Rezensent im Portrait

Top 100 Rezensent
aus Wiener Neustadt

Gesamte Rezensionen
568 (ansehen)
Über mich
lese sehr gerne und sammle seit vielen Jahren (größtenteils Marvel-)Comics.
Alter
37 Jahre
Lieblingsautoren
Matt Beynon Rees, Terry Pratchett, Santiago Roncagliolo, Peter Scholl-Latour, Mark Leonard
Im Beruf seit
1999
Das beste Buch aller Zeiten
Carl von Clausewitz, Vom Kriege

Meine Favoriten

Meine Rezensionen

  • Kampf dem Kamikaze-Kapitalismus
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv
    Ist die sich abzeichnende Bewegung auch nachhaltig?
    Rezension vom 04.05.2012
    Graeber sieht den Kapitalismus am Wendepunkt. Längerfristig werde sich der Kapitalismus zwar durch die Vereinnahmung von Konzepten der sozialen Bewegungen wie Nachhaltigkeit oder Dezentralisierung modernisieren. Zwischenzeitlich aber herrsche der Kamikaze-Kapitalismus - "eine Ordnung, die sich ohne zu zögern selbst zerstören würde, falls das nötig ist, um ihre Gegner auszumerzen".
    Die sozialen Bewegungen dagegen erproben Organisationsformen einer staatenlosen und solidarischen Gesellschaft. Tatsächlich sind die Occupy-Proteste trotz ihrer Heterogenität konsequent horizontal organisiert. Der Rekurs auf Prinzipien der direkten Demokratie ist die Schnittmenge der ansonsten zerstrittenen Gruppen. Die Abkehr von der parlamentarischen Demokratie ist ein Massenphänomen geworden und auch die Bereitschaft, partizipative Entscheidungskonzepte zu erproben.Der Autor sieht aus den sozialen Bewegungen eine vollkommen andere Gesellschaft entstehen.
    Graeber zeichnet das Dilemma der sozialen Bewegungen zwischen dem Bemühen um Bündnisfähigkeit und Radikalität, zwischen Mutlosigkeit und Erfolgen nach. Stark sind die Texte dort, wo er die subjektiven Implikationen der Krise - in diesem Fall auf die Bewegung selbst - herausstellt.
    Es ist erstaunlich, womit sich der Anarchist Graeber zufrieden gibt. Als antikapitalistisch gelten ihm alle Proteste, die den Status quo angreifen. Der Verlag hat das erkannt und mit der Auswahl des Titels "Kamikaze-Kapitalismus" seinerseits betont, dass es um "Auswüchse", nicht ums System gehe. Im Klappentext wird auf die Proteste gegen Stuttgart 21 verwiesen. "Ganz normale Menschen", heißt es, "begehren auf gegen die Selbstherrlichkeit von Wirtschaft und Politik und damit auch gegen die Herrschaft des Kapitals." Der Kampf gegen das Kapital war jedoch nie Sache der WutbürgerInnen.
    Reichen also anarchistische Organisationsprinzipien aus, um soziale Frustration in eine radikale Haltung umzuwandeln? Die "Alternativen zum herrschenden System", die der Untertitel ankündigt, bleibt jedenfalls auch Graeber schuldig.
  • Der Amok-Komplex
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv
    Und Steigerung ist stets noch möglich ...
    Rezension vom 02.05.2012
    Jede Amoktat hat ihre individuelle Vorgeschichte und wird juristisch als spezifischer einzelner Fall aufgearbeitet. Für die Frage, ob und warum diese Art Verbrechen eine neue Dimension bekommen hat und was man dagegen tun könnte, ist kein Gericht zuständig. Aber genau sie beschäftigt die Öffentlichkeit. Amoktaten sind Massenmorde, die tiefe Wunden in die Gesellschaft schlagen. Das Gefühl, dass sie seit etwa zwanzig Jahren beunruhigend zunehmen, mag durch mediale Hysterie verschärft werden, aber es wurzelt in der Realität. Überdies haben die Fälle, in denen ein überbewaffneter, junger Mann an einem öffentlichen Ort, in einer Schule ein Blutbad anrichtet, beunruhigende Gemeinsamkeiten.
    Um diese Schnittmengen geht es Ines Geipel, die sich 2004 schon einmal ausführlich mit dem Massaker im Gutenberg-Gymnasium Erfurt auseinandergesetzt hat, in ihrem neuen Buch. Ihnen spürt sie anhand von fünf Amoktaten nach. Von Port Arthur/Tasmanien 28. April 1996 über Erfurt 26. April 2002, Emsdetten 20. November 2006, Winnenden 11. März 2009 bis nach Oslo und Utoya 22. Juli 2011. An ihnen verfolgt sie im Detail, was inzwischen Standard der kriminologischen Forschung ist: Amokschützen lernen voneinander. Für den tasmanischen Täter wirkte das Massaker an 16 Kindern und ihrer Lehrerin im schottischen Dunblane wie ein Aufputschmittel, sechs Wochen später tötet er 35 Menschen. Columbine am 20. April 1999 wird zu einer neuen Grammatik des Tötens. Ab 2001 erweitert Nine-Eleven den mörderischen Horizont. Heute bietet die Internet-Community Amok-Rankings.
    Schnittmengen sind Waffenfetischismus, Alkohol, Drogen wie Extasy, Tilidin und Anabolika und manisches Online-Kriegspielen. Moderne Amokläufe sind keine spontanen Ausbrüche, sondern präzis vorbereitete Taten, in denen sich ein länger verkapseltes Ohnmachtsgefühl in absolute Macht verwandeln und den Täter berühmt machen soll. Amokläufer sind keine sozial verkorksten dummen Jungs, sie sind zumeist hochintelligent, bestens vernetzt.
    Ines Geipel kombiniert eigene Recherchen mit psychoanalytischer Kenntnis und neuer Forschung aus Neuropsychologie, Kriminologie, Evolutionsbiologie. Das ist spannend zu lesen, gerade weil sie den Erzählfluss immer wieder mit Variationen ergänzt. Manche ihrer Verknüpfungen wirken gewagt und sind mit Verschwörungstheorie überfrachtet. Alles in allem ein mitreissendes Buch, dessen Aktualität uns aus Medienberichten stets im Nacken sitzt.
  • Der Amok-Komplex
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv
    Und Steigerung ist stets noch möglich ...
    Rezension vom 02.05.2012
    Jede Amoktat hat ihre individuelle Vorgeschichte und wird juristisch als spezifischer einzelner Fall aufgearbeitet. Für die Frage, ob und warum diese Art Verbrechen eine neue Dimension bekommen hat und was man dagegen tun könnte, ist kein Gericht zuständig. Aber genau sie beschäftigt die Öffentlichkeit. Amoktaten sind Massenmorde, die tiefe Wunden in die Gesellschaft schlagen. Das Gefühl, dass sie seit etwa zwanzig Jahren beunruhigend zunehmen, mag durch mediale Hysterie verschärft werden, aber es wurzelt in der Realität. Überdies haben die Fälle, in denen ein überbewaffneter, junger Mann an einem öffentlichen Ort, in einer Schule ein Blutbad anrichtet, beunruhigende Gemeinsamkeiten.
    Um diese Schnittmengen geht es Ines Geipel, die sich 2004 schon einmal ausführlich mit dem Massaker im Gutenberg-Gymnasium Erfurt auseinandergesetzt hat, in ihrem neuen Buch. Ihnen spürt sie anhand von fünf Amoktaten nach. Von Port Arthur/Tasmanien 28. April 1996 über Erfurt 26. April 2002, Emsdetten 20. November 2006, Winnenden 11. März 2009 bis nach Oslo und Utoya 22. Juli 2011. An ihnen verfolgt sie im Detail, was inzwischen Standard der kriminologischen Forschung ist: Amokschützen lernen voneinander. Für den tasmanischen Täter wirkte das Massaker an 16 Kindern und ihrer Lehrerin im schottischen Dunblane wie ein Aufputschmittel, sechs Wochen später tötet er 35 Menschen. Columbine am 20. April 1999 wird zu einer neuen Grammatik des Tötens. Ab 2001 erweitert Nine-Eleven den mörderischen Horizont. Heute bietet die Internet-Community Amok-Rankings.
    Schnittmengen sind Waffenfetischismus, Alkohol, Drogen wie Extasy, Tilidin und Anabolika und manisches Online-Kriegspielen. Moderne Amokläufe sind keine spontanen Ausbrüche, sondern präzis vorbereitete Taten, in denen sich ein länger verkapseltes Ohnmachtsgefühl in absolute Macht verwandeln und den Täter berühmt machen soll. Amokläufer sind keine sozial verkorksten dummen Jungs, sie sind zumeist hochintelligent, bestens vernetzt.
    Ines Geipel kombiniert eigene Recherchen mit psychoanalytischer Kenntnis und neuer Forschung aus Neuropsychologie, Kriminologie, Evolutionsbiologie. Das ist spannend zu lesen, gerade weil sie den Erzählfluss immer wieder mit Variationen ergänzt. Manche ihrer Verknüpfungen wirken gewagt und sind mit Verschwörungstheorie überfrachtet. Alles in allem ein mitreissendes Buch, dessen Aktualität uns aus Medienberichten stets im Nacken sitzt.
  • X-Men: Prelude to Schism
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv
    Eines der besten x-men die ich kenne!
    Rezension vom 02.05.2012
    Utopia siehst sich seiner größten Bedrohung gegenüber. Cyclops muss eine Entscheidung treffen und sucht Rat. Den Mutanten werden frühe Erinnerungen wachgerufen, die viel von der Vorgeschichte der Protagonisten erzählen. Parallelen zu unserer Gegenwart und Geschichte lassen sich nicht leugnen.
    Da niemand weiss, wie die Bedrohung aussieht und dies auch stets im Dunklen bleibt, bleibt die Spannung bis zum Ende des Bandes erhalten.
  • Age of X
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv
    Was wirklich dahinter steckt ...
    Rezension vom 01.05.2012
    Die ultimative Vernichtung der Mutanten und des X-Gens im Age of X steht kurz vor der Vollendung. Nur noch wenige Mutanten existieren und die werden wie Tiere gejagt. Die Rächer scheinen sich zum Killerkommando zu entwickeln - wären da nicht die Gewissensbisse einzelner Mitglieder - und selbst Stephen Strange scheint diesem Wahnsinn verfallen zu sein. Die Festung X erscheint immer mehr als Wahnvorstellung - ist sie dies vielleicht sogar oder gar die ganze Welt. Die Antworten finden wir in Xaviers Sohnes Kopf, oder in diesem Band ...
  • Lucky Luke (BD.89). Lucky Kid
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv
    Amüsante Kindheitsgeschichten des lonesome cowboy
    Rezension vom 27.04.2012
    Mit pointierten, treffenden Episoden aus dem wilden Westen, bietet der neue Band neben historischen Informationen unterhaltende Szenen mit Luky Kid. Ich finde es schade, dass es keine einheitliche Storyline mit dem 1995 als Lucky Kid Band 1 erschienenen Titel Am Fluss der rosa Biber, der 2008 als Lucky Luke Band 82 neu aufgelegt wurde, und Oklahoma Jim dem 1999 erschienenen LL Band 73 der 2009 in Neuauflage erschienen ist, gibt, in denen Lucky Kid mit Old Timer durch die Prärie zieht. Auch kommt dieser Band nicht wirklich an die Klassiker von Maurice de Bevere und Rene Goscinny heran. Trotzem ist Lucky Kid ein sehr unterhaltsamer Comic, der in keiner Sammlung fehlen darf.
  • Was ist Demokratie?
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv
    "Demokratie ist die schlechteste Staatsform, aber wir haben keine bessere ..."
    Rezension vom 11.04.2012
    In einem Streifzug durch die Geschichte geht der Autor der Demokratie und ihren Ursprüngen auf den Grund.
    Die Demokratie ist eine schwache Herrschaftsform. Sie stellt sich dauernd infrage und lädt ihre Gegner zur Kritik ein.
    Nolte selbst haben die Zweifler bewogen, dieses Buch zu schreiben. Er beschreibt darin eine Geschichte von frühen Erfolgen und häufigem Wandel einer Staatsform, die vom klassischen Griechenland über die Aufklärung, die Revolutionen des 18. Jahrhunderts, den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart reicht. Der Blick in die turbulente Krisengeschichte der Demokratie lohnt sich, glaubt Nolte.
    Das Werden, Vergehen und Wiederkehren von Demokratie beschreibt er in neun Kapiteln. Chronologisch durchquert er die Jahrhunderte, macht beim Gang durch die Geschichte seine Leser aber auch vertraut mit den philosophischen Grundlagen und Vorstellungen von Rechten, Machtaufteilung und Machtbeteiligung, die sich im Laufe der Zeit allmählich etabliert haben. Zum "Wahlvolk" beispielsweise gehörten im klassischen Athen nur die Vollbürger, eine winzige Minderheit. Arme, Sklaven oder gar Frauen waren ausgeschlossen. Von 200.000 Athenern hatten nur 30.000 das Wahlrecht. 2400 Jahre später durften im England des 18. Jahrhunderts bloß knapp ein Drittel der erwachsenen Männer wählen. Frauen erhielten das Wahlrecht dort erst nach dem Ersten Weltkrieg. Noch später war die Schweiz dran, wo das Frauenwahlrecht erst 1971 eingeführt wurde. Nolte zeigt an solchen Querschnitten, wie schwer erkämpft und wie stark wandelbar die Demokratie war - und bleibt. Denn auch die deutsche Nachkriegsrepublik ist steter Veränderung unterworfen.
    Eine wertvolle Lektüre für Kritiker wie auch Verfechter der Macht, die vom Volk ausgeht.
  • Ultimate Comics Fallout
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv
    Eine Welt ohne Spiderman
    Rezension vom 10.04.2012
    Peter Parker ist tot. Der Eklat bei seinem Begräbnis, als Tante May Captain America ohrfeigt ist nur der Anfang. Dass Nick Fury die Berichterstattung über die Geschehnisse in New York beeinflussen will, scheint erst weiter nicht bedeutend. Der Umstand, dass er größere Aufgaben übernehmen soll, bei gekürztem Etat stellt das viel größere Problem dar.
    Wer aber ist der neue Spiederman, der plötzlich auftaucht und was hat es mit der Millionärsgruppe auf sich, die Tony Stark für ihre Interessen gewinnen will. Große Umwälzungen stehen dem Ultimate-Universum bevor ...
  • ABC-Kreativ
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv
    Training fürs Gehirn
    Rezension vom 08.04.2012
    Kreative Menschen kommen weiter. Kreative Lösungen vermeiden Konflikte. Kreative Ideen bringen Innovation, fördern den Fortschritt. Kreative Köpfe braucht das Land. Diese Sätze sind wohl jedem bekannt. Wer meint, nur andere wären kreativ, der irrt. Jeder kann kreativ denken. Allerdings ist kreatives Denken eine Fähigkeit, die wie jede andere Fähigkeit erlernt werden kann und trainiert werden muss, um sich entfalten zu können. Vera Birkenbihl gibt in ihrem Buch eine so einfache Anleitung, Kreativität zu trainieren, dass sie wirklich für jeden geeignet ist und nahezu in jeder Situation auch eingesetzt werden kann. Beispiele veranschaulichen die Methode und graphische Darstellungen erhöhen die Einprägsamkeit. Die Methode basiert auf einem der ersten Dinge, die ein Kind in der Schule lernt: dem Alphabet. Eine simple Ansatzweise, die es ermöglicht, spielerisch die Kreativität zu trainieren.
  • Gehirnflüsterer
    Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv
    Manipulation für Anfänger
    Rezension vom 08.04.2012
    Es gibt Menschen, die können andere praktisch zu allem überreden. Wieso sagen wir ja zu etwas, was wir doch eigentlich nie wollten? Nur wegen ein paar Worten? Es gibt Personen, die können mit wenigen Worten die richtigen "Schaltknöpfe" im Gehirn ihrer Mitmenschen bedienen und so fast alles von diesen bekommen. Wie dies funktioniert und auch wo die Grenzen sind, wird in diesem Buch anschaulich erklärt. Jeder kann mehr oder weniger gut manipulieren und jeder ist für Manipulation bis zu einem gewissen Grad anfällig. Aber wer die Mechanismen versteht, kann sehr viel freier entscheiden, ob er die Manipulation zulässt oder nicht. Dieses Buch ist übersichtlich und unterhaltsam geschrieben, mit vielen anschaulichen Beispielen und daher nicht nur aber durchaus auch für Psychologen geeignet.