BuchhändlerInnen im Portrait

aus Bonn (Universitätsbuchhandlung Bouvier)

Gesamte Rezensionen
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Meine Rezensionen

  • Flugziel auf Kurs
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    Wächter des Himmels
    Rezension vom 06.05.2013
    Allzu schnell von "Lärmterror" sprechende Zeitgenossen würden sich sicher die "handwerklichen" Fähigkeiten dieser Truppengattung wünschen, die in diesem sehr engagiert geschriebenen Buch dargelegt wird. Im Zuge der Pazifizierung Europas nach dem Ende der Machtkonfrontation der beiden Machtblöcke NATO und Warschauer Pakt wurde die Flugabwehr vom Boden aus zuerst reorganisiert und dann als eigenständige Truppengattung aufgelöst. Was es bedeutet Ziel eines Flugzeugs oder Hubschraubers mit scharfer Munition an Bord zu sein ist uns Jetztlebenden nicht mehr präsent, Veteranen des Zweiten Weltkriegs oder der Folgekonflikte seitdem können da ganz andere Dinge erzählen. Es geht den Autoren dieses Buches auch nicht darum, ihre Arbeit irgendwie zu glorifizieren ! So wie viele Feuerwehren in dieser Zeit ihr 125jähriges Bestehen begehen erinnern sich die Soldaten der Heeresflugabwehrtruppe eben ihres Dienstes. Das er "nur" zur Masse aus Übungen bestand und die Masse der "scharfen" Einsätze nicht truppenspezifisch war spricht doch für die Truppe und nicht dagegen. Sie hat uns in der Zeit ihrer Existenz einen ziemlich ruhigen Himmel beschert. Darauf können ihre Ehemaligen stolz sein und wir Zivilisten - wenn's denn sein muss - uns der Verteidigung unseres privaten Luftraums gegen den echten oder eingebildeten Lärm der Zivilfliegerei widmen. Hauptsache keiner vergreift sich dabei in der Wahl seiner Mittel.
  • Bunker für den Kalten Krieg
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    Furcht in Beton gegossen
    Rezension vom 06.05.2013
    NIcht alle die heuzutage am Wochenende zu Mittag die Sirene(n) heulen hören sind sich bewusst, das dieser Probealarm einen ernsten Hintergrund hat(te). Als sich NATO und Warschauer Pakt noch hochgerüstet gegenüberstanden, sollte auch die Zivilbevölkerung im Fall eines "heißgewordenen" Kalten Krieges möglichst geschützt werden. Lichtjahre vom Niveau der Schweiz entfernt ist es dennoch für uns im wiedervereinigten Deutschland Lebenden sehr interessant, wie dieser Schutz baulich ausgesehen hat. Ob privater Schutzraum, "gehärtete" Tiefgarage oder Notfall-Lager für Lebensmittel, die Palette der Vorsorge - Bauwerke war vielfältig. Besser als alle großen Reden zeigen sie, wie stark die Furcht vor einem erneuten Kriegsausbruch (nicht nur) in Deutschland war. Nicht alle Bauten werden als Denkmäler erhalten bleiben, aber diejenigen die besucht werden können legen ein beredtes Zeugnis für diese gottseidank ohne ihren scharfen Einsatz überstandene Zeitepoche der Neuzeit ab.
  • Mit Miss Marple aufs Land
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    St. Mary Mead forever
    Rezension vom 27.04.2013
    In ihren Kriminalromanen hält der Tod in den verschiedensten Variationen reiche Ernte unter der vorwiegend ländlichen Bevölkerung. Trotzdem haben es britische Krimi-Schriftstellerinnen seit Agatha Christie geschafft, jeden Mord in oft geradezu idyllischer Kulisse stattfinden zu lassen. Eine liebevollere und kenntnisreicher zusammengetragene Gesamtdarstellung des kriminellen englischen Landlebens als dieses Buch kann es nicht geben. Jammerschade, das im TV-Serien-Abspann (Chief) Inspector Barnaby oder Miss Marple nicht auf dieses Schmankerl hinweisen können !
  • Field Station Berlin
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    Und lauschten gen Osten
    Rezension vom 25.04.2013
    Bis ein Gebäude zum Denkmal erhoben wird vergeht im diskussionsfreudigen Deutschland allzu oft viel Zeit. Wird es in dieser Zeit nicht mehr genutzt stellen sich schnell "wilde" Fremdnutzer ein, meist zu Lasten des Erhaltungsgrades. Wenn dann auch noch das Thema 'Kalter Krieg' dokumentiert werden soll wachsen ganz fix auf allen Seiten die Bedenken. Umso wichtiger das es in Berlin den Verein 'Berliner Unterwelten' gibt, der sich dieser in Vergessenheit geratenen Monumente des Kalten Krieges in der einstigen Haupstadt desselben fachkundig annimmt. Erforschen - dokumentieren - zeigen, auch in dieser Publikation wird das Credo des Vereins anhand eines im wahrsten Wortsinn "herausragenden" Denkmal Berlins erneut bestens umgesetzt. Macht eindeutig Lust auf mehr !
  • Burgen und Schlösser in der Eifel
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    Weit mehr als Nürburgring und Wälder
    Rezension vom 17.04.2013
    Burgenkunde kann furchtbar trocken daherkommen, hier absolut nicht ! Einfach "klasse" wie der Autor mit vielen Infos und super Aufnahmen den Appetit beim Leser weckt, beim nächsten Ausflug in die Eifel unbedingt auch die eine oder andere der beschriebenen Burgen zu besuchen.
  • Graben für Germanien
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    Wahrheit - Wissenschaft- Wahn
    Rezension vom 11.04.2013
    Geschichte kommt von geschehen und Archäologie beschäftigt sich mit der Gewinung von objektiven Erkenntnissen zu den Zeiten vor der Gegenwart. Wer so bisher dachte bekommt in diesem exzellenten Begleitbuch zur Ausstellung im Bremer Focke - Museum gezeigt, das auch Diktaturen nicht vor einer Umschreibung der Zeit vor ihrer Entstehung zurückschrecken. Es wird einem nicht nur die krude Welt der NS - Geschichtsfälscher vor Augen geführt, man kann auch für's Jetztsein wichtiges lernen. Nach der Lektüre dieses Werkes versteht man besser, warum auch drei Generationen nach Ende des sogenannten Dritten - Reichs gewisse Kreise ihre ideologische Kraft aus Germanentümelei und ideologisch aufgeladener Vor- und Frühgeschichte (ab)schöpfen. Mehr Durchblick statt gefärbter Brille wäre besser.
  • Europa erfindet die Zigeuner
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    Erkenne den Menschen !
    Rezension vom 09.04.2013
    Manche Bevolkerungsgruppen leiden fortwährend unter der Bezeichnung, die ihnen von außen aufgezwungen worden ist. Die Einwohner Grönlands und Nordkanadas möchten Inuit genannt werden, NICHT "Eskimos" ! Im Norden Skandinaviens wohnen nach ihrem Selbtsverständnis Sami, NICHT "Lappen" !
    Über kaum einen anderen Teil der europäischen Bevölkerung sind mehr Vorurteile und Fehlinformationen im Umlauf als über die Sinti und Roma.
    Es wird Zeit und ist ein nicht geringes Verdienst des Suhrkamp - Verlages, das dieses Buch im Augiasstall des unsäglichen "Zigeuner" - Unwesens endlich sachlich kräftig ausmistet !
  • Theresienstadt
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    Auch sie waren Menschen
    Rezension vom 21.03.2013
    Je länger die Ereignisse des sogenanten Dritten Reichs zurückliegen, desto mehr legt sich gerade über die grausamen Themen dieser Zeit der Schleier des Vergessens. Es wird relativiert und schöngeredet, nicht nur von neuen Anhängern des alten Ungeists. Umso wichtiger ist es wenn durch Titel wie diesen derartige Halb- und Unwahrheiten mit Fakten gekontert werden. Die Gefangenen des KZ Theresienstadt waren in keinem Altersheim und Überlebende wie Opfer verdienen es, das die Wahrheit über ihr Leiden berichtet wird und nichts anderes !
  • Verwüstung
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    Am Ende verloren alle
    Rezension vom 21.03.2013
    Von vermeintlich "Großen" Kriegen verbleiben in der Erinnerung der Nachwelt oft nur die Daten einzelner Schlachten. Was ein Krieg - zumal wenn er ein halbes Menschenleben dauerte - für die Betroffenen bedeutete, wird allzu schnell ausgeblendet.Am Ende des Dreissigjährigen Krieges gab es in der Politik, bei den Soldaten wie auch der Zivilbevölkerung nur Verlierer. Trotz seines Umfangs, der der Kriegsdauer geschuldet ist, gelingt dem Autor eine sehr anschauliche und menschliche Schilderung dieser Katastrophe der neuzeitlichen Geschichte Mitteleuropas.
  • Alles zu seiner Zeit
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    Offenheit über alles
    Rezension vom 14.03.2013
    Sehr persönlich und weit jenseits jeder "Gorbimania" gewährt uns dieser letzte Generalsekretär der KPdSU und Mitarchitekt der Deutschen Wiedervereinigung einen tiefen Einblick in sein Leben. Ein wohltuender Kontrast zu jeglicher Hofberichterstattung oder "Verdammungs" - Literatur über diesen großen Mann der russischen und europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Sehr interessant auch wegen des Blicks hinter die Kulissen der Macht in der Sowjetunion zur Zeit des Kalten Krieges.