Rezensent im Portrait
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Farbenprächtiges Bilderbuch, in dem ein kleines Kamel die große Welt entdeckt.Rezension vom 07.04.2011"Soraya ist ein kleines Kamel, das in der Wüste lebt. Und in der Wüste, so findet Soraya, ist es irgendwie ganz schön langweilig. Sie will die große Welt sehen, auch wenn die alten Kamele sie warnen, dass in der Fremde der ""große blaue Dschinn"" lauert. Und diesem Dschinn begegnet Soraya tatsächlich - so meint sie zumindest... - Dieses Bilderbuch, das die Abenteuer des kleinen Kamels Soraya anschaulich erzählt, besticht insbesondere durch seine Farbenpracht. Warme Erdtöne entführen in die zauberhafte Welt des Orients und versinnbildlichen das Leben in der Wüste, pralles, sattes Blau und Türkis bilden die schillernden Farben des Himmels und des Meeres.
Nicht nur die abenteuerliche und spannende Geschichte rund um die Entdeckungsreise des kleinen Kamels, sondern auch die wunderschönen, phantasievollen und lebensfrohen Illustrationen machen dieses Bilderbuch zu einem Glanzstück für das Bücherregal eines jeden Kindes. (Michaela Grames)"
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Textlose Bilderbuchgeschichte, die ihre BetrachterInnen mit in luftige Höhen nimmt.Rezension vom 07.04.2011"Grün ist die Farbe des Lebens, des Neubeginns, der Hoffnung. Kein Wunder also, dass sich alles grün einfärbt, als diese Bilderfigur sich selbst in ihrer Lebendigkeit erprobt. Partner ist ihm dabei der Wind: Im ersten Moment für kurzes Entsetzen sorgend, fährt er dem Erschrockenen in den Trenchcoat und dann in die Glieder. Und plötzlich gerät alles durcheinander: Man wird hochgehoben, fortgetragen und vermag aus ganz neuer Perspektive einen Blick auf das Altbekannte zu werfen.
In seinen doppelseitigen, großformatigen Computer-Bildern variiert der deutsche Illustrator seine in den Blick genommenen Szenerien nur geringfügig und ermöglicht seiner Figur doch ein ganz neues Schauerlebnis: In Grünschattierungen wandelt er den Strand aus der Vogelperspektive ins Meer, in den Himmel, in Felder, in scheinbare Unendlichkeit, über die der Filter von Regen, Wind und Wolken gelegt wird. Im verunsicherten Blick des modernen Flying Robert blitzt das Entzücken auf! Während der wundersame Windstoß und dessen hochfliegende Konsequenzen keiner Worte bedürfen, bleibt nach unsanfter Landung am Ausgangspunkt nur eines zu sagen: NOCH MAL!! Ein textloses Bilderbuch, das sich herrlich als Ausgangspunkt für die kreative Gestaltung all jener Träume anbietet, in denen man hoch hinaus will. Zu empfehlen ab 3 Jahren. (Heidi Lexe)"
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Ein außergewöhnliches Wimmelbuch über einen fantastischen Frisörbesuch.Rezension vom 07.04.2011"Eines schönen Tages betritt eine Frau mit wallendem Haar die Frisier-Stube Fridolin Franse und bittet kurzentschlossen um eine Fantasie-Frisur. Wenn Fridolin Franse, der ein ausgewiesener Meister fantastischer Frisuren ist, erst einmal loslegt, entstehen wundervolle ""Haarwelten"", in denen es von liebevollen Details und lustigen Szenen nur so wimmelt.
Auf der Textebene werden ganz knapp die üblichen zehn Schritte zur Wunschfrisur geschildert: Kämmen, waschen, shampoonieren, spülen, schneiden, färben, einwirken lassen, auswaschen, eindrehen und föhnen. Doch das eigentliche Geschehen ist in dem endlos langen Haar zu bestaunen, das sich durch das gesamte Bilderbuch zieht. Die detailverliebten Tuschebilder zeigen einen regelrechten ""Haarzirkus"" - nicht umsonst erinnert der bunte Frisör Fridolin, der durch das Buch führt, an einen Clown. Die Bilder greifen die einzelnen Etappen eines Frisörbesuchs auf und knüpfen dazu die abenteuerlichsten Assoziationsketten, die man sich nur vorstellen kann. Auf jeder einzelnen Seite warten zahllose Bilddetails und -zitate darauf, von Jung und Alt entdeckt zu werden. Michael Rohers Erstlingswerk ist eine ganz besondere Hommage an die haarige Kunst! (Daniel Moser)"
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Eine mit Lust am Detail erzählte Bilderbuchgeschichte über einen, der sein Unglück in Kunst zu wandeln vermag.Rezension vom 07.04.2011Sein Haus erinnert an den Fuchsbau der Weasleys. Kein Wunder, wurde doch auch hier stets etwas dazugezimmert und umgebaut - nicht um mehr Platz zu schaffen, sondern weil in diesem Haus stets etwas kaputtgeht. Denn dessen Bewohner ist ein richtiger Toll-Patsch. Allerdings einer, der all die Dinge, die er kaputt macht auch wieder mit sehr viel Kreativität zusammenbaut. Entsprechend kunstvoll sein Interieur, das der französische Bilderbuchkünstler mit seinem besonderen Blick für Möbel, Mode, Kunst und Design präsentiert - ja überhaupt das Leben von Toll-Patsch selbst ein wenig wie Kunst ausstellt: Immer wieder werden die Bilderbuchszenen in unterschiedlich gerahmten Bildern präsentiert. Seinen Kontrast findet dieses Leben in dem glatten, quarderförmigen weißen Haus, das nebenan gebaut wird und in das die entzückende Lola einzieht. Doch oh là là, das kann nicht gut gehen: Das Mädchen mit den handkantengeraden Stirnfransen und der Toll-Patsch. Es fallen böse Worte wie "Ich habe genug von deinem Bastelkrempel!" Das Herz zersplittert, die Liebe ist ungebrochen. Also versucht Toll-Patsch, sich zu konsolidieren und mit Hilfe eines chinesischen Tuschebildes Zen in sein Leben zu bringen. Das jedoch entpuppt sich als bildnerischer Flaschengeist - und schon sprengt eine furchterregende Figur die kleinteiligen, zart eingefärbten Zeichnungen. Da blitzen plötzlich die Schwerter. Als ihrem tollpatschigen Nachbarn jedoch so viel Bedrohlichkeit widerfährt, muss Lola ihm doch zur Seite stehen. Mit feinem Humor und seinem ganz spezifischen Faible für Bilddetails erzählt Yvan Pommaux "aus einem Guss", also in Text und Bild. Sehr zu empfehlen ab 5 Jahren. (Heidi Lexe)
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Mutige Katzendame.Rezension vom 07.04.2011"Die Protagonistin dieses beinahe englischen Krimis ist Bibliothekarin: Eine Katzendame in elegantem Kostüm, angestellt in der Schnurreschen Stadtbücherei, die gelegentlich eine gepflegte Tasse Tee mit ihrer alten Nachbarin trinkt. Außer Haus führt sie ein absolut solides Leben, doch in ihren vier Wänden begeht sie eine schwere Straftat: Sie beherbergt nämlich eine ganze Mäusefamilie in ihrer Wohnung. Eines Tages hämmert die Katzland-Polizei an ihre Eingangstür. Der uniformierte Kater findet eine höchst verdächtige kleine Strickjacke, die wohl nur einer Maus passen kann. Doch Mrs. Marlowe hat Mut und kein Mittel ist ihr zu ungewöhnlich, um ihre Mäuse zu retten.
Die Bilder in edlen dunklen Farbtönen, das stilvolle Mobiliar und die noble Gestik der Figuren vermitteln die prickelnd-geheimnisvolle Atmosphäre eines britischen Krimis. Sicher spannend für Kinder ab 5. (Gabriele Doblhammer)"
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Schließen sich das Krakeelen und die Mucksmäuschenstille aus?Rezension vom 07.04.2011"Meckerer, Quengler, Störenfried, Raunzer, Krittler, Beckmesser, Lästerer, Zänker, Wortklauber, Streithammel, Zankteufel - dies sind nur einige Angebote aus dem Synonymenlexikon zum Krakeeler. Die Bilderbuch- und LebenspartnerInnen, die bereits gemeinsam am ""KinderKünstlerKritzelbuch"" beteiligt waren, fügen diesen ohnehin nicht sehr zuversichtlich stimmenden Vorbedingungen noch die entsprechende Tonalität hinzu. Es muss ordentlich Platz geschaffen werden auf den Bilderbuchseiten, wenn der Krakeeler spricht - sprengt seine sich in der Typographie niederschlagende Lautstärke doch alle Schriftkonventionen. ""Ich finde"", flüstert Helene, ""Papa ist immer so laut!"" Das stets mäkelnde Gebrüll zerreißt förmlich die Idylle, in der die stille Helene lebt und die in warmen Farben und voller kleiner Details präsentiert wird. Und das obwohl Helenes große Liebe einem Instrument gilt, das durchaus Neigung zum Krakeelen hat: die Trompete. Doch Helene will sich ihre liebenswert-sanfte Welt nicht kaputt brüllen lassen. Also packt sie ihren Koffer. Die Blickrichtungen, in die Helenes Eltern suchen, sind die falschen; und so werden sie wohl darauf warten müssen, Helene zu hören.
Indem die Figuren als menschlich erkennbar und doch katzenhaft verfremdet sind, gelingt es, ohne Vereinnahmung eine Kindergeschichte zu erzählen, in der erprobt werden darf, was im Alltag nicht immer leicht scheint: Seine ganz eigene Lautstärke zu finden. Zu empfehlen ab 5 Jahren. (Heidi Lexe)"
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Großformatig wird die Weite der Nordsee ausgebreitet, in der ein kleiner Zugvogel (vorerst) vereinsamt zurückbleibt.Rezension vom 07.04.2011"Es kann flach und einsam sein an den Stränden der Nordsee, wo das Leben vom Tidenhub bestimmt wird. Besonders einsam jedoch ist es, wenn man den Abflug in den Süden verpasst hat: Auf mattem Papier gestaltet Miriam Koch ins Unendliche verlaufende Strandszenerien, in denen das kleine, weiße Vögelchen Keentied ein wenig planlos ins Leere blickt. Zu spät, zu spät, scheint das Kaninchen aus ""Alice im Wunderland"" zu rufen, dessen Taschenuhr dem Zurückgebliebenen bildhaft am Bein hängt, wobei die goldene Schnur sich als illustratorischer Effekt durch die Bildkompositionen windet. Wie schon in ihrem ersten Bilderbuch ""Fiete Anders"" nutzt Miriam Koch auch hier den Bilderbuchraum, breitet ihre zurückhaltend angelegten Buntpapierflächen und collagierten Fotoelemente aus und platziert ihre Requisiten wie geheimnisvolle Fundstücke, die jedes für sich eine Geschichte vom Zurückbleiben erzählen. Von der restlichen Vogelschar sind vereinzelte Federn zurückgeblieben, die immer wieder vom Wind erfasst den kleinen Keentied bei seinem ziellosen Hierhin und Dorthin umflattern.
Einer Flaschenpost gleich schaukelt der Kleine müde und enttäuscht auf einer Holzplanke im Meer, als am Strand ein zweiter weißer Punkt auftaucht. Der neugefundenen Zweisamkeit wird eine entleerte Doppelseite auf hellblauem Papier gegönnt, auf der das seltsame Vogelpärchen, das eigentlich in der Tundra brüten sollte, glücklich in die gemeinsame Zukunft stürmt. Einmal mehr hat Miriam Koch ihre eigene Bildsprache gefunden, um diesem stillen Glück einen illustratorischen Rahmen zu geben. Zu empfehlen ab 4 Jahren. (Heidi Lexe)"
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Ein gelungenes Plädoyer für die Kraft der Fantasie und deren zeitvertreibenden Nebenwirkungen.Rezension vom 07.04.2011"""'Jumbojet', sagte Theo, und ein Jumbojet flog vorbei. Wir schauten ihm lange nach."" Mit diesen Worten beginnt die fantastische Reise zweier Buben, deren langweiliger Alltag zum Ausgangspunkt einer rasanten und abwechslungsreichen Assoziationskette voller absurd-witziger Ideen wird. Auf je einer Doppelseite werden, in grobem Strich und mit gedeckten Farben, schlagwortartig ganze Szenerien erschaffen, die zum Weiterfabulieren anregen und zeigen, wie vielfältig Geschichtenerzählen sein kann. Ob Pirat, Cowboy oder Indianer, Mega-Zug, Segelschiff, Sportwagen oder Turboschnecken mit Düsenantrieb, sie alle haben eines gemeinsam: die rasante Bewegung im Raum, die sich in Text und Bild gekonnt spiegelt.
Weite Landschaften mit den ins Zentrum gerückten, der Fantasie entsprungenen Figuren und Objekten vermitteln das Gefühl von Geschwindigkeit, die am Ende des Bilderbuches in den im wahrsten Sinne des Wortes unter Zeitdruck stehenden Eltern der beiden Protagonisten ihren Höhe- und Endpunkt findet. Inmitten einer grauen, von Zeit und Geld bestimmten Welt haben sich die Buben eine farbenfrohe Fantasiewelt erschaffen, deren skurrile wie poetische Bilder samt initialisierender Textpassagen in keiner Bücherei fehlen sollten! (Martina Rényi)"











