Buch
Taschenbuch (288 Seiten)
Sprache: Deutsch
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Ein bezauberndes, witziges Lesevergnügen für alle, die sich so alt fühlen, wie sie sind
Herbst des Lebens? Generation Silber? Unsinn! Marie Sharp wird demnächst sechzig und damit schlicht alt. Ein Grund zum Feiern, wie sie findet. Schon wegen all der Dinge, die sie jetzt nicht mehr tun muss, wie etwa Volkshochschulkurse besuchen. Nichts hasst Marie so sehr wie umtriebige Senioren, die nur so alt sind, wie sich fühlen - sie stürzt sich lieber kopfüber in das Vergnügen, nicht mehr jung sein zu müssen. Dazu gehört ihre neue Rolle als Großmutter und eine alte Liebe. Denn Maries Jugendschwarm ist wieder zu haben ...
Vom Vergnügen, endlich nicht mehr jung sein zu müssen.
Pressestimmen:
"Eine Mischung aus 'Golden Girls' und Miss Marple, über die auch Jüngere lachen!" myself
| ISBN-10: | 3-442-46868-X |
|---|---|
| EAN: | 9783442468683 |
| Originaltitel: | No, I don't want to join a bookclub! |
| Erschienen: | 08.02.2010 |
| Verlag: | Goldmann Taschenbuch |
| Einband: | Taschenbuch |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 288 |
| Länge/Breite: | 190mm/121mm |
| Gewicht: | 240 g |
| Übersetzer: | Gertrud Wittich |
| Reihe: | Goldmanns Taschenbücher |
Virginia Ironside begann ihre berufliche Laufbahn als Journalistin und veröffentlichte im Alter von zwanzig Jahren ihr erstes Buch. In den Sechzigern schrieb sie eine Rockmusik-Kolumne für die "Daily Mail" und wechselte später als Kummerkastentante zur Zeitschrift "Woman". Derzeit hat sie eine wöchentliche Kolumne mit Ratschlägen für alle Lebensfragen im "Independent". Virginia Ironside hat bereits mehrere Ratgeber sowie Kinderbücher verfasst. In England ist sie nicht nur als Autorin und Journalistin bekannt, sondern auch als Tochter der Mode-Ikone Janey Ironside, einer Vorreiterin der Kulturrevolution der Sechziger. Die Autorin lebt und arbeitet in London.
von Ulrike Krenmair, am 24.11.2010 aus der Thalia-Buchhandlung in Gmunden
von Edith Depner, am 28.05.2010 aus der Thalia-Buchhandlung in Wien
von Garstig, am 16.04.2012
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von "Ihr Bioladen im Ammerland", am 11.12.2011
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von Sandra Fuchs, am 17.10.2011
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von barnie88, am 15.04.2011
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von einer Kundin/einem Kunden, am 15.04.2011
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von MissyLissy, am 12.03.2011
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von K. Meyer, am 01.02.2011
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von Sabine Schreiber-Schmickl, am 08.12.2010
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von einer Kundin/einem Kunden, am 30.09.2010
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von Ulrike Seine, am 07.09.2010
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von Tina Dammer, am 07.09.2010
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von Kathrin Heinze, am 26.07.2010
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von Katrin Grünwald, am 12.07.2010
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von Brigitte Bouman-Mengering, am 05.07.2010
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von K. Alphéus, am 27.05.2010
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von einer Kundin/einem Kunden, am 26.05.2010
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von Ursula Kallipke, am 07.03.2010
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von Gisela Busemann, am 13.02.2010
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3. Oktober
Also gut. Hier ist es. Fünfzig Jahre zu spät, ich weiß, aber besser spät als nie. Ein Tagebuch. Und ja, es ist weder der 1. Januar noch der 1. November, aber irgendwann muss man ja anfangen. Carpe diem und all das. Außerdem: Wünschen wir uns nicht alle insgeheim, wir hätten mit zwanzig Tagebuch geführt? Oder mit dreißig! Oder vierzig! Aber nun, in meinem sechzigsten Lebensjahr - oder besser gesagt: meinem neunundfünfzigsten, oder vielleicht doch dem sechzigsten? Mir fällt da gerade dieser unangenehme Mensch ein, der mir neulich einen Vortrag darüber hielt, dass ich mich, obwohl erst neunundfünfzig, bereits in meinem sechzigsten Lebensjahr befände. Vollkommen konfus das alles, aber wie heißt es so schön: Der Klügere gibt nach. Aber egal, wie alt: Ich, Marie Sharp, pensionierte Kunsterziehungslehrerin, geschieden, ein Sohn, ein Kater und überzeugter Single, bin fest entschlossen, es auf meine alten Tage noch einmal zu versuchen. Mit einem Tagebuch. Nicht mit einer Beziehung. Gott bewahre.
Mein erstes Tagebuch habe ich mit zehn geschrieben. Wenn man es so nennen kann. Kleine Kostprobe? Das wird Sie umhauen: »Heute Schule. In der zweiten Stunde Mathe - würg! Nach der Schule heimgegangen. Hausaufgaben gemacht. Abendessen gegessen. Ins Bett gegangen.« Als Teenager habe ich es dann noch einmal versucht, aber nur deshalb, weil ich total in Archie verknallt war. Der davon natürlich keine Ahnung hatte. Ich besitze immer noch drei oder vier Obungshefte, deren Seitenränder unter akutem Archie-Bewuchs leiden. Es finden sich dort geistreiche Ergüsse wie ICH LIEBE Archie! Oder ICH LIIIEBE ARCHIE!!! Oder die besonders clevere Variante: ein rotes Herzchen mit dem wunderschönen Wort ARCHIE.
Als David und ich geheiratet haben und dann Jack auf die Welt kam, haben wir ein gemeinsames Tagebuch geführt. Das war allerdings von vorne bis hinten erstunken und erlogen. Schließlich wussten wir beide, dass es der andere lesen würde. Ich war schließlich gezwungen, ein zweites, geheimes Tagebuch zu führen, weil ich in meiner Ehe derart unglücklich war. In unser gemeinsames Tagebuch schrieb ich: »Toller Tag! Sind mit Jack im Park spazieren gegangen und haben hinterher bei Hughie und James Tee getrunken. Gott, haben wir gelacht! Und der Tee war spitze!« In mein privates Tagebuch schrieb ich dagegen: »Kann David und seine schrecklichen Freunde nicht mehr ertragen. Die kommen sich immer wer weiß wie toll vor. Und ich fühle mich komplett ausgeschlossen. Gott, ich will frei sein! Ich will tanzen gehen! Ich will Affären haben!«
Was ich kurz danach ja auch hatte, und David und ich trennten uns, sind aber seltsamerweise Freunde geblieben. Außerdem: Wer weiß schon, was e-r in sein geheimes Tagebuch geschrieben hat! Ich bin übrigens auch mit Davids Halbbruder James und dessen Lebensgefährten Huhie in Verbindung geblieben. Sie gehören mittlerweile zu meinen besten Freunden. Und Archie natürlich. Archie und ich haben immer Kontakt gehalten, obwohl ich nie eine Affäre mit ihm hatte. Ich war zu seiner Hochzeit mit Philippa eingeladen, und wir sehen uns immer noch gelegentlich zum Lunch. Wie sich herausstellte, zog Archies Firma ausgerechnet Hughie als Anwalt zu Rate - Archie verdient sein Geld mit irgendwelchen Aktiengeschäften. Fragen Sie mich nicht nach Details. So schließt sich jedenfalls, wie so häufig, der Kreis meiner Freunde und Bekannten.
Als Lehrerin hatte ich keine Zeit für ein Tagebuch und auch nicht während des Studiums. Aber jetzt, wo ich sechzig bin - oder doch in wenigen Monaten sein werde -, da will ich es noch ein letztes Mal versuchen. Also dann ...
8. Oktober
Mit tränenden Augen aufgewacht. Sehr schlechtes Zeichen. Ich meine, tränende Augen sind in Ordnung, wenn es kalt ist oder wenn einem der Wind um die Ohren pfeift, oder wenn man eine schlimme Erkältung hat und nicht mehr kriechen kann, geschweige denn zum Telefon greifen, um guten Freunden zu erzählen, dass man nicht mehr kriechen kann. Aber ganz ohne jeden Grund - oje! Ich kenne einen Siebzigjährigen, dessen Augen derart triefen, dass ihm permanent ein Tröpfchen an der Nasenspitze hängt. Das ist, ja, ich fürchte, ein Zeichen des Alters.
Das erinnert mich an neulich, als ich wegen Knieschmerzen bei meiner Hausärztin war. »Eine milde Form von Osteoarthritis, Marie«, sagte sie. »Damit muss man in unserem Alter rechnen.«
Als ich ihr erklärte, dass das nicht sein könne, weil ich nie Sport getrieben hätte und meine Knie daher, theoretisch, noch in einwandfreiem Zustand sein müssten - kein Kratzer, kaum gebraucht! Extrem niedrige Kilometerzahl! Nur ein Besitzer, weiblich! Ja, ich glaube, ich habe sogar noch irgendwo die Originalverpackung - da meinte sie, so funktioniere das leider nicht.
Höchst ungerecht, finde ich.
10. Oktober
Bin gerade von einer absolut schrecklichen Dinnerparty heimgekommen. Schmerz lass nach. Ich wäre nie hingegangen, hätte ich mich nicht von Marion, einer guten alten Freundin, wie eine Anfängerin übertölpeln lassen. Der bewährte Trick, Sie kennen ihn sicher: »Was machst du am Donnerstag?« Und statt misstrauisch zu fragen: »Warum?«, bin ich prompt in die Falle getappt.
»Nichts.«
Klonk.
Nun, Dinnerpartys können durchaus die eine oder andere positive Überraschung parat halten, aber im Großen und Ganzen ist es wie beim Lotto: Die Chancen auf einen Gewinn sind praktisch null. Das erste Problem ist, dass meist nie genug Männer vorhanden sind. Und jetzt, »im mittleren Alter«, wollte ich sagen, sollte aber wohl »im reiferen Alter« sagen, sind die Männer, die noch kommen, meist aus gutem Grunde noch zu haben: Sie sind entweder Nieten oder etwas sonderbar.
(Ich weiß allerdings nicht, ob diese Beschreibung nicht auf die meisten Männer zutrifft, egal, ob sie noch zu haben sind oder nicht. Was ja auch der Grund ist, warum ich zum Single-Dasein übergetreten bin. Das soll natürlich nicht heißen, dass Männer nicht witzig, sexy, nett und faszinierend sein können. Aber manche vereinen all diese Eigenschaften in sich und sind trotzdem eine Niete.)
Das zweite Problem ist, dass man, je älter man wird - also, je älter ich werde -, keine neuen Bekanntschaften mehr schließen will. Es gibt genug Menschen in meinem Leben, deren Freundschaft ich gerne intensiver pflegen würde - und die Leute, die andere Leute toll finden, sind oft nicht die Leute, die ich toll finde. Und umgekehrt.