Das Fenster

Das Fenster

Roman

von Richard Obermayr

Buch

gebunden (298 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Ist die Kugel, die durch diesen Roman fliegt, je abgefeuert worden? Und wenn ja, wird sie ihr Ziel erreichen, oder wird die Verlangsamungstaktik des Erzählers diesen Schuss aufhalten können? Dies ist die Geschichte einer Familie, die unter den Folgen eines Ereignisses leidet, für das es zwar viele Vorzeichen und Hinweise gab, das aber womöglich nie stattgefunden hat. Richard Obermayr hat einen Roman über das flüchtigste und zugleich unwiederrufbarste Element geschrieben: die Zeit. Tag für Tag geht sie durch uns hindurch und häuft sich als eine Vergangenheit auf, von der wir nicht wissen, was mit ihr geschieht. Ist es möglich, dass diese gelebte Zeit hinter uns weiterreift, ja dass jene Teile unserer Persönlichkeit, die wir zurücklassen mussten, um die zu werden, die wir heute sind, sich hinter unserem Rücken, hinterrücks, gegen uns verbünden? Was ist, wenn eines Tages die Vergangenheit uns nicht mehr braucht und ohne uns weiterlebt? Als Richard Obermayr vor über zehn Jahren seinen ersten Roman vorlegte, wirkte er ebenso verstörend wie begeisternd. Ein neuer Autor war auf den Plan getreten, dem man Außerordentliches zutraute. Zu Recht: Sein zweiter Roman löst das Versprechen, das der erste gab, auf glänzende Weise ein.

Produktdetails

ISBN-10: 3-902497-70-X
EAN: 9783902497703
Erschienen: 23.02.2010
Verlag: Jung und Jung
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 298
Gewicht: 342 g
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Richard Obermayr

Richard Obermayr, geboren 1970 in Ried i. Innkreis. Lebt in Wien.

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Kundenrezensionen

  • Die Macht der Worte Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 23.02.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Es gibt Bücher, die lassen sich nicht einfach beschreiben, die muss man lesen.

    Das neue Buch von Richard Obermayr "Das Fenster" gehört in diese Kategorie. Es gibt hier keinen Inhalt im klassischen Sinn. Der Ich-Erzähler, in den meisten Fällen der Sohn, spürt seiner Vergangenheit nach; er sieht sich selbst als sein vergangenes Ich in der Zukunft und sieht sein zukünftiges Ich in der Vergangenheit. Zentrales Thema des Romans ist die Zeit. Es stellt sich die Frage, wie viel von uns geht in der Vergangenheit verloren? Welche Wege in der Vergangenheit bleiben uns verschlossen? Wenn wir Momente des alltäglichen Lebens aus großer zeitlicher Distanz betrachten, erscheinen sie uns klarer, schärfer umrissen, beinahe schon wie selbsterfüllende Prophezeiungen.

    In diesem Buch, das Jahrzehnte, Städte und Länder umspannt, thematisiert Richard Obermayr das Schweigen zu allen Zeiten, das Schweigen in der Familie, in der Fremde und egal zu welcher Zeit. Der Leser muss sich ganz und gar auf den Text einlassen, nur dann ergibt sich ein größeres Ganzes, das letztendlich zu einem vollständigen Bild führt.

    Für mich ist an diesem Buch die Sprache am bemerkenswertesten, am schönsten. Sehr selten findet man ein Buch, in dem die Sprache so virtuos eingesetzt wird. Während der Lektüre wird einem wieder einmal bewusst wie reichhaltig die deutsche Sprache ist. Ich möchte für die sprachliche Kunst des Buches diese drei Beispiele angeben:

    "Selbst der fiebrige Ernst der Kinder, den sie beim Anblick ihrer Segelschiffchen zeigen, bildete ich mir ein, war ein von phönizischen Händlern lizensiertes Gefühl."

    "Wie ein lange zurückgehaltener Seufzer, der sich losriss, löste sich das Prasseln des Feuers, das Glitzern im nassen Moos, der Geruch von Efeu, das dunkle Geräusch einer sich mit Wasser füllenden Gießkanne, und aus einer immer von neuem anbrechenden Vergangenheit schien sich plötzlich die Zukunft zu erheben und eilte dahin."

    "Es ist jetzt Winter, und er wird lange bleiben. Es kommt lang kein Frühling, viele Jahre nicht."

    Ich muss auch zugeben, dass die sprachliche Brillanz über manche schwierige Passagen hinweghilft. "Das Fenster" ist das ideale Buch für Vielleser, die einmal etwas ganz anderes lesen möchten.

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