Der verirrte Messias
Roman
- Erschienen: Juli 2009
- EAN: 9783552061163
- ISBN-10: 3-552-06116-9
- Seitenzahl: 400
- Sprache(n): Deutsch
- Erschienen bei: Zsolnay
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Dass ein junger Mann, der nach Israel fliegt, die Bibel liest, ist vielleicht nicht ungewöhnlich, doch dass er bei dieser Lektüre lacht, findet Barbara, die im Flugzeug neben diesem seltsamen Menschen sitzt, befremdlich. Da beginnt er, ihr die Passage, die er gerade gelesen hat, auf seine Weise zu erzählen, so, als wäre er dabei gewesen. Barbara hält das vorerst für eine schräge Art von Humor, doch seine Ernsthaftigkeit wird ihr schließlich unheimlich. Wieso sie sich nach einer außerplanmäßigen Zwischenlandung in Rom von Myschkin - so nennt er sich - zum Essen einladen lässt, bleibt ihr selbst ein Rätsel. Am nächsten Tag, auf dem Flughafen von Tel Aviv, ist sie froh, ihn loszuwerden. Doch nach ihrer Rückkehr erwartet sie zu Hause der erste einer Serie von Briefen aus Israel, in denen ein Mann, der sich mit Jesus identifiziert, herauszufinden versucht, warum die Erlösung nicht stattgefunden hat - bis heute.
Der verirrte Messias
Man stelle sich vor
nichts ahnend sitzt man im Flugzeug und freut sich schon aufs Lesen über den Wolken
Doch da plaudert der Sitznachbar munter drauf los. Ohne Punkt und ohne Komma.
So ergeht es Barbara. Mischa, der Sitznachbar, ist gefesselt von Der Schrift und beseelt von einem unbändigen Mitteilungsbedürfnis. Noch dazu dürfte sich der Mann sehr stark mit Jesus identifizieren
Als die Maschine nicht wie geplant in Jerusalem sondern in Rom landet hat sie es noch lange nicht überstanden. Schließlich werden die Passagiere im selben Hotel untergebracht und die beiden verbringen nun auch den Abend und fast die Nacht miteinander
Wieder zu Hause kann Barbara es kaum fassen, dass sie sich auf Mischas Geschichten eingelassen hat. Emotional und
.nun ja, er hatte schon etwas eigenartig Vertrauen erweckendes an sich.
Wären da nicht die Briefe, die er ihr schickt, hätte sie alles mit einem müden Schulterzucken abgetan
Die Vorstellung, dass ein unerkannter Jesus unter uns weilt, der verzweifelt versucht seiner eigenen Geschichte auf die Spur zu kommen
hat was!
Der verirrte Messias
Was wäre, wenn Jesus auf die Erde zurückkehren würde? Hätte er genügend Beeindruckungspotenzial, um die Menschheit von seiner Göttlichkeit zu überzeugen? Mit diesem Gedanken spielt Peter Henisch. Sein Messias hat sich auf die Erde verirrt und wird nicht als solcher erkannt. Er bleibt also, so meint Peter Henisch, ein Erlöser in Möglichkeitsform. Einer also, der erst, wenn er erkannt wird, die Möglichkeitsform aufbrechen und Wirklichkeit werden kann. Das würde bedeuten: In jede Generation wird ein potenzieller Messias hineingeboren. Bleibt er unerkannt, stirbt er als ganz gewöhnlicher Mensch und ein nächster Messias wird ins Rennen geschickt. Eine spannende Idee, der Roman erprobt sie in vielfältigen Bildern.
Der verirrte Messias
Auf dem Flug nach Israel zu ihrer Halbschwester wird die Literaturkritikerin Barbara von einem jungen Mann in ein Gespräch verwickelt, der von sich glaubt die Wiedergeburt Jesus zu sein.
Es kommt zu einer unerwarteten Zwischenlandung in Rom, wo Barbara mit dem Mann einen aufregenden Abend verbringt, im Hotelzimmer entdeckt sie dann an ihm Stigmata, die bluten und verläßt völlig verstört sein Zimmer. Am nächsten Tag meidet sie jeden Kontakt mit ihm und die Reise nach Israel wird fortgesetzt. In den folgenden Tagen und Wochen muß sie oft an ihn denken und als sie nach ihrem Aufenthalt bei ihrer Schwester nach Deutschland zurückkehrt, findet sie einen sehr langen Brief von ihm in ihrer Post. Es folgen noch viele weitere und er hält sie so über seine Reise auf dem Laufenden.
Ein sehr kurzweiliger Roman zwischen Religion, Politik und Emotionen jonglierend und es wäre von Vorteil eine Bibel griffbereit haben, da man immer wieder einzelne Passagen nachlesen und vergleichen möchte.

