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Meine Rezensionen

  • Das Geheimnis des weißen Bandes
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    'Das Wild ist auf.'
    Rezension vom 22.12.2011
    Inhalt:
    Dr. Watson erzählt von Ereignissen, die so schockierend waren, dass sie nach der Aufzeichnung 100 Jahre in einem Safe lagen, bevor eine Veröffentlichung gewagt werden konnte. Diese ungeheuerliche Geschichte beginnt im Jahre 1890. Edmund Carstairs, ein Kunsthändler, stellt sich bei Sherlock Holmes vor und bittet um dessen Hilfe, da er sich von einem Mann verfolgt fühlt. Er vermutet, dass es sich um Keelan O'Donaghue handelt, welcher in einen Überfall auf einen Zug in den USA verwickelt war und der vermutlich Rache für den Tod seines Zwillingsbruders sucht und aus diesem Grunde Carstairs nachstellt. Bald wird Keelan O'Donaghue erstochen in einem Hotel gefunden - doch damit fängt der Fall erst an, und Sherlock Holmes und Dr. Watson kommen einer Verschwörung auf die Spur und geraten bei ihrer Recherche selbst in gefährliche Situationen.

    Mein Eindruck:
    Ich habe erst ein Buch von Sir Arthur Conan Doyle gelesen und habe nicht viele Vergleichsmöglichkeiten, doch meiner Meinung nach ist Anthony Horowitz ein Roman gelungen, der tatsächlich wie ein neuer Fall von Sir Arthur Conan Doyle wirkt. Die Rahmengeschichte, dass die Ereignisse so bestürzend waren, dass sie geheimgehalten werden mussten, hat mir gefallen und wirkte sehr authentisch auf mich. Auch Horowitz' Schilderung des Viktorianischen London ist dem Autor hervorragend geglückt. Horowitz' London ist düster, atmosphärisch, nebelverhangen, von Gaslaternen erhellt, unheimlich und geheimnisvoll - genauso, wie ich mir die Stadt an der Themse im Jahre 1890 vorstelle. Der Fall selbst ist spannend und komplex, die Personen und Handlungsorte sind überzeugend und wirken lebendig. Kleinere Ungereimtheiten (z.B. die Verwendung des Begriffs 'Roboter') sind mir zwar aufgefallen, trüben das Lesevergnügen jedoch nicht.

    Mein Resümee:
    Macht Lust auf die Sherlock Holmes-Geschichten von Sir Arthur Conan Doyle und auf eine Reise nach London. Sehr zu empfehlen.
  • Goldstein
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    'Der blanke Sozialneid, gepaart mit Rassenhass, eine schlimme Mischung.'
    Rezension vom 18.12.2011
    Inhalt:
    Zwei obdachlose Jugendliche lassen sich über Nacht im KaDeWe einschließen, um Uhren und Schmuck stehlen und dann an einen Hehler verkaufen zu können. Doch Alex und Benny scheinen verraten worden zu sein, plötzlich ist das Kaufhaus voller Polizisten, Benny stürzt in den Tod, Alex gelingt nur knapp die Flucht.

    Gereon Rath wird in der Zwischenzeit auf einen neuen Fall angesetzt: Abraham Goldstein, mutmaßliches Mitglied eines New Yorker Gangstersyndikats, hat die USA verlassen, wird in Berlin erwartet und soll von Rath rund um die Uhr beschattet werden.

    Mein Eindruck:
    'Goldstein' beginnt spannend und hält dieses Niveau über 574 Seiten aufrecht. Dabei kann man sich die Schauplätze von der ersten Seite an perfekt vorstellen, sich in die damalige Zeit gut eindenken und einfühlen. Seine Protagonisten hat Volker Kutscher dabei überzeugend charakterisiert - während des Lesens konnte ich mit fast allen Personen sympathisieren, da sie allesamt komplex und mit ihren guten und schlechten Eigenschaften dargestellt wurden. Hervorzuheben ist auch das Geschick des Autors, die zahlreichen Handlungsstränge miteinander zu verbinden, ohne dass man beim Lesen den Eindruck des Künstlichen / des Konstruierten erhält.

    Sehr gut gefallen hat mir auch der Einblick in die deutsche Geschichte der 1930er Jahre, wobei die Beschreibung der Stimmung im Berlin der erstarkenden SA und die Einbettung in die geschichtliche Epoche vom Autor hervorragend bearbeitet wurde.

    Mein Resümee:
    Mein erster, aber sicherlich nicht mein letzter Gereon Rath-Krimi. Sehr empfehlenswert!
  • Die Insel der besonderen Kinder
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    'Wir klammern uns an unsere Märchen und wundersamen Geschichten, bis wir einen zu hohen Preis für diesen Glauben zahlen müssen.'
    Rezension vom 20.11.2011
    Inhalt:
    Jacobs Großvater Abraham Portman hat in seinem Leben viel erlebt und erzählt seinem Enkelsohn gerne von dem Waisenhaus, in dem er nach seiner Flucht aus Polen lebte. Dieses Waisenhaus befand sich auf einer Insel, beherbergte ganz besondere Kinder, die mit außergewöhnlichen Fähigkeiten gesegnet waren, und galt als Zufluchtsort vor den Monstern, die ihnen nachstellten. Jacob ist bald alt genug, um den Monstergeschichten keinen Glauben mehr zu schenken, doch dann findet er seinen Großvater blutend und gerade noch am Leben im Wald hinter seinem Haus.

    Mein Eindruck:
    'Die Insel der besonderen Kinder' beginnt sehr viel versprechend, kann dieses Niveau meiner Meinung nach jedoch nicht über das gesamte Buch hinweg aufrecht erhalten. Sehr gefallen haben mir die Aufmachung des Buches und die zahlreichen Fotografien, die die Geschichte unterstreichen und die düstere Atmosphäre verstärken. Jedoch gelingt es dem Autor im Laufe des Buches immer weniger, die unheimliche und besondere Stimmung beizubehalten und die Handlung glaubhaft zu gestalten. Mit wachsender Seitenzahl empfand ich die Geschichte als immer abstruser und immer weniger nachvollziehbar. Die Protagonisten werden zudem nur durch ihre spezielle Besonderheit charakterisiert und bleiben ansonsten eher farblos, wenig greifbar und kaum komplex.

    Mein Resümee:
    Ein fesselndes Buch in schöner Aufmachung und düsteren Momenten, meiner Meinung nach jedoch kein großer Wurf.
  • Schuld währt ewig
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    'Das Leben ist der Güter höchstes nicht, der Übel größtes aber ist die Schuld.'
    Rezension vom 15.11.2011
    Inhalt:
    Susanne fühlt sich schuldig, seit vor einigen Jahren ein Kind in ihrem Beisein und unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist. Susanne hat einen Filmriss von wenigen Sekunden und weiß nicht, was in dieser kurzen Zeit passiert ist, wie es zum Tod des Kindes kam.
    Ein Mann wird angefahren und stirbt an den Unfallfolgen. War dies ein tragischer Unfall? Aber wieso geben Zeugen an, dass der Unfallwagen anscheinend zehn bis fünfzehn Minuten lang ein Stück weiter unten in der Straße parkte und genau in dem Moment los fuhr, als der Mann das Haus verließ?
    Kommissar Dühnfort und sein Team stehen vor einem Rätsel. Und weitere Tote folgen.

    Mein Eindruck:
    'Schuld währt ewig' lässt sich schnell lesen und ist von Anfang an spannend. Die Protagonisten sind - wie von Inge Löhnig gewohnt - gut und überzeugend charakterisiert, der Plot ist spannend. So kann man eine glaubwürdige Geschichte mit wenig Gemetzel und vielen fesselnden Momenten genießen und wird dabei hervorragend unterhalten.
    Das Ende fand ich überraschend, gut konstruiert und überzeugend. Gefallen hat mir auch, dass der Leser neben der Kriminalgeschichte auch viel aus dem Privatleben der Protagonisten erfährt.

    Mein Resümee:
    Spannend und unterhaltsam.
  • Blutige Stille
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    Thriller mit weniger gut gelungenen Überraschungen
    Rezension vom 28.10.2011
    Inhalt:
    Während seiner Nachtschicht hört Officer Skid Schreie, die von der Plank-Farm zu kommen scheinen. Auf dem Weg dorthin begegnet er dem Amischen Reuben Zimmerman, dem Angst und Schrecken ins Gesicht geschrieben stehen: er hat eben blutüberströmte Leichen im Haus der Planks gefunden. Bei der Inspektion des Hauses und des Grundstücks finden sich schließlich die Leichen aller sieben Familienmitglieder. Nach einer ersten Vermutung, dass es sich um einen erweiterten Suizid handeln könnte, müssen Chief Kate Burkholder und ihr Team schließlich davon ausgehen, dass sie es mit einem Mörder zu tun haben.

    Mein Eindruck:
    Am Anfang habe ich überlegt, ob ich das Buch abbreche, da es allzu brutal, blutrünstig, explizit und reißerisch ist. Doch ich habe weitergelesen und muss zugeben, dass ich gut unterhalten wurde, dass das Buch fesselt und genau das Richtige ist, wenn man eine simple Lektüre zum Ablenken sucht. Sprachlich ist das Buch jedoch oft unbeholfen, und Gefühle werden oft nur durch sich wiederholende und platte Phrasen wie 'es bricht mir das Herz' beschrieben. Gestört haben mich auch die Binsenweisheiten, die die Protagonisten immer wieder von sich geben und die der Leser weder spannend noch überraschend finden kann. Mehrmals habe ich mich gefragt, warum die Autorin so viele Dinge wiederholen musste, die doch bereits gesagt wurden (z.B. wenn zwei Polizisten die selben Fragen stellen und darauf die selben, ausführlichen Antworten bekommen).

    Mein Resümee:
    Eine simple und leicht lesbare Lektüre, die man getrost ganz schnell wieder vergessen kann.
  • Einsteins Versprechen
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    Terra - Aer - Aqua - Ignis
    Rezension vom 23.10.2011
    Inhalt:
    Der Ich-Erzähler Javier muss überraschend bei einer Talkshow auftreten, bei der das Buch 'Einstein relativ einfach' zusammen mit dem Autor diskutiert werden soll. Nach der Sendung erhält Javier einen geheimnisvollen Umschlag, der neben einer Postkarte von Cadaqués mit den Worten 'In der Tat, es gibt eine letzte Erkenntnis' auch ein Busticket enthält. Nach einigem Zögern entschließt sich Javier schließlich zu der Reise nach Cadaqués, wo Albert Einstein gelegentlich Urlaub machte. Unter der angegebenen Adresse findet er einen gewissen Yoshimura, der bereits drei weitere Gäste empfangen hat, jedoch nichts von der Einladung weiß - und am nächsten Tag tot ist. Javier erhält daraufhin eine Email mit dem Angebot, die von Yoshimura begonnene Einstein-Biografie fertig zu schreiben, und macht sich auf eine Reise durch Europa und durch die USA.

    Mein Eindruck:
    Durch die relativ kurzen Kapitel und die (zu) simple Sprache liest sich 'Einsteins Versprechen' einfach und schnell. Inhaltlich wirkt das Buch jedoch wenig realistisch, auch die Gefühle zwischen den Protagonisten bleiben vage, unklar und kaum nachvollziehbar. Auch die künstlich erzeugte und übertriebene Spannung, mit der sich die beiden Autoren von Kapitel zu Kapitel hangeln, hat mir weniger gut gefallen und hat dafür gesorgt, dass die Geschichte noch unglaubwürdiger war.

    Sehr gut gefallen haben mir die Einblicke in Albert Einsteins Leben, die Ausflüge in die Physik und die Zitate zu Beginn der Kapitel.

    Mein Resümee:
    Kann man lesen, muss man aber nicht.
  • Nichts als Erlösung
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    Von Vaterfreuden und Waisenhauskindheiten
    Rezension vom 17.10.2011
    Inhalt:
    Eric Sievert sucht im Wald nach wertvollen Gegenständen aus längst vergangenen Zeiten, um sie für viel Geld verkaufen zu können. Was er findet, ist weniger erfreulich: eine menschliche Leiche. Auch Judith Krieger stößt unverhofft auf einen Toten: beim nächtlichen Laufen durch die Kölner Altstadt findet sie einen Mann, der regelrecht hingerichtet wurde. Bald ist die Identität des in der Altstadt erschossenen Mannes geklärt - dieser stand vor 20 Jahren selbst unter Mordverdacht, nachdem seine Eltern und seine Schwester umgebracht worden sind. Eine Reise in die Vergangenheit beginnt.

    Mein Eindruck:
    Gisa Klönne bietet dem Leser Einblicke in das dunkle Kapitel des Heimlebens und in die unerträglichen Zustände, in denen Heimkinder im Dritten Reich und nach dem Krieg leben mussten. Mir hat dieses Thema sehr gut gefallen, und ich empfand die Schilderungen überzeugend und realistisch. Wie in den ersten vier Judith Krieger-Bänden werden auch in 'Nichts als Erlösung' die Protagonisten komplex und authentisch gezeichnet und mit Schwächen und normalen menschlichen Makeln beschrieben. Sehr gefallen hat mir, dass es der Autorin gelingt, Verständnis für den Täter aufzubringen, seine Taten und seinen Wunsch nach Rache nachvollziehen zu können. Dabei liest sich 'Nichts als Erlösung' flüssig und ist spannend, obwohl der Täter und das Ende vorhersehbar waren und mich wenig überraschten.

    Mein Resümee:
    Spannend, jedoch mit einem wenig überraschenden und etwas schnell abgehakten Ende.
  • Die Zahlen der Toten
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    Römer, Rinder, Rituale
    Rezension vom 04.10.2011
    Inhalt:
    Painters Mill, Ohio: Officer T.J. Banks soll eigentlich nur ein paar entlaufene Kühe zurücktreiben, doch er findet eine nackte Leiche. Die Frau wurde durch einen Schnitt durch die Kehle getötet, und auf ihrem Bauch finden sich römische Zahlen, die dort eingeritzt wurden. Vor 16 Jahren gab es bereits ähnliche Fälle in der Gegend, und die Polizei fürchtet, dass der alte Täter wieder aufgetaucht ist. Nur Kate Burkholder, die Polizeichefin von Painters Mill und abtrünnige Amische, ist sich sicher, dass es ein neuer Täter sein muss, denn sie hat den Täter vor 16 Jahren selbst erschossen - was ein gut gehütetes Familiengeheimnis ist. Kate und ihr Bruder Jacob machen sich schließlich auf die Suche nach der Leiche, die von Kates Vater vor 16 Jahren vergraben wurde. Währenddessen scheint der Mörder die Kontrolle über sich und seine Neigung verloren zu haben - immer mehr Frauen verschwinden, immer mehr Leichen tauchen auf.

    Mein Eindruck:
    'Die Zahlen der Toten' ist ein unterhaltsamer und einfach lesbarer Thriller, der vor allem gegen Ende sehr fesselt und sehr spannend ist. Meiner Meinung nach gelingt es der Autorin jedoch weniger gut, eine unheimliche Stimmung aufgrund der Beschreibung der Orte, der Personen und der Szenerie aufzubauen, sondern sie erzeugt Grauen durch übertriebene Darlegung von Grausamkeiten. Ihre Schilderungen waren mir oft zu detailliert, zu explizit, zu reißerisch. Castillos Protagonisten empfand ich zudem häufig als unsympathisch - allen voran die prüde, verbohrte, handgreifliche, respektlose Tierverachterin Kate.

    Das Ende ist überraschend und überzeugend, die Protagonisten machen im Laufe des Buches jedoch wenig nachvollziehbare und eher unrealistische Wandlungen durch.

    Mein Resümee:
    Spannende Unterhaltung ohne viel Anspruch.
  • Verwesung. David Hunter
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    'Nichts bleibt für immer verborgen.'
    Rezension vom 28.09.2011
    Inhalt:
    In den Sümpfen von Dartmoor wird eine Leiche gefunden, und Dr. David Hunter soll bei der Bergung dabei sein. Bald ist klar, dass es sich um ein Opfer von Jerome Monk handelt, einem Serienmörder und Vergewaltiger, der vier Morde gestanden hat, wobei die Leichen jedoch nie gefunden wurden. Jerome Monk erklärt sich überraschenderweise bereit, die Ermittler zu den Gräbern der anderen Leichen zu führen, versucht bei dieser Aktion zu fliehen, wird jedoch gefasst. Acht Jahre später gelingt ihm die Flucht, und diejenigen Personen, die damals mit ihm im Dartmoor waren, scheinen im Fokus des Mörders zu stehen.

    Mein Eindruck:
    Der vierte David Hunter-Thriller gefiel mit deutlich besser als der dritte Band und überzeugt mit gut charakterisierten Protagonisten. Dabei liest sich 'Verwesung' sehr flüssig und ist jederzeit unterhaltsam und fesselnd. Die Kulisse (Dartmoor, Nebel, einsames Haus) ist stimmungsvoll und atmosphärisch und braucht schon fast kein Verbrechen mehr, da die Gegend auch so unheimlich und gespenstisch wirkt.

    Die Auflösung hat mich zwar nicht sonderlich überrascht und war vorherzusehen, dennoch empfand ich den Thriller als gut und überzeugend konstruiert und sehr spannend.

    Mein Resümee:
    Perfekte Unterhaltung und sehr unheimlich. Meiner Meinung nach der bisher beste David Hunter-Thriller.