Der Hüter der zerfallenden Bücher. Afrikanische Schicksale. Picus Reportagen
von Marc Engelhardt

Der Hüter der zerfallenden Bücher. Afrikanische Schicksale. Picus Reportagen

Der Hüter der zerfallenden Bücher. Afrikanische Schicksale. Picus Reportagen
  • Erschienen: Februar 2009
  • EAN: 9783854529552
  • ISBN-10: 3-85452-955-4
  • Seitenzahl: 132
  • Sprache(n): Deutsch
  • Erschienen bei: Picus Verlag GmbH

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Auch nach fünf Jahren in Afrika sind es einfache Menschen und ihre Schicksale, die den Korrespondenten Marc Engelhardt am meisten faszinieren. Ihre Geschichten beschreiben am besten, welche Folgen »große« Ereignisse oder schwelende Konflikte tatsächlich haben. Da ist der Bibliothekar Saif Islam, der in der mauretanischen Wüste
jahrhundertealten Büchern beim Verfall zusehen muss, obwohl er sie so sehr liebt, dass er die darin enthaltenen Verse vorsingen kann. Der ugandische Jugendliche Deogratius Okema, der den Kindermörder verehrt, der ihn selbst verschleppte und zwang, seine eigene Familie zu ermorden. Oder der Berliner Architekt Martin Grütters, der in einer der unwirtlichsten Gegenden Afrikas im Alleingang versucht, Entwicklungshilfe zu leisten – und dabei an
der eigenen Hilfsbereitschaft zu scheitern droht.
Die Unfassbarkeit Afrikas lässt sich nur durch ihre Akteure, die kleinen Helden, tragischen Verlierer und skurrilen Persönlichkeiten begreifen. Ihre Geschichten hat Marc Engelhardt aufgeschrieben und schafft so ein ganz persönliches Bild von Afrika: von einem Kontinent, wo nicht nur Not und Leid, sondern auch Wagemut und Ideenreichtum herrschen; einem Kontinent, auf dem nicht nur gestorben, sondern vor allem gelebt wird.

Aufwühlende Reportagen aus einem Kontinent voll Not und voll Hoffnung

Marc Engelhardt
Marc Engelhardt, 1971 in Köln geboren, hat in Kiel Geografie und Meeresbiologie studiert. Nach einem Volontariat beim »Norddeutschen Rundfunk« und mehreren Jahren bei der »ARD Tagesschau« lebt er seit 2003 in Kenias Hauptstadt Nairobi, wo seine beiden Töchter geboren wurden. Von dort arbeitet er als freier Afrika-Korrespondent u.a. fur den »Standard«, die »taz«, die »Berliner Zeitung«, den »Evangelischen Pressedienst« und »ARD« Hörfunk und Fernsehen. Zwischen Mauretanien und Madagaskar beschäftigt er sich immer wieder mit den Auswirkungen von Globalisierung, Klimawandel und anderen Umweltproblemen, zu denen er mehrere Bucher veröffentlicht hat

Gewicht: 230 g
Einband: gebunden
Ausstattung: 20,5 cm
Auflage: 1. Auflage
Reihe: Picus Reportagen

Sprache(n): Deutsch

 

 

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"Afrika wie es leibt und lebt",

von einer Kundin/ einem Kunden Top 100 Rezensent (30.11.2009)


Marc Engelhardt arbeitet als freier Afrika-Korrespondent für diverse Zeitungen und Magazine in Deutschland. Die in diesem Buch zusammengetragenen Reportagen sind zwischen 2004 und 2008 bereits an anderer Stelle publiziert worden. Der Autor traf die verschiedensten Menschen und ließ sie von sich und ihrem Leben erzählen, dabei kommen neben den Afrikanern auch Ausländer zu Wort, die schon lange auf dem schwarzen Kontinent leben. Mit den einzelnen Geschichten lernt man nicht nur den Menschen dahinter kennen, wir erfahren auch viel über derzeitige politische, soziale und wirtschaftliche Strukturen.

Da wird von jungen Menschen berichtet, die alles für die Erfüllung ihres Traums tun würden, sehen sie darin doch die einzige Chance dem Elend und den Slums zu entkommen. Für die Mädchen wäre dies eine internationale Modelkarriere, wie sie ihr Vorbild Ajuma hinlegte, die Jungs schinden sich mit stundenlangem Fußballtraining, um im Ausland ein Engagement zu erhalten. Man liest mit Entsetzen von den Auswirkungen der überall brodelnden Rebellenkriege, von der erschreckend hohen AIDS-Infizierungsrate, die teilweise über 30 % liegt, vom Vorrücken der Wüste durch die Klimaveränderungen oder von Umweltverseuchungen, die eigentlich niemanden kümmern. Daneben aber auch von hoffnungsvollen, mutigen Einzelprojekten z.B. eines, das den Armen ein gesichertes Grundeinkommen mittels monatlichen Zahlungen garantiert. Und wir lesen darüber, wie die Chinesen mit riesigen Bauprojekten für einen Aufschwung sorgen. Zuletzt wird von Barack Obamas Oma und dessen Heimatort berichtet. Vor lauter Stolz über "ihren" Präsidenten sieht man dort sogar wohlwollend darüber hinweg, dass die berühmte Oma als Einzige im Dorf seit kurzem über eine staatlich gelegte Stromleitung verfügt.

Eine Sammlung informativer Reportagen, die dem interessierten Leser ein vielfältiges Bild vom schwarzen Kontinent vermittelt. Empfehlenswert!

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