Stadt der Engel

oder The Overcoat of Dr. Freud

von Christa Wolf

Buch

gebunden (414 Seiten)

2. Auflage

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Los Angeles, die Stadt der Engel: Dort verbringt die Erzählerin Anfang der Neunziger einige Monate auf Einladung des Getty Center. Ihr Forschungsobjekt sind die Briefe einer gewissen L. aus dem Nachlaß einer verstorbenen Freundin, deren Schicksal sie nachspürt eine Frau, die aus dem nationalsozialistischen Deutschland in die USA emigrierte. Sie beobachtet die amerikanische Lebensweise, taucht ein in die Vergangenheit des New Weimar unter Palmen , wie Los Angeles als deutschsprachige Emigrantenkolonie während des Zweiten Weltkriegs genannt wurde. Ein ums andere Mal wird sie über die Lage im wiedervereinigten Deutschland verhört: Wird der Virus der Menschenverachtung in den neuen, ungewissen deutschen Zuständen wiederbelebt?
In der täglichen Lektüre, in Gesprächen, in Träumen stellt sich die Erzählerin einem Ereignis aus ihrer Vergangenheit, das sie in eine existentielle Krise bringt und zu einem Ringen um die Wahrhaftigkeit der eigenen Erinnerung führt.
Das neue Buch von Christa Wolf ist auch autobiographische Prosa: Sie erzählt von einem Menschenleben, das drei deutschen Staats- und Gesellschaftsformen standhält, von einer Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, von der Kunst, sich zu erinnern. Du bist dabei gewesen. Du hast es überlebt. Du kannst davon berichten.
Der neue große Roman von Christa Wolf: Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud spiegelt das Leben der Autorin, wie in Kindheitsmuster immer wieder verbunden mit entscheidenden Momenten deutscher Geschichte.

Produktdetails

ISBN-10: 3-518-42050-X
EAN: 9783518420508
Erschienen: 30.09.2010
Verlag: Suhrkamp Verlag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 2. Auflage
Seitenzahl: 414
Länge/Breite: 204mm/136mm
Gewicht: 551 g
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Christa Wolf

Christa Wolf, 1929 in Landsberg an der Warthe geboren, lebt mit ihrem Mann Gerhard Wolf in Berlin. Sie zählt zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen der Gegenwart; ihr umfangreiches erzählerisches und essayistisches Werk wurde in alle Weltsprachen übersetzt und mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR (1963), dem Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen (1977), dem Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt (1980), dem Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur (1985), dem Geschwister-Scholl-Preis der Stadt München (1987), dem Nationalpreis 1. Klasse für Kunst und Literatur (1987), der Ehrendoktorwürde der Freien Universität Brüssel (1990), dem Orden Officier des Arts et des Lettres (1990), dem Elisabeth-Langgässer-Preis (1999) und dem Nelly Sachs-Preis (1999). 2009 wurde Christa Wolf zur Ehrenpräsidentin des P.E.N. ernannt. 2010 erhielt sie den Thomas-Mann-Preis für ihr Lebenswerk.§Im Dezember 2011 verstarb Christa Wolf in Berlin.

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Kundenrezensionen

  • Dieses Buch hat mich in den Kontakt zu meiner Urkraft gebracht Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 07.04.2011

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    Dieses Buch war ein absolutes Wunschbuch von mir und ist auf spannender Weise zu mir gekommen. Ich habe für das Lesen des Buches 6 Monate benötigt. Es ist wie ein Buch zur Selbsterfahrung der eigenen Persönlichkeit. Es ermöglichte mir eine tiefe Sicht in meine Persönlichkeit. Mir konnte sich endlich Eros als mein Begleiter vorstellen. Ich erkannte, dass mein Lebenssinn darin besteht, die Liebe als 3. Urkraft zu nehmen und in diesem Leben einzubringen.
    Nun habe ich dieses Buch mit dem Wunsch weitergegeben, dass es viele zu lesen erhalten.

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  • Autobiographischer Roman Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Franz-Ludwig Martin, am 21.09.2010

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    seit mehr als drei Jahrzehnten bin ich Fan von Christa Wolf; ich bewundere jedesmal die sprachliche Dichte ihrer Werke; den politischen Teil ihres Lebens werde ich nicht kommentieren.

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  • Christa Wolf ist auch nur ein Mensch Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Dieter Theiss, am 30.08.2010

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    Christa Wolfs Bericht soll ein Roman sein, sagt uns der Verlag auf der Rückseite des Schutzumschlags. Ich habe es lieber als autobiografischen Bericht gelesen, der uns eine neue Christa Wolf näherbringt.
    Natürlich ist da die Christa Wolf voller Selbstzweifel: wie konntes es mir passieren, dass ich in jungen Jahren kurz als IM für die Stasi tätig war und das vergessen habe ?
    Natürlich taucht im Buch immer wieder aus der Ferne Kaliforniens die DDR auf: welche Fehler wurden gemacht, was wäre zu retten gewesen, wäre eine bessere DDR eine Alternative zum gnadenlosen Kapitalismus ?
    Aber es ist auch ein Reisebericht, der uns eine andere, natürliche, menschliche Christa Wolf näher bringt: sie begeistert sich täglich an neuen Folgen des SF-Märchens "Star Trek" im TV; sie genießt die Sonne Kaliforniens, das Meer und die Restaurants LAs; sie ist verletzlich und braucht Ablenkung.
    Und dann taucht da noch völlig unerwartet ein Schutzengel in dieser Stadt der Engel auf und fortan steht Angelina der Icherzählerin zur Seite wann immer sie gebraucht wird.
    Christa Wolf wird neben all den Fragen von Faschismus über Sozialismus zu Kapitalismus zu einem Menschen wie du und ich und das vor allem macht dieses Buch so lesenswert.
    Auch einige Lebensweisheiten werden uns mit auf den Weg gegeben und die stammen nicht etwa von Hopi-Indianern, sondern von einer Nonne:
    My whole life is a process of learning how to make friends with myself .
    Danke, Christa Wolf !

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  • Du bist dabei gewesen! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Wolfram Schneider, am 13.08.2010

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    In ihrem neuen Roman beschreibt Christa Wolf ihr eigenes Erleben der Wendezeit mit dem räumlichen Abstand, den sie durch ihren neunmonatigen Aufenthalt in Los Angeles hatte. Dabei kommt auch immer wieder die Frage nach ihrer eigenen Rolle im DDR-Kulturbetrieb auf und jene Frage, ob sie selbst auch Schuld auf sich geladen hatte durch die Kontakte zum MfS und wie sie damit umging und umgeht. Fast en passant beleuchtet sie das Thema Emigration, vor allem jenes vieler deutscher Intellektueller während der NAZI-Zeit. Das ganze wird gerahmt von einer sehr persönlichen Suche nach eigener Ruhe und den Spuren einer Freundschaft einer jüdischen Emigrantin und ihrer Christa Wolfs verstorbener Freundin Emma. Es ist ein starker Roman, der mich zum Nachdenken anregte über deutsch-deutsche und deutsch-jüdische Befindlichkeiten, die Frage des Vergessens und sich selbst Verzeihens. Intellekt und Gefühl verbinden sich hier für mich auf eine sehr wunderbare und auch versöhnliche Art miteinander. Undbedingt lesenswert!

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  • Ein großer Roman von und über Christa Wolf Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Chariklia Agelidou, am 01.08.2010

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    Wenn man sich die verschiedenen Stimmen zu diesem Buch anschaut, taucht immer wieder eine Frage auf: Warum schreibt Christa Wolf gerade jetzt so ein autobiographischen Roman? Die Antwort gibt die Autorin auf Seite 410: "weil der Inhalt deines Kopfes verlorengeht, wenn du stirbst...außer dem, was du aufgeschrieben hast."
    Es gefällt mir, wie Christa Wolf über sich schreibt und man gar nicht den Eindruck hat es handelt sich um sie. Die Bekanntschaften, die sie in L.A. macht sind sehr interessant und diese Einblicke in all diesen verschiedenen Leben lockern das Buch auf. Es überrascht, wenn zwischendurch große Literaten auftauchen, die Christa Wolf gekannt hat. Mit großer Neugier ließt man natürlich den Teil ihrer IM-Erinnerung und man freut sich, dass sie vor ihrer Abreise klarer wird. Allerdings ziehen sich die letzten 100 Seiten mit ihrem Besuch im Indianerreservat hin und mir ist leider noch immer unklar, was die Autorin mir damit sagen wollte. Trotzdem war es mir ein Genuss endlich mal wieder einen Roman einer so wichtigen deutschen Autorin zu lesen.

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  • Subjektive Authentizität – erneut hinterfragt Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Sibylle Herwig, am 19.07.2010

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    Als Christa Wolf 1992 nach Los Angeles, die Stadt der Engel, fliegt, folgt sie einer Einladung des Getty Center in Santa Monica. Es ist wohl auch eine Flucht gewesen vor den Diskussionen um die Autorin und ihre Stasiverstrickung. Hier war eine umfängliche Opferakte zu finden, aber auch eine schmale, unbedeutende Täterakte, die sie vergessen hatte. Und gerade das verfolgt Christa Wolf, provozierte aufs Neue ihr Lebensthema, das dem Leser seit ihren ersten Büchern vertraut ist, die intensive, bohrende Frage: Wie sind wir geworden, was wir sind? Es geht um Gedächtnis, Erinnerung, den schützenden Freudschen Mantel der Verdrängung, Überleben und Identität. Und es geht auch um Amerika. Christa Wolfs Begegnung mit Kalifornien, die Nähe zu den Orten des Exils von Lion Feuchtwanger und Thomas Mann verändern den Blickwinkel auf sich und die Welt.
    Mit Stadt der Engel hat Christa Wolf ein Buch vorgelegt, in dem sich Romanhaftes und Authentisches, Fiktionales und Biografisches mischen. Interessant, anregend, beachtens-
    und empfehlenswert.

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  • Wolf, Stadt der Engel Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Odilie Pressberger, am 19.07.2010

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    1992/93 war Christa Wolf mit einem Forschungsstipendium in Santa Monica/USA. Im Januar 93 berichteten bundesdeutsche Zeitungen über ihre Stasi-Akte (sie war IM seit März 1959 und schrieb wenige Berichte über Mitstudenten bis 1962). Sehr viel länger wurde Christa Wolf mit ihrem Mann von der Stasi bespitzelt. D.h. etwa 40 "Opferakten" steht eine schmale "Täterakte" gegenüber, deren Inhalt sie völlig vergessen hatte. Sie selber kennt diese Akte seit Mai 1992. In dem Roman "Stadt der Engel" beschreibt C.Wolf, wie sie am Pazifik "überrollt" wird von der Wucht und Häme der Berichterstattung über sie. Wie sie verzweifelt an ihrem "Vergessen" und "Verdrängen" der Akte. Immer wieder fragt sie sich:"Kann man das vergessen? Daß sie mir einen Decknamen gegeben haben? Daß ich einen Bericht geschrieben habe?" Und bekommt z.B. von einem Züricher Psychologen die Antwort:"Na und? Was weiter? Im Übrigen: Man kann alles vergessen."(S. 205) Ich frage mich (und Sie) beim Lesen, weiß ich, was ich mit 20 oder 25 Jahren alles gemacht, gedacht, gesagt und geschrieben habe? Ich glaube jedenfalls der Romanerzählerin sofort, daß sie das wirklich nicht mehr gewußt hat. Daß sie es wirklich vergessen hatte, bis sie in der Gauckbehörde mit ihrer schmalen Akte konfrontiert wurde. Christa Wolf schafft es auch mit diesem Roman wieder (genau so, wie mit "Kindheitsmuster" und "Sommerstück") mich in eine intensive Diskussion mit mir selber, mit meinen Erinnerungen, mit meinem Vergessen zu verwickeln. Ich bin sehr oft nicht ihrer Meinung, aber ich habe großen Respekt vor ihrer Erinnerungsarbeit.

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  • Stadt der Engel Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Christina Berger, am 01.07.2010

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    Anfang der Neunziger Jahre hat Christa Wolf auf Einladung der Getty Foundation in Los Angeles gelebt. In diesem Roman findet der Leser viele Verweise auf diese Zeit und das damals Erlebte - auch in Bezug auf Christa Wolfs persönliche Verarbeitung der Veröffentlichung ihrer Stasi-Akten und damit das Bekanntwerdens ihrer kurzen und von ihr selbst verdrängten Arbeit als IM „Margarete“ für die Stasi.Diesen offensichtlich autobiographischen Teil hat die Autorin in einen fiktionalen Rahmen gepackt. Durch die Augen einer fiktionalen Autorin, die aufgrund eines Stipendiums der Getty Foundation in L.A. weilt und dort u. a. mit ihrer Stasivergangenheit konfrontiert wird, gesteht Wolf sich und dem Leser eine weitaus größere -und durchaus auch kritische - Distanz zum Geschilderten zu, als dies in der Ich-Form möglich gewesen wäre. Den Kern des Buches bildet trotzdem die Aufarbeitung des Verdrängten.Doch Wolf beschäftigt sich auch mit dem sogenannten "American Way of Life", sie begeistert sich für das amerikanische Fernsehen - die Serie Star Trek wird in Kombination mit einer Margaritha und einem Käsebrot zu einem festen Punkt in ihrem Tagesablauf - und spürt dem Los Angeles der 30er und 40er Jahre nach, als sich dort viele deutsche Emigranten vor allem aus der deutschen Literaturszene wiedertrafen.
    Mit einer immer wieder fantastischen literarischen Virtuosität hat Christa Wolf diese verschiedenen Themen und auch Stimmungen zu einem interessanten und spannenden Roman zusammengefügt.

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