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Meine Rezensionen

  • Banditenliebe
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    'Das war seine Art zu lieben. Banditenliebe.'
    Rezension vom 20.07.2011
    Inhalt:
    Die Bauchtänzerin Sylvie wird entführt, und ein goldener Ring wird in ihrem Auto deponiert, um eine Botschaft zu hinterlassen. Sylvies Mann Beniamino Rossini findet den Ring und informiert seine Kumpels Marco Buratti und Max La Memoria. Auch Marco und Max verstehen die Botschaft des Ringes, denn sie haben selbst Dreck am Stecken und haben denselben Ring bei einem eigenen Verbrechen an genau derselben Stelle in einem anderen Wagen hinterlassen. Damals haben sie den Mann, dem der Ring gehört hatte, umgebracht und seine Leiche am Rand einer Autobahnbaustelle verscharrt. Das in einem Auto hinterlegte Schmuckstück fungierte damals als eine an seine Bande gerichtete Todesanzeige. Die Suche nach Sylvia und nach Zusammenhängen beginnt.

    Mein Eindruck:
    Mein erster Eindruck von 'Banditenliebe' war durchaus positiv - der Roman liest sich flüssig und ist spannend. Die Wechsel der Zeitperspektive haben mir gut gefallen und lockern die Geschichte sehr auf. Auch das Thema mafiöser Machenschaften vermag zu fesseln und wirkt authentisch. Allerdings empfand ich den Roman als deutlich zu kurz, denn auf den 180 Seiten konnte die Geschichte lediglich angerissen, nicht jedoch detailliert beschrieben werden. Dies führte dazu, dass mir die Protagonisten allesamt fremd geblieben sind und dass ich mich nicht richtig in die Geschichte einfinden konnte.

    Vor der Lektüre des Buches sollte man außerdem auf keinen Fall den Klappentext lesen, denn dieser verrät meiner Meinung nach zu viele Details.

    Mein Resümee:
    'Banditenliebe' lässt mich ein wenig ratlos und neutral zurück. Kann man lesen, muss man aber nicht.
  • So unselig schön
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    Über verdrängte Gefühle und Metamorphosen
    Rezension vom 18.06.2011
    Inhalt:
    Beim Fotografieren in einer alten Brauerei findet Vicki die Leiche einer Frau. Die Tote wurde enthauptet und ist nur mit einem rosa Strumpf und einem Strumpfhalter bekleidet. Aufgrund der Perfektion, mit der der Täter vorgegangen zu sein scheint, glaubt Kommissar Dühnfort, dass es sich nicht um den ersten Mord der Täters handelt. Bald stößt die Polizei auf einen bislang unaufgeklärten Mord, der sich vor 6 Jahren in Düsseldorf zugetragen hat und bei dem scheinbar der selbe Täter am Werk war. Während die Münchener Kripo alle Hände voll zu tun hat, um die Identität der Frauenleiche festzustellen und den Mörder zu fassen, ermittelt auch Vicki auf eigene Faust und begibt sich dadurch in große Gefahr.

    Mein Eindruck:
    Wie die beiden ersten Dühnfort-Krimis liest sich auch 'So unselig schön' flüssig und begeistert durch authentische und lebensnahe Protagonisten. Löhnig legt sehr viele Fährten und baut große Spannung auf, auch wenn die Auflösung des Falles für mich nicht wirklich eine Überraschung war. Gefallen haben mir im dritten Band vor allem die Figur der Vicki, die vielschichtig und glaubwürdig charakterisiert wurde, das Künstlermilieu, in dem der Krimi spielt und das sehr lebendig geschildert wurde, sowie die Verweise auf Charles Baudelaire, den ich als Schriftsteller sehr schätze.

    Mein Resümee:
    Ein spannender und unterhaltsamer Krimi, bei dem man sogar noch etwas lernen kann.

    Ich bin sehr gespannt auf Löhnigs viertes Buch.
  • In weißer Stille
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    'Ein weißer Fleck auf der Landkarte'
    Rezension vom 22.05.2011
    Inhalt:
    Die Leiche eines alten Mannes wird gefunden - gefesselt an einen Heizkörper. Wer steckt hinter diesem Verbrechen? Welche Rolle spielt die Familie des Toten? Wieso musste der alte Mann so grausam und qualvoll sterben? In welchem Zusammenhang steht die Geschichte des Jungen im Keller, die im Prolog erzählt wird?

    Mein Eindruck:
    Das Buch beginnt befremdend - der Prolog ist düster und unheimlich, man kann sich den Ort des Geschehens und die Gefühlslage des Jungen sehr gut vorstellen und mitbangen. Auch der weitere Verlauf des Buches liest sich flüssig und ist spannend. Wie bereits in 'Der Sünde Sold' sind die Protagonisten überzeugend charakterisiert und die handelnden Personen, die Ereignisse und die geschilderten zwischenmenschlichen Probleme glaubwürdig und lebensnah beschrieben. Vor allem die letzten 80 Seiten sind unglaublich spannend und sorgen dafür, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen will.

    Mein Resümee:
    Rundum gelungen - eine komplexe und fesselnde Geschichte. Meiner Meinung nach noch besser als der erste Roman der Autorin, der mir schon sehr gut gefallen hat.
  • Staubige Hölle
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    Rassismus in den Zeiten der Post-Apartheid
    Rezension vom 18.05.2011
    Inhalt:
    Nachdem Rosie Dell Augenzeugin des Mordes an ihrem Liebhaber und Chef Ben Baker wird, steht sie im Fadenkreuz der Täter und wird kurz darauf bei einem von Inja Mazibuko initiierten Autounfall getötet. Ihr Ehemann Robert überlebt den Unfall, wird schließlich verhaftet und des Mordes an seiner Frau und seinen beiden Kindern angeklagt. Ausgerechnet Robert Dells verhasster Vater hilft ihm, dem Gefängnis zu entfliehen, sich zu verstecken, Inja Mazibuko aufzuspüren und sich an ihm zu rächen.

    Mein Eindruck:
    Ich habe bereits die ersten beiden Bücher von Roger Smith gelesen und habe mich beim Lesen von 'Staubige Hölle' des Öfteren an 'Kap der Finsternis' und 'Blutiges Erwachen' erinnert gefühlt. Auch in seinem dritten Buch geht es um Mord, um Flucht und um Rache - und Smith erzählt seine Geschichte in harter, direkter und wenig beschönigender Sprache.
    In 'Staubige Hölle' verlassen die Protagonisten jedoch Kapstadt und nehmen die Leser mit auf eine Reise durch Südafrika. Smith thematisiert erneut Gewalt, Drogen, den geringen Wert von Menschenleben, bietet in 'Staubige Hölle' jedoch auch einen Blick auf andere Probleme Afrikas im Allgemeinen und Südafrikas im Besonderen: Zwangsheirat, Polygamie, HIV/AIDS, Folter und Zustände in Gefängnissen. Der Leser erhält zudem spannende Einblicke in ein Afrika der Magie, der abergläubischen Überzeugungen und der Ahnenkulte. Hier gelingt dem Autor eine hervorragende Verwebung von Magie und Realität, die überzeugend und authentisch wirkt.

    Mein Resümee:
    Der dritte Thriller von Roger Smith hat mir sehr gut gefallen und bietet nicht nur einen spannenden Thriller, sondern auch Einblicke ins heutige Afrika mit all seinen Problemen. Sehr empfehlenswert!
  • Wer Wind sät
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    Hamster, Hugin, Habilitationen
    Rezension vom 17.05.2011
    Inhalt:
    Pia ist nach 3 Wochen Urlaub in China gerade in Deutschland angekommen, als ein Anruf von Oliver von Bodenstein eintrifft: eine Leiche wurde gefunden. Es handelt sich um Rolf Grossmann, der als Nachtwächter bei der WindPro GmbH arbeitet und tot in der Firma gefunden wurde. Handelt es sich um einen Unfall? Grossmann war Alkoholiker und ist vermutlich im Alkoholrausch die Treppe heruntergefallen. Allerdings war er auch nicht sonderlich beliebt, und auch im weiteren Umfeld der WindPro GmbH bestehen Ungereimtheiten, sonderbare Kaufangebote und unlautere Geschäfte.

    Mein Eindruck:
    'Wer Wind sät' kommt meiner Meinung nach etwas langsamer in Fahrt als die anderen Taunuskrimis der Autorin, dann bietet sich dem Leser jedoch eine ebenso spannende und unterhaltsame wie aktuelle Geschichte, deren Lektüre man kaum noch unterbrechen möchte. Besonders gefallen haben mir die authentischen Protagonisten, die sympathischen Ermittler und die gute und flüssige Lesbarkeit des Kriminalromans. Die Beziehungen zwischen den einzelnen Protagonisten empfand ich als weniger komplex als in Neuhaus' früheren Romanen, so dass man sich hier nicht allzu sehr konzentrieren muss und sich ganz der Unterhaltung hingeben kann. Sehr positiv fand ich auch die leichte Unsicherheit, in der der Leser belassen wird, da einige Fragen nicht geklärt wurden und man sich jetzt schon auf Band 6 freuen kann.

    Mein Resümee:
    Meiner Meinung nach ist Nele Neuhaus eine der besten deutschen Krimi-Autorinnen. 'Wer Wind sät' hat meine Erwartungshaltung nach den ersten 4 Bänden nicht enttäuscht, und ich bin gespannt auf ihr nächstes Buch.
  • Erbarmen
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    Kein Erbarmen für Merete Lynggaard
    Rezension vom 24.04.2011
    Inhalt:
    Der dänische Autor Jussi Adler-Olsen steigt abrupt in die Geschichte der Gefangenhaltung und Folter der Parlamentsabgeordneten Merete Lynggaard ein. Der Leser befindet sich so von der ersten Zeile an inmitten des Geschehens und damit inmitten des Grauens.

    Jahre später rätselt Carl Mørck von der Kopenhagener Polizei, wie es zum Verschwinden von Merete kam. Die Erklärung, dass sie ertrunken ist, kann und will er nicht glauben. Für ihn sieht das Ganze weder wie ein Suizid noch wie ein Unfall aus. Zu viele Personen sind verdächtig und es gibt zu viele plausible Gründe für ein Gewaltverbrechen.

    Mein Eindruck:
    Nach einem sehr vielversprechenden Einstieg ebbt die Spannung wieder ab, und die Geschichte verliert an Fahrt. Dabei liest sich der Thriller zwar flüssig und unterhaltsam, aber wirklich fesseln kann er nicht. Dies ändert sich auf den letzten 50-100 Seiten, denn obwohl mir lange klar war, wer der Täter ist, baut der Autor so viel Spannung auf, dass man den Thriller nicht mehr aus der Hand legen kann.

    Was mir weniger gut gefallen hat, waren die unrealistischen Schilderungen des Autors: Ein Mann, der eigentlich zum Kaffeekochen und Bodenwischen eingestellt wurde, erfährt plötzlich Details aktueller Ermittlungen? Ebendieser bringt die Polizei auf Ideen, auf die erfahrene (und anscheinend auch gute) Ermittler nie gekommen wären? Merete lebt jahrelang in pausenloser Dunkelheit, Helligkeit bzw. Dämmerlicht und weiß dennoch ganz genau, welchen Tag wir gerade haben?

    Mein Resümee:
    Spannend, wenn auch sehr brutal und oft sehr unrealistisch.
  • Marina
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    Mataró, Montjuïc, Ramblas, Raval
    Rezension vom 21.04.2011
    Inhalt:
    Der 15-jährige Óscar lebt in einem Internat und erkundet täglich die Stadt. Auf einem seiner Streifzüge durch Barcelona betritt er eines Tages ein scheinbar verlassenes Haus und nimmt von dort (eher unabsichtlich) eine kaputte Taschenuhr mit. So lernt er Marina kennen, denn sie ist die Tochter des rechtmäßigen Taschenuhrbesitzers und verlangt von Óscar, dass er die Uhr zu ihrem Vater zurückbringt. Dies ist der Beginn einer Freundschaft zu Vater und Tochter sowie einer geheimnisvollen Begegnung mit alten Damen in Schwarz, Schmetterlings-Symbolen und obskuren Machenschaften, denen Óscar und Marina auf die Spur kommen.

    Mein Eindruck:
    Es hat mich sehr überrascht, dass Ruiz Zafón bereits 33 Jahre alt war, als er 'Marina' geschrieben hat, denn der Roman wirkte auf mich bisweilen etwas unbeholfen, die Sprache hölzern und theatralisch, die Gruseleffekte zu bemüht, stereotyp und naiv. Auch die Übersetzung ist manchmal holprig und sinnfrei (z.B. 'Meine nassen Schuhe quatschen beim Gehen.', 'Nervenstimuli', 'Kreislaufklappen'). Ruiz Zafón gelingt jedoch trotz dieser Mängel eine magische Geschichte, die fesselt und ein düsteres, geheimnisvolles und abgründiges Bild Barcelonas zeichnet und die den Leser mitten hinein in die Gässchen des Barri Gòtic, die Straßen mit den alten Villen und die Friedhöfe mit den grazilen Statuen versetzt. Hierin ist Ruiz Zafón meiner Meinung nach ein unbestrittener Meister: er vermag Barcelona den dunklen Hauch vergangener Zeiten zu geben.

    Mein Resümee:
    Ein spannendes Buch, das meiner Meinung nach zwar einige Mängel aufweist, aber Lust auf Barcelona macht und den Leser durchgängig mitfiebern lässt.
  • Clockers
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    'Er hat keine Zukunft, weil er nicht an eine Zukunft denkt'
    Rezension vom 01.04.2011
    Inhalt:
    Der 19-jährige Strike arbeitet für den Drogendealer Rodney und lässt mehrere Clockers für sich arbeiten, die Junkies Tag und Nacht mit Drogen versorgen. Strike will aussteigen, doch eines Tages soll er im Auftrag von Rodney einen anderen Dealer töten. Strike erzählt seinem arbeitsamen und anständigen Bruder Victor davon - und schließlich wird der Dealer getötet, Victor stellt sich der Polizei und bekennt sich schuldig. Der Polizist Rocco, der sich nach 20 Jahren bald aus dem Dienst zurückziehen möchte, glaubt nicht an Victors Schuld und versucht, der Wahrheit auf die Spur zu kommen.

    Mein Eindruck:
    Ganz einfach macht es einem der Autor nicht. So verwendet er viele Slang-Begriffe, führt unzählige Personen ein und schreibt oft sehr lange Sätze. Durch die Länge des Buches, die authentische Beschreibung der Schauplätze, die milieugerechte Sprache und die sehr überzeugende Charakterisierung der Protagonisten ist Richard Price jedoch ein Meisterwerk gelungen, das es dem Leser ermöglicht, (ganz sicher und von zu Hause aus) in die Drogenwelt einzutauchen. Schön ist diese Welt nicht, aber glaubwürdig und auch für Außenstehende nachvollziehbar. Rocco und Strike kommen bei Richard Price abwechselnd zu Wort und somit erhält der Leser Einblicke in beide Welten, in die der Dealer und in die der Justiz.

    Mein Resümee:
    Man braucht etwas Durchhaltevermögen, aber man wird belohnt. Absolut empfehlenswert!
  • Blaue Augen
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    Laothoe populi, Tyria jacobaeae, Smerinthus ocellata, Actias luna
    Rezension vom 19.03.2011
    Inhalt:
    B.B. lebt auch im Alter von 42 Jahren noch bei seiner Mutter. Im wirklichen Leben ist B.B. eher unscheinbar, er schreibt jedoch unter dem Namen blauauge bizarre Blog-Einträge, in denen es sich um Rache, Gewalt und Mord dreht.

    Mein Eindruck:
    In der Leseprobe hat mir der Blog-Charakter des Buches noch sehr gut gefallen, ich empfand dies als lebendig und authentisch. Je mehr ich gelesen habe, desto repetitiver und einfallsloser fand ich es, und bald war die anfängliche Begeisterung verflogen. Die zerfahrene Sprache hat dafür gesorgt, dass ich das Lesen als Last empfunden habe. Ich bin mir nicht sicher, ob die Autorin bewusst inkohärent geschrieben hat, um eine psychische Störung von B.B. zu veranschaulichen, oder ob dies eher unfreiwillig passiert ist und innovativ wirken soll.

    Alles in allem habe ich mich eher durch das Buch geschleppt, hatte keinen Spaß an der Lektüre. Mich konnte das Buch nicht fesseln, und ich war froh, als ich am Ende angelangt bin, obwohl mir dies noch mit am besten gefallen hat.

    Mein Resümee:
    Trotz des spannenden Themas konnte ich dem Buch leider wenig abgewinnen und kann aufgrund der zerfahrenen Sprache keine Leseempfehlung aussprechen.