Apostoloff
von Sibylle Lewitscharoff

Apostoloff

Apostoloff

Roman. Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse, Kategorie Bellestristik 2009

  • Erschienen: März 2009
  • EAN: 9783518420614
  • ISBN-10: 3-518-42061-5
  • Seitenzahl: 247
  • Sprache(n): Deutsch
  • Erschienen bei: Suhrkamp

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Zwei Schwestern. Die eine auf der Rückbank, die andere auf dem Beifahrersitz, die eine scharfzüngig und kampflustig, die andere nachsichtig und höflich: Sie sind unterwegs im heutigen Bulgarien. Auf der ersten Hälfte ihrer Reise waren sie Teil eines prächtigen Limousinenkonvois, der die Leichen von 19 Exilbulgaren - in den Vierzigern von Sofia nach Stuttgart ausgewandert - in ihre alte Heimat überführte. Darunter der frühverstorbene Vater der Schwestern. Jetzt sind sie Touristinnen, chauffiert vom langmütigen Rumen Apostoloff. Er möchte den beiden die Schätze seines Landes zeigen, die Keramik mit Pfauenaugendekor (dessen Kobaltblau giftig ist), die Schwarzmeerküste (komplett versaut), die Architektur (ein Verbrechen des 20. Jahrhunderts). Die Jüngere, die Erzählerin, spuckt Gift und Galle.
Apostoloffs Vermittlungsversuche zwischen Sofia und Stuttgart sind zunächst wenig erfolgreich. Denn das bulgarische Erbe der Schwestern wiegt schwer - wenn der Vater, der erfolgreiche Arzt und schwermütige Einwanderer, in ihren Träumen auftaucht, schlängelt das Ende des Stricks, an dem er sich erhängt hat, noch hinter ihm her. Doch dem »Unglück, das dieses Aas von einem Vater auf Häupter und Herzen seiner Töchter geladen hat« wird nicht auf melancholische Art begegnet.
Sibylle Lewitscharoffs neuer Roman ist eine Suada von der Rückbank, die bissige, rabenschwarze und erzkomische Abrechnung einer Tochter mit dem Vater und seinem Land.

Sibylle Lewitscharoff
Sibylle Lewitscharoff wurde 1954 in Stuttgart geboren und lebt in Berlin. Für Pong erhielt sie 1998 den Ingeborg-Bachmann- Preis. Bei BvT erschien 2002 ihr Roman Der höfliche Harald.

"Wie langweilig sind die Modulationen der Liebe, verglichen mit denen des Hasses? Was sind die Worte der Verblendung gegen die der Ernüchterung? Wenn schon genug Romane geschrieben worden sind, in denen den Toten die schönen Gefühle der Nachwelt hinterherzittern, dann geht Sibylle Lewitscharoff in ihrem Roman "Apostoloff" aufs ketzerische Ganze. Der Hass ist der Antrieb einer atemlosen Abrechnung der Tochter mit dem toten Vater. Und er ist die Maske aller ihrer Zuneigungen. ... Das Vater-Land des Romans "Apostoloff" ist in jeder Hinsicht ein Totenreich. Mit grosser Genauigkeit und einem sprachlichen Furor, der in der deutschen Literatur einzigartig ist, macht Sibylle Lewitscharoff den Zusammenhang zwischen Schmerz und Hass deutlich." Paul Jandl Neue Zürcher Zeitung

Gewicht: 356 g
Einband: gebunden
Ausstattung: 20,5 cm

Sprache(n): Deutsch

Buchhändler-Tipp

Sprachfeuerwerk

"Apostoloff" von Sibylle Lewitscharoff ist die skurrile Geschichte zweier Schwestern auf ihrer Reise durch Bulgarien.
Roadmovie, Reisebericht, Liebesgeschichte, Auseinandersetzung, vielleicht sogar Abrechnung mit dem Vater - all' das findet man in diesem Buch und geschrieben ist es in einer märchenhaft schönen Sprache.
Ein Lesevergnügen erster Güte.



 

 

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