Buch
gebunden (144 Seiten)
Sprache: Deutsch
Sofort lieferbar
€ 4,99
Verfügbarkeit in Ihrer Thalia- Buchhandlung prüfen
€ 3,10
€ 3,10
Im Paragraphendschungel von Absurdistan
Wer hat sich nicht schon mal über hiesige Paragraphenwut beschwert oder den Amtsschimmel zum Teufel gewünscht? Wohl jeder, aber dass es noch schlimmer geht - andere Länder, andere Sitten -, zeigt dieses Buch über verrückte Gesetze aus aller Welt. So ist es in Florida verboten, nackt zu duschen, und in Usbekistan darf man aus moralischen Gründen kein Billard spielen. Von "amüsant" bis "unglaublich" über "gar nicht mal so blöd" dürften die Reaktionen in einer Small-Talk-Runde auf diese Fundgrube juristischer Kreativität reichen. Denn nach Lektüre dieser gar nicht trockenen Gesetzessammlung mutiert jeder zum unterhaltsamen Experten für "Gesetze-die-die-Welt-nicht-braucht".
Pressestimmen:
"Herausgekommen ist eine wahre Fundgrube an Gesetzen aus aller Welt, die niemand wirklich braucht, die aber unterhaltsam sind und nicht nur in Juristenrunden jeden Small Talk die richtige Würze verleihen." (Wiesbadener Tagblatt)
| ISBN-10: | 3-8094-2184-7 |
|---|---|
| EAN: | 9783809421849 |
| Erschienen: | 23.02.2009 |
| Verlag: | Bassermann |
| Einband: | gebunden |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 144 |
| Länge/Breite: | 196mm/205mm |
| Gewicht: | 205 g |
Dr. Roman Leuthner, geboren 1958, studierte Kommunikationswissenschaften, Politikwissenschaften und Volkswirtschaftslehre und arbeitet heute als Journalist. Er war unter anderem als freier Mitarbeiter bei der Süddeutschen Zeitung und als Wirtschaftsredakteur beim Handelsblatt tätig. Seit 2001 ist er Mitglied der Geschäftsleitung eines mittelständischen Fachzeitschriftenverlages.
von Alexandra Fetzer, am 12.05.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Pasching
von Martin Mittermayr, am 28.02.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Linz
von Linda Stadlbauer, am 15.02.2011 aus der Thalia-Buchhandlung in Linz-Uni
von Patrick Nagl, am 10.12.2010 aus der Thalia-Buchhandlung in Wien
von LilaMaus, am 15.03.2013
0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
von Dr. Exitus, am 19.12.2011
0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
von Anna Riedl, am 02.12.2011
0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
von Melanie Winkler, am 20.04.2011
0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
von Conny Hannesschläger, am 15.04.2011
0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
von Sascha Grosser, am 13.01.2011
0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
von Patricia Strack, am 11.07.2010
0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
von Heike Eichinger, am 25.06.2010
0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Wussten Sie, dass sich in Hawaii niemand Münzen in die Ohren stecken darf? Haben Sie davon gehört, dass es in Chicago, im US-amerikanischen Bundesstaat Illinois, strengstens verboten ist, einem Hund Whisky zu trinken zu geben, und dass es in Washington D.C. keinesfalls erlaubt ist, Hasen von Januar bis April zu fotografieren? - Klar, sagen Sie und schmunzeln: Das sind ja auch Gesetze aus Bush-County. Wer will sich nach der Lektüre von Michael Moores aufklärerischen und höchst amüsanten Analysen über die Befindlichkeiten zwischen New York und San Francisco ernsthaft darüber wundern?
Doch Vorsicht! Auch in Good ol' Europe lassen es die Juristen krachen! So ist hierzulande nach wie vor eine Majestätsbeleidigung strafbar und kann nach
90 des Strafgesetzbuches mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren geahndet werden. Hüten Sie sich also, Kaiser Franz und König Otto despektierlich zu begegnen! Das darf nur die Boulevardzeitung mit den vier berühmten Buchstaben. Gefährlich werden können auch die merkwürdigen Phantasien britischer Juristen: So werden im Vereinigten Königreich Eltern von garstigen Kindern belangt, die neugierigerweise unter die Bekleidung von Schaufensterpuppen lugen. Well, einleuchtender ist es da schon, dass es in Schottland dem Besitzer einer Kuh verboten ist, betrunken in einer Kneipe angetroffen zu werden, und dass es in Dänemark vorgeschrieben ist, Pferdekutschen vor herannahenden Automobilen zu warnen.
"Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu machen, dann ist es notwendig, kein Gesetz zu machen."
Mit diesem klugen Satz des französischen Schriftstellers und Staatstheoretikers Charles-Louis de Secondat, Baron de La Brede et de Montesquieu (1689 - 1755) aus dem Jahr 1748 sollten einst - und auch heute - die Parlamentarier wachgerüttelt werden. Da ist doch etwas Wahres dran, oder?
Wo Sie sich auch aufhalten, in der Neuen oder in der Alten Welt: Überall warten die ungeahnten Fallstricke der Herren in schwarzen Roben und weißen Perücken auf leichtsinnige Bürger, die zur falschen (Uhr-)Zeit und am falschen Ort Häschen fotografieren oder sich gemeinsam mit einer Kuh in ihrer Lieblingskneipe so richtig einen genehmigen wollen.
Sie glauben es nicht, aber Amerikas und Europas Gesetzbücher sind voller verrückter Verbote und Vorschriften, die zum Teil aus vergangenen Jahrhunderten stammen und schlichtweg nicht aktualisiert wurden. Oder sollte es etwa so sein, dass die Zunft der Juristen keineswegs so trocken und bieder ist wie der Ruf, der ihr vorauseilt? Könnte es sein, dass die Autoren unserer sittlichen und rechtlichen Lebensgrundlagen eigentlich richtige Spaßvögel sind
-mit einem atemberaubend komischen Humor, der sich uns erst richtig erschließt, wenn wir eingebuchtet werden und hinter "Schwedischen Gardinen" schmoren?
Allerdings gibt es auch einige Gesetze sowohl in der Neuen als auch in der Alten Welt, bei deren Lektüre einem das Lachen auch ganz schnell mal im Halse stecken bleiben kann. Vor allem US-amerikanische Gesetze, die das Schlagen von Ehefrauen zu bestimmten Zeiten erlauben, die Erschießung von amerikanischen Ureinwohnern unter bestimmten Bedingungen gestatten oder sich über allgemein gültige Tierschutzgesetze hinwegsetzen. Manchmal sind
diese gesetzlichen Regelungen schon recht bitter. Allerdings bedeuten die Niederschriften im Gesetzbuch nicht immer zwingend, dass diese Fälle heute noch so gehandhabt werden, auch wenn es dort steht. Man kann also noch hoffen ...
Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil! Sie haben mit diesem Buch ein kostbares Schatzkästchen der guten Laune erworben. Unser Tipp: Gönnen Sie sich ein Weekend in New York und setzen Sie sich im Central Park gemütlich auf eine Bank, um die Lektüre zu genießen. Schauen Sie dabei aber nur in Ihr Büchlein und nicht etwa dem anderen Geschlecht hinterher. Denn dann können Sie dazu verdonnert werden, für alle Zeiten Scheuklappen für Pferde tragen zu müssen. Außerdem ist eine Geldstrafe von 25 US-Dollar fällig!
Wie Gesetze in der Neuen Welt entstehen und welchen tieferen Sinn sie haben
Europäer tun sich schwer, die häufig bizarren und skurrilen Gesetze und Vorschriften im US-amerikanischen Rechtssystem zu verstehen. In Europa, in der Alten Welt, werden Gesetze für gewöhnlich erlassen, wenn zahlreiche Streitfälle zur Überzeugung des Gesetzgebers führen, dass sie Relevanz für die ganze Gesellschaft und für das nationale Rechtsempfinden haben.
In der so genannten Neuen Welt hingegen, also auf den übrigen vier Kontinenten Amerika, Afrika, Asien und Australien, die nur "neu" heißen, weil sie von den europäischen Weltenbummlern spät entdeckt wurden, verhält es sich häufig anders. Besonders Amerika lässt uns staunen! So ist es kaum nachzuvollziehen, dass in Florida ein Staatsgesetz Männern verbietet, Sex mit Stachelschweinen zu haben, und dass in Alabama niemand Pferde mit einem aufgespannten Regenschirm erschrecken darf. Ebenso merkwürdig erscheint uns die Verordnung mit Gesetzeskraft in Florida, die das Pfeifen unter Wasser verbietet oder ein Gesetz der Stadt New York, die Frauen das Tragen von Stöckelschuhen untersagt.
"Haben die denn nichts Besseres zu tun?" oder "Was geht hier denn ab?" möchten wir fragen und schütteln den Kopf. "Yes, Sir!" Wenn es um die Phantasie der Gesetzgeber geht, dann ist Amerika wirklich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und: "No, Ma'am!" - da bleibt kein Auge trocken! Was aber ist denn wirklich der Grund für derartig bizarre Gesetze einer riesigen Nation, die immerhin die erfolgreichsten und technologisch komplexesten Raumfahrtmissionen in den Orbit schickt und das politisch mächtigste und wirtschaftlich stärkste Land der Erde bevölkert?
Es gibt mehrere Gründe: Zum einen stammen viele Gesetze aus dem i9. Jahrhundert, aus einer Zeit also, als der vordem Wilde Westen erobert wurde
und die Vorfahren von Bush und Cheney nicht Iraker, sondern Indianer und Büffelherden dezimierten. Da ritten die Männer noch auf Pferden und trugen den Colt an der Hüfte, und da die US-amerikanischen Gesetzbücher nur höchst selten von ollen Kamellen entrümpelt werden, existieren eben auch heute noch Verordnungen, die sich auf den Mann als Cowboy und Revolverhelden beziehen. Zum anderen, und dieser Grund hat ebenso große Bedeutung, genießt jeder der 50 Bundesstaaten der USA eine relativ große gesetzgeberische Freiheit und darf die überwiegende Mehrzahl aller im jeweiligen Staat gültigen Gesetze selbst erlassen und deren Einhaltung überwachen.