Das lange Lied eines Lebens

Roman

von Andrea Levy

Buch

Taschenbuch (363 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Vom Kampf einer Frau um Freiheit


Jamaika, Mitte des 19. Jahrhunderts. Die betagte Miss July war einst Haussklavin auf einer Zuckerplantage und hat bewegte Zeiten hinter sich. Nun, viele Jahre nachdem sich ihre Brüder und Schwestern die Freiheit mit Blut erkauften, offenbart sie ihrem Sohn die Geschichte ihres Lebens - und erklärt ihm, warum sie gezwungen war, ihn als Säugling wegzugeben. Mit großer Lust am Fabulieren beginnt sie von jener Zeit zu erzählen, als sie die rechte Hand der Missus auf der Plantage war. Bis sich mit einem neuen Aufseher ihr Leben dramatisch änderte ...

Produktdetails

ISBN-10: 3-442-74412-1
EAN: 9783442744121
Originaltitel: The Long Song
Erschienen: 08.06.2012
Verlag: Btb Taschenbuch
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 363
Länge/Breite: 187mm/118mm
Gewicht: 302 g
Übersetzer: Hans-Christian Oeser
Reihe: btb
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Hans-Christian Oeser

Hans-Christian Oeser, geb. 1950 in Wiesbaden, lebt als literarischer Übersetzer und Herausgeber in Dublin. Er übersetzte u. a. Werke von Christopher Nolan, Ian McEwan und John McGahern. Hans-Christian Oeser wurde mit dem Europäischen Übersetzerpreis 'Aristeion' ausgezeichnet und 2010 mit dem 'Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis'.

Andrea Levy

Andrea Levy wurde 1956 als Kind jamaikanischer Einwanderer in London geboren, wo sie heute noch lebt.

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  • Jamaika im 19. Jahrhundert Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Monika Fuchs, am 07.06.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Bisher ist Andrea Levy wahrscheinlich hauptsächlich in England bekannt, wo sie als Kind jamaikanischer Einwanderer aufgewachsen ist. Inzwischen ist jetzt auch in Deutschland bereits ihr zweiter Roman erschienen. Diesmal geht sie zurück in die Geschichte Jamaikas und erzählt von dem Leben des Sklavenmädchens July.

    Die eigentliche Erzählerin ist eine alte Dame, die bei ihrem Sohn Thomas, einem Druckereibesitzer, in durchaus gehobenen Verhältnissen in Jamaika lebt. Ihr Sohn drängt sie, ihre Geschichte zu Papier zu bringen. Sie ziert sich etwas, doch dann fängt sie an. Und wie - sie lässt uns richtig an ihrem Schaffen teilhaben, denn sie spricht uns direkt an. Besonders immer wieder dann, wenn sie mit ihrem Sohn uneins ist, wie die Geschichte weitergehen soll, und sie eigentlich unseren Rückhalt benötigt. Die Geschichte erzählt sie allerdings nicht in der Ich-Form, sondern sie erzählt uns von July als außenstehender Beobachterin. Immer wieder lässt sie auch andere Sklaven zu Wort kommen. Dadurch wird die Geschichte unglaublich lebhaft und glaubwürdig.

    July wird irgendwann im 19. Jahrhundert auf einer Zuckerrohrplantage geboren. Ihre Mutter ist eine Feldsklavin, ihr Vater der schottische Aufseher, der ihre Mutter mit Gewalt genommen hat. July hat Glück im Unglück. Ihre Mutter liebt sie auf ihre Art von ganzem Herzen, doch irgendwann werden die Beiden getrennt und July kommt als Haussklavin ins Haupthaus. In einfachen, teilweise brutalen Worten schildert die Erzählerin das harte Leben der Sklaven und das behütete Leben der Weißen. Immer wieder denkt man:– jetzt hat July es geschafft, jetzt geht ihr Leben aufwärts - doch wieder schlägt das Schicksal zu. Aber gerade dadurch, dass die Geschichte immer wieder überraschende Wendungen nimmt, wird sie nie langweilig, aber auch nicht kitschig.

    Dadurch dass die Autorin sich so gut in die Geschichte ihrer Vorfahren hineindenken kann, ist ein sehr eindringlicher Gesellschaftsroman über das Jamaika des 19. Jahrhunderts entstanden. Ein Lob an die Autorin als auch an die Übersetzerin. Die Sprache ist einerseits so einfach und naiv und doch gleichzeitig teilweise so poetisch. Die Autorin hat sich wirklich überlegt, wie wohl ein damals doch relativ ungebildeter/unverbildeter Mensch sprechen mag. Ich finde, sie hat es großartig getroffen. Das Leben ihrer Hauptperson July ist eng mit der Geschichte verbunden. Obwohl July selbst kein politischer Mensch ist, erfährt sie die Aufstände und ihre Auswirkungen, die endgültig zur Befreiung der Sklaven führen, aber auch großes Leid ins Land bringen, hautnah am eigenen Leib mit.

    Dieser Roman ist ein literarisch durchaus anspruchsvoller Gesellschaftsroman, der für Allende-Fans genau das richtige ist.

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