Atemschaukel
Roman
- Erschienen: August 2009
- EAN: 9783446233911
- ISBN-10: 3-446-23391-1
- Seitenzahl: 304
- Sprache(n): Deutsch
- Erschienen bei: Hanser
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Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. "Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15º C." So beginnt ein junger Mann den Bericht über seine Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen. In Gesprächen mit dem Lyriker Oskar Pastior und anderen Überlebenden hat sie den Stoff gesammelt, den sie nun zu einem großen neuen Roman geformt hat. Ihr gelingt es, die Verfolgung Rumäniendeutscher unter Stalin in einer zutiefst individuellen Geschichte sichtbar zu machen.
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"Königsklasse",
von Joke Hoogendoorn aus Leer (Ostfriesland) (27.07.2010)
Herta Müller gehört definitiv der Königsklasse der deutschsprachigen Autoren an. Auch in der Welt ist ihr Werk nicht unbemerkt geblieben, denn sie wurde dafür sogar mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.
In 'Atemschaukel' erzählt sie uns die Geschichte von Leo, der als Deutscher nach dem 2. Weltkrieg mit vielen Schicksalsgenossen aus Rumänien nach Russland transportiert wird. Im Arbeitslager sollen sie da bei dem Wiederaufbau helfen. Fünf lange Jahre verbringen sie im Lager. Es ist kalt. Sie haben Hunger. Und Läuse. Fast poetisch, manchmal gar verträumt, strickt Herta Müller diese Geschichte vom Elend. Leo glaubt fest daran, dass er wieder nach Hause kommen wird. Denn seine Großmutter hat ihm beim Abschied gesagt: Ich weiss du kommst wieder.
Ein faszinierender Roman über ein faszinierendes Thema. Ich habe es genossen, es zu lesen. Tun Sie es doch auch!
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"Zeitzeuge, nicht Roman",
von Sandra (16.06.2010)
Die Sprache ist zweifelsfrei bemerkenswert - bildhaft, poetisch genau. Aber wessen Sprache es ist, bleibt ein Rätsel: Sind das die Bilder Herta Müllers? Oder die ihres Vertrauten, der während der Arbeit mit der Schriftstellerin starb? (Das Nachwort übrigens finde ich lieblos und in dieser Form vollkommen überflüssig).
Mir scheint, die "Atemschaukel" ist mehr Zeitzeuge als Roman im eigentlichen Sinn, was dem Buch aber nicht schadet. Lesenswert ist es auf jeden Fall - man muss sich darauf einlassen wollen.
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"GENIAL!!!",
von J.G. aus Berlin (14.06.2010)
Leo ist 17 Jahre als er in ein Lager in Russland nach dem Zweiten Weltkrieg deportiert wird und dort 5 lange Jahre Zwangsarbeit verrichten muss. Damit beginnt für Leo der Kampf ums Überleben und gegen den elendigen Hunger. Der Roman umfasst den Zeitraum vom Beginn der Reise in das Lager bis zur Rückkehr und dem Versuch sich in das alttägliche Leben zu Hause zu integrieren.
Herta Müller hat so bilderreich und poetisch geschrieben, dass es absolut gegensätzlich zum Geschehen erscheint, aber dennoch eine Einheit bildet. Genial
Mehr kann man zu diesem Roman nicht sagen. Lesen
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"Ungewöhnliche Leseerfahrung",
von Oliver Sichert aus Karlsruhe (06.06.2010)
Wochenlang habe ich dieses Buch gelesen mal zwei Seiten, dann wieder nur eine Seite unglaublich langsam...
Dabei liest sich die Atemschaukel leicht, die Sätze sind kurz und gefüllt mit einfachen und doch fesselnd ungewöhnlichen Sprachbildern.
In diesem Roman über 5 Jahre Zwangsarbeit ziehen keine Spannungsbögen, keine Teaser in das nächste Kapitel. Die chronologisch gereihten Skizzen und Erinnerungsbilder haben sich mir erst in den letzten Kapiteln zu einem Roman zusammengefügt: Ein Roman eines verlorenen Lebens und der Unmöglichkeit, die Erfahrung des Hungers und des Verlorenseins mitzuteilen.
Niemand will sich diesen furchtbaren Erfahrungen aussetzen, doch ist die Atemschaukel - trotz der meiner Mühen - für mich ein schönes und sehr lesenwertes Buch gewesen. Es tritt dem Nicht-darüber-Sprechen-Wollen mit einer rührenden poetischen Sprache entgegen, die an die Würde und die Integrität des Individuums glauben lässt.
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