Buch
Taschenbuch (278 Seiten)
Sprache: Deutsch
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Seit dem Bestseller »Anleitung zum Müßiggang« gilt Tom Hodgkinson als Experte für Genuss und Gelassenheit. In seinem neuen Buch nimmt er sich die negativen Erscheinungen unseres modernen Lebens vor: Erfolgsdruck, Versagensangst, Gier, Einsamkeit. Mit der für ihn typischen Mischung aus Humor, enzyklopädischem Wissen und Zitaten führt er vor, wie man sich aus diesen Zwängen befreien kann.
Pressestimmen:
"Very british" Deutschlandfunk über "Anleitung zum Müßiggang"
| ISBN-10: | 3-453-63004-1 |
|---|---|
| EAN: | 9783453630048 |
| Originaltitel: | How To Be Free |
| Erschienen: | 03.08.2009 |
| Verlag: | Heyne Taschenbuch |
| Einband: | Taschenbuch |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 278 |
| Länge/Breite: | 185mm/118mm |
| Gewicht: | 315 g |
| Reihe: | Heyne-Bücher Allgemeine Reihe |
Tom Hodkinson, geboren 1968, hat englische Literatur studiert und unter anderem in einem Skateboardladen gearbeitet. Nach der Entlassung durch eine bekannte Boulevardzeitung lebte er von Sozialhilfe und gründete die Zeitschrift "The Idler" . Seither gilt er in den englischen Medien als Experte für alles, was mit Müßiggang zu tun hat. Er lebt mit seiner Familie in Devon, England.
von S. Koller, am 20.01.2012
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Dies ist ein Buch über das gute Leben, und seinen Kern bildet eine schlichte Wahrheit: Wenn du die Göttin der Freiheit willkommen heißt, wird das Leben leichter und billiger und macht erheblich mehr Spaß. Ich möchte zeigen, wie man die "vom Geist geschmiedet Fesseln" entfernt und die Freiheit erwirbt, sich ein eigenes Leben zu schaffen. Nachdem ich mein letztes Buch, Anleitung zum Müßiggang, beendet hatte, wurde mir klar, dass Müßiggang für mich fast das Gleiche wie Freiheit ist. Müßig zu sein heißt, frei zu leben. Müßig zu sein heißt, nach seinen eigenen Regeln zu leben. Müßig zu sein heißt, das zusammenzufügen, was getrennt worden ist.
Ich habe versucht, drei Gedankenstränge zu einer Philosophie des Alltagslebens zu verknüpfen, und zwar Freiheit, Frohsinn und Verantwortung beziehungsweise Anarchie, Mittelalterlichkeit und Existenzialismus. Es ist ein Lebensansatz, den man auch als "Spaß haben" oder "Tun, was einem gefällt" bezeichnen könnte. Die westliehe Welt hat zugelassen, dass ihr - und uns - Freiheit, Frohsinn und Verantwortung abhandengekommen und durch Gier, Konkurrenz, einsames Streben, Fadheit, Schulden, McDonald's und GlaxoSmithKline ersetzt wurden. Das Konsumzeitalter bietet viele Bequemlichkeiten, doch wenig Freiheit. Die Regierungen reiten, wie es ihrem Wesen entspricht, endlose Attacken gegen unsere Bürgerrechte und schieben Gesundheit und Sicherheit vor, um ihre Macht auszuweiten.
In meiner Suche nach Freiheit würde ich mich als Anarchisten definieren. Anarchie bedeutet, dass Verträge zwischen Individuen, nicht zwischen Bürger und Staat geschlossen werden. Sie basiert eher auf dem Standpunkt, dass die Menschen im Grunde gut sind und in Ruhe gelassen werden sollten, als auf der puritanischen Ansicht, dass wir alle böse sind und von der Obrigkeit kontrolliert werden müssen. Im Mittelalter organisierten die Menschen die Dinge trotz der bestehenden Hierarchien selbst. Die große Mehrheit der in diesem Buch beschriebenen Fesseln hatte man damals noch nicht erfunden. Das Leben war selbstbestimmt und voller Vielfalt.
Heutzutage brauchen wir eine radikale Neudefinition menschlicher Beziehungen, die nicht der Gier des globalen Kapitalismus, sondern den lokalen Bedürfnissen dient. Unser Leben ist in unzählige Fragmente zersplittert, und unser Ziel muss es sein, sie wieder zu einer harmonischen Einheit zusammenzufügen. Dabei liefern uns nicht nur die mittelalterliche Ordnung sowie die Anarchisten und die Existenzialisten Hilfestellungen, sondern auch eine ganze Reihe historischer Persönlichkeiten. Zu Wort kommen werden Aristoteles, der heilige Franz von Assisi, der heilige Thomas von Aquin, die Romantiker, William Cobbett, John Stuart Mill, John Ruskin, William Morris, Oscar Wilde, die Zurück-aufs-Land-Bewegung, Chesterton, Eric Gill und die Distributisten, Bertrand Russell, Orwell, die Situationisten, die Yippies, die Punks und Radikalen der siebziger Jahre wie John Seymour, Ivan Illich oder E. F. Schumacher. Sie alle sind Teil der langen Geschichte, in welcher die Idee der wahre Freiheit ermöglichenden Kooperation statt der Konkurrenz gefördert wird. Wie wir sehen werden, gibt es eine starke Tradition, Geld, Eigentum und Business als Hauptziele des Lebens abzulehnen. Wir müssen aufhören, von anderen zu erwarten, dass sie unser Leben in Ordnung bringen, und stattdessen darauf vertrauen, dass wir selbst dazu in der Lage sind. Wir sind freie Geister. Wir verbitten uns die Einmischung in unsere Angelegenheiten, und wir widersetzen uns der Einmischung in die Angelegenheiten anderer.
In diesem Buch befasse ich mich mit den Schranken der Freiheit und mit unserer Möglichkeit, Angst, Furcht, Hypotheken, Geld, Gewissensbisse, Schulden, Regierungen, Langeweile, Supermärkte, Rechnungen, Melancholie, Schmerz, Depressionen und Verschwendung loszuwerden. Wir haben diesen Feinden Macht über uns verliehen, und nur wir selbst können diese Macht brechen. Es hat keinen Sinn, jammernd herumzusitzen und zu hoffen, dass uns jemand anderes diese Aufgabe abnimmt. Wir müssen vielmehr begreifen, dass all diese Bürden "vom Geist geschmiedet" sind, und schon öffnet sich die Pforte zum Garten der Freiheit.
Im Leben geht es unter anderem darum, verlorene Freiheiten wiederzuerlangen. Durch Ausbildung und Arbeit bestätigen wir einander in dem Glauben, weder frei noch verantwortlich zu sein. Wir schaffen eine Welt der Verbindlichkeiten, Pflichten und Aufgaben und vergessen, dass das Leben von Spontaneität, Freude und Liebe erfüllt sein sollte. Deshalb suche ich in der Vergangenheit nach Ideen für die Zukunft. Die Griechen blickten zum Goldenen Zeitalter zurück, die Römer zu den Griechen, Virgil und Ovid zu einer bukolischen Idylle. Im Mittelalter wiederum schaute man zurück zu den Griechen und zu einem einfacheren Leben. Mehr noch, ein Merkmal jeder Epoche ist ihre Rekonstruktion der "alten Zeiten", in denen die Menschen glücklich und die Dinge leichter waren.
Der Rückgriff auf eine vermeintlich ideale Vergangenheit ist allerdings durchaus keine realitätsferne Nostalgie, sondern vielmehr eine Methode des Voranschreitens, des Entscheidens über die Prioritäten des Lebens. Und die Vergangenheit ist viel besser als die Zukunft dazu geeignet, nach Ideen für eine Lebensgestaltung zu suchen, denn die Zukunft ist reine Fantasie, während sich die Vergangenheit tatsächlich ereignet hat. Der Traum von einer technologischen Zukunftsutopie, in der Maschinen sämtliche Arbeiten verrichten, ist dummes Zeug.
Wie wird man frei? Nun, ob es dir gefällt oder nicht: Du bist frei. Die eigentliche Frage lautet, ob du dich dafür entscheidest, von deiner Freiheit Gebrauch zu machen. Das Innere des Menschen ist von einem fundamentalen Nichts erfüllt. Wir haben uns unser Universum selbst geschaffen. Das Leben ist absurd. Gott ist Liebe. Wir sind frei.
Tod den Supermärkten Back Brot Spiel Ukulele Öffne den Gemeindesaal Aktionismus ist sinnlos Hör auf zu jammern Mach Musik Hör auf zu konsumieren Fang an zu produzieren
Zurück aufs Land Vernichte den Wucher Liebe die Schönheit Akzeptiere die Armut Schwing den Meißel Ignoriere den Staat Reform ist sinnlos Anarchie im Vereinigten Königreich Schwing den Spaten
Nutze das Pferd Preise den Federkiel Liebe deinen Nächsten Sei kreativ Befreie deinen Geist Grab die Erde um Mach Kompost Das Leben ist absurd Wir sind frei Sei fröhlich
Verjag die Angst; sei sorglos
Lebet in Freuden, o meine Freunde,
frei von Sorgen, Verwirrung, Angst, Kummer,
lebet in Freuden.
Marsilius Ficinus, zitiert von Robert Burton, in: Anatomie der Melancholie, 1641
Bring mir meinen Bogen aus brennendem Gold! Bring mir meine Pfeile der Hoffnung! Blake, "Milton", 1804
Es ist uns egal.
Punk-Parole, 1977
Was die Angst betrifft, so kann ich sagen: Es ist nicht deine Schuld.