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Der Kameramörder

Roman. Ausgezeichnet mit dem Friedrich-Glauser-Preis 2002

von Thomas Glavinic

Buch

Taschenbuch (156 Seiten)

8. Auflage

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

»Ich wurde gebeten, alles aufzuschreiben.« Mit diesem Satz beginnt der Ich-Erzähler seinen Bericht über ein Osterwochenende, an dem er und seine Lebensgefährtin ein befreundetes Paar in der Steiermark besuchen. Während die Medien minutiös über einen am Karfreitag begangenen Doppelmord an zwei Kindern berichten, den der Mörder mit einer Videokamera aufgenommen haben soll, pendeln die vier Freunde zwischen Fernseher und Kartenspiel, Küche und Gesprächen hin und her. Angewidert und zugleich voller Lust an der Sensation, kommentieren sie das Vorgehen der Medien. Draußen, in der »wirklichen« Welt, wird unterdessen fieberhaft nach dem Mörder gesucht.
»Wo Glavinic steht, das wissen wir nach diesem Buch: in der ersten Reihe der deutschsprachigen Literatur.« Daniel Kehlmann in ›Literaturen‹

Pressestimmen:

"Wo Glavinic steht, das wissen wir nach diesem Buch: in der ersten Reihe der deutschsprachigen Literatur."
Daniel Kehlmann, Literaturen

Produktdetails

Verkaufsrang: 936
ISBN-10: 3-423-13546-8
EAN: 9783423135467
Erschienen: 01.10.2006
Verlag: dtv
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 8. Auflage
Seitenzahl: 156
Länge/Breite: 191mm/121mm
Gewicht: 175 g
Reihe: dtv-Taschenbücher
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Thomas Glavinic

Thomas Glavinic, geboren 1972 in Graz, schreibt seit 1991 Romane, Essays, Erzählungen, Hörspiele und Reportagen. Im Jahr 2010 erhielt er den Literaturpreis der deutschen Wirtschaft in der Sparte Prosa. Thomas Glavinic lebt mit seiner Familie in Wien.

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Buchhändlertipps

  • Realistisch und schockierend – aber gerade deshalb einfach genial Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Judith Lehner, am 01.11.2010 aus der Thalia-Buchhandlung in Linz Lentia

    Thomas Glavinic zeigt mit diesem Roman, dass er einen spannenden und zugleich faszinierenden Krimi schreiben kann. Er konzentriert sich dabei nicht nur auf die Aufklärung des schrecklichen Verbrechens und die Suche nach dem Täter, sondern auch auf die mediale Aufarbeitung des grausamen Doppelmordes. Der „Kameramörder“ hat seine unmenschlichen Taten aufgezeichnet und dem Fernsehen zugespielt. Wie skrupellos ist die Berichterstattung der Medien? Wie geht jeder Einzelnen damit um? Zwei befreundete Pärchen, darunter der Ich-Erzähler, verfolgen die Ermittlungen mit geteiltem Interesse. Glavinic erzählt realistisch und distanziert, wenn nicht sogar gefühllos, von den Ereignissen rund um das schockierende Verbrechen. Durch die kurzen, teils unverbundenen, Sätze wird ein extrem hohes Erzähltempo erzeugt. Dieser gewöhnungsbedürftige Schreibstil mag nicht jedem liegen – mit Garantie wird der Leser aber von der Geschichte gefesselt. Glavinic beherrscht sein Metier und daher steht am unvorhergesehenen Ende immer ein verblüffter und zugleich begeisterter Leser.
  • Ein Bericht Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Barbara Sitter, am 29.09.2010 aus der Thalia-Buchhandlung in Linz

    In der Tat ist "Der Kameramörder" nichts anders als ein Bericht, die Besonderheit allerdings wird einem erst mit dem letzten Satz klar.
    Es dreht sich viel um Berichterstattung, um Sensationsgier und um ein Gesellschaftsbild, vor dem wir nur allzu gerne die Augen verschließen.

    Zwei Kinder werden auf grausame Art und Weise gezwungen, in den Tod zu springen und werden dabei vom Täter gefilmt. Ein Ehepaar aus Oberösterreich ist zur gleichen Zeit gar nicht weit davon entfernt bei einem befreundeten Paar zu Gast.

    Das eigentlich erschreckende ist aber nicht die Tat an sich, sondern die Art wie die vier Protagonisten damit umgehen. Während die Frauen ehrlich geschockt reagieren, sitzen die Männer mit Chips und Knabbereien vorm Fernseher.

    Als immer klarer wird, dass einer der vier der Täter sein muss, stellt sich die Frage, ob die anderen fähig sein würden, ihm das auch zuzutrauen. Sie entscheiden einhellig dagegen. Und während sich die Schlinge immer enger zuzieht, stellt sich unwillkürlich die Frage, wie man selbst mit solchen Situationen umgehen würde.

    Ein interessantes Buch, das einem vor Augen führt, wie sensationsgierig wir alle sind, denn

    bad news are good news...
  • die Menschen sind wohl so! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Kerstin Ponleitner, am 06.05.2010 aus der Thalia-Buchhandlung in Pasching

    Unfassbar stellt Thoams Glavinic die Sensationslust der Menschen in den Mittelpunkt der Geschichte. Zwei befreundete Pärchen verbringen gemeinsam ein Wochenende zwischen Fernsehnachrichten und Kartenspiel und verfolgen die Berichterstattung über einen Doppelmord an Kindern mit Hochspannung.

    Fesselnd und schockierend zugleich!

    Leider ist der Kinofilm nicht ganz so geglückt, also umbedingt vorher das Buch lesen und den Film einfach weglassen!

Kundenrezensionen

  • spannend spannend spannend Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 22.02.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    sehr brutal, aber man muss einfach weiterlesen. das ende kommt so überraschend und plötzlich, dass man danach dasitzt und es einfach erstmal verdauen muss. richtig guter krimi, perfekt für eine kurze zugfahrt/flug.

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  • "wann" und "warum" Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Margit Margreiter, am 23.01.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Die Hauptfiguren sind zwei befreundete junge Paare, die sich auf dem Lande liegenden Ferienhaus in der Steiermark treffen und das Osterwochenende miteinander verbringen.
    Am Anfang herrscht Normalität, und mit dem Fernsehen tropft der Horror in die Idylle.
    Ein offensichtlich perverser Kameramann hat zwei Kinder gezwungen, von einem Baum zu springen und sich vor der Kamera umzubringen .
    Ich finde, dass es ein bisschen deutlicher erzählt werden konnte, "wann" und "warum" der Erzähler diese Tat begangen hat. Ansonsten ist der Roman einfach fantastisch und genial geschrieben.
    Die kalte und passive Beschreibung des Erzählers verleiht der Handlung einen Hauch an Schauer.Am Schluss denkt man sich "wer,wo, was, wie???"
    Denn er kommt so plötzlich und so unerwartet.. Ich hatte nachdem ich das Buch gelesen hab, mehr fragen als davor......dieses Buch regt einfach zum nachdenken an.

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  • Schockierend Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 05.03.2010

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    Da ich erfahren habe, das dieses Buch demnächst als Kinofilm kommt, dachte ich mir, das sollst du vorher gelesen haben.
    Stimmt, denn wenn ich dieses Buch nicht gelesen hätte, wäre ich um eine wichtige Erfahrung ärmer. Selten hat mich ein Buch so schockiert wie dieses. Es ist sehr einfach geschrieben, ohne Kapitel und ohne die üblichen Thrillerelemente. Der Schluss hat mich regelrecht umgehauen! Also, sofort lesen und gespannt sein wie die Umsetzung fürs Kino geworden ist.

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  • ein geniales meisterwerk!! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Christoph Hofbauer, am 01.11.2009

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    spannend bis zum schluss!
    mit diesem satz kann man dieses buch auf jeden fall beschreiben. glavinic schafft es das geschehen bis zum schluss so zu erzählen, dass der leser nichts böses ahnen mag. die tatsache, die erst auf den letzten paar seiten ans tageslicht gelangt, schockiert den leser deshalb umso mehr.
    dies gelingt ihm jedoch nur, weil er die handlung zwar aus einer innensicht, dennoch mit einem befremdenden objektivismus erzählt.
    absolut verdiente 5 sterne!!

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  • Surprise! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Benjamin Haase, am 28.08.2009

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    Zwei befreundete Pärchen verbringen ein Wochenende in der Steiermark, aber noch bevor es richtig lustig werden kann, werden sie von der Berichterstattung über den „Kameramörder“ überrascht, der die Eltern dreier Kinder als Geiseln genommen hat und diese damit erpresst, sich selbst zu töten, während ein Filmband läuft, das beide Pärchen hin und her gerissen und zwischen Sensationsgier und Abscheu im Fernsehen verfolgen „müssen“. Nachdem die Polizei begonnen hat, das verdächtige Gebiet einzukreisen, zieht sich dieser Kreis immer enger um das Haus der Gastgeber zusammen... – Die Auflösung ist ein angenehmer Schock, weil man das so nicht erwartet hatte, aber hat in ihrer Überraschung einen erinnerungswürdigen Abgang, der das ganze Buch aufhebt!


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  • Der Kameramörder Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von R. Koch, am 18.06.2009

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Zwei Kinder werden in den Selbstmord getrieben, das Video darüber wird von einem Privatsender ausgestrahlt.
    Ein bizarres Spiel beginnt, in dem sich der Leser viel zu oft an die eigene Sensationsgier erinnert fühlt.
    Das Geschehen wird beklemmend real dargestellt und durch die nüchterne, spröde Erzählweise erscheint die Tat nur noch grausamer.
    Das fulminante Ende ist wie ein Paukenschlag, mit dem keiner gerechnet hat und lässt ein beunruhigendes Gefühl beim Leser zurück, der noch einmal die Geschichte Revue passieren lässt, nur um zu erkennen:
    Thomas Glavinic ist ein absolutes Meisterwerk gelungen!

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  • Geht an die Substanz Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Thomas Zörner, am 29.11.2007

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Konsequent, eiskalt, Worte die am Buchrücken von "Der Kameramörder" benutzt werden um dem Roman gerecht zu werden und beide sind vollkommen zutreffend.
    Glavinic schreitet dem Ende seines Ausnahmekrimis derart konsequent entgegen und macht dabei von einer eiskalten, emotionslosen Sprache Gebrauch, dass schon dies dem Leser an die Substanz gehen kann.
    Was aber die wahre Härte dieses Romans ausmacht ist der Spiegel der dem Leser vorgehalten wird, denn selbst er fiebert den Medienereignissen derartig entgegen, wie die Protagonisten im Buch und macht sich so selbst der Skandalgeilheit schuldig.
    Die Auflösung schlussendlich ist abschließend der absolute Treffer, und wie am Buchrücken ebenfalls geschrieben, mag man nicht glauben, damit sei irgendetwas gelöst.
    Ein Krimi der superlative und höchst außergewöhnlich obendrein. Seines psychischen Terrors wegen, aber vielleicht nichts für Zartbesaitete, aber immerhin hält sich Glavinic von subtilem Ekel fern.

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