Rezensent im Portrait
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HochspannungRezension vom 30.04.2013Im Berliner Tierpark ist ein grausamer Mord passiert. Im Pekari-Gehege werden Leichenteile gefunden. Der Tote ist von den Schweinen zerfleischt worden. Bei lebendigem Leib. Die Streifenpolizistin Sanela Beara ist als eine der ersten vor Ort und überschreitet ihre Kompetenzen, indem sie die Gelegenheit nutzt, Zeugen zu befragen und die Umgebung des Tatortes zu durchsuchen. Sie trifft auf Charlotte Rubin, die im Tierpark arbeitet und deren Aufgabe es ist, Tiere zu Fütterungszwecken zu züchten. Beara ist beeindruckt von der Liebe und dem Respekt, mit dem Rubin die Tiere, die nur ein kurzes Leben haben, behandelt. Deshalb ist es für sie auch nicht nachvollziehbar, als Rubin den Mord gesteht. Will sie jemanden schützen? Beara, die mit ihrer weiteren Karriere bei der Polizei spielt, fängt an, auf eigene Faust zu ermitteln und landet in einem kleinen Dorf in Brandenburg. In Wendisch-Bruch. Der Heimat von Charlotte Rubin. Einem Dorf ohne Männer. Einem Dorf der Mörder.
Elisabeth Herrmann ist mit Das Dorf der Mörder ein sehr spannender Kriminalroman gelungen, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Mit viel Geschick spinnt Herrmann die Fäden zusammen. Ihre Figuren sind lebendig und authentisch. Die Geschehnisse nachvollziehbar und schlüssig. Eine Geschichte, die mich durchgängig überzeugt hat. Lesen!
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Britisch vom Scheitel bis zur SohleRezension vom 30.04.2013Lord Peter Wimsey ist begeistert. Endlich kann er wieder seinem Steckenpferd, der Detektivarbeit, nachgehen. Der Architekt Thipps hat in seiner Badewanne die Leiche eines nackten, unbekannten Mannes gefunden. Und wird von Inspektor Sugg sogleich als Täter verhaftet. Wimsey ist jedoch ziemlich sicher, dass Sugg damit einen Fehler begangen hat. Er stürzt sich in den Fall und dreht jeden Stein akribisch um. Wimsey zur Seite stehen sein Butler Bunter, der von seinem Herrn einiges gewohnt ist und dies mit stoischer Ruhe über sich ergehen lässt sowie Parker von Scotland Yard, der im Fall des spurlos verschwundenen Börsenmaklers Sir Levy ermittelt. Ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen gibt?
Sayers hat einen charmanten, kurzweiligen Kriminalroman mit äußerst sympathischen Protagonisten geschrieben, den Christian Brückner mit viel Charme und Verve vorliest. Very british. Es war ein Vergnügen, ihm zuzuhören.
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Kurzweilige UnterhaltungRezension vom 29.04.2013Linda ist durch ihren Ex-Freund schwer traumatisiert. Der nach außen hin smarte Mann hat sich als Psychopath erwiesen, der Linda das Leben zur Hölle gemacht hat. Doch selbst als sie nach einem Säureanschlag Entstellungen im Gesicht davon getragen hat, unternimmt die Polizei nichts gegen ihn. Dafür aber Lindas Bruder Clemens. Linda selbst zieht sich nach Helgoland zurück, um zur Ruhe zu kommen. Eine Entscheidung, die sie noch bitterlich bereuen wird. Denn dort kommt sie in Kontakt mit dem Rechtsmediziner Paul Herzfeld. Herzfeld, der in den Diensten des BKA steht, findet beim Sezieren einer Leiche einen Zettel mit einem Hilferuf von seiner Tochter Hannah. Hannah wurde entführt und für Herzfeld beginnt eine Schnitzeljagd, die ihn von Leiche zu Leiche führen wird. Und unversehens muss Linda, die Comiczeichnerin, Leichen sezieren und sich mit vermeintlich Toten herumschlagen.
David Nathan und Simon Jäger lesen Abgeschnitten sehr gut vor. Die beiden ver-stehen es meisterlich, die Geschichte zum Leben zu erwecken. Grundsätzlich ist es eine an zwar manchen Stellen nicht glaubhafte, aber dennoch gute Geschichte mit interessanten Figuren. Auf jeden Fall kurzweilige Unterhaltung.
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Ein starker Beginn und ein schwaches EndeRezension vom 29.04.2013Hadda verliert innerhalb weniger Stunden alles. Seine Familie, seine Freunde, seinen Reichtum, sein Leben in Freiheit, seine Gesundheit. Er wird aufgrund manipulierter Beweise für Taten, die er nicht begangen hat, zu einer hohen Haftstrafe verurteilt und da er keine Reue erkennen lässt, hat er auch keine Chance, vorzeitig auf Bewährung frei zu kommen. Dr. Alva Ozigbo ist Gefängnispsychiaterin und versucht, an Hadda heranzukommen. Anfänglich hat sie keine Chance, doch nach und nach entwickelt Hadda Vertrauen zu ihr und fängt an, ihr seine Geschichte aufzuschreiben. Und seine Taten zu bereuen. Wolf Hadda kommt vorzeitig frei und beginnt damit, seine Widersacher aufzumischen.
Der Auftakt war ausgezeichnet und sehr vielversprechend. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Zum Ende hin ist die Geschichte allerdings stark abgeflacht und hat meine anfängliche Begeisterung gedämpft. Zu unglaubwürdig waren die Motive seiner Freunde, Feinde, Familie, allen voran seiner Frau Imogen, die zum Verrat an Hadda geführt haben. Ebenfalls nicht passend ist das Bild des körperlich schwer lädierten Haddas, der jedoch alle körperlichen Aktivitäten mit großer Geschmeidigkeit ausführt. Und Kiras Geheimnis, dass sie Imogen anvertraut, setzte dem ganzen noch die Krone auf. Sehr schade. Drei Sterne vergebe ich dennoch, für den starken Anfang. -
Eine schlechte GeschichteRezension vom 29.04.2013Irgendwann taucht Henry in Clares Leben auf. Henry, ein Zeitreisender. Plötzlich ist er da, bleibt für kurze Zeit und verschwindet wieder. Clare lernt ihn als Kind kennen, verliebt sich als Mädchen in ihn und heiratet Henry als junge Frau. Allerdings ist ihr Leben an Henrys Seite nicht einfach. Kaum da, schon wieder weg usw. usf. Und dann ist da noch Clares Kinderwunsch. Aber alle Versuche scheitern. Eine Fehlgeburt folgt der nächsten und die Situation wird für die beiden Liebenden immer schwerer, zumal Henry, der nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft reisen kann, weiß, ob sich der Kinderwunsch von Clare erfüllen wird oder nicht. Ein Wissen, dass er allerdings Clare nicht mitteilt. Denn sie soll unbefangen in ihre Zukunft gehen können. Doch wie soll das möglich sein?
Die Frau des Zeitreisenden ist eine der schlechtesten Geschichten, die ich bis heute gehört habe. Angeblich soll es ein Roman zum Verlieben, eine Geschichte über die Schönheit der Dauer (was immer das auch sein mag) und das Staunen der Sehnsucht sein. Für mich, die ich auch Fantasy sehr schätze und normalerweise auch kein Problem damit habe, mir das nicht Vorstellbare vorzustellen, war es nur eine wirre und verwirrende Handlung. Ohne Sinn und Verstand. Zu keinem Zeitpunkt entstand Nähe zu den Figuren. Ulrich Noethen und Maja Schön haben sich zwar redlich Mühe gegeben, das Beste aus der Geschichte herauszuholen, aber es gelang ihnen leider nicht einmal ansatzweise. Abhaken.
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Al mordet weiter oder auch nichtRezension vom 18.04.2013Vier Jahre hat Al wegen des Mordes an seiner unehelichen Tochter Miranda hinter Gittern gesessen. Vier Jahre mehr oder weniger unschuldig. Denn Miranda wurde von seiner Ex-Frau Audrey umgebracht. Und nun steht Audrey vor ihm und teilt ihm mit, dass sie alles gestanden hat und Al ein freier Mann ist. Aber ist er damit alle Probleme los? Nein! Noch immer weiß er nicht, wen er vor vier Jahren die Klippen hinuntergestoßen hat. Und zu allem Elend taucht auch noch seine Tochter Carol aus Australien auf, die ihn immer des Mordes an ihrem Verlobten Robert verdächtigt. Robert, den Al Nun ja, selbst hören
Fishnapping kann zwar nicht an den ersten Teil der Geschichte heranreichen, ist aber immer noch ein kurzweiliges und amüsantes Hörvergnügen. Gut vorgelesen von Bernd Stephan.
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Böser, böser AlRezension vom 18.04.2013Al Greenwood verpasst seiner Frau Audrey einen Schubs. Und damit fängt alles an. Einen Streit im trauten Heim provozierend wartet er, bis sie aufgebracht das Haus verlässt und schleicht ihr hinterher. Es regnet. Es ist ein ungemütlicher, stürmischer Tag. Und dann, als Audrey auf den Klippen steht, tut er es. Er schubst sie. Und Audrey fällt und Al ist glücklich. Bis , ja, bis er nach Hause kommt. Denn was erwartet ihn da? Eine putzmuntere Audrey, die zu allem Elend auch noch Sex mit ihm haben will. Al versteht die Welt nicht mehr. Und die große Frage, die sich ihm stellt ist: Wen hat er stattdessen von den Klippen gestoßen? Wer war die Person in der gelben Regenjacke?
Dietmar Mues hat als Vorleser aus dieser schrägen Geschichte ein kleines Highlight gemacht. Mit Al, diesem abgebrühten und so erfolglosen Killer durch die Handlung zu rennen, macht Spaß und mehr als einmal muss man herzhaft lachen. Al ist ein absoluter Sympathieträger, dem man sogar einen Mord verzeihen könnte. Oder auch mehrere
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Zu viele NebenkriegsschauplätzeRezension vom 18.04.2013Rebus ist im Ruhestand. Doch statt untätig zu Hause zu sitzen, geht er alten ungelösten Verbrechen nach. Dafür wurde eine Abteilung bei der Polizei in Edinburgh gegründet. Eines Tages erhält er den Anruf einer Frau, deren Tochter vor vielen Jahren spurlos verschwunden ist. An der A9, einer vielbefahrenen Straße. Sie ist der Ansicht, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden ihrer Tochter und weiteren verschwundenen jungen Frauen gibt. Denn aktuell wird wieder ein Mädchen vermisst, dass auch in diesem Bereich unterwegs war. Rebus hat Blut gewittert.
Die Idee, alte Fälle zu lösen, ist nicht neu, aber dennoch reizvoll. Und dass man noch nach all den Jahren in ein Wespennest stechen kann und sich Abgründe auftun, Lawinen ins Rollen kommen, hat was. Birgt Potenzial. Mädchengrab ist ein vom Grundsatz her gut durchdachter Plot. Doch dann verzettelt sich Rankin in Nebenkriegsschauplätzen, lässt seinen eher unsympathischen Ermittler von der Inneren, Malcom Fox auftreten, der hinter Rebus her ist (warum auch immer) und schafft es nicht, die Geschichte in Fluss zu halten. Das eigentliche, der Mord an den Mädchen, kommt unter die Räder und das Ende ist sehr unbefriedigend.
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PackendRezension vom 18.04.2013Harry ist wieder auf dem Sinkflug. Der Mord an seiner Kollegin Ellen, sein Verdacht gegen den Kollegen Waaler, an Ellens Tod beteiligt gewesen zu sein, all das führt mal wieder zu einem umfassenden Absturz in den Alkoholismus. Rakel, seine Freundin, zeigt ihm die Rote Karte. Und auch sein Chef kann ihn nicht mehr decken und die Kündigung ist nur noch eine Formsache. Dann passieren Morde, hinter denen ein Muster steckt und eine Frau verschwindet vor ihrer Haustür spurlos. Alles deutet auf einen Serientäter hin. Und Harry wird gebraucht.
Harrys ewige Abstürze sind schon nervig. Und im Grunde genommen ist es schade, dass viele Autoren ihre Figuren mit Süchten und Depressionen ausstaffieren, denn das ist eigentlich nur Füllmaterial. Mir ist ein guter Kriminalfall wichtiger. Das fünfte Zeichen ist ein so ein guter und spannender Kriminalroman, mit überraschenden Wendungen und einem Täter, den man zuerst einmal nicht auf der Liste hat. Harrys Jagd auf seinen Kollegen Waaler ist dann nur noch das i-Tüpfelchen der Geschichte. Gelungen!
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Das ganze Jahr über hörbarRezension vom 18.04.2013Scrooge ist kein sehr angenehmer Zeitgenosse. Ein Menschenfeind, ein Geizhals, ein Miesmacher, ein schlechter Arbeitgeber. Gibt es überhaupt irgendetwas Liebenswertes an ihm? Die Antwort lautet: NEIN! Und dann steht auch schon wieder Weihnachten, das Fest der Liebe, vor der Tür. Für Scrooge ein Ärgernis. Denn nicht nur, dass er an diesem Tag seinem Schreiber einen freien Tag gewähren muss, auch die Bettelei um Almosen erlebt in dieser Zeit eine Hochblüte. Und zu allem Unglück kommt auch noch sein Neffe vorbei und wünscht ihm frohgelaunt alles Gute und lädt ihn zu sich nach Hause ein. Die Welt könnte nicht grausamer zu Scrooge sein, als in diesen Tagen. Doch da irrt Scrooge sich. Denn als er an diesem Abend nach Hause kommt, ist etwas anders. Er spürt es, kann es aber nicht greifen. Wieso sieht der Türknopf aus wie das Gesicht seines verstorbenen Partners Marley? Als er dann im Bett liegt, erscheint ihm Marleys Geist. Und was er zu sagen hat, ist alles andere als angenehm für Scrooge. Marley teilt ihm mit, dass in dieser Nacht noch drei weitere Geister erscheinen und Scrooge auf eine Reise in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft mitnehmen werden. Einer Reise, die alles andere als angenehm für Scrooge sein wird.
Dickens Weihnachtsgeschichte ist für mich immer wieder ein Highlight. Es ist immer wieder ein Genuss zu erleben, wie aus dem unsympathischen Scrooge ein anderer Mensch wird. Ein Mensch voller Lebensfreude und Glück. Und der durch diese Wandlung nicht nur seine, sondern auch die Zukunft seiner Mitmenschen verändert.
Das alles wird von Felix von Manteuffel wunderbar vorgelesen. Ein Hörgenuss.













