Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot
Leseprobe

Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot

Roman

von Sibylle Berg

Buch

Taschenbuch (192 Seiten)

10. Auflage

Sprache: Deutsch

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Produktdetails

ISBN-10: 3-15-021577-3
EAN: 9783150215777
Erschienen: Jänner 2008
Verlag: Philipp Reclam Jun.
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 10. Auflage
Seitenzahl: 192
Länge/Breite: 190mm/121mm
Gewicht: 190 g
Reihe: Reclam Taschenbuch
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Sibylle Berg

Sibylle Berg, geboren vor nicht allzu langer Zeit in Weimar, gilt seit ihrem Debüt-Roman "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot" als Übermutter der jungen deutschen Literatur. Darauf könnte sie verzichten. Neben Büchern schrieb die überzeugte Kettenraucherin Theaterstücke und Texte für verschiedene Magazine in Deutschland und der Schweiz, darunter "Das Magazin" (Zürich), "Allegra" (Hamburg) und das "Zeit-Magazin". 2008 erhält sie den Wolfgang-Koeppen-Preis. Sibylle Berg lebt in Zürich.

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Kundenrezensionen

  • Reden macht Wirklichkeit Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Steppenwolf, am 03.02.2011

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Einige Leute sind auf der Suche. Nach was wissen sie meist selbst nicht genau. Sie suchen nach Menschen, nach Liebe, nach Perspektiven, denn alle sind sie unzufrieden. In vielen kleinen Episoden macht sich jeder für sich auf das Fehlende, das wonach er sich sehnt, ob nun wissentlich oder nicht, zu suchen. Letztlich finden sie alle etwas, aber ist es das Glück?

    Sibylle Bergs Debütroman polarisiert wie nur wenige Bücher. Es spaltet seine Leserschaft. Kaum jemand ist in der Mitte, entweder man hasst dieses Buch oder aber man liebt es.
    Was zunächst auffällt, ist die eigentümliche Sprache, die vielen sehr kurzen Sätze und die ständigen Perspektiven-wechsel. So wird mal in dritter als auch erster Person erzählt. Das mag anstrengend anmuten, aber es fügt sich auch perfekt mit der Handlung zusammen. Anders hätte man dieses Buch wohl nicht schreiben können oder vielmehr, anders hätte es wahrscheinlich so nicht funktioniert.
    Es gibt drei bestimmende Motive, welche die zehn Charaktere dieses Romans miteinander verbindet: Langeweile, Einsamkeit und gestörte Kommunikation.
    Gelangweilt sind alle, unzufrieden mit ihrem Beruf und vor allem mit sich selbst. Einsam sind sie, fühlen sich verlassen, isoliert und suchen nach ihrem Glück, einem Glück, das ihnen allein gehört. Ihre Einsamkeit steht also sozusagen für das noch nicht gefundene Glück und um sie auszublenden, geben sie sich teils dem Sex mit anderen Menschen hin, nur um Nähe zu spüren oder gaukeln sich Wärme vor mit dem Genuss von Alkohol. Aus ihrer aller Unvermögen zur Kommunikation scheitern Beziehungen und sie haben Angst davor, dass andere Leute eine andere Wirklichkeit haben als sie selbst und damit auch andere Vorstellungen vom Leben und der Liebe. Die Liebe rückt besonders stark in den Fokus, denn diese ist scheinbar für Männer und Frauen gänzlich verschieden. Für Frauen geht es um Seelenverwandtschaft, Verschmelzen, miteinander alt werden, die vollkommene Symbiose mit einem anderen Lebewesen. Hingegen dem Mann geht es einzig um sein körperliches Begehren.
    Ist das Buch nun die knallharte Realität, die niemand sehen will oder ist alles zu sehr überzeichnet, zu sehr realitätsfern? Das ist die Frage. Sicher sind die Figuren übertrieben dargestellt, aber dennoch sind sie erschreckend authentisch. Das drückt sich besonders in den Momenten aus, in denen der Leser Einblicke in die Gedanken der Charaktere bekommt und zusehen muss, wie sie letztlich komplett anders handeln als erwartet und dann folgen die Konsequenzen und die sind drastisch.
    Dieser Roman ist ehrlich, schnörkellos, direkt und hält der Gesellschaft den Spiegel vors Gesicht. Das Buch ist Zeitgeist. Aber was ist Zeitgeist? Reden wir nicht drüber, denn Reden macht Wirklichkeit.

    Fazit: Wieder lesen oder verbrennen? Ich würde es wieder lesen. Wer mit der wirklich hässlichen Wahrheit konfrontiert werden will, sollte dieses Buch lesen. Und wer erwartet, was zu lachen zu bekommen, der wird herb enttäuscht werden, denn dieses Buch ist alles, aber nicht zum Lachen.

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  • Alle scheitern Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Stefanie Strachotta, am 30.05.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Der unverwechselbare, emotionslose und bitterböse Stil Bergs lädt zum sinnieren ein. Hier eine Frau, die im Altersheim dahin vegetiert, dort eine Frau, die eine Liebe zu einer Prothese entwickelt. Lauter kleine Existenzen, die dann doch am Ende alle etwas miteinander zu tun haben, aber nur Vera bleibt übrig und trinkt Ruhe ihren Kaffee...

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  • Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Theresa Graner, am 17.01.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Unter Experten gilt Sybille Berg als eine Schriftstellerin, die einmal in die deutsche Literaturgeschichte eingehen wird. Sie entwickelt eine skurile Sprache, die Abscheuliches verblüffend beiläufig beschreibt. Ihr einzigartiger Ton klingt dabei überraschend klar und fesselnd. Er hält den Leser wach. So kann man zerreißen wollende Gefühle, rohe Gewalt und absonderlich Ekliges erstaunlich gut verkraften. Man fragt sich an der einen oder anderen Stelle, warum man sich so etwas antun soll? Doch dann bemerkt man es: zwischen dem Dreck, Chaos und scheinbar Sinnlosem, das Sibylle Berg erzählt, blitzt immer wieder ein zartes Glück auf. Man begreift, dass das heute so inflationär gebrauchte Wort Glück erst inmitten von wiederwärtigen, dreckigen und gewaltsamen Episoden des Lebens als glänzender Punkt hervor tritt. Das Glück bemerkt man eben oft erst dann, wenn es bereits weitergezogen ist.
    Mein Fazit: kein Buch für schwache und depressive Leser, auch wenn Sibylle Berg genau das herausfordernd wünscht. Doch wunderbar erfrischend, wenn man Skuriles mag.

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"Ich lebe so ein bißchen wie ein Tier. Ich weiß nicht, ob das so verkehrt ist. Obwohl es auch unglückliche Tiere gibt, die zu Tierpsychologen gehen, denke ich mal, die meisten Tiere fragen sich nicht andauernd, was sie mit ihrem Leben anstellen sollen. Vielleicht sind sie glücklich. Ich würde so gern mal mit einigen befreundeten Tieren über dieses Thema reden."

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