Buch
gebunden (588 Seiten)
Sprache: Deutsch
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€ 20,60
von Marina Fiorato
von Tanja Griesel
von Sonja Fiedler
von Sandra Gulland
von Clare Clark
von Gerit Bertram
von Gabriela Gwisdek
von Iny Lorentz
von Rachel Caine
Florenz 1481. Eine bezaubernde junge Frau - ein gefährliches Geheimnis ... - ein gestohlenes Gemälde von Botticelli
Eine beherzte junge Frau muss um ihr Leben fürchten, als sie dem Maler Botticelli ein Gemälde stiehlt und dabei auf ein gefährliches Geheimnis stößt ...
Die bezaubernde Luciana Vetra verdingt sich als Straßenmädchen und gelegentliches Künstlermodell. So posiert sie auch für Botticelli und dessen Bild »Primavera«. Als der Maler sie dafür jedoch nicht entlohnen will, entwendet sie eine Miniatur des »Frühlings«, nur um kurz darauf entsetzt festzustellen, dass jemand offenbar über Leichen geht, um an dieses Gemälde zu gelangen. Doch was hat es mit diesem Bild auf sich? - Verzweifelt sucht Luciana den einzigen Mann auf, der gegen ihre Reize immun zu sein scheint: den Novizen Guido. Gemeinsam mit dem klugen jungen Mönch flieht sie durch Italien und kommt dem brisanten Geheimnis des Bildes auf die Spur ...
Ein unvergesslicher historischer Roman aus dem Italien der Renaissance.
| ISBN-10: | 3-8090-2574-7 |
|---|---|
| EAN: | 9783809025740 |
| Originaltitel: | The Botticelli Secret |
| Erschienen: | 27.09.2010 |
| Verlag: | Limes Verlag |
| Einband: | gebunden |
| Sprache(n): | Deutsch |
| Seitenzahl: | 588 |
| Gewicht: | 775 g |
| Übersetzer: | Nina Bader |
Marina Fiorato wurde in Venedig geboren und studierte Geschichte, Kunst und Literatur in Oxford und Venedig. Sie arbeitete als Illustratorin, Schauspielerin und Filmkritikerin. Mit ihren Mann, einen englischen Filmregisseur lebt sie im Norden von London.
von Michaela Kainz, am 24.11.2010 aus der Thalia-Buchhandlung in Donauzentrum
von Marion Schmidt, am 15.11.2010 aus der Thalia-Buchhandlung in St. Pölten
von Julia Heuwieser, am 12.10.2010 aus der Thalia-Buchhandlung in Villach
von Lara Affuso, am 31.03.2011
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von Kathrin Buchinger, am 12.01.2011
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von Tanja Ciprian, am 03.01.2011
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von Christel Mersch, am 10.12.2010
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von Gina Weigmann, am 31.10.2010
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von Kati Wascher, am 28.10.2010
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von Dagmar Spiegelhauer, am 07.10.2010
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von Sonja Smolka, am 05.10.2010
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von Friederike Zabelberg, am 03.10.2010
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von Heidi Wosnitza, am 03.10.2010
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von Vera Bokeloh, am 27.09.2010
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von Alexandra Gerhard, am 23.09.2010
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von Manuela Quarz, am 23.09.2010
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von Anke Gordon, am 30.08.2010
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Florenz schimmert wie Gold und stinkt zum Himmel.
Die Gebäude sind massiv und prunkvoll, aus glänzendem vergoldetem Stein und silbernem Marmor erbaut, doch der Gestank - eine Mischung aus Tiermist, menschlichen Ausscheidungen, verrottetem Fleisch und in den Rinnsteinen verfaulendem, vom Markt übrig gebliebenem Gemüse - würde jeden Gerber erbleichen lassen. Tatsächlich ist die ganze Stadt ein einziger Widerspruch in sich. Die weitläufigen Loggias, prächtigen Paläste und mächtigen Säulen wurden für Riesen angelegt, die Florentiner sind jedoch eher kleine Menschen, die zwischen diesen Bauwerken umherhuschen wie bunt gekleidete Pygmäen. Die einzigen Bewohner, deren Größe der ihrer Umgebung entspricht, sind die Statuen, die auf der Piazza della Signoria ihre steinernen Kämpfe austragen.
Florenz ist wunderschön und grausam zugleich. Seine Schönheit liegt aber nur an der Oberfläche, darunter fließt das Blut sehr dicht unter der Haut. Prachtvolle Palazzi und Kirchen stehen direkt neben dem Bargello, dem Stadtgefängnis, einem Ort, der mehr Schrecken birgt als die Hölle. Apropos Hölle - in jeder unserer Kirchen ist sie an Decken und Wänden Seite an Seite mit dem Himmel zu finden, meist nur durch Balken von ihm getrennt. In der Kuppel der großen Kathedrale Santa Maria del Fiore tanzen Engel und Dämonen bunt durcheinander und bilden ein sich unaufhörlich drehendes Rad des Schicksals. Paradies und Verdammnis liegen nah, viel zu nah beieinander. Sogar das Essen besteht aus Widersprüchen. Nehmen wir zum Beispiel mein Leibgericht, Carpaccio, fein geschabtes rohes blutiges Fleisch. Es schmeckt köstlich, aber damit ich es genießen kann, muss ein Lebewesen sterben.
Auch auf den Straßen leben sowohl Götter als auch Ungeheuer. Ich muss es wissen, denn ich gehöre zu Letzteren - Luciana Vetra, Gelegenheitsmodell und Vollzeithure. Solche wie mich bespritzen die Prediger von ihren Kanzeln herab mit Gift, und anständige Frauen spucken mich an. Gott und Satan kämpfen erbittert um die Seelen der Florentiner, und manchmal denke ich, Satan gewinnt: Wenn ihr im Battistero die Mosaike betrachtet, die das Jüngste Gericht zeigen, wohin blickt ihr dann zuerst? Zum Himmel mit all den die Welt verbessernden Engeln mit ihren Heiligenscheinen und Hallelujas oder auf die Hölle, wo der langohrige Luzifer die Seelen der Verdammten verschlingt? Und wer Signore Dantes Göttliche Komödie liest, beginnt bestimmt nicht mit dem Paradies und den Priestern und papsttreuen Prälaten, sondern mit dem Inferno, wo der Himmel rot von Blut ist und sündige Edelleute mit den Füßen voran bei lebendigem Leibe geröstet werden.
Da habt ihr mich nun, ein schamloses gefallenes Mädchen, das auf der Straße zum Begehen einer oder mehrerer Todsünden einlädt und von rechtschaffenen Menschen voller Abscheu gemustert wird. Ein verlorenes Schaf. Aber manchmal nähert sich so einem Schaf ein Hirte, ein Mann Gottes, der ihm Rettung verspricht.
So lernte ich Bruder Guido della Torre kennen.
Unsere erste Begegnung stand nicht gerade unter einem günstigen Stern. Ich kann nicht behaupten, dass ich mich ihm von meiner besten Seite präsentierte. Natürlich trug ich meine besten Kleider, denn ich bin immer auf Laufkundschaft vorbereitet. Doch zufällig saß ich, malerisch eingerahmt von den safranfarbenen Bögen des Ponte Vecchio, auf einer Balustrade und erleichterte mich in den Arno. Gerechterweise muss ich zugeben, dass der gute Bruder nicht gleich sehen konnte, was ich tat, weil meine Röcke so voluminös waren. Aber ich kam gerade aus Bembos Bett, war auf dem Weg zu Signore Botticellis Atelier, und die Unmenge an Muskateller, die ich zum Frühstück getrunken hatte, drängte wieder ins Freie.
Aber ich erzähle das alles in der falschen Reihenfolge. Ehe ich auf Bruder Guido und den rechten Weg zu sprechen komme, sollte ich kurz den falschen, nämlich mein altes Leben umreißen, denn wenn ihr nicht über Bembo und darüber, wie ich dazu kam, Signore Botticelli Modell zu sitzen, Bescheid wisst, dann werdet ihr das Geheimnis nie entschlüsseln können, und das Geheimnis ist meine Geschichte. Also gehen wir zeitlich zurück ... Wie weit? Bis zur letzten Nacht? Nein, ich denke, ich brauche auf das, was Bembo um des Vergnügens und ich um des Geldes willen in seinem Bett getrieben haben, nicht näher einzugehen. Es reicht, wenn ich mit diesem Morgen beginne: Candelmaggio, dem 15. Mai und somit dem florentinischen Neujahr. Frühling - ein mehr als passender Anfang.
»Chi-Chi?«
Madonna. Ich hasste es, nach einer Nacht harter Arbeit unverhofft geweckt zu werden. »Ja?«
»Würdest du mir einen Gefallen tun?«
Noch einen? Nach den Freuden, die ich ihm in dieser Nacht verschafft hatte, sollte Bembo eigentlich mir einen Gefallen tun - vorzugsweise in Form einer zusätzlichen kleinen finanziellen Zuwendung. Aber Geschäft ist Geschäft. Ich lächelte schläfrig. »Natürlich.«
Bembo stützte sein beträchtliches Gewicht auf einen Ellbogen, sodass mir der Geruch seiner Achselhöhlen entgegenschlug. Madonna. Ich griff nach der Lavendelpomade auf dem Nachttisch und hielt sie mir unter die Nase, dann überspielte ich diese Unhöflichkeit mit einem koketten Lächeln und wartete darauf, was kommen würde. Bei Bembo musste man auf alles gefasst sein; obszön reiche Männer behalten sich oft das Recht der Unberechenbarkeit vor. Benvolio Malatesta.
Fatto uno: Er hieß Benvolio Malatesta, wurde aber nur Bembo genannt. Vielleicht lag das an seiner einstudiert fröhlichen Art, er erinnerte jeden, der mit ihm zu tun hatte, an seinen Lieblingsonkel; eine Eigenschaft, die seine absolute Skrupellosigkeit in geschäftlichen Dingen Lügen strafte. Er lächelte und scherzte viel, aber hinter dieser Fassade verbarg sich ein erbarmungsloser, räuberischer Hai.
Fatto due: Bembo war einer der reichsten Männer von Florenz. Er verdiente sein Geld mit dem Import von Perlen aus dem Orient; bildschönen, großen Perlen, die so weiß schimmerten wie Oliven schwarz. Er ließ kleine, mit Austernmessern bewehrte Jungen nach ihnen tauchen. Manchmal ging einem von ihnen die Luft aus, oder er verfing sich im Seetang.
Einmal brachte Bembo mir seine schönste Perle mit und verlangte von mir, dass ich sie im Nabel trug, während wir uns miteinander vergnügten. (Seht ihr, was ich meinte, als ich sagte, dass man bei ihm mit allem rechnen musste?) Danach wollte er sie zurückhaben, aber ich machte ihm weis, ich bekäme sie nicht mehr heraus. Eine glatte Lüge. Ich versuchte es später beim Baden noch einmal, und sie ging heraus, aber ... nun ja, es tat ziemlich weh.
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