Die Wohlgesinnten / Marginalien

Die Wohlgesinnten / Marginalien

Enth.: Die Wohlgesinnten u. Die Wohlgesinnten, Marginalienband

von Jonathan Littell

Buch

gebunden (99 Seiten)

1. Auflage

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

'Die Wohlgesinnten' wurden von der Kritik als ein neues Krieg und Frieden gefeiert: die fiktiven Lebenserinnerungen des SS-Obersturmführers Maximilian Aue, Jahrgang 1913, Sohn eines deutschen Vaters und einer französischen Mutter, promovierter Jurist, frühes NSDAP-Mitglied, in die SS eingetreten, um sich der Strafverfolgung nach Paragraph 175 zu entziehen, aber lebenslang seiner Zwillingsschwester inzestuös verbunden. Es sind die verstörenden Erinnerungen an die Schauplätze des Zweiten Weltkriegs und an das Grauen der Verfolgung und Vernichtung der Juden von Juni 1941 bis April 1945, an die Einsatzkommandos und Massenhinrichtungen in der Ukraine und im Kaukasus, an Babi Jar, den Kessel von Stalingrad, Auschwitz und Krakau, an Mittelbau Dora, das besetzte Paris oder das kriegszerstörte Berlin. Es sind die beklemmenden Erinnerungen an all die Begegnungen mit den Nazigrößen, an Himmler, in dessen persönlichen Stab Aue 1943 aufgenommen wird, an Abendessen mit Eichmann, an Heydrich, Höß oder Speer. Es ist ein erschreckend detailgenauer Roman über die nazistischen Verbrechen, konsequent erzählt aus der Perspektive eines Täters, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg in die sichere Existenz eines Fabrikdirektors in Frankreich gerettet hat."Es ist eines der eindrucksvollsten Bücher, die je über den Nazismus geschrieben wurden."

Produktdetails

ISBN-10: 3-8270-0876-X
EAN: 9783827008763
Originaltitel: Les Bienveillantes
Erschienen: Februar 2009
Verlag: Berlin Verlag
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1. Auflage
Seitenzahl: 99
Gewicht: 1620 g
Übersetzer: Hainer Kober
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Jonathan Littell

Jonathan Littell, 1967 in New York geboren in einer jüdischen Familie russischer Herkunft, die sich Ende des 19. Jahrhunderts in Amerika niedergelassen hat, ist in Frankreich aufgewachsen, wo er 1985 das Abitur machte, studierte in Yale (USA). Zwischen 1993 und 2001 arbeitete er für die humanitäre Organisation „Aktion gegen den Hunger“ (ACF) in Bosnien und Afghanistan, im Kongo und in Tschetschenien. Littell lebt mit seiner Familie in Barcelona. Für seinen Roman erhielt er 2006 den Grand Prix du Roman der Académie Française und den Prix Goncourt.

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Kundenrezensionen

  • Ein zurecht vergebener Prix Goncourt Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 13.01.2012

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Mit seinem Romanerstling "Die Wohlgesinnten" und der fiktiven Figur des Juristen und NSDAP-Mitglieds Max Aue gewann Jonathan Littell auf Anhieb der Ritterschlag mit der Verleihung des Prix Goncourt. Was den Roman gänzlich von der bisherigen literarischen Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus unterscheidet: der Protagonist erzählt, auf den ersten Blick, ohne jegliche Reue.
    Tatsächlich gelingt es Littell ein weniger beachtetes Phänomen der Schuldfrage bezüglich der Vernichtungsmechanismen in den Konzentrationslagern sichtbar zu machen: die Frage, inwiefern nicht jegliche Schuld aus einem Bedeutungs-, Werte-, Sprach- und Zeichensystem entsteht, das erlernt, von Kindheitsbeinen an ein- und ausgeatmet und so in Fleisch und Blut übergehend, gelebt wird.
    Der Roman eröffnet so nicht lediglich einen vollkommen anders gearteten Blick auf das, wovor Alain Badiou in seinem philosophischen Text Das Jahrhundert warnte, nämlich auf die Gefahr, den Faschismus leichtfertig als Relikt der Vergangenheit, als dessen Emblem Hitler zu ersehen und derart eine Wiederkehr unter anderen Zeichen für unmöglich zu halten -, Littell gelingt es auch Referenzen zum Eichmann-Prozess zu ziehen, der in der Schrift Hannah Arendts bis heute, ob der uneingestandenen Schuld des Angeklagten für Ratlosigkeit sorgt.
    Der Marginalienband ist zudem überaus lesenswert: u.a. findet sich hier ein Interview mit Claude Lanzmann, dem Filmemacher, der sich als erster mit seinem Dokumentarfilm Shoah auf die Spuren der Verbechen des Nationalsozialismus begab sowie eine Diskussion der literarischen Werke, die Littell als Vorlagen dienten.
    Im Doppelpack eine absolute Empfehlung.

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