Die fliegenden Trautmans
Roman
- Erschienen: November 2008
- EAN: 9783827008077
- ISBN-10: 3-8270-0807-7
- Seitenzahl: 254
- Stilrichtung: Romane
- Sprache(n): Deutsch
- Erschienen bei: Berlin Verlag
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Als Hattie den Anruf erhält, ist klar, dass sie ihr ungezwungenes Leben in Paris aufgeben muss. Statt Touristen an der Seine zu porträtieren und ihren Freund Mark anzuhimmeln, kehrt sie zurück nach Kanada, um sich um die Kinder ihrer Schwester zu kümmern. Min muss schwer depressiv in eine Klinik eingeliefert werden, und Hattie soll Ersatzmutter für die 11-jährige Thebes und den 15-jährigen Logan spielen. Nicht nur dass sie sich dieser Aufgabe nicht gewachsen fühlt, es geht auch wirklich alles schief. Logan fliegt wegen Kontakt zu Gangmitgliedern von der Schule, Thebes färbt sich die Haare lila, kommuniziert nur noch in Hiphopslang und wird beim Klauen erwischt. Hattie entscheidet schnell, dass sie sich aus dem Staub machen und den verschollenen Vater der beiden suchen werden. Auf diesem anarchischen Roadtrip übernachten sie in schäbigen Motels, begegnen kuriosen Typen, geraten in eine Schlägerei, vor allem aber beginnen sie zu reden, wirklich miteinander zu reden, einander Geschichten zu erzählen, und wachsen so, während der Wagen Kilometer um Kilometer frisst, zu einer schrulligen kleinen Patchworkfamilie zusammen. Miriam Toews gelingt es auf unvergleichliche Weise, die Balance zwischen Komödie und Tragödie zu halten, zwischen Slapstick und Rührstück, und somit eine wunderbar komische, tieftraurige Geschichte zu erzählen. Das würdige literarische Pendant zu Little Miss Sunshine.
Kundenrezensionen
Durchschnitt (2 Leser)
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"Die fliegenden Trautmans",
von Stephanie Hofmann aus Frankfurt am Main (14.11.2009)
Frau Toews hat uns hier eine fantastisch, tragisch komische Familiengeschichte geschenkt.
Mit ihren 28 Jahren ist Hattie eigentlich noch nicht bereit, Verantwortung für Ihre pubertierende Nichte und den schrägen Neffen zu übernehmen. Da sie gerade so ihr eigenes Leben in geordnete Bahnen zu lenken versucht, ganz nebenbei aber immer einen Fuß für das nächste Fettnäpfchen bereit hält, ist sie mit den beiden Kids zunächst leicht überfordert.
Die Charaktere dieser Geschichte wachsen einem sofort ans Herz. Die 11-jährige Thebes bringt am liebsten alle um sich herum zur Weißglut, ist aber sehr intelligent. Und auch Logan, ihr Bruder, ist das Paradebeispiel für einen 15-jährigen introvertierten jungen Mann.
Hatties Plan, den Vater der beiden zu finden, ist durchaus heldenhaft. Man darf sich jetzt bloß nicht vorstellen, dass die beiden Teufelsbraten, dankbar für den Ausflug mit der coolen Tante, plötzlich lieb und brav im Van sitzen
Es geschieht einiges auf dieser abwechslungsreichen, langen Fahrt durch Amerika.
Die Geschwister lernen unter anderem, über ihre Gefühle zu sprechen, obwohl das in diesem Fall gar nicht einfach ist. Schmerzhaft sind die Gedanken an die kranke Mutter in der Psychiatrie, die sie nicht besuchen dürfen. Während die Teens auf der turbulenten Reise mit Ihrer Vergangenheit hadern, ist Hattie gedanklich schon bei dem Vater der beiden. Gibt es ein Happy End für diese Patchwork Familie?
Dieser Roman macht nicht nur Lust auf den nächsten Roadtrip, er zeigt auch, was Familie wirklich bedeutet: Immer füreinander da sein, egal was passiert...
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"Die fliegenden Trautmanns",
von Ulrike Walther aus Gotha (12.03.2009)
Die 28-jährige Hattie, frisch verlassen von ihrem spirituell angehauchtem Freund Mark, muss sich um die Sprösslinge ihrer schwer depressiven und selbstmordsüchtigen Schwester Min kümmern. Da diese sich im Krankenhaus befindet und den Kontakt zu den Kindern verweigert, begibt sich Hattie mit Thebes und Logan auf die Suche nach den Vater der beiden. Doch da dieser sich irgendwo in Amerika befindet, ohne dass jemand seinen aktuellen Aufenthaltsort kennt, wird diese suche abenteuerlich und kein Zuckerschlecken für Hattie. Dass Thebes mit ihren
11 Jahren verrückte Haarfarben trägt, dafür aber nicht viel vom Waschen hält und der
15-jährige Logan auch für einige Überraschungen sorgt, macht das ganze Unternehmen nicht leichter.
Man muss diese chaotische Familie einfach lieben und dass es ein positives Ende gibt, ohne in rührseligen Kitsch abzugleiten, setzt dem Ganzen das Sahnehäubchen auf.
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