Säule der Welten

von Karl Schroeder

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Weitere Artikelinformationen

Sind Sie schon einmal vom Himmel gefallen?
Im freien Fall auf eine Asteroidenwelt zu stürzen ist nicht gerade erfreulich, wie Venera Fanning feststellen muss. Sie hat ihre Familie verloren und ist nun auf einer der vielen Welten gelandet, die innerhalb der gigantischen Sphäre namens Virga mit ihren Tausenden von Sonnen schweben. Auf einer davon, auf Spyre, muss Venera sich jetzt durchschlagen. Wie sich herausstellt, ist das leichter gesagt als getan ...

Produktdetails

ISBN-10: 3-641-04633-5
EAN: 9783641046330
Originaltitel: Queen of Candesce
Erschienen: 10.2010
Verlag: Heyne
Einband: EPUB
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1
Seitenzahl: 432
Übersetzer: Irene Holicki
Erschienen bei: Heyne
Übersetzt von: Irene Holicki
Spieldauer: 431 KB
Kapitel: 0
Medium: EPUB
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Karl Schroeder

Karl Schroeder, geboren 1962 in Manitoba, Kanada, beschloss nach seinem Studium, Schriftsteller zu werden. Seine preisgekrönten Romane und Kurzgeschichten machten ihn schon bald zu einem gefragten Science-Fiction-Autor, und ein Theaterstück von ihm wurde bereits in New York uraufgeführt. Heute arbeitet er nebenher als Berater für Umwelttechnologie und Wirtschaft und lebt mit seiner Familie in Toronto.

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Kundenrezensionen

  • Macht Spaß Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Andreas Wetekam, am 21.11.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    In „Säule der Welten“ erweitert Karl Schroeder seinen Virga-Kosmos gekonnt und fügt mit Spyre einen wunderbaren Handlungsort hinzu.
    Im zweiten Band ist die Handlung unter kosmischen Gesichtspunkten sicherlich deutlich stationärer, aber dadurch nicht minder bewegend und schnell. Wer „Planet der Sonnen“ mochte wird auch mit diesem Buch seine Freude haben, obwohl sie nur wenig gemeinsam haben, aber ein roter Faden bleibt immer andeutungsweise im Hintergrund zu erkennen.
    Den Leser erwartet wieder so manche Überraschung und dennoch hat man immer das Gefühl die Geschichte müsste sich so entwickeln und es macht sich nicht der Eindruck von zu viel kreativer Zufälligkeit breit.
    Die Bücher „aus“ Virga heben sich wohltuend von der Masse der Science Fiction-Literatur ab und ich kann sie dem geneigten Leser nur sehr ans Herz legen.

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5 (S. 70-71)
An diesem Abend fand auf einer Galerie über den Kirschbäumen eine Feier statt. Bernsteingelbes Licht strömte in den bläulichen Hauptschacht, spiegelte sich in Fenstern und deutete darüber und darunter Rollläden und Balkone an, während kleine Windstöße, noch warm von Candesces Schein, die dünnen Gardinen bewegten. Wie alles in Liris war auch der Festraum klein, vollgepfropft mit Andenken und exzentrischem Mobiliar und nur über ein Labyrinth von Treppen und Korridoren zu erreichen. Venera fühlte sich an ihr Kinderzimmer erinnert.
Sie hatte nicht kommen wollen. Sie hätte am liebsten allein in ihrem Kämmerchen gesessen. Aber Eilen hatte nicht lockergelassen. »Warum so bedrückt?«, hatte sie gefragt und sich mit der Hüfte gegen Veneras Türstock gelehnt. »Sie haben Ihrem Land heute einen großen Dienst erwiesen!« Venera war schweigend mitgegangen und gab sich nun alle Mühe, für den Rest des Abends den mehr oder weniger stummen Gast zu spielen.
Ihr Trübsinn steckte die anderen nicht an. Die Bürger von Liris waren nahezu vollzählig erschienen, und eine schwindelerregende Parade von verschrobenen bis neurotischen Typen zog an Venera vorbei, während sie sich systematisch bis zur Besinnungslosigkeit volllaufen ließ. Da waren die Traditionssoldaten mit ihren Pickelhauben und ihren Donnerbüchsen; die grauen Mäuse von der Abwasserentsorgung mit ihrer monotonen Sprechweise, die sich am Getränketisch zusammenrotteten; die Näherinnen und Kerzenzieher, die Schreiner und die Reinigungskräfte, die alle von Kind an eine gemeinsame Geheimsprache entwickelt hatten und sie auch jetzt verwendeten. Auch Kinder waren gekommen - ernste kleine Menschen mit großen Augen, die um Venera herumstrichen, als wäre sie einem ihrer Märchenbücher entstiegen. Sie sah sich alles teilnahmslos an.
Ich wusste, dass so etwas passieren könnte, sagte sie sich immer wieder. Ich wusste, dass er sterben könnte. Dennoch war sie von ihrem Plan nicht abgewichen und hatte den widerstrebenden Chaison mitgezogen. Sie wusste, dass die Entscheidung zur Rettung Slipstreams notwendig gewesen war.
Dennoch empfand sie sie jetzt wie einen Verrat. »Es ist so aufregend«, sagte Eilen gerade, »ein neues Gesicht in unserer Welt!« Sie war stockbetrunken, balancierte neben Venera auf einem Fuß und winkte Leuten, die sie doch jeden Tag sah, stürmisch zu. Einige wenige waren auf Venera zugekommen und hatten sich mit verlegenem Gestammel vorgestellt; die meisten hielten Abstand, tuschelten miteinander und beäugten sie aus der Ferne. Eine Ausländerin.
Ein fremdes Wesen. Der neue Günstling der Botanikerin. Ach ja, auch die Botanikerin war anwesend. Sie glitt durch die Feiernden wie auf Schienen, nickte hierhin und dorthin und ließ am Rande von Gesprächen strategisch wichtige Bemerkungen fallen. Wie immer umspielte ein rätselhaftes Lächeln ihre Lippen. Endlich steuerte sie auch auf Venera zu und hielt gleich neben Eilen an. Die verstummte schlagartig und verdrückte sich. »Ich habe immer schon gesagt, dass es sich auszahlt, seine Kunden zu kennen«, sagte die Botanikerin. »Offenbar habe ich Sie richtig eingeschätzt.« Venera sah sie lange an.
»Halten Sie das für Ihre Aufgabe? Menschen einzuschätzen? Wie Blütenknospen, die vielleicht blühen, aber auch verdorren könnten?« »Ein passender Vergleich. Genauso ist es«, bestätigte die Botanikerin. »Manche müssen gefördert, andere abgeschnitten werden. Sie nicken so, als hätten Sie mich verstanden.« »Ich habe in meinem Leben ... auch schon einige ... Schnitte gemacht«, sagte Venera. »Ich habe also für Ihre winzige Nation einen großen Sieg errungen. Und was nun?«"

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