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Taschenbuch (378 Seiten)
Sprache: Deutsch
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Wer seine Seele verkauft, sollte nicht mit dem Teufel spielen!
Der Weg in die Hölle ist nicht der angenehmste. Doch Johannes Cabal bleibt nichts anderes übrig, als ihn trotzdem anzutreten, wenn er seine Seele wiederhaben will. Er hatte sich an den Teufel verkauft, um Totenbeschwörer zu werden. Doch ohne Seele lebt es sich nur halb so gut, und daher steht Johannes wieder einmal in den heißen Hallen. Satan gibt allerdings nur ungern her, was er einmal besessen hat. Erst wenn Johannes 100 Seelen innerhalb eines Jahres rekrutieren kann, bekommt er seine eigene wieder ... ein fairer Deal, oder?
Ein Jahr, 100 Seelen und ein Jahrmarkt der besonderen Art: ein Seelenfänger packt aus.
Der Beginn einer fantastisch witzigen Trilogie mit einem wahrhaft düsteren Helden.
Eigentlich sollte Johannes Cabal dem Teufel dankbar sein: Ihm durfte er seine Seele verkaufen, um die Kunst des Totenbeschwörens zu erlernen. Doch erstens weiß Johannes inzwischen, wie man Tote zum Leben erweckt, und zweitens ist das Leben ohne Seele doch nur halb so schön. Also bleibt ihm nichts anderes übrig, als den Teufel erneut aufzusuchen. Vorbei an armen Seelen, die noch 9747 Aufnahmeformulare für das ewige Feuer ausfüllen müssen, gelangt er zum Herrn der Unterwelt. Aber so einfach, wie er sich das vorgestellt hat, verläuft das Gespräch nicht. Schließlich ist es Satans Lieblingsbeschäftigung, Seelen zu sammeln, und wenn er einmal eine hat, lässt er sie so schnell nicht wieder los. Am Ende geht er mit Johannes allerdings ein Tauschgeschäft ein: Liefert dieser ihm innerhalb eines Jahres 100 Seelen, bekommt er seine eigene zurück. Und so begibt sich Johannes auf eine abenteuerliche Reise, im Gepäck einen Jahrmarkt, den ihm der Teufel höchstpersönlich zur Verfügung gestellt hat. Da er sich aber nicht ganz ohne Hilfe an seine Aufgabe wagt, sucht er seinen Bruder auf, der leider gar nicht gut auf Johannes zu sprechen ist. Immerhin hatte der ihn nach einer unvorhergesehenen Vampirattacke einst in einer Gruft zurückgelassen. Doch auch sein Bruder hat bei der Sache etwas zu gewinnen - seine Freiheit nämlich -, schließlich kann er endlich die dunkle Grotte verlassen und wieder am Leben teilnehmen. Als Untoter kann die Zeit unter der Erde nämlich ziemlich lang werden. Also zieht er mit Johannes auf einer alten Dampflok durch die Lande. Und schnell findet sich auch die eine oder andere Seele. Für ein besseres Leben, ein hübscheres Äußeres oder sonstige Annehmlichkeiten tauscht man ja auch gerne etwas ein. Zumal so etwas Altmodisches und Überflüssiges wie seine Seele. Das Geschäft mit dem Seelenhandel läuft also nicht schlecht, doch ein Jahr ist kurz, und schon bald steht Johannes wieder vor dem Herrn mit den Hörnern ...
| ISBN-10: | 3-442-46996-1 |
|---|---|
| EAN: | 9783442469963 |
| Originaltitel: | Johannes Cabal the Necromancer - Trilogie Band I |
| Erschienen: | 07.09.2009 |
| Verlag: | Goldmann Taschenbuch |
| Einband: | Taschenbuch |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 378 |
| Länge/Breite: | 209mm/136mm |
| Gewicht: | 494 g |
| Übersetzer: | Jean Paul Ziller |
| Reihe: | Goldmanns Taschenbücher |
von Fabian Greiter, am 29.11.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Wien Donauzentrum
von Tobias Weber, am 29.02.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Wagnersche/Innsbruck
von B. Keller, am 28.07.2011
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von Jacqueline Opitz, am 15.10.2010
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von einer Kundin/einem Kunden, am 30.05.2010
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von Heike Blume, am 04.11.2009
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von Barbara Drese, am 14.09.2009
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KAPITEL 1
IN DEM EIN WISSENSCHAFTLER DIE HÖLLE BESUCHT UND EIN PAKT GESCHLOSSEN WIRD
Walpurgisnacht. Hexensabbat, die letzte Nacht im April, in der das Böse umgeht. Er war an einem trostlosen, einsamen Ort, wo niemand ihn stören oder bespitzeln konnte. Die Luft roch metallisch, nach frisch vergossenem Blut; neben ihm lag der kopflose Rumpf eines Zickleins. Bis auf ein Schwert mit schmaler Edelstahlklinge in der Rechten trug er keinerlei gemischtes Metall bei sich. Der Arm war nackt, der Hemdsärmel bis zum Bizeps hochgekrempelt. Eine in Papier gewickelte Silbermünze steckte in seiner Westentasche, und vor ihm brannte ein Feuer aus weißem Holz. Johannes Cabal war dabei, einen Dämon zu beschwören. "... Oarios! Almoazin! Arios! Membrot!" Der Klang der Namen verhallte in der unheimlichen Stille der Nacht. Nur das Knistern des Feuers leistete ihm Gesellschaft. "Janna! Etitna-mus! Zariatnatmix ... und so weiter." Er holte tief Luft und stöhnte; das Ritual langweilte ihn. "A. E. A. J. A. T. M. O. ..."
Die Namen, die er anrufen, und die Buchstaben, die er herunterleiern musste, besaßen eine verborgene Bedeutung. Doch das hieß nicht, dass er große Stücke auf sie hielt oder gar davon beeindruckt war. Während er die Große Beschwörungsformel rezitierte, dachte er, dass so mancher Magier der Welt einen größeren Dienst erwiesen hätte, wenn er sich auf das Verfassen von Kreuzworträtseln beschränkt hätte.
Jetzt verformte sich der Raum: Er war nicht mehr allein.
Der Dämon hieß Lucifuge Rofocale. Er wirkte noch stattlicher als Cabal mit seinen eins fünfundachtzig, konnte jedoch mit Hilfe der merkwürdigen Narrenkappe - drei schlappe Hörner oder vielleicht Tentakel mit Pfeilspitzen am Ende - seine Größe nach Belieben verändern. In einer Hand hielt er einen Beutel, der zumindest symbolisch den Reichtum der Welt barg, in der anderen einen goldenen Reifen. Die von struppigem Fell bedeckten Beine unter dem Lederharnisch eines römischen Legionärs endeten in Hufen. Er hatte den fetten Schwanz eines Ameisenbären und trug einen lächerlich dünnen Hercule-Poirot-Schnurrbart. Wie viele Dämonen hatte auch Lucifuge Ähnlichkeit mit einem gründlich missratenen Experiment.
"Siehe, da bin ich!", rief der Geist. "Was willst du von mir? Warum störst du meine Ruhe? Quäl mich nicht länger mit dieser fürchterlichen Haselgerte!" Er sah Cabal an. "Wo hast du sie?"
"Zu Hause", entgegnete Cabal. "Ich wusste nicht, dass ich sie brauche."
"Ohne die Gerte kannst du mich gar nicht rufen!", erwiderte Lucifuge empört.
"Aber du bist da, oder nicht?"
"Gewiss, doch nur weil du mir etwas vorgemacht hast. Du hast weder das Fell einer Ziege noch zwei Eisenkrautthyrsen bei dir, geschweige denn zwei Wachskerzen, von einer Jungfrau gegossen und ordnungsgemäß geweiht. Hast du wenigstens den Stein, den man Ematille nennt?"
"Ich weiß nicht einmal, was das ist."
Auch der Dämon wusste es nicht. Er überging den Punkt und fuhr fort: "Und die vier Nägel aus dem Sarg eines toten Kindes?"
"Sei nicht albern."
"Die halbe Brandyflasche?"
"Ich mag keinen Brandy." "Er ist auch nicht für dich."
"Ich habe einen Flachmann dabei", antwortete Cabal und warf ihn dem Dämon zu. Der fing ihn auf und genehmigte sich einen kräftigen Schluck.
"Zum Wohl", rief er und warf Cabal den Flachmann zurück. Sie musterten sich einen langen Augenblick. "Was für ein Durcheinander", fuhr der Dämon schließlich fort. "Was willst du überhaupt von mir?"
Das Höllentor ist ein imposantes Gebilde. Ein gewaltiger Gesteinsbrocken bohrt sich durch die Oberfläche der glühend heißen, rissigen Wüste in der Vorhölle. Eine Seite dieses unüberwindlichen Ungetüms bildet das Tor selbst: massives Eisen, Hunderte von Ellen breit und Tausende hoch. Die raue, kaum bearbeitete Oberfläche ist mit stümperhaft angebrachten Bolzen übersät wie mit Pockennarben, und in ungleichmäßigen Abständen mit Querriegeln aus schwerem Messing verstärkt. Man könnte fast auf die Idee kommen, die Hölle sei ein beliebtes Ausflugsziel.
Und das ist sie tatsächlich, erstaunlicherweise.
Draußen überlegt man, was einen wohl auf der anderen Seite der Furcht erregenden Pforte erwartet. Manche glauben, die ganze Hölle sei in diesen Berg hineingequetscht. Andere behaupten, direkt hinter dem Tor klaffe eine gewaltige Erdspalte im ausgehöhlten Felsen, die geradewegs in die Ewige Verdammnis hinabführt. Wieder andere meinen, hinter dem Felsen verberge sich der Anfang einer gigantischen Rolltreppe. Niemand draußen ist sich sicher, und doch wollen alle es liebend gern wissen, und sie wollen es wissen, weil alles - wirklich alles - besser ist als die verdammten Formulare.
Eine Unmenge von Formularen. Berge von Papier. Um in die Hölle eingelassen zu werden, müssen durchschnittlich neuntausendsiebenhundertsiebenundvierzig Fragen beantwortet werden. Der Rekord liegt bei fünfzehntausendvier-hundertsiebenundneunzig Fragen. Das kürzeste Formular umfasste nur fünf, die aber waren so raffiniert formuliert, grammatikalisch derart verschwurbelt und von einer solch hinterhältigen Zweideutigkeit, dass sie die Grundlage für eine neue Religion oder zumindest ein Managerseminar hätten bilden können, wären sie für die Welt der Sterblichen freigegeben worden.
Das also war die erste Höllenqual, ersonnen von der Seele eines Bankkassierers.
Niemand war gezwungen, die Formulare auszufüllen, gewiss. Doch angesichts der Alternative, für immer und ewig nackt in einer endlosen Wüste zu hocken, in der es niemals Nacht wird, reihten sich die meisten früher oder später in die lange Schlange ein, die sich vor der Pforte in dem gewaltigen Höllentor gebildet hatte. Dort erhielt man das Formular mit der Bezeichnung "Sektoren der Hölle (Meldebehörde) Vorläufiger Aufnahmeantrag für den Hades - Formblatt (AAAA/342)" und einen Bleistift.
Scharen von erwartungsvollen Antragstellern bildeten lange Ketten vor dem Pförtnerhäuschen, als hätte jemand ausprobieren wollen, wie viele Linien man mit einem vollen Kugelschreiber ziehen kann. Die einst so stille Wüste summte vom unaufhörlichen Gemurmel und dem Knistern von Papier. Greenhorns und alte Hasen standen geduldig vor der Pforte an, um ihre ausgefüllten Formulare abzugeben oder neue entgegenzunehmen. Der schnellste Weg durch den Papierwulst erforderte die Beantwortung von zweitausendsiebenhundert-fünfundachtzig Fragen, doch bislang hatte noch niemand die strengen Voraussetzungen erfüllt, die ein solches Eilverfahren rechtfertigten. Die meisten mussten drei oder vier Mal so viele Fragen beantworten, ganz zu schweigen von zahllosen fehlerhaften Formularen, die nicht angenommen wurden. Das handverlesene Team bürokratischer Teufelchen, das die Anträge bearbeitete, tolerierte weder mangelhafte Rechtschreibung noch gab es Radiergummis aus.