Stil nicht zurecht. Frau Crouch hat bekanntlich als Bühnenschriftstellerin gearbeitet und diesen Stil merkt man. Es ist kein schöner Lesefluss und alles wirkt etwas abgehakt. Sowie, als würde man eben Bühnenanweisungen lesen. Es wirkte einfach nicht rund auf mich und es holpert dahin.
    Manche Beschreibungen sind unglücklich und ich habe mir des Öfteren auf den Kopf gefasst. Zum Beispiel dreht sich Rose zur Seite, um ihre Tochter zu stillen und der Vorgang wird mit dem Säugen eines Ferkels verglichen. Manchmal wusste ich echt nicht, ob ich lachen oder weinen soll! Es holpert für meinen Geschmack zu viel und ich kann mich daher nicht fallen lassen.

    Rose geht einen mit der Zeit fürchterlich auf die Nerven. Ihr Geheimnis wird schnell mal auf den letzten Seiten ausgeplappert und hat weder für Spannung noch für Interesse gesorgt. Noch hätte man als Leser die Hintergründe erfahren wollen. Es war mir einfach egal. Vieles wurde einfach nur angerissen und bis zum Schluss erhielt man keine wirklichen Antworten.

    Das Ende war überzogen und konnte nur einen Moment Spannung erzeugen. Die Autorin hätte Wendungen einbauen können, um den Leser doch noch zu überraschen. Gut, ich war überrascht, dass Rose selbst in dieser Situation noch immer dumm, naiv und weltfremd agiert, war aber eben ein Zustand, der für mich als Leser nicht neu war.

    Die Geschichte wird immer abstruser. Ein jeder kippt sich Unmengen von Alkohol in sich rein und geht fremd. Selbst die noch stillende Rose ist von Wein und Drogen nicht abgeneigt. Nicht mal vor dem Krankenbett macht die Autorin halt und lässt Rose im Krankenhaus einen Zwitschern, während sie um ihr todkrankes Baby bangt. Was zuviel ist, ist einfach zuviel und mich beschleicht der Gedanke, dass die Autorin selbst während dem Schreiben etwas zu tief in das Glas geschaut hat.

    Anders kann ich mir das Ganze nicht erklären. Das ganze Buch verläuft unspektakulär und wird mit irrsinnigen Handlungen aufgepeppt, die Fragen aufwerfen und leider keine Antworten parat halten. Da das Buch die Sicht von Rose wiedergibt, bekommt man natürlich die ganze geballte Ladung Dümmlichkeit ab und so bleiben auch die restlichen Protagonisten blass oder sie beginnen einen zu nerven.

    Aus dem Buch hätte man mehr machen können und was ist es geworden? Nichts, denn die Geschichte verflüchtigt sich schon wieder aus meinem Kopf. Nur das Wissen, dass ich die Autorin in Zukunft meiden möchte.
  • Der Augenjäger
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    Auge um Auge!
    Rezension vom 12.09.2012
    Inhalt:
    **********

    Die blinde Physiotherapeutin Alina wird von der Polizei gebeten den Gefangenen Dr. Suker zu behandeln, der seinen Opfern die Augenlider entfernt und sie anschließend vergewaltigt. Da Alina über die Fähigkeit verfügt, bei Berührung von Personen in die Zukunft zu blicken, verspricht sich die Polizei Hinweise auf Dr. Sukers nächstes Opfer. Dies ist deshalb so wichtig, da der Arzt bald aufgrund mangelnder Beweise aus der Haft entlassen werden muss. Bei der Behandlung bietet Dr. Suker Alina an ihre Augen zu operieren und ihr somit wieder das Augenlicht zu schenken. Alina lehnt entrüstet ab, doch noch ahnt sie nicht wie nahe sie dem Angebot von Dr. Suker kommen wird.
    Währenddessen muss Alexander Zorbach einen Kampf der ganz anderen Art ausstehen, denn der Augensammler hat noch immer sein Kind.


    Meine Meinung:
    ******************

    Die Inhaltsangabe ist bewusst etwas kurz gehalten, da ich ansonsten die ganzen Aha-Effekte zerstören würde und eine ungetrübte Lesefreude ist ja bekanntlich die Beste. Eines kann ich aber auf jeden Fall versprechen, dass Buch wird überraschen. Mit geschickten Wendungen wird man wieder auf neue Wege gelockt, die spannend sind und einfach zum Weiterlesen anregen. Für mich ist das Buch ein klarer Pageturner und ich habe es verschlungen.

    Ich denke mir aber, dass man den ersten Teil kennen sollte. Die Zusammenhänge erschließen sich einfach besser und man würde sich viel von der gut konstruierten Geschichte nehmen. Man ist sicherlich sehr gut bedient, wenn man den Augensammler zuerst liest, da das Finale vom Augensammler im zweiten Band stattfindet. Zwar kann man den Augenjäger auch eigenständig lesen, da sich zusätzlich eine neue Geschichte entwickelt, aber es würden sich viele Fragen auftun, auf die man schon ausführliche Antworten im ersten Teil erhalten hat.

    Die Spannung wird in dem Buch recht hochgehalten und man fiebert richtig mit. Schonungslos wird man von einer Szene zur anderen katapultiert und durch den flüssigen Schreibstil rutscht man mit den Augen fast über die Seiten.

    Die Charaktere sind interessant, da sie nicht nach Schema F agieren. Keine sexy Superheldinnen mit grünen Augen und Stupsnäschen und auch keine testosterongeschwängerten Typen. Einfach ganz normale Menschen, die an Grenzsituationen gehen müssen. Sicher birgt der hellseherische Aspekt nicht gerade Realitätsnähe, jedoch macht dieser Umstand das Buch sehr spannend. Und he, es ist eine Geschichte, will man pure Realität, dann besser Fernseher einschalten!

    Der Schreibstil kredenzt eine schöne Stimmung in der man die Gefühle der Figuren nachvollziehen kann und keine Figur bleibt blass.

    Mit hat das Buch echt gut gefallen und kann es nur jedem empfehlen, der auf Spannung steht. Das Buch kann mit seinen Wendungen überraschen und schafft es, den Leser immer wieder ins Staunen zu bringen.