Eine exklusive Liebe
- Erschienen: Februar 2009
- EAN: 9783630872919
- ISBN-10: 3-630-87291-3
- Seitenzahl: 192
- Sprache(n): Deutsch
- Erschienen bei: Luchterhand Literaturverlag
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Zwei Menschen, die miteinander alt geworden sind, beschließen, sich das Leben zu nehmen. Er ist schwer krank, sie will nicht ohne ihn sein. An einem Sonntag im Herbst 1991 setzen sie ihren Plan in die Tat um. Sie bringen den Hund weg, räumen die Wohnung auf, machen die Rosen winterfest, dann sind sie bereit. Hand in Hand gehen Vera und István in den Tod, es ist das konsequente Ende einer Liebe, die die ganze übrige Welt ausschloss, sogar die eigenen Kinder.
Diskret und liebevoll rekonstruiert Johanna Adorján den Tag des Selbstmordes ihrer Großeltern, die alles andere waren als ein gewöhnliches Paar. Sie siezten sich ihr ganzes Leben, rauchten Kette und sahen umwerfend aus. Und sie hatten eine Vergangenheit, über die sie nicht sprachen. Weil sie sich nicht daran erinnern wollten. Als ungarische Juden hatten sie den Holocaust überlebt, waren Kommunisten geworden und 1956 während des Budapester Aufstands außer Landes geflohen. In Dänemark fingen sie ein neues Leben an und blickten ? scheinbar ? nie mehr zurück.
Sechzehn Jahre nach dem Tod ihrer Großeltern hat sich Johanna Adorján über das Gebot ihrer Familie hinweggesetzt: »Davon sprechen wir nicht.« Sie hat sich auf die Suche nach den blinden Flecken im Leben ihrer Großeltern gemacht und dabei Dinge herausgefunden, die mehr mit ihr selbst zu tun haben, als sie geahnt hatte. Vor den Abgründen der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts lässt sie Vera und István wieder auferstehen: ein faszinierendes Paar, verschroben elegant, unbequem, exzentrisch. Es ist die traurige und schöne Geschichte einer großen Liebe, zugleich die Suche nach der eigenen Geschichte, und dass Johanna Adorján dafür einen leichten, bisweilen sogar komischen Ton gefunden hat, ist ihre große Kunst.
Bemerkenswerte Familiengeschichte
Johanna Ardorjàn schreibt in diesem Buch über den letzten Tag Ihrer Großeltern, die beschließen, beide schon alt, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. 15 Jahre nach deren Tod erscheint dieses Buch, in dem die Autorin den letzten Tag Ihrer Großeltern rekonstruiert, alte Bekannte und Verwandte besucht und so die Geschichte ihrer Liebe für uns noch einmal erzählt. Die Großeltern, beide ungarische Juden, überleben den Holocaust, wandern nach Dänemark aus und als der Großvater alt und krank ist, bereiten sie den gemeisamen Tod vor. Eine wunderschön
erzählte Geschichte.
Kundenrezensionen
Durchschnitt (12 Leser)
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"Hmmm...",
von
Buchwurm
aus Ober-Ramstadt (30.05.2010)
Habe das Buch am vergangenen Sonntag gelesen. Johanna Adorján schreibt in einem angenehm zu lesenden und fesselnden Stil über ihre Großeltern, die als Juden den Holocaust überlebten, 1956 während des Aufstands von Budapests von Ungarn nach Dänemark flohen und sich im Herbst 1991 das Leben nahmen. Sie bebildert zwei exzentrische Persönlichkeiten, die sich zeitlebens siezten, aber nicht ohne den anderen leben wollten. Also beschaffen sie sich, als István schwer krank wird, das Skandalbuch "Final Exit", eine Anleitung zum Selbstmord, und planen ihren gemeinsamen Suizid...
Was soll oder kann man über solch ein Buch sagen? Irgendwie fehlen mir die Worte.
Rezension vom 21.11.2009)
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"Eine der tragischsten Liebesgeschichten seit Romeo und Julia!",
von Kristin Seidler aus Brake (Unterweser) (21.03.2010)
Davon sprechen wir nicht. Diesem Gebot hat sich Johanna Adorján nach dem sechzehnten Todestag ihrer Großeltern endlich widersetzt. Sie möchte mehr über die Vergangenheit ihrer Großeltern erfahren, die in ihrem Leben viel Leid erdulden mussten.
Nach einer gründlichen Recherche erzählt sie nun deren Geschichte, die nicht nur von Tragödien gespickt ist. Es ist nämlich die Geschichte einer ganz besonderen Liebe!
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"Eine exclusive Liebe",
von Nordrun Strunz aus Saalfeld /Saale (26.01.2010)
Eine exklusive Liebe schon der Titel weist den Leser darauf hin, dass es um eine besondere, eine extravagante Liebe geht. In zwei wechselnden Erzählperspektiven beschreibt die Autorin in ihrem Erstlingswerk zum einen den Verlauf der letzten Tage ihrer Großeltern bis hin zu ihrem gemeinsamen Selbstmord. Zum anderen erzählt sie das schicksalsträchtige Leben beider als ungarische Juden, die den Zweiten Weltkrieg und die Schrecken des Holocaust überlebten und nach dem Scheitern der sozialistischen Reformbewegung aus Ungarn flohen und in Dänemark eine neue Heimat fanden.
Die Autorin begibt sich auf eine Reise zu noch lebenden Bekannten und Freunden. Sie recherchiert, fragt nach und erlebt gleichfalls eine Reise zu sich selbst. Sie will verstehen und weiß zwar so viel über ihre Großeltern, aber nicht genug. So entsteht eine selbstkritische Erzählweise, die uns zwar nur bruchstückhaft aus dem Leben der Liebenden erzählt, aber doch genug, um zu erkennen, welch wertvolle, besondere Beziehung die beiden zueinander hatten. Beeindruckend liest es sich, wie Johanna Adorján die letzten Tage im Leben ihrer Großeltern beschreibt. Anrührend rekonstruiert die Autorin den letzten Tag der beiden Liebenden, die sich Zeit ihres Lebens mit Sie anredeten.
Eine exklusive Liebe ein exklusives Buch.
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