Johannes Cabal Seelenfänger

Roman. Deutsche Erstausgabe

von Jonathan L. Howard

Buch

Taschenbuch (378 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Wer seine Seele verkauft, sollte nicht mit dem Teufel spielen!


Der Weg in die Hölle ist nicht der angenehmste. Doch Johannes Cabal bleibt nichts anderes übrig, als ihn trotzdem anzutreten, wenn er seine Seele wiederhaben will. Er hatte sich an den Teufel verkauft, um Totenbeschwörer zu werden. Doch ohne Seele lebt es sich nur halb so gut, und daher steht Johannes wieder einmal in den heißen Hallen. Satan gibt allerdings nur ungern her, was er einmal besessen hat. Erst wenn Johannes 100 Seelen innerhalb eines Jahres rekrutieren kann, bekommt er seine eigene wieder ... ein fairer Deal, oder?


Ein Jahr, 100 Seelen und ein Jahrmarkt der besonderen Art: ein Seelenfänger packt aus.


Der Beginn einer fantastisch witzigen Trilogie mit einem wahrhaft düsteren Helden.


Eigentlich sollte Johannes Cabal dem Teufel dankbar sein: Ihm durfte er seine Seele verkaufen, um die Kunst des Totenbeschwörens zu erlernen. Doch erstens weiß Johannes inzwischen, wie man Tote zum Leben erweckt, und zweitens ist das Leben ohne Seele doch nur halb so schön. Also bleibt ihm nichts anderes übrig, als den Teufel erneut aufzusuchen. Vorbei an armen Seelen, die noch 9747 Aufnahmeformulare für das ewige Feuer ausfüllen müssen, gelangt er zum Herrn der Unterwelt. Aber so einfach, wie er sich das vorgestellt hat, verläuft das Gespräch nicht. Schließlich ist es Satans Lieblingsbeschäftigung, Seelen zu sammeln, und wenn er einmal eine hat, lässt er sie so schnell nicht wieder los. Am Ende geht er mit Johannes allerdings ein Tauschgeschäft ein: Liefert dieser ihm innerhalb eines Jahres 100 Seelen, bekommt er seine eigene zurück. Und so begibt sich Johannes auf eine abenteuerliche Reise, im Gepäck einen Jahrmarkt, den ihm der Teufel höchstpersönlich zur Verfügung gestellt hat. Da er sich aber nicht ganz ohne Hilfe an seine Aufgabe wagt, sucht er seinen Bruder auf, der leider gar nicht gut auf Johannes zu sprechen ist. Immerhin hatte der ihn nach einer unvorhergesehenen Vampirattacke einst in einer Gruft zurückgelassen. Doch auch sein Bruder hat bei der Sache etwas zu gewinnen - seine Freiheit nämlich -, schließlich kann er endlich die dunkle Grotte verlassen und wieder am Leben teilnehmen. Als Untoter kann die Zeit unter der Erde nämlich ziemlich lang werden. Also zieht er mit Johannes auf einer alten Dampflok durch die Lande. Und schnell findet sich auch die eine oder andere Seele. Für ein besseres Leben, ein hübscheres Äußeres oder sonstige Annehmlichkeiten tauscht man ja auch gerne etwas ein. Zumal so etwas Altmodisches und Überflüssiges wie seine Seele. Das Geschäft mit dem Seelenhandel läuft also nicht schlecht, doch ein Jahr ist kurz, und schon bald steht Johannes wieder vor dem Herrn mit den Hörnern ...


Produktdetails

ISBN-10: 3-442-46996-1
EAN: 9783442469963
Originaltitel: Johannes Cabal the Necromancer - Trilogie Band I
Erschienen: 07.09.2009
Verlag: Goldmann Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 378
Länge/Breite: 209mm/136mm
Gewicht: 494 g
Übersetzer: Jean Paul Ziller
Reihe: Goldmanns Taschenbücher
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Buchhändlertipps

  • Der Zug der Seelen! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Fabian Greiter, am 29.11.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Wien Donauzentrum

    Johannes Cabal balanciert auf dem Grat zwischen Genie und Wahnsinn - wobei er des öfteren in Richtung Wahnsinn schwankt.

    Er ist Wissenschaftler. Seine Passion hat ihn, wie einst Goethes Faust, dazu getrieben sich mit dunklen Mächten einzulassen. Doch ist die Seele erst verkauft merkt man, wie sehr man sie eigentlich misst.
    Möchte man sie nun zurück haben heißt es ein Alternativangebot aus dem Ärmel schütteln.

    Was also leichter, als anderer Leute Seelen sammeln?

    Howards Humor ist trocken und unterschwellig, wobei die eine oder andere Metapher schon ganz derb ist.

    Ein Buch wie ich es liebe. Es versuch nichts anderes zu sein als es ist und genau das macht es so sympathisch. Jetzt heißt es Band zwei in Angriff nehmen.
  • Willkommen, willkommen im Zirkus der Verdammten!! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Tobias Weber, am 29.02.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Wagnersche/Innsbruck

    Wie könnte man am besten Johannes Cabal, Wissenschaftler seines Zeichens, besser beschreiben als durch ein Zitat von John Locke:
    „Alle Menschen neigen zum Irrtum;
    Und die meisten von Ihnen sind in vielerlei Hinsicht der Versuchung des Irrtums durch Leidenschaft oder Interesse ausgesetzt“
    So schloss der von Wissensdurst Getriebene einen Pakt mit dem Gefallenen.
    Um aus dieser Misere zu flüchten gibt es nur einen Weg und dieser führt geradewegs zurück in die Hölle.
    Wenn man schon mal da ist, weiß man nie, ob oder besser gesagt wie man wieder in die Welt der Lebenden gelangt. Aber es gibt Menschen, die haben eine besondere Gabe.
    So schloss Cabal eine Wette ab, wurde Zirkusdirektor und muss 100 Seelen sammeln.
    Wie er dies bewerkstelligen wird, und ob er es schafft…
    Lest es selbst nach.
    Situationskomik, Sarkasmus, alles was ein gutes Buch benötigt.

Kundenrezensionen

  • Auf Seelensuche Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von B. Keller, am 28.07.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Wenn man dem Teufel 100 Seelen verspricht, um seine eigene zurückzubekommen, steckt man wahrlich in der Klemme, es sei denn, man ist Nekromant, der Bruder eines Vampirs und Herr über einige hilfreiche, wenn auch tote, Gehilfen, all das ist Johannes Cabal. Dumm nur,wenn die Untoten nicht so wollen, wie man selbst und der Vampirbruder plötzlich seine moralische Seite entdeckt! Und schon steckt man in einem irrwitzigen Abenteuer, schleicht über Friedhöfe und verstrickt sich in Todsünden. „Der Seelensammler“ ist unglaublich unterhaltsam und steckt voller liebenswürdiger, böser Charaktere ist aber nicht unbedingt ein Buch für Leser unter 12 Jahren! Alle anderen werden ihren teuflischen Spaß haben!!

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  • Ein Leben ohne Seele? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Jacqueline Opitz, am 15.10.2010

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    Das ist doch nicht so toll, denkt sich Johannes Cabal, und marschiert deswegen geradewegs in die Hölle, um sich seine Seele bei Satan wieder zu holen. Doch der gibt sie natürlich nicht ohne Weiteres her. Cabal lässt sich deswegen auf eine Wette ein, um sein Leben wieder lebenswert zu machen: 100 Seelen im Tausch für seine Eigene, die er innerhalb eines Jahres sammeln muss!
    Die Geschichte bringt einen bis zuletzt zum Lachen, sei es wegen der sinnlosen Bürokratie in der Vorhölle, ungeschickten Dämonen oder dem herrlich trockenen Humor von Johannes Cabal selbst.
    Besonders Tim Burton Fans dürften hier auf ihre Kosten kommen!!

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  • Re-Animator trifft Faust Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 30.05.2010

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    Cabal der Seelenfänger ist eine Fortsetzung einer Kurzgeschichte die Jonathan L. Howard in Lovecraft veröffentlicht hat.
    Die Figur um Johannes Cabal entspricht dem typischen ehrgeizigen Wissenschaftler der alles tut um sein Ziel zu erreichen. Selbst einen Vertrag mit dem Teufel würde er machen oder besser gesagt hat er gemacht. Leider enthalten diese Verträge nicht 100% dies was Sie zu anfangs versprechen und so sieht sich Cabal gezwungen seine Seele wieder zurück zu bekommen. Da man aber nichts umsonst in der Welt (oder Hölle) bekommt, muss er einen neuen Pakt mit dem Teufel aushandeln um seine Seele zurück zu bekommen. Jener neuer Handel sieht vor das Cabal innerhalb eines Jahres, mit Hilfe eines Jahrmarktes 100 Seelen für den Teufel einsammelt.

    Das Buch war angenehm zu lesen und bekommt von mir 4 Sterne.

    Der Humor war keine wilde Jagd nach jeden schlappen Witz, sondern hatte mit seiner Wortwahl und Timing einen ganz eigenen Charm entwickelt.

    J.Cabal war in jenem Sinne mir symphatisch beschrieben, da man merkt: Cabal ist ein ehrgeiziger Mensch, der wenig Sinn für Humor(eher Sarkasmus) hat und für den normale menschliche Zwischenkommunikation fremd ist. Von diesem Mann kann man nicht erwarten das er ein "Held" ist.

    Die Storyline ist zwar in einem gewissen Maß vorrauszusehen, dennoch bleibt bis zum Schluss Spannung da, die durch verschiedene Wendungen und dem Fehlen des typischen "das Gute siegt immmer" Prinzip herkommt.

    Wer ein Fan von "Re-Animator" dem Film ist und einen Hang hat für teuflische Päkte und deren Nachteile, ist mit diesem Buch gut beraten.

    Für 5 Sterne hat es nicht gereicht, da mir die Story doch zu übersichtlich war und nicht wirklich mit neuen Ideen auftrumpfte. Dennoch genoss ich es, da es mich stark an diese klassischen Horrorfilme mit Witz erinnerten, die leider immer weniger in den Medien kommen. Ein Buch auf dessen Fortsetzung ich mich freue und auf jedenfall in meinen Einkaufkorb wandern wird.

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  • Fantastisch düsterer Seelenfang! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Heike Blume, am 04.11.2009

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    Nicht nur das Cover, auch der Inhalt ist hier absolut gelungen: Kein überdrehter Klamauk, sondern wohltuend trockener Schwarzer Humor und eine gut durchdachte Story, die in einer herrlich absurden Realität spielt, welche unserer nicht ganz unähnlich ist. Interessant war, dass die Titelfigur wenig um die Sympathie des Lesers buhlt, reichlich Ecken und Kanten hat, man dennoch gespannt mitfieberte, wie diese Geschichte nun ausgeht. Der Autor hat einen angenehmen Stil, gutes Timing und viele Überraschungen auf Lager.
    Bis auf einen kleinen Cliffhanger ist der erste Teil der geplanten Trilogie in sich abgeschlossen. In jeder Hinsicht ein fantastischer Roman, der nach einer Verfilmung durch Tim Burton schreit!

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  • wo ist das witzig? Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Barbara Drese, am 14.09.2009

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Über das Buch:
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    Johannes Cabal ist ein Nekromant. Er beschwört einen Dämon um Zugang zur Hölle zu bekommen. Es folgt gleich mal eine Diskussion, weil Cabal keinen der üblichen Beschwörungsgegenstände verwendet hat.
    In der Hölle angekommen, marschiert er vorbei an Dutzenden Höllenbewohnern und solchen die es werden wollen. Um in die Hölle zu kommen, muss man Formular mit irrsinnig vielen Fragen beantworten. Möchte man seinen Aufenthaltsort dort verlegen, füllt man wieder Formulare aus.
    Cabal erpresst die beiden, die ihn aufhalten wollen und landet schliesslich vor Satan, dem eigentlich schon etwas langweilig geworden ist. Cabal hat ihm seine Seele irgendwann mal verkauft, musste aber feststellen, dass das gar nicht so angenehm ist. Er wird immer von Satans Avataren belästigt und seine Forschungen erzielen nie 2x das gleiche Ergebnis. Satan gibt aber keine Seelen heraus, da könnte ja jeder kommen. So schliessen die beiden eine Wette ab. Cabal muss innerhalb 1 Jahres 100 Seelen für Satan sammeln um seine wiederzubekommen. Er bekommt als Unterstützung einen Jahrmarkt, der zwar genehmigt, aber noch nicht aufgebaut ist und ein kleines Bugdet. Er überredet noch seinen Bruder und schon geht die Reise los.

    Meine Meinung:
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    Auf dem Klappentext wird es als Beginn einer fantastisch witzigen Trilogie mit einem wahrhaft düsteren Helden beworben. Dazu muss ich sagen: Wo bitte soll das genau sein?
    Gut, der Anfang mit dem Dämon und Satan hat eine witzige Stelle, aber dann finde ich davon leider nicht wirklich was. Cabal ist ein seltsamer, hochnäsiger Typ ohne einen Funken von Humor…entsprechend trocken und langweilig sind sein Gerede und seine Gedankengänge. Seine Versuche sarkastisch zu sein, gelingen meistens nicht wirklich. Obwohl er angeblich ein guter Wissenschaftler und so schlau sein soll, hat er absolut einen Plan, wie ein Jahrmarkt sein soll und warum so was den Leuten gefällt. Das gibt der ganzen Geschichte leider etwas oberflächliches, ja fast schon langweiliges. Seine Methoden Gebühren zu umgehen werden im Laufe des Buches immer hinterhältiger und skrupelloser, was ihn nicht sympathischer macht.
    Da helfen auch sein Bruder und die anderen Gestalten leider wenig. Diese sind zwar sehr gut ausgedacht, könnten ohne diesen Langweiler Cabal auch echt gut sein, aber hier bringen leider so gar keinen Schwung oder Witz in die Geschichte.
    Sorry, aber unter einem witzigen Buch stelle ich mir was anderes vor…und ein Buch, das mir alle 100 Seiten mal einen Schmunzler entlockt ist definitiv nicht witzig. Das viel bei mir unter Einschlaflektüre, so was fades habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
    Vor mir gibt’s nur 2 Sterne und definitiv keine Kaufempfehlung.

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KAPITEL 1


IN DEM EIN WISSENSCHAFTLER DIE HÖLLE BESUCHT UND EIN PAKT GESCHLOSSEN WIRD


Walpurgisnacht. Hexensabbat, die letzte Nacht im April, in der das Böse umgeht. Er war an einem trostlosen, einsamen Ort, wo niemand ihn stören oder bespitzeln konnte. Die Luft roch metallisch, nach frisch vergossenem Blut; neben ihm lag der kopflose Rumpf eines Zickleins. Bis auf ein Schwert mit schmaler Edelstahlklinge in der Rechten trug er keinerlei gemischtes Metall bei sich. Der Arm war nackt, der Hemdsärmel bis zum Bizeps hochgekrempelt. Eine in Papier gewickelte Silbermünze steckte in seiner Westentasche, und vor ihm brannte ein Feuer aus weißem Holz. Johannes Cabal war dabei, einen Dämon zu beschwören. "... Oarios! Almoazin! Arios! Membrot!" Der Klang der Namen verhallte in der unheimlichen Stille der Nacht. Nur das Knistern des Feuers leistete ihm Gesellschaft. "Janna! Etitna-mus! Zariatnatmix ... und so weiter." Er holte tief Luft und stöhnte; das Ritual langweilte ihn. "A. E. A. J. A. T. M. O. ..."
Die Namen, die er anrufen, und die Buchstaben, die er herunterleiern musste, besaßen eine verborgene Bedeutung. Doch das hieß nicht, dass er große Stücke auf sie hielt oder gar davon beeindruckt war. Während er die Große Beschwörungsformel rezitierte, dachte er, dass so mancher Magier der Welt einen größeren Dienst erwiesen hätte, wenn er sich auf das Verfassen von Kreuzworträtseln beschränkt hätte.
Jetzt verformte sich der Raum: Er war nicht mehr allein.
Der Dämon hieß Lucifuge Rofocale. Er wirkte noch stattlicher als Cabal mit seinen eins fünfundachtzig, konnte jedoch mit Hilfe der merkwürdigen Narrenkappe - drei schlappe Hörner oder vielleicht Tentakel mit Pfeilspitzen am Ende - seine Größe nach Belieben verändern. In einer Hand hielt er einen Beutel, der zumindest symbolisch den Reichtum der Welt barg, in der anderen einen goldenen Reifen. Die von struppigem Fell bedeckten Beine unter dem Lederharnisch eines römischen Legionärs endeten in Hufen. Er hatte den fetten Schwanz eines Ameisenbären und trug einen lächerlich dünnen Hercule-Poirot-Schnurrbart. Wie viele Dämonen hatte auch Lucifuge Ähnlichkeit mit einem gründlich missratenen Experiment.
"Siehe, da bin ich!", rief der Geist. "Was willst du von mir? Warum störst du meine Ruhe? Quäl mich nicht länger mit dieser fürchterlichen Haselgerte!" Er sah Cabal an. "Wo hast du sie?"
"Zu Hause", entgegnete Cabal. "Ich wusste nicht, dass ich sie brauche."
"Ohne die Gerte kannst du mich gar nicht rufen!", erwiderte Lucifuge empört.
"Aber du bist da, oder nicht?"
"Gewiss, doch nur weil du mir etwas vorgemacht hast. Du hast weder das Fell einer Ziege noch zwei Eisenkrautthyrsen bei dir, geschweige denn zwei Wachskerzen, von einer Jungfrau gegossen und ordnungsgemäß geweiht. Hast du wenigstens den Stein, den man Ematille nennt?"
"Ich weiß nicht einmal, was das ist."
Auch der Dämon wusste es nicht. Er überging den Punkt und fuhr fort: "Und die vier Nägel aus dem Sarg eines toten Kindes?"
"Sei nicht albern."
"Die halbe Brandyflasche?"
"Ich mag keinen Brandy." "Er ist auch nicht für dich."
"Ich habe einen Flachmann dabei", antwortete Cabal und warf ihn dem Dämon zu. Der fing ihn auf und genehmigte sich einen kräftigen Schluck.
"Zum Wohl", rief er und warf Cabal den Flachmann zurück. Sie musterten sich einen langen Augenblick. "Was für ein Durcheinander", fuhr der Dämon schließlich fort. "Was willst du überhaupt von mir?"


Das Höllentor ist ein imposantes Gebilde. Ein gewaltiger Gesteinsbrocken bohrt sich durch die Oberfläche der glühend heißen, rissigen Wüste in der Vorhölle. Eine Seite dieses unüberwindlichen Ungetüms bildet das Tor selbst: massives Eisen, Hunderte von Ellen breit und Tausende hoch. Die raue, kaum bearbeitete Oberfläche ist mit stümperhaft angebrachten Bolzen übersät wie mit Pockennarben, und in ungleichmäßigen Abständen mit Querriegeln aus schwerem Messing verstärkt. Man könnte fast auf die Idee kommen, die Hölle sei ein beliebtes Ausflugsziel.
Und das ist sie tatsächlich, erstaunlicherweise.
Draußen überlegt man, was einen wohl auf der anderen Seite der Furcht erregenden Pforte erwartet. Manche glauben, die ganze Hölle sei in diesen Berg hineingequetscht. Andere behaupten, direkt hinter dem Tor klaffe eine gewaltige Erdspalte im ausgehöhlten Felsen, die geradewegs in die Ewige Verdammnis hinabführt. Wieder andere meinen, hinter dem Felsen verberge sich der Anfang einer gigantischen Rolltreppe. Niemand draußen ist sich sicher, und doch wollen alle es liebend gern wissen, und sie wollen es wissen, weil alles - wirklich alles - besser ist als die verdammten Formulare.
Eine Unmenge von Formularen. Berge von Papier. Um in die Hölle eingelassen zu werden, müssen durchschnittlich neuntausendsiebenhundertsiebenundvierzig Fragen beantwortet werden. Der Rekord liegt bei fünfzehntausendvier-hundertsiebenundneunzig Fragen. Das kürzeste Formular umfasste nur fünf, die aber waren so raffiniert formuliert, grammatikalisch derart verschwurbelt und von einer solch hinterhältigen Zweideutigkeit, dass sie die Grundlage für eine neue Religion oder zumindest ein Managerseminar hätten bilden können, wären sie für die Welt der Sterblichen freigegeben worden.
Das also war die erste Höllenqual, ersonnen von der Seele eines Bankkassierers.
Niemand war gezwungen, die Formulare auszufüllen, gewiss. Doch angesichts der Alternative, für immer und ewig nackt in einer endlosen Wüste zu hocken, in der es niemals Nacht wird, reihten sich die meisten früher oder später in die lange Schlange ein, die sich vor der Pforte in dem gewaltigen Höllentor gebildet hatte. Dort erhielt man das Formular mit der Bezeichnung "Sektoren der Hölle (Meldebehörde) Vorläufiger Aufnahmeantrag für den Hades - Formblatt (AAAA/342)" und einen Bleistift.
Scharen von erwartungsvollen Antragstellern bildeten lange Ketten vor dem Pförtnerhäuschen, als hätte jemand ausprobieren wollen, wie viele Linien man mit einem vollen Kugelschreiber ziehen kann. Die einst so stille Wüste summte vom unaufhörlichen Gemurmel und dem Knistern von Papier. Greenhorns und alte Hasen standen geduldig vor der Pforte an, um ihre ausgefüllten Formulare abzugeben oder neue entgegenzunehmen. Der schnellste Weg durch den Papierwulst erforderte die Beantwortung von zweitausendsiebenhundert-fünfundachtzig Fragen, doch bislang hatte noch niemand die strengen Voraussetzungen erfüllt, die ein solches Eilverfahren rechtfertigten. Die meisten mussten drei oder vier Mal so viele Fragen beantworten, ganz zu schweigen von zahllosen fehlerhaften Formularen, die nicht angenommen wurden. Das handverlesene Team bürokratischer Teufelchen, das die Anträge bearbeitete, tolerierte weder mangelhafte Rechtschreibung noch gab es Radiergummis aus.

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