Theo Boone und der unsichtbare Zeuge, Band 1

Roman

von John Grisham

Buch

gebunden (271 Seiten)

4. Auflage

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Das neue Dreamteam im Kampf um Gerechtigkeit
Für den dreizehnjährigen Theodore Boone gibt es nichts Spannenderes als die Welt des Justizwesens. Wann immer er kann, ist er Zuschauer bei Gerichtsverhandlungen und eignet sich so ein erstaunliches Wissen über das Recht an. Seine Eltern, beide Anwälte, müssen ihn immer wieder daran erinnern, dass er auch noch zur Schule gehen muss. Theo jedoch träumt von dem Tag, an dem er selbst als Anwalt oder Richter für Gerechtigkeit sorgen kann. Bis dahin übt er schon fleißig, indem er seinen Mitschülern als findiger Rechtsberater aus der Patsche hilft.
Leider gibt es in der Kleinstadt Strattenburg nur wenige große Prozesse. Doch dann wird Pete Duffy des Mordes an seiner Frau angeklagt – für Theo der aufregendste Fall, den er je erlebt hat. Fasziniert verfolgt er die Verhandlung. Die Anklage kann allerdings nur Indizien vorweisen, die von Duffys Verteidiger schnell entkräftet werden. Und dann passiert das Unfassbare: Theo erfährt von einem Augenzeugen, der bestätigen kann, dass Duffy schuldig ist. Doch der Zeuge hat panische Angst vor den Behörden und verpflichtet Theo zum Stillschweigen. Da hat Theo eine so geniale wie gefährliche Idee.

Produktdetails

ISBN-10: 3-453-26000-7
EAN: 9783453260009
Originaltitel: Theodore Boone, Kid Lawyer
Erschienen: 15.11.2010
Verlag: Heyne
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 4. Auflage
Seitenzahl: 271
Gewicht: 388 g
Altersempfehlung: ab 12
Übersetzer: Imke Walsh-Araya, Oliver Neumann
Reihe: Theo Boone
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John Grisham

Damals dachte noch niemand daran, dass John Grisham einmal Amerikas Bestsellerautor wird mit seinen Justizthrillern und damit Millionen verdient. Am 8.Februar 1955 in Jonesboro, Arkansas geboren, wuchs er zusammen mit seinen vier Geschwistern in einfachen Verhältnissen auf. Sein Vater war Konstrukteur und seine Mutter Hausfrau, deswegen mussten sie für die Aufträge des Vaters oft umziehen. Sein eigentlicher Traum war Baseballspieler zu werden, doch früh erkannte John Grisham sein fehlendes Talent hierfür und begann stattdessen mit dem Studium der Rechtswissenschaft an der Universität von Mississippi. Nachdem sein Jurastudium erfolgreich abgeschlossen war, praktizierte er lange Zeit als Anwalt für Strafverteidigung und Körperverletzung. Als Kandidat der Demokratischen Partei wurde John Grisham 1983 in das Parlament des Staates Mississippi gewählt. "Die Jury", die er 1988 fertig stellte, ist einer seiner Romane, die ihn zum Durchbruch führten, auch wenn damals zahlreiche Verlage seine Manuskripte ablehnten. Basierend für die Geschichte ist die Vorlage einer seiner Fälle. Schnell kam John Grisham mit seinen weiteren Romanen auf die Plätze der Bestsellerlisten und hat sie seitdem auch nicht mehr verlassen. Das ist ein Grund weswegen er 1991 seinen Beruf und seine politischen Ämter niederlegte, um sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Bisher nahm die Erfolgskette auch kein Ende, so veröffentlicht John Grisham jährlich einen neuen Roman. Neben Justizthrillern versuchte John Grisham sich auch an Sachbüchern, Jugendromanen und weiteren Geschichten. Seiner Leidenschaft dem Baseballspielen frönt er heute in Form von Unterstützung der Baseballnachwuchsliga nach. Seine Anwesen in Oxford und Charlottesville sind mit Trainingsgeländen ausgestattet, auf denen Kinder und Nachwuchsteams spielen dürfen. Als strenggläubiger Baptist lebt John Grisham mit seiner Frau Renee und den Kindern Ty und Shea zurückgezogen abwechselnd auf der Farm in Oxford oder der Plantage in Charlottesville. Von Medienrummel hält er nicht viel und genießt viel lieber ein Baseballspiel seines Sohnes. John Grisham Bücher feiern die Erfolge durch ihre Qualität der Erzählform wie Stephen King Bücher.

Meinung der Redaktion
Grisham ist die oberste Instanz des Thrillers.

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Buchhändlertipps

  • Spannender Jugendkrimi

    von Pia Lemberger, am 19.01.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Wien

    Wenn man „Theo Boone“ zur Hand nimmt, darf man keinen typischen John Grisham Roman erwarten. „Theo Boone“ ist weitaus unkomplizierter und schneller zu lesen als Grishams übliche Krimis, er eignet sich aber wirklich hervorragend als Jugendbuch und ist durchaus auch noch für Erwachsene zu empfehlen.

    Eigentlich kann ich gar nicht genau sagen WAS mir an dem Buch so gut gefallen hat, aber ich fand die Geschichte so spannend und vor allem so gut geschrieben, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen. Auch die Übersetzung ist einwandfrei und lässt keine Wünsche offen. Rückblickend lässt sich der Inhalt in ein paar Sätzen zusammenfassen, aber trotzdem kommt trotz der relativ einfach gehaltenen Handlung keinen Moment Langeweile auf. Man kann sich wunderbar in den 13jährigen Theo Boone hineinversetzen und vor allem wirkt der Fall wenig gekünstelt, weil es ja wirklich ziemlich plausibel klingt dass der Sohn zweier Anwälte selbst schon ganz versiert ist was die Juristerei betrifft.

    Es ist relativ schwierig heranwachsende Jungs für eine Buchserie zu begeistern, aber John Grisham hat mit seiner „Theo Boone“-Serie nicht nur das geschafft, sondern auch noch den Spagat gemeistert mit dem Buch Jungen und Mädchen aber auch Erwachsene gleichermaßen zu begeistern. Angesichts der Tatsache dass das Buch eigentlich keinerlei bedenkenswerten Inhalt hat, liegt meine persönliche Altersempfehlung bei 12+.
  • Theo Boone

    von Michaela Klauser, am 02.01.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in St. Pölten

    Dem 13jährigen Theo Boone, Sohn zweier Anwälte, wird belastendes Material in einem laufenden Mordprozess zugespielt. Der Hobbyjurist, der seinem Informanten Verschwiegenheit versprochen hat, gerät damit in große Schwierigkeiten. Ein wirklich spannender, detailgetreuer, durchaus anspruchsvoller Rechtskrimi für Jugendliche.
  • Sozial brisanter Krimi!

    von Nicola Neller, am 12.11.2010 aus der Thalia-Buchhandlung in Gmunden

    Die Kleinstadtidylle wird aufgerüttelt durch einen Mord im Nobelwohnpark. Die Anwaltsfamilie mit sozialem Gewissen, die illegale, obdachlose Einwanderer betreut. Deren Sohn Theo der sein Mitschüler juristisch berät und durch Zufall in den Mordfall hineingezogen wird, weil ein Zeuge seinen Rat sucht. Juristisch detailliert aber kurzweilig. Sozial brisant und spannend aber realistisch!

Kundenrezensionen

  • Theo Boone und der unsichtbare Zeuge Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Christina Büning, am 03.11.2011

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    Theo Boone – diesen Namen müsst ihr euch merken!
    Der 13-jährige Anwaltssohn Theodor Boone lässt keine Gerichtsverhandlung aus.
    Er interessiert sich so sehr für Justiz und Recht, dass er davon träumt, eines Tages selbst als Anwalt oder Richter für Gerechtigkeit zu sorgen.
    Doch dann erfährt Theo von einem Fall, der ihn nicht mehr loslässt.
    Und das spannenste ist: Er steckt mittendrin!
    Wahnsinnig spannendes Jugendbuch von einem erstklassigen Thriller-Autor!

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  • Anwält der Teens Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Beatrice Peter, am 13.05.2011

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    Theo Boone findet die Schule echt ätzend (obwohl er ein guter Schüler ist), denn eigentlich verbringt er seine Zeit viel lieber am Gericht. Besonders schlimm wird's als endlich endlich mal ein richtiger Mordfall verhandelt wird. Theo ist bereits als Anwalt der Kids bekannt, das heisst, wenn sie ein Problem haben, einen Rat brauchen, konsultieren sie rasch Theo, welcher mit seinen 13 Jahren bereits so versiert ist, dass er gute Ratschläge erteilen kann. Zurück zum Gerichtsfall, der Angeklagte wird wohl eher freigesprochen, denn keine Beweislast ist erdrückend genug. Theo kommt - eben durch seine Arbeit mit den Jugendlichen - zu einem Zeugen, welcher hieb- und stichfest die Schuld des Angeklagten beweisen könnte. Nur möchte dieser Zeuge nicht auftreten. Wie Theo mit dieser schwierigen Situation umgeht, musst du selber lesen...

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  • Schade... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Sandra Byrohl, am 01.02.2011

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    Theo Boone ist der Sohn zweier Anwälte und somit steht sein Berufswunsch fest: er will auf jeden Fall selbst Anwalt werden. Jede freie Minute verbringt er im Gerichtssaal. Als es in seiner Stadt zu einem aufsehenerregenden Prozess kommt, ist Theo mit seiner Schulklasse vor Ort. Doch als er den Tipp bekommt, das es einen Zeugen gibt, der die Schuld des Angeklagten bezeugen kann, wird er plötzlich vom Zuschauer zum Prozessbeteiligten.
    Ein spannender Krimi, wobei John Grisham seinem altbewährtem Thema treu bleibt. Da es sich bei dem Fall um einen Mord unter Eheleuten handelt und ein Großteil der Handlung im Gerichtssaal spielt, tue ich mich schwer damit, es als Kinderbuch einzusortieren. Es wäre schön gewesen, wenn er sich auch inhaltlich mehr auf seine anvisierte Zielgruppe eingelassen hätte...

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  • Der spannende Auftakt einer Krimi-Seie für pfiffige Kids Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Kristina Eckert, am 17.01.2011

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    Theo Boone ist ein typischer Anwaltssohn, der auch für seine Zukunft die juristische Laufbahn anstrebt. In der Kanzelei seiner Eltern hat er eine kleine Kammer in der er eine kostenlose Rechtsberatung für seine Mitschüler anbietet. Als er von einem Jungen aus seiner Klasse um Rat gebeten wird, ahnt er noch nicht in was er da hineingezogen wird. Kennt er als Einziger die Wahrheit und den unsichtbaren Zeugen des großen Mordprozesses?

    Ein wenig altklug und sehr schlagfertig kommt Grishams 
    neuer Protagonist daher. Trotzdem man zwischenzeitlich das Gefühl bekommt das die Juristerei recht trocken ist nimmt sie doch in Theos Leben sehr viel Platz ein und beschäftigt das Denken des Teenagers. Spannend und sympathisch erzählt; ich warte auf Fortsetzung! Und das als "Nicht-Krimi-Leser"

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  • Anwalt ohne Zulassung Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Susanne Schach, am 14.12.2010

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Hier haben wir es mal nicht mit einem jugendlichen Detektiv in der üblichen Tradition zu tun. Theo Boone ist quasi Anwalt ohne Zulassung. Seine Eltern, ja sein ganzes Umfeld sind Juristen. Kein Wunder, dass er bereits kleine Fälle von Freunden annimmt.Und dann macht er spektakuläre Entdeckungen in einem Mordfall. Durch seine Hartnäckigkeit nimmt der Prozess einen ganz anderen Verlauf. Dabei ist es für ihn nicht immer einfach zu wissen, welche Entscheidung richtig ist.
    Grishams erstes Jugendbuch ist sehr empfehlenswert.

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  • Grisham für junge Leser ohne Gerichts-Kauderwelsch Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Violetta Maywald, am 01.12.2010

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    John Grisham hat einen Jugendroman geschrieben, der, wie könnte es anders sein, im Juristenmilieu angesiedelt ist. Der Junge Theo Boone, Sohn zweier erfolgreicher Anwälte, plant später ebenfalls eine große Richter- oder Anwaltskarriere anzugehen. In der Kanzlei seiner Eltern und am Gericht kennt er bereits alle Mitarbeiter und Juristen, ist bestens über die laufende und vergangene Fälle informiert und berät auch schon jetzt manchmal Freunde und Mitschüler in kleineren Rechtsfragen. Er verwendet jede freie Minute auf sein zukunftsorientiertes Hobby. Als nun ein großer Mordprozess in seiner Stadt verhandelt werden soll, möchte Theo natürlich keine Minute dieses Ereignisses versäumen und ehe er sich versieht, steht er auf einmal selbst vor einem sowohl juristisch, als auch moralisch nicht so leicht zu lösendem Problem. Denn ein Zeuge blieb bisher für alle unsichtbar.
    John Grisham weiß, wovon er schreibt und kann dieses auch gekonnt herüberbringen. Mit Theo Boone hat er eine Figur geschaffen, die sich mit der Justiz auskennt und dieses manchmal komplizierte Thema auf jugendliche und einfache Weise erklären kann.
    Dieser Roman ist lehrreich und schaffte es trotzdem durchgehend die Spannung zu halten. Somit ist er gut für junge Leser geeignet, die in den Bereich der Gerichtskrimis hineinlesen wollen oder auch sonst etwas Spannendes zum Lesen suchen.

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  • Grisham mal nicht nur für Erwachsene Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von D. Knichel, am 21.11.2010

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    John Grisham hat wieder mal das getan, was er einfach am besten kann: Sympathische Protagonisten lösen ein juristisches Problem und der Leser wird dabei spannend unterhalten.

    Das besondere an "Theo Boone" ist, dass hier ein Kind bzw. Jugendlicher der Hauptakteur ist - anders als bei "Der Klient" ist Theo aber kein Mandant sondern selber eine Mischung aus Ermittler und Anwalt und das obwohl er erst in die 8. Klasse geht.
    Theo Boone ist Einzelkind, stammt aus gutem Elternhaus, geht auf eine Privatschule und (wie sollte es auch anders sein bei Grisham) seine Eltern sind beide Anwälte. Theo ist fasziniert vom Thema "Recht" und kann sich noch nicht entscheiden, ob er jetzt lieber Richter oder Anwalt werden soll. Viele seiner Mitschüler fragen Theo bei allen möglichen Problemen um Rat: entlaufene und eingefange Hunde; der Bruder, der wegen Drogenbesitz festgenommen wurde; der Onkel, der wegen Alkohol am Steuer erwischt wurde - zu allem weiß Theo den passenden Rat. Bis eines Tages einer seiner Nachhilfeschüler zu ihm kommt und Theo von einem unbekannten Zeugen berichtet, der für den derzeit in der Stadt laufenden Mordprozess von großer Bedeutung sein würde - und Theo hat erst einmal einen großen Gewissenskonflikt: Schützt er seinen "Mandanten", einen illegalen Einwanderer, dem bei Entdeckung die Abschiebung droht, oder trägt er dazu bei einen Schuldigen des Mordes zu überführen, der sonst aller Wahrscheinlichkeit aus Mangel an Beweisen freigesprochen werden würde?

    Spannend bis zur letzten Seite und man wünscht sich mehr von Theo Boone zu lesen!

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  • Ein moderner Detektiv-Roman für 12-jährige Jungen Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von U. Schneider, am 20.11.2010

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    John Grisham bewegt sich auch in der Handlung seines ersten Jugendbuches auf für ihn bekanntem Terrain.
    Der Sohn eines Rechtsanwaltsehepaares interessiert sich für die Gerichtsbarkeit.Er beobachtet den Verlauf eines Prozesses und stellt die Widersprüchlichkeiten fest. Es gelingt ihm, einen Zeugen zu finden, der den Verlauf beeinflussen kann.Dieser will jedoch nicht aussagen, weil ihm sonst die Abschiebung droht. Hier sind Theos Eltern gefragt.

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  • Jura für Jugendliche Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Joke Hoogendoorn, am 18.11.2010

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    Theo Boone ist 13 Jahre alt. Er ist fasziniert von Recht und Gerechtigkeit. Da seine beiden Eltern Anwalt sind, kennt er sich mit diesem Thema auch schon bestens aus. Es kommt auch schon mal vor, dass seine Klassenkameraden ihn um Rat fragen. Beim Gerichtshof geht Theo ein und aus, er kennt da viele Leute und er steht auf gutem Fuß mit so manchem Richter. Wenn in der Stadt, wo er lebt, ein Mordprozess stattfindet, folgt er diesem mit großem Interesse. Er kann noch nicht ahnen, dass er bald selbst eine wichtige Rolle bei dem Prozess spielen wird.

    Theo Boone ist das erste Jugendbuch vom berühmten John Grisham. Es trägt deutlich die Handschrift des Meisters. Das Buch ist spannend und auch sehr lehrreich. Theo ist kein unrealistischer Superheld, denn er wirkt sehr glaubwürdig. Ich finde Grishams Debüt als Jugendbuchautor absolut gelungen. Es ist sehr lesenswert für alle Leser ab ca. 12 Jahre. Es folgen bestimmt noch mehr Büchern um Theo Boone. Darauf können wir uns schon mal freuen!

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  • Für schlaue Kids Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von M. Völmeke, am 14.11.2010

    0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Theo Boone ist dreizehn und seine Eltern sind beide Anwälte. Er verbringt sehr viel Zeit im Gericht und kennt viele wichtige Leute. Von seinen Mitschüler wird er oft um juristischen Rat gebeten. Einer dieser Mitschüler kommt mit einem sehr heiklen Problem zu Theo und dieser muß abwägen, ob er besser seinen Mandanten schützt oder einen Verbrecher ins Gefängnis bringt.

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  • Was wäre wenn.... Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Kathi Kromer, am 15.09.2010

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    Ein sympathischer Junge, eine spannende Story um einen Mordfall und interessante Einblicke in das amerikanische Recht.
    Für Jungs ab 12 ein super Lesetipp!

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Theodore Boone war Einzelkind und frühstückte deswegen meist allein. Sein Vater, ein viel beschäftigter Anwalt, ging früh aus dem Haus, weil er sich jeden Morgen um sieben in einem Diner in der Innenstadt mit Freunden traf, um seinen Kaffee zu trinken und den neuesten Tratsch zu erfahren. Theos Mutter, selbst eine viel beschäftigte Anwältin, wollte seit zehn Jahren zehn Pfund abnehmen und hatte deswegen beschlossen, dass Kaffee und die Zeitung zum Frühstück reichten. Also saß Theo allein am Küchentisch, aß seine Cornflakes mit kalter Milch und trank seinen Orangensaft, ohne dabei die Uhr aus den Augen zu lassen. Bei den Boones gab es überall Uhren, wie es sich für eine gut organisierte Familie gehörte.
Ganz allein war er jedoch nicht. Der Hund neben seinem Stuhl leistete ihm Gesellschaft. Judge war eine undefinierbare Promenadenmischung, deren Alter und Herkunft wohl für immer ein Rätsel bleiben würden. Theo hatte ihn zwei Jahre zuvor mit seinem Auftritt vor Gericht in letzter Sekunde vor dem sicheren Tod gerettet, was ihm Judge nie vergessen würde. Genau wie Theo mochte er am liebsten Cheerios mit Vollmilch - bloß nicht mit fettarmer Milch -, und so frühstückten sie jeden Morgen gemeinsam schweigend.
Um acht wusch Theo das Geschirr im Spülbecken aus, stellte Milch und Saft in den Kühlschrank zurück, ging ins Fernsehzimmer und küsste seine Mutter auf die Wange.
»Ich muss los«, sagte er.
»Hast du Geld fürs Mittagessen?«, fragte sie - eine Frage, die sie ihm fünfmal pro Woche stellte.
»Wie immer.«
»Und die Hausaufgaben?«
»Alles unter Kontrolle, Mom.«
»Wann sehe ich dich?«
»Ich komme nach der Schule in die Kanzlei.« Theo ging nach der Schule immer in die Kanzlei, an jedem einzelnen Tag, aber Mrs. Boone fragte trotzdem jeden Morgen.
»Pass auf dich auf«, sagte sie. »Und vergiss nicht: Immer lächeln.«
Theo trug seit mittlerweile über zwei Jahren eine Zahnspange und sehnte sich verzweifelt danach, das Ding endlich loszuwerden. Da das aber noch dauerte, fühlte sich seine Mutter verpflichtet, ihn ständig daran zu erinnern, dass ein Lächeln Sonnenschein in die Welt brachte.
»Ich lächle doch, Mom.«
»Hab dich lieb, Teddy.«
»Ich dich auch.«
Theo, der immer noch lächelte, obwohl sie ihn »Teddy« genannt hatte, schnallte sich schwungvoll seinen Rucksack auf den Rücken, kraulte Judge am Kopf und verabschiedete sich. Dann lief er durch die Küchentür nach draußen, schwang sich aufs Rad und flitzte durch die Mallard Lane, eine schmale Straße mit vielen Bäumen im ältesten Teil der Stadt. Er winkte Mr. Nunnery zu, der es sich bereits auf der Veranda gemütlich machte, von wo aus er den lieben langen Tag das bisschen Verkehr beobachtete, das sich ins Viertel verirrte. An Mrs. Goodloe, die am Straßenrand stand, sauste Theo wortlos vorbei, weil sie so gut wie taub war und auch so nicht mehr viel mitbekam. Dafür warf er ihr ein Lächeln zu, das sie jedoch nicht erwiderte, weil ihr Gebiss irgendwo im Haus lag.
Der Frühling hatte gerade erst begonnen, und die Luft war klar und kühl. Theo trat so kräftig in die Pedale, dass der Wind in seinem Gesicht brannte. Um 8.40 Uhr musste er im Klassenzimmer sein, und er hatte vor der Schule noch wichtige Dinge zu erledigen. Er nahm eine Abkürzung durch eine Seitenstraße, schoss durch eine Passage, wich ein paar Autos aus und überfuhr ein Stoppschild. Für ihn war es ein Heimspiel, die Strecke fuhr er jeden Tag. Vier Straßen weiter wurden die Wohnhäuser von Büros und Geschäften abgelöst.
Das Gericht war das größte Gebäude in der Innenstadt von Strattenburg, gefolgt von der Post und der Bücherei. Majestätisch thronte es auf der Nordseite der Main Street, auf halbem Weg zwischen einer Brücke über den Fluss und einem Park mit Pavillons, Vogelbädern und Kriegerdenkmälern. Theo liebte das Gerichtsgebäude mit seiner Aura der Autorität, den mit wichtiger Miene umherhastenden Menschen und den Anschlagtafeln mit ihren bedeutungsschweren Mitteilungen und Sitzungsplänen. Vor allem aber liebte er die Sitzungssäle selbst. Für Sachen, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Geschworene verhandelt wurden, standen kleinere Räume zur Verfügung, aber es gab auch einen großen Saal im ersten Stock, in dem Staatsanwälte und Verteidiger miteinander rangen wie Gladiatoren und die Richter herrschten wie Könige.
Theo war dreizehn und hatte noch nicht entschieden, was er werden wollte. Manchmal träumte er davon, ein berühmter Prozessanwalt zu werden, der sich nur mit ganz großen Fällen befasste und jeden Prozess vor einem Geschworenengericht gewann. Dann wieder sah er sich als Richter, der für seine Weisheit und seinen Gerechtigkeitssinn berühmt war. Dazwischen schwankte er hin und her, wobei er praktisch täglich seine Meinung änderte.
An diesem Montagmorgen herrschte in der großen Eingangshalle bereits geschäftiges Treiben. Es sah aus, als wollten die Anwälte und ihre Mandanten möglichst früh in die neue Woche starten. Da sich am Aufzug schon eine Schlange gebildet hatte, sprintete Theo die beiden Treppen zum Ostflügel hinauf, wo das Familiengericht tagte. Seine Mutter war eine bekannte Scheidungsanwältin, deswegen kannte Theo diesen Teil des Gebäudes gut. Scheidungsverfahren wurden vom Einzelrichter ohne Geschworene entschieden, und da die meisten Richter bei solch sensiblen Angelegenheiten keine Zuschauer dabeihaben wollten, war der Sitzungssaal klein. An der Tür standen mit wichtiger Miene einige Anwälte zusammen, die sich offenbar nicht einigen konnten. Theo sah sich im Gang um, bog um eine Ecke - und hatte seine Freundin gefunden.
Sie saß allein auf einer alten Holzbank und wirkte sehr klein, verletzlich und nervös. Bei seinem Anblick lächelte sie und legte eine Hand vor den Mund. Theo setzte sich so dicht neben sie, dass sich ihre Knie berührten. Bei jedem anderen Mädchen hätte er mindestens einen halben Meter Abstand gehalten, um jeden zufälligen Körperkontakt zu vermeiden.
Aber April Finnemore war nicht einfach irgendein Mädchen. Sie waren mit vier Jahren zusammen in einen kirchlichen Kindergarten in der Nähe gekommen und dicke Freunde gewesen, seit er denken konnte. Eine Romanze war das nicht, dafür waren sie zu jung. Theo kannte keinen einzigen Jungen in seiner Klasse, der zugegeben hätte, eine Freundin zu haben. Ganz im Gegenteil. Mit Mädchen wollte keiner was zu tun haben. Und den Mädchen ging es genauso. Theo hatte zwar gehört, dass sich das gründlich ändern würde, aber vorstellen konnte er sich das nicht.
April war einfach eine Freundin, und zwar eine, die im Augenblick dringend Hilfe brauchte. Ihre Eltern ließen sich scheiden. Theo war nur froh, dass seine Mutter nichts damit zu tun hatte.
Keiner, der die Finnemores kannte, war von der Scheidung überrascht. Aprils Vater war ein exzentrischer Antiquitätenhändler und Schlagzeuger einer alten Rockband, die immer noch in Nachtclubs spielte und wochenlang auf Tournee ging. Ihre Mutter züchtete Ziegen und fuhr mit einem knallgelb lackierten umgebauten Leichenwagen in der Stadt herum, um ihren selbst gemachten Ziegenkäse zu verkaufen. Auf dem Beifahrersitz thronte dann ein uralter Klammeraffe mit grauen Schnurrhaaren und mampfte den Käse, der sich noch nie besonders gut verkauft hatte. Mr. Boone hatte die Familie einmal »unkonventionell« genannt, was für Theo »seltsam« hieß. Aprils Eltern waren bereits beide wegen Drogenbesitzes festgenommen worden, hatten jedoch nie im Gefängnis gesessen.
»Alles in Ordnung mit dir?«, fragte Theo.
»Nein«, sagte sie. »Ich hasse das hier.«
April hatte einen älteren Bruder namens August und eine ältere Schwester namens March, die sich beide abgesetzt hatten. August war am Tag nach seinem Highschool-Abschluss weggegangen. March hatte mit sechzehn die Schule abgebrochen und die Stadt verlassen, sodass ihre Eltern nur noch April schikanieren konnten. Das wusste Theo, weil April ihm alles erzählte. Ihr blieb nichts anderes übrig. Sie brauchte jemanden außerhalb ihrer Familie, dem sie sich anvertrauen konnte, und Theo war ein guter Zuhörer.
»Ich will bei keinem von denen leben«, sagte sie. Es war furchtbar, so über seine Eltern zu reden, aber Theo hatte volles Verständnis. Er verachtete Aprils Eltern dafür, wie sie ihre Tochter behandelten. Er verachtete sie dafür, dass sie ihr Leben nicht in den Griff bekamen, ihre Tochter vernachlässigten und gemein zu ihr waren. Die Liste der Schandtaten war lang. Er wäre lieber weggelaufen, als bei solchen Leuten zu leben. In der ganzen Stadt kannte er kein einziges Kind, das je einen Fuß ins Haus der Finnemores gesetzt hatte.
Es war bereits der dritte Verhandlungstag, und April würde bald als Zeugin im Scheidungsverfahren aufgerufen werden. Dann würde der Richter die Schicksalsfrage stellen: »April, bei welchem Elternteil möchtest du leben?«
Sie hatte keine Ahnung, was sie antworten sollte. Stundenlang hatte sie die Frage mit Theo diskutiert, wusste aber immer noch nicht, was sie sagen sollte.
Theo war völlig unklar, warum diese Leute, die sich nie um April gekümmert hatten, überhaupt das Sorgerecht haben wollten. Ihm waren diesbezüglich Dinge zu Ohren gekommen, über die er mit niemandem sprach.
»Was wirst du antworten?«, fragte er.
»Ich sage dem Richter, dass ich zu meiner Tante Peg in Denver gehe.«
»Ich denke, die will dich nicht.«
»Stimmt.«
»Dann ist das keine Option.«
»Was soll ich bloß sagen, Theo?«
»Meine Mutter findet, du sollst deine Mutter nehmen. Ich weiß, dass sie nicht deine erste Wahl ist, aber du hast keine erste Wahl.«
»Der Richter entscheidet doch sowieso, wie er will.«
»Stimmt. Wenn du vierzehn wärst, wäre deine Entscheidung bindend, aber mit dreizehn muss der Richter nur deine Wünsche berücksichtigen. Meine Mutter sagt, der Vater bekommt praktisch nie das Sorgerecht. Nimm deine Mutter, dann bist du auf der sicheren Seite.«
April trug Jeans, Trekkingstiefel und einen blauen Pulli. Sie kleidete sich selten mädchenhaft, sah aber trotzdem nie wie ein Junge aus.
»Danke, Theo«, sagte sie.
»Ich würde gern dableiben.«
»Und ich würde gern zur Schule gehen.«
Beide lachten gezwungen.
»Ich denk an dich. Du schaffst das.«
»Danke, Theo.«
Theos Lieblingsrichter war Richter Henry Gantry. Um zwanzig nach acht betrat er das Vorzimmer dieses bedeutenden Mannes.
»Guten Morgen, Theo«, sagte Mrs. Hardy, die gerade ihren Kaffee umrührte und ihre Arbeit vorbereitete.
»Guten Morgen, Mrs. Hardy.« Theo lächelte.
»Was verschafft uns die Ehre?«, erkundigte sie sich.
Theo schätzte Mrs. Hardy etwas jünger als seine Mutter und fand sie sehr hübsch. Von den Sekretärinnen am Gericht mochte er sie am liebsten. Seine bevorzugte Geschäftsstellenbeamtin war Jenny vom Familiengericht.
»Ich muss Richter Gantry sprechen«, erwiderte er. »Ist er da?«
»Ja, aber er ist sehr beschäftigt.«
»Bitte. Nur eine Minute.«
Sie nippte an ihrem Kaffee. »Hat das irgendwas mit dem großen Prozess morgen zu tun?«
»Ja, genau. Ich will mit meiner Schulklasse zum ersten Verhandlungstag kommen, aber das geht nur, wenn es genügend Sitzplätze gibt.«
»Das wird schwierig, Theo.« Mrs. Hardy schüttelte stirnrunzelnd den Kopf. »Der Saal wird überfüllt sein, da wird es eng mit den Sitzplätzen.«
»Kann ich den Richter sprechen?«
»Wie viele seid ihr in deiner Klasse?«
»Sechzehn. Ich dachte, vielleicht dürfen wir auf die Galerie.«
Immer noch die Stirn runzelnd, griff sie zum Telefon und drückte eine Taste. »Ja, Richter Gantry«, sagte sie nach einem Augenblick. »Theodore Boone ist hier und möchte Sie sprechen. Ich habe ihm schon gesagt, dass Sie viel zu tun haben.« Sie lauschte kurz und legte dann auf.
»Beeil dich!« Damit deutete sie auf die Tür zum Büro des Richters.
Sekunden später stand Theo vor dem größten Schreibtisch der Stadt, auf dem sich alle möglichen Papiere, Akten und Ordner stapelten - einem Schreibtisch, der die gewaltige Macht von Richter Henry Gantry widerspiegelte. Im Augenblick blickte der sehr ernst drein. Bestimmt hatte er nicht mehr gelächelt, seit Theo ihn bei der Arbeit gestört hatte. Im Gegensatz zu ihm lächelte Theo so angestrengt, dass das Metall von einem Ohr zum anderen blitzte.
»Du hast das Wort«, sagte Richter Gantry. Theo war oft dabei gewesen, wenn der Richter Staatsanwälten oder Verteidigern auf diese Weise das Wort erteilte. Immer wieder gerieten selbst kompetente Juristen unter dem strengen Blick von Richter Gantry ins Stottern. Obwohl er im Augenblick gar nicht so finster dreinsah und auch keine schwarze Robe trug, blieb er eine Respekt einflößende Erscheinung. Doch als sich Theo räusperte, entdeckte er ein unverkennbares Funkeln in den Augen seines Freundes.
»Wissen Sie, Richter Gantry, unser Sozialkundelehrer Mr. Mount meint, der Direktor würde uns den ganzen Tag freigeben, damit wir morgen zum ersten Verhandlungstag kommen können.« Theo legte eine Pause ein, holte tief Luft und rief sich ins Gedächtnis, dass ein erfolgreicher Prozessanwalt langsam, deutlich und voller Überzeugung sprechen musste. »Aber nur, wenn wir garantierte Sitzplätze haben. Ich dachte, wir könnten auf der Galerie sitzen.«
»Das hast du dir gedacht?«
»Ja, Sir.«
»Wie viele seid ihr?«
»Sechzehn und Mr. Mount.«
Der Richter griff nach einer Akte, öffnete sie und fing an zu lesen, als hätte er Theo plötzlich vergessen, der in strammer Haltung vor seinem Schreibtisch stand. Theo wartete verlegen.
»Siebzehn Plätze, vordere Galerie links«, sagte der Richter nach fünfzehn Sekunden abrupt. »Ich gebe dem Gerichtsdiener Bescheid, dass er euch um zehn vor neun einweisen soll. Aber dass mir keine Klagen über euer Benehmen kommen!«
»Ganz bestimmt nicht, Sir.«
»Ich sorge dafür, dass Mrs. Hardy eine Mitteilung an euren Direktor schickt.«
»Danke!«
»Jetzt musst du aber gehen, Theo. Tut mir leid, dass ich so beschäftigt bin.«
»Macht nichts, Sir.«
Theo war schon unterwegs zur Tür, als der Richter ihn noch einmal ansprach: »Sag mal, Theo, hältst du Mr. Duffy für schuldig?«
Theo blieb stehen, drehte sich um und antwortete, ohne zu zögern. »Für Mr. Duffy gilt die Unschuldsvermutung.«
»Ist mir klar. Aber was ist deine persönliche Meinung?«
»Ich glaube, er war es.«
Der Richter nickte leicht, ließ sich aber nicht anmerken, ob er derselben Meinung war.
»Was ist mit Ihnen?«, fragte Theo.
Endlich lächelte Richter Gantry doch. »Ich bin ein fairer, unparteiischer Richter, Theo. Was Schuld oder Unschuld angeht, bin ich unvoreingenommen.«
»Habe ich mir gedacht, dass Sie das sagen würden.«
»Bis morgen.«
Theo öffnete die Tür einen Spaltbreit und schlüpfte hindurch.
Draußen hatte sich Mrs. Hardy mit strenger Miene und in die Hüften gestemmten Händen vor zwei aufgeregten Anwälten aufgebaut, die den Richter sprechen wollten. Alle drei verstummten, als Theo aus Richter Gantrys Büro kam. Im Vorübergehen lächelte er Mrs. Hardy zu.
»Danke!« Damit öffnete er die Tür und verschwand.
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Vom Gericht zur Schule brauchte Theo eigentlich fünfzehn Minuten - wenn er die Verkehrsregeln beachtete und sich von fremden Grundstücken fernhielt. Normalerweise tat er das auch, außer wenn er spät dran war. Jetzt raste er gegen die Fahrtrichtung durch die Market Street, fuhr direkt vor einem Auto auf den Bürgersteig und über einen Parkplatz, benutzte, wo immer möglich, die Gehwege, und flitzte in der Elm Street über ein Privatgrundstück zwischen zwei Häusern hindurch. Auf der Veranda hinter ihm ertönte wütendes Gebrüll, aber dann hatte er die Durchfahrt erreicht, die in den Lehrerparkplatz hinter seiner Schule mündete. Er sah auf die Uhr: neun Minuten. Nicht schlecht.
Er stellte sein Rad am Ständer an der Fahnenstange ab, schloss es mit einer Kette an und schwamm im Strom der Schüler mit, die gerade mit dem Bus gekommen waren. Es war 8.40 Uhr, und die Schulglocke klingelte, als er das Klassenzimmer betrat und Mr. Mount begrüßte, der nicht nur sein Sozialkunde-, sondern auch sein Klassenlehrer war.
»Ich habe eben mit Richter Gantry gesprochen.«
Theo blieb vor Mr. Mounts Schreibtisch stehen, der deutlich kleiner war als der eben im Gericht. Im Raum herrschte das übliche morgendliche Chaos. Alle sechzehn Jungen waren versammelt und blödelten, rauften und schubsten nach Kräften.
»Und?«
»Ich habe die Plätze für morgen früh.«
»Super. Gut gemacht, Theo.«
Mr. Mount rief die Schüler zur Ordnung, verlas die Anwesenheitsliste und schickte die Jungen zehn Minuten später, nach den Bekanntmachungen, zum Spanischunterricht von Madame Monique, der in einem anderen Raum im selben Gang stattfand. Unterwegs gab es ein paar unbeholfene Flirtversuche, als sich Mädchen unter die Gruppe mischten. Während des Unterrichts blieben die Geschlechter getrennt, weil die klugen Leute, die in der Stadt für Schulpolitik zuständig waren, das so beschlossen hatten. Für die unterrichtsfreien Zeiten gab es keine Beschränkungen.
Madame Monique war eine große, dunkle Frau aus Kamerun in Westafrika. Sie war drei Jahre zuvor nach Strattenburg gezogen, weil ihr Ehemann, der ebenfalls aus Kamerun stammte, eine Stelle am örtlichen College angenommen hatte, wo er Sprachen unterrichtete. Für eine amerikanische Middleschool war sie nicht gerade die typische Lehrerin. Als Kind in Afrika hatte sie Beti, ihren Stammesdialekt, gesprochen, aber auch Französisch und Englisch, die in Kamerun Amtssprachen waren. Ihr Vater war Arzt und hatte es sich daher leisten können, sie in der Schweiz auf ein Internat zu schicken, wo sie Deutsch und Italienisch gelernt hatte. Ihr Spanisch hatte sie bei ihrem Studium in Madrid vervollkommnet. Im Augenblick arbeitete sie an ihren Russischkenntnissen, und auch Mandarin, die offizielle Sprache der Volksrepublik China, hatte sie bereits ins Auge gefasst. In ihrem Klassenzimmer hingen große, bunte Weltkarten, und ihre Schüler waren davon überzeugt, dass sie überall gewesen war, alles gesehen hatte und alle Sprachen sprach. Die Welt ist groß, sagte sie immer wieder, und in anderen Ländern beherrschen die meisten Menschen mehr als eine Sprache. Im Unterricht konzentrierte sie sich auf Spanisch, ermutigte die Schüler aber, sich auch mit anderen Sprachen zu befassen.
Theos Mutter hatte viele Jahre lang Spanisch gelernt und ihm schon im Vorschulalter wichtige Vokabeln und Ausdrücke beigebracht. Manche ihrer Mandanten stammten aus Mittelamerika, und wenn Theo ihnen in der Kanzlei begegnete, nutzte er die Gelegenheit, seine Sprachkenntnisse auszuprobieren. Das kam immer gut an.
Madame Monique meinte, er habe ein Ohr für Sprachen, was ihn motivierte, sich noch mehr anzustrengen.
Oft drängten die Schüler sie aus Neugier, etwas auf Deutsch oder Italienisch zu sagen. Das tat sie auch, aber zuerst ließ sie diese Schüler aufstehen und selbst etwas in den betreffenden Sprachen sagen. Dafür gab es Bonuspunkte, ein großer Ansporn. Die meisten Jungen in Theos Klasse kannten ein paar Dutzend
Wörter in verschiedenen Sprachen. Aaron, der eine spanische Mutter und einen deutschen Vater hatte, war mit Abstand der Sprachbegabteste. Aber Theo war fest entschlossen, es mit ihm aufzunehmen. Neben Sozialkunde war Spanisch sein Lieblingsfach, und Madame Monique mochte er fast so gern wie Mr. Mount.
Heute fiel es ihm jedoch schwer, sich zu konzentrieren. Sie lernten spanische Verben, schon an guten Tagen eine mühsame Angelegenheit, und Theo war mit seinen Gedanken woanders. Er sorgte sich um April, für die es ein harter Tag werden würde. Es musste furchtbar sein, sich zwischen seinen Eltern entscheiden zu müssen. Und als es ihm schließlich gelang, April aus seinen Gedanken zu verbannen, ging ihm der Mordprozess nicht aus dem Sinn. Morgen würde er die Eröffnungsplädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung hören. Er konnte es kaum erwarten.
Die meisten seiner Klassenkameraden träumten von Endspiel- oder Konzertkarten. Theo Boone lebte für die großen Prozesse.
Die zweite Stunde war Geometrie bei Miss Garman. Es folgte eine kurze Pause im Freien, und dann kehrten die Jungen in ihr Klassenzimmer zurück, zu Mr. Mount und der besten Stunde des Tages - das fand zumindest Theo. Mr. Mount war Mitte dreißig und hatte früher bei einer riesigen Kanzlei in einem Wolkenkratzer in Chicago als Anwalt gearbeitet. Sein Bruder war Anwalt. Sein Vater und sein Großvater waren Anwalt und Richter gewesen. Mr. Mount hatte jedoch irgendwann genug gehabt von den langen Arbeitstagen und dem enormen Druck und seinen Job gekündigt. Er hatte sein dickes Gehalt gegen eine Aufgabe eingetauscht, die ihm lohnender erschien. Er unterrichtete für sein Leben gern, und obwohl er sich immer noch als Jurist fühlte, fand er das Klassenzimmer viel wichtiger als den Gerichtssaal.
Weil er sich mit dem Thema Recht so gut auskannte, wurde in seinem Sozialkundeunterricht die meiste Zeit über historische und aktuelle Fälle und sogar fiktive Verfahren im Fernsehen gesprochen.
»Also gut, Männer«, begann er, als alle saßen und Ruhe eingekehrt war. Er bezeichnete die Jungen immer als »Männer«, was die Dreizehnjährigen als großes Kompliment empfanden. »Morgen seid ihr bitte spätestens um 8.15 Uhr hier. Wir fahren mit dem Bus zum Gericht, damit wir pünktlich auf unseren Plätzen sitzen. Es handelt sich um eine vom Direktorat genehmigte Exkursion, ihr habt also sonst keinen Unterricht. Nehmt Geld mit, damit wir im Pappy's Deli zu Mittag essen können. Noch Fragen?«
Die »Männer« hingen wie gebannt an seinen Lippen, die Aufregung stand ihnen ins Gesicht geschrieben.
»Was ist mit Rucksäcken?«, wollte einer wissen.
»Keine Rucksäcke«, erwiderte Mr. Mount. »In den Sitzungssaal dürft ihr nichts mitnehmen. Es wird strenge Sicherheitskontrollen geben. Immerhin ist es seit Langem der erste Mordprozess hier. Sonst noch Fragen?«
»Was sollen wir anziehen?«
Alle Blicke - einschließlich dem von Mr. Mount - wanderten zu Theo. Es war allgemein bekannt, dass Theo mehr Zeit im Gericht verbrachte als die meisten Anwälte.
»Sakko und Krawatte, Theo?«, fragte Mr. Mount.
»Nein, das ist nicht nötig. Wir können so gehen, wie wir sind.«
»Ausgezeichnet. Noch Fragen? Gut. Ich habe Theo gebeten, uns das Szenario morgen zu skizzieren. Würdest du uns bitte den Sitzungssaal und die wichtigsten Akteure beschreiben, damit wir wissen, was uns erwartet, Theo?«
Theo hatte seinen Laptop bereits an den Beamer angeschlossen. Jetzt stellte er sich vor die Klasse und drückte eine Taste, woraufhin auf dem digitalen Breit- wand-Whiteboard eine große Grafik erschien.
»Das hier ist der Hauptsitzungssaal«, begann Theo mit seiner professionellsten Juristenstimme. Er hielt einen Laserpointer in der Hand und deutete mit dem roten Punkt auf die entsprechenden Bereiche des Diagramms. »Hier oben in der Mitte befindet sich der Richtertisch, von dem aus der Richter die Verhandlung leitet. Warum das Tisch heißt, weiß ich auch nicht so recht. Eigentlich ist es eher ein Podium. Aber bleiben wir bei Tisch. Der Richter heißt Henry Gantry.« Er drückte eine Taste, und ein großes offizielles Foto von Richter Gantry wurde eingeblendet. Schwarze
Robe, ernste Miene. Theo verkleinerte es und zog es zum Richtertisch. Als der Richter an seinem Platz war, fuhr er fort: »Richter Gantry ist seit über zwanzig Jahren Richter und befasst sich nur mit Strafverfahren. In seinen Verhandlungen herrscht strenge Disziplin, aber die meisten Anwälte mögen ihn.« Der Laserpointer wanderte in die Mitte des Sitzungssaals. »Hier sitzt die Verteidigung mit Mr. Duffy, der des Mordes angeklagt ist.« Theo drückte erneut eine Taste und rief ein Schwarz-Weiß-Foto auf, das er aus einer Zeitung kopiert hatte. »Das ist Mr. Duffy. Neunundvierzig, früherer Ehemann der verstorbenen Mrs. Duffy. Wie wir alle wissen, wird Mr. Duffy beschuldigt, seine Frau ermordet zu haben.« Er verkleinerte das Foto und zog es zum Tisch der Verteidigung. »Sein Anwalt ist Clifford Nance, wohl der beste Strafverteidiger in der Gegend.« Nance erschien in Farbe; er steckte in einem dunklen Anzug und lächelte verschlagen. Das graue, lockige Haar trug er lang. »Neben der Verteidigung hat die Anklage ihren Platz. Chefankläger ist Bezirksstaatsanwalt Jack Hogan.« Hogans Foto tauchte für ein paar Sekunden auf, bevor es verkleinert und zum Tisch neben dem der Verteidigung gezogen wurde.
»Wo hast du die Fotos her?«, erkundigte sich jemand.
»Die Anwaltskammer veröffentlicht jedes Jahr ein Verzeichnis aller Rechtsanwälte, Staatsanwälte und Richter«, erwiderte Theo.
»Stehst du da auch drin?« Ein paar seiner Mitschüler lachten kurz auf.

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