Bis ans Ende der Meere
Die Reise des Malers John Webber mit Captain Cook. Roman
- Erschienen: März 2009
- EAN: 9783257066869
- ISBN-10: 3-257-06686-4
- Seitenzahl: 496
- Sprache(n): Deutsch
- Erschienen bei: Diogenes Verlag
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Im Juni 1776 schifft sich der junge Zeichner John Webber in Plymouth (England) zur dritten Weltumsegelung auf dem Dreimaster ?Resolution? ein. Kapitän ist James Cook. Webber quartiert sich in der Kajüte ein, in der Georg Forster auf Cooks zweiter Weltumsegelung Tagebuch führte. Webber wird zum Vertrauten von Captain Cook, stirbt beinahe und begegnet seiner großen Liebe. Vier Jahre später kommt Webber zurück, gezeichnet von den Strapazen der Reise. Die Sehnsucht nach der Südsee wird ihn nie mehr loslassen. Captain Cook, der aufgebrochen war, um die Nordwestpassage durchs arktische Eis zu finden, kehrt nicht heim. Was war geschehen? Ein spannender historischer Roman um den rätselhaften Captain James Cook und zugleich die Entwicklungsgeschichte eines jungen englischen Malers mit Schweizer Wurzeln.
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"Brillant in der Sprache, faszinierend bis ans Ende...!",
von Martin Pasqué aus Freiburg im Breisgau (26.10.2009)
Sie haben die Logbücher des James Cook bereits gelesen? Sie waren beeindruckt vom Bericht über die zweite Expedition des verwegenen Engländers von Georg Forster, der im Zeitalter der Aufklärung sehr detailliert die Begegnungen mit Maori und anderen Polynesiern in den Weiten des Pazifiks zu schildern wusste?
Dann liegen Sie anschließend mit der Lektüre dieses hervorragend recherchierten historischen Romans von Lukas Hartmann goldrichtig! Der in der Schweiz gebürtige Maler John Webber begleitete James Cook auf seiner letzten Reise. Er erlebte den tragischen Tod des Seefahrer-Genies auf Hawaii. Dieser Stoff dient als Grundlage, den sich dieser absolut sprachlich elegant geschriebene Roman zueigen macht, wobei von Lukas Hartmann nicht vergessen wurde, die neueren ethnologischen Erkenntnisse mitzuverarbeiten, die die Umstände des gewaltsamen Todes von James Cook zu erklären versuchen. Faszinierend!
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"Bis ans Ende der Meere",
von Paul Deppen aus Münster (03.09.2009)
Der Maler John Webber begleitet James Cook auf seiner dritten und letzten Forschungsreise. Cook stirbt auf der Reise unter nie ganz geklärten Umständen. Die Admiralität verhindert auch, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Diese Reise verstört den Maler zutiefst und er erholt sich nie ganz davon. Lukas Hartmann hält sich an die Fakten, wo sie bekannt sind. Die darüber hinausgehenden Darstellungen und Schlussfolgerungen scheinen mir schlüssig. Mich hat besonders beeindruckt, mit welcher Selbstgefälligkeit oder Naivität die Europäer davon überzeugt waren, die Segnungen der Zivilisation allen Naturvölkern aufzwingen zu müssen. Allen Beteiligten hat die Mission kein Glück gebracht, bis hin zu gravierenden Beeinträchtigungen an Leib und Seele.
Ein lesenswerter historisch-psychologischer Roman.
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"Bis ans Ende der Meere",
von Ulrich Kienast aus Wolfsburg (18.08.2009)
Seit langem bin ich Leser von Büchern über das Meer und die Seefahrt. Seien es Romane, Reiseberichte, die Aufzeichnungen von Entdeckern und Weltumseglern oder Sachbücher; dieses Thema fasziniert mich immer wieder aufs Neue.
Wenn also ein Roman erscheint mit dem Titel Bis ans Ende der Meere, in dem es um James Cooks dritte Weltumseglung (die ihn das Leben kostete)geht, macht mich das neugierig und skeptisch zugleich: neugierig aus den genannten Gründen und skeptisch, weil schon so viel geschrieben wurde, das Genre des klassischen Seefahrerromans vielleicht nicht mehr zeitgemäß scheint und es bessere Bücher als die von Hermann Melville oder Joseph Conrad sowieso nicht mehr geben kann.
Doch dem Schweizer Autor Lukas Hartmann gelingt das Erstaunliche, er erzählt die alte Geschichte in einem ganz neuen eigenen Ton und aus einem neuen Blickwinkel. Die Hauptfigur ist nicht Kapitän Cook, sondern der Schiffsmaler John Webber, dessen Aufgabe es war, die Reise mit Zeichnungen und Gemälden zu dokumentieren und den offiziellen Reisebericht zu illustrieren. Aus seiner Sicht wird Cooks letzte Reise geschildert, deren dramatischer Höhepunkt die Tötung des Expeditionsleiters durch Eingeborene am 14. Februar 1792 auf Hawaii ist. Auch diese Szene, deren Zeuge er aus der Ferne war, musste Webber darstellen. Doch er wird von der Admiralität gedrängt, den Vorgang beschönigend und verfälschend zu gestalten, damit Cook als strahlende Lichtgestalt erscheinen kann, die er nicht war. Schon während der Reise wird Webber von Cook selber, der engstirnig, grausam und überheblich in seinem Auftreten gegenüber der Mannschaft und besonders den Eingeborenen ist, gezwungen, die Wahrheit in dessen Sinne zu verfälschen und so einer Legendenbildung Vorschub zu leisten, die ein klares Ziel verfolgte: die Überlegenheit der Eroberer zu behaupten und die Unterwerfung der Eingeborenen zu rechtfertigen. Diese Diskrepanz zwischen offizieller Darstellung und der Wahrheit ist es, um die es Lukas Hartmann in seinem Roman geht. Ein überaus aktuelles Thema also.
Der Maler John Webber, dessen Kunst zur Lüge missbraucht wird, zerbricht an dieser Diskrepanz. Bis ans Ende der Meere handelt nicht nur von Cooks Weltumseglung, sonder auch von der inneren Reise eines Künstlers, der nicht zu sich selbst findet. Hartmann erzählt die Geschichte nicht stur chronologisch, sondern verknüpft geschickt die Gegenwart der Reise mit Vorschauen und Rückblicken. Der Bericht eines neutralen Erzählers wechselt sich ab mit Briefen und Tagebuchaufzeichnungen Webbers. Durch diese Vielschichtigkeit ergibt sich eine ungemein spannende und lebendige Lektüre. Der Tonfall von Hartmanns Sprache ist der des 18. Jahrhunderts, den er kunstvoll rekonstruiert, die Darstellung der Charaktere von Haupt- und Nebenfiguren ist überaus gelungen und bemerkenswert klischeefrei, jedes Detail stimmt.
Bis ans Ende der Meere ist ein Buch, das mich nachhaltig beeindruckt hat und das ich vorbehaltlos empfehle.
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"Packende Bilder",
von BeKa aus Frankfurt am Main (13.08.2009)
Der ebenso einfühlsam wie packend geschriebene Roman schildert James Cooks dritte und letzte Entdeckungsreise aus Sicht des begleitenden Malers John Webber. Rasch übernimmt der Leser den neugierigen, oft sogar bangen Blick des jungen Künstlers auf die unbekannte Natur und die exotischen Völker im Pazifik.
Akribisch dem Verlauf der Expedition folgend, hat Lukas Hartmann historische Tatsachen und Fiktion zu stimmigen, eindrücklichen Bildern verwoben. Der harte Alltag auf den Seglern ist förmlich riech-, hör- und schmeckbar, jedoch aller Seefahrerromantik entzaubert. Ebenso wenig verklärt der Autor James Cook: Hinter dem kühnen und willensstarken Kapitän scheint ein einsamer Mann hervor, der Widersprüche und Zweifel erkennen lässt, der Gefühle unterdrückt, aber vor Zornausbrüchen nicht gefeit ist.
Parallel zur Suche nach der Nordwestpassage, dem Zweck der Reise, beschreibt der Roman die künstlerische Entwicklung seiner Hauptfigur. Webber reift in den vier Jahren auf See zu einem ausdruckskräftigen Maler, der sich allerdings den dokumentarischen Erfordernissen und Wünschen unterwerfen muss. Sein Bild von Cooks gewaltsamen Tod auf Hawaii z.B. hat er auf Anweisung zu idealisieren. So ist das Werk zugleich ein Buch über die Wirkungsmacht von Bildern lange vor dem Zeitalter von Fotografie und Film.
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