Das amerikanische Hospital

Roman

von Michael Kleeberg

Buch

gebunden (232 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Liebe in Zeiten der neuen Kriege


Paris, im Winter 1991. Hélène steht in der Empfangshalle des amerikanischen Hospitals, als vor ihr ein Mann zusammenbricht. Sein Blick brennt sich in ihre Augen. Das ist die erste Begegnung zwischen der dreißigjährigen Pariserin und David Cote, einem amerikanischen Soldaten. Die beiden vom Schicksal Gebeutelten freunden sich an und stützen einander auf ihrer schmerzhaften Suche nach der Wahrheit über sich selbst.


Michael Kleeberg versteht es auf eindringliche Weise, Zeitgeschichtliches und Privates, die seelischen Qualen des Krieges und die körperlichen des unerfüllten Kinderwunschs mit der dichten Atmosphäre von Paris zu verweben. Ein meisterhaft komponierter Roman voll erschütternder und unvergesslicher Szenen.


Produktdetails

ISBN-10: 3-421-04390-6
EAN: 9783421043900
Erschienen: 30.08.2010
Verlag: DVA
Einband: gebunden
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 232
Gewicht: 360 g
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Michael Kleeberg

Michael Kleeberg wurde am 24. August 1959 in Stuttgart geboren. Er verbrachte seine Jugend in Böblingen und Hamburg und studierte Politologie und Visuelle Kommunikation in Hamburg. Nach Aufenthalten in Rom und Amsterdam ging er 1986 nach Paris, wo er bis 1994 Mitinhaber einer Werbeagentur war. Von 1996 bis 2000 lebte er als freier Schriftsteller in Burgund, seitdem in Berlin. 1996 erhielt er den Anna-Seghers-Preis, 2000 den Lion-Feuchtwanger-Preis und 2008 den Irmgard-Heilmann-Preis. Außerdem war er 2008 Mainzer Stadtschreiber.

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Buchhändlertipps

  • wundervoll

    von Edith Berger, am 05.10.2010 aus der Thalia-Buchhandlung in Graz

    Helene ist Innenarchitektin,30 Jahre alt, verheiratet und kinderlos.
    Der Kinderwunsch und die damit einhergehenden Untersuchungen sind der Grund, weshalb sie sich im "Hôpital Americain" in Neuilly aufhält.
    Zum gleichen Zeitpunkt befindet sich David Cote / amerikanischer Offizier zur Behandlung seines Kriegstraumas in diesem amerikanischen Hospital. Er ist seelisch gebrochen von seinem Einsatz im Irak zurückgekehrt.
    In der Empfangshalle treffen sie unter dramatischen Umständen das erste Mal aufeinander - David Cote bricht neben Helene zusammen........
    Danach treffen sie sich in unregelmäßigen Abständen immer wieder und freunden sich an.


  • Meisterhaft!

    von Karin Streimelweger, am 29.09.2010 aus der Thalia-Buchhandlung in Villach ATRIO

    Die Geschichte von Helene, die versucht durch künstliche Befruchtung schwanger zu werden und David, der persönlich mit den Folgen seines Kriegseinsatzes zu kämpfen hat ist unterhaltsam und gut erzählt. Ein Roman, der den Lesern von Anfang an mitreißt und nicht mehr loslässt.
  • The art of losing isn`t hard to master

    von Helene Oberleitner, am 07.09.2010 aus der Thalia-Buchhandlung in Wels

    Helene und David treffen sich in den 90 Jahren im Amerikanischen Hospital in Paris, was heißt treffen, David bricht vor Helene`s Augen zusammen.

    Helene versucht durch eine In-Vitro Behandlung ihre Unfruchbarkeit zu überwinden und David ist amerikanischer Offizier, der sein Kriegstrauma zu therapieren versucht.

    Über Jahre treffen sie sich unregelmäßig wieder, immer im Hospital, erzählen sich ihre Geschichten, streiten über den Krieg, geben sich gegenseitig Halt.

    Sehr einfühlsam lässt uns Kleeberg ins Privateste seiner Protagonisten blicken.

Kundenrezensionen

  • Schicksalhafte Begegnung Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Beatrix Gandt, am 16.11.2010

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    "L'Hôpital Americain" in Neuilly: An diesem Ort begegnen sich zwei Menschen, die jeder für sich vom Schicksal getroffen sind. Helene, eine junge unfruchtbare Pariserin, die hofft durch künstliche Befruchtung schwanger zu werden und David Cote, ein amerikanischer Soldat, traumatisiert durch seinen Einsatz im Irakkrieg. Die beiden freunden sich vorsichtig an, bewahren aber stets eine gewisse Distanz. Durch regelmäßige Gespräche versuchen sie sich gegenseitig zu stützen und aus ihrer Misere herauszuholen. Sie haben große Achtung voreinander und helfen sich gegenseitig ihren Platz im Leben wiederzufinden. Nur wer selbst vom Unglück betroffen ist, kann so großes Verständnis für einen Anderen aufbringen. Der Roman gewährt einerseits tiefe Einblicke in die erschütternden Kriegserlebnisse und deren psychischen Folgen für die Soldaten. Andererseits zeigt er die hohe seelische Belastung der Frauen, deren Körper nicht so funktioniert, wie man es sich wünscht. Ein Buch, das man am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte, vielleicht schaffen Sie es ja! Absolut lesenswert!

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  • Das Hospital als Symbol Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Annette Ordnung, am 17.10.2010

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    Das Hospital als Ort der Versehrtheit, der Krankheit, des Verfalls, aber auch der Genesung, der Besinnung, des wieder Aufstehens. Die Frau, die Kinder will und keine bekommen kann, und der im Krieg traumatisierte Soldat finden und stützen einander auf dem Weg zurück in ein neues Leben. Ein vielschichtiges Buch, dass fast wie nebenbei die Zeit spiegelt in der wir leben. Mit dem US-Soldat David Cote als Zeitzeuge des möglichen Wahnsinns der Welt, der anderswo Alltag ist und mit der lebensbejahenden Pariserin Helene, die wie Cote die Literatur liebt und kennt, aber deren geregelt scheinendes Leben durch die nicht zustande kommende Schwangerschaft ins Trudeln gerät.
    Schon der Schutzumschlag bietet einen sehr schönen Ausblick auf den Roman, er ist ein Symbol und vielleicht ist das ganze Buch eines: 2 Haltsuchende finden über Gespräche zu einer Therapie, die Ärzte so nicht leisten können. (Thoralf Böser)

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  • Das amerikanische Hospital Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Stella Donszik, am 25.09.2010

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    Eine unfruchtbare Frau und ein kriegstraumatisierter Mann begegnen sich - damit ist die Handlung von Michael Kleebergs meisterhaftem Roman im Wesentlichen wiedergegeben.
    Mehr als die Erwartung einer Auflösung fesselt den Leser die Spannung in den Charakteren selbst. Beide sind in emotionale Sackgassen geraten, aus denen sie kaum wieder herausfinden. Ob ein körperliches Unvermögen die psychische Stabilität gefährdet wie bei der Frau, die trotz intensiver Behandlungen immer wieder Fehlgeburten erleidet, oder ein geistiges Leiden physisches Versagen auslöst wie bei dem Mann, den albtraumhafte Kriegserinnerungen einholen, ist dabei zweitrangig. Die Figuren überrollt die existentielle Erfahrung, dass man etwas eben nicht 'nur wirklich wollen muss', damit man es bekommt.
    Michael Kleeberg erzählt auf wunderbar zurückhaltende und unsentimentale Weise von einer langsam sich entspinnenden Freundschaft, die gleichzeitig von Distanz und von Verständnis geprägt ist. Die das Erzählte in die Vergangenheit zurücksetzende Rahmenhandlung verleiht der Geschichte Tiefe und lädt den Leser ein, das Geschehen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Sehr lesenswert!

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  • Traumata Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von einer Kundin/einem Kunden, am 24.09.2010

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    Das amerikanische Hospital ist ein Buch mit furiosem Beginn, sowohl vom Inhalt als auch von der Sprache her. Ein traumatisierter amerikanischer Offizier fällt im amerikanischen Hospital in Paris einer Frau vor die Füße, die dort künstlich befruchtet werden soll. Sowohl die Heilung der Kriegstraumata des Offiziers als auch die Fertilisation schlagen fehl.
    Offizier und Frau kommen sich näher, entwickeln über gemeinsame Vorlieben und Interessen zu Kunst, Lyrik und Literatur ein stabiler werdendes, platonisches Verhältnis. Dies ist verblüffend, weil sie alles Militärische vehement ablehnt und sich durch das anfängliche Verschweigen der militärischen Identität hintergangen fühlt. Über einzelne, traumatisierende Erlebnisse im Irakkrieg berichtet er sehr intensiv, sodass sie seine Traumata zu verstehen lernt. Er wiederum fühlt sich sehr zurückhaltend in ihre Enttäuschungen über die fehlschlagenden Fertilisationen ein.
    Im Verlaufe des Romans verstärken sich Redundanzen, auch die sprachliche Kraft lässt etwas nach. Das Ende des Romans überzeugte mich trotz des überraschenden Wechsels der Erzählperson gar nicht. Er ist damit eine Erzählung mit starken Höhen, aber auch mit Tiefpunkten.

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  • Interessant Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Bärbel Nusselt-Seibert, am 13.09.2010

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    Die Geschichte "Das amerikanische Hospital" von Michael Kleeberg ist sehr langatmig und sehr ausführlich nacherzählt. Der Autor schreibt sehr interessant und wirklichkeitsnah.

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  • Spaziergänge durch Paris Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Joke Hoogendoorn, am 30.08.2010

    1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Es gibt Bücher zum Verschlingen und Bücher zum Genießen. Dieses Buch gehört definitiv zur letzten Kategorie. Sicher, spannend ist es auch. Aber Michael Kleeberg jongliert mit Worten, baut wunderschöne Sätze wie sprudelnde Bächlein, die den Leser mitreißen.

    Im Paris der 90-er Jahre begegnen sich Hélène und David immer wieder im amerikanischen Hospital. Sie kommt da für IVF-Behandlungen. Zuerst voller Hoffnung schwindet diese mit jedem Fehlschlag. Er ist mit einem Trauma aus dem Golf-Krieg gekommen und erhofft Heilung von Psychiatern. Für beide gewinnen die Begegnungen immer mehr an Bedeutung. Durch die Gespräche und Spaziergänge durch Paris und Umgebung, die sie zusammen unternehmen, kommen sie sich Schritt für Schritt näher. So können sie sich gegenseitig in der Krise unterstützen.

    Mit Paris als Kulisse gewinnen die persönlichen Schicksale der Hauptpersonen noch an Tiefe. Michael Kleeberg ist ein Meistererzähler, der die Sprache so knetet wie es ihm passt. Das Ergebnis ist diese wunderschöne Geschichte.

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  • Weiterleben Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Dr. Christian Rößner, am 28.08.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Hélène ist dreißig, als sie den Amerikaner David im Herbst 1991 im Amerikanischen Hospital von Paris trifft. Beide sind Beschädigte des Lebens: Hélène versucht verzweifelt mittels künstlicher Befruchtung schwanger zu werden und David ist als Soldat vom ersten Irakkrieg so traumatisiert, dass er sich in dauerhafter Therapie befindet. Aus dem zufälligen Aufeinandertreffen wird eine Freundschaft, vielleicht sogar Liebe, und macht Hélène und David zu Verbündeten im Kampf um ein Weiterleben.
    Michael Kleebergs Roman beeindruckt durch die genauen Schilderungen der Schicksale der beiden Hauptfiguren. Hélènes selbstquälerischer Versuch, durch ein Kind ihrem Leben und der Zukunft einen Sinn zu geben wird durch Davids grausame Erfahrungen mit Tod und Vergangenheit konterkariert. Ein wunderbar erzählter Beziehungsroman, der aufgrund seiner dichten und psychologisch genauen Beschreibung tiefe Einblicke in das Seelenleben der Figuren zulässt. Michael Kleeberg ist einfach ein herausragender Erzähler!

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  • *** Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Maja Mischke, am 24.08.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Nicht der Soldat ist Ursache des Krieges und für die damit verbundenen Leiden, sondern der Krieg selbst!
    Und nicht die Tatsache, auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen zu können, sondern der Kampf mit der Natur entscheidet das Ausmaß der Qualen.

    Im amerikanischen Hospital treffen sich zwei völlig verschiedene Menschen, die innerlich einen sehr ähnlichen Kampf austragen und sich mehr Hilfe sind, als zu vermuten.

    Erstklassige Lektüre auf ganz hohem Niveau!

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