Immer am Limit und unter Stress – für viele Frauen ist das tagtägliche Realität. Die neuen, vielfältigen beruflichen Möglichkeiten bezahlen sie teuer mit einem sprunghaft angewachsenen Erfolgsdruck und der nach wie vor bestehenden Mehrfachbelastung durch Kindererziehung und Haushalt. Von einer Frau wird heute erwartet, dass sie sowohl im Beruf wie auch im Privatleben das Beste gibt. Was mit grossem Engagement, mit Spass an der Arbeit und mit Lust auf Erfolg begonnen hat, wandelt sich unter diesen Voraussetzungen schnell einmal in eine konstante Überbelastung. Stressgefühle, Erschöpfung und eine negative Einstellung zu sich selbst sind die typischen ersten Anzeichen eines Burn-Out-Syndroms.
Sabine Fabach erklärt sachlich und verständlich, was ein Burn-Out ist und wie es dazu kommt. Sie zeigt, wie frau die Vorboten eines Burn-Outs rechtzeitig erkennen kann und weist Betroffenen Schritt für Schritt den Weg zu einem neuen Umgang mit sich selbst. Eine unabdingbare Lektüre für alle Frauen, die nahe daran sind, in der Fülle ihrer Aufgaben unterzugehen. Mit wertvollen Tipps für alle, die mit burn-out-gefährdeten Menschen zu tun haben.
II. Verlauf eines Burn-out-Syndroms (S. 20-21)
Alles beginnt mit großem Engagement und Ehrgeiz, mit viel Spaß an der Arbeit und Lust auf Erfolg. Durch ständigen Stress und starken Druck, Mehrfachbelastung, schlechte Arbeitsbedingungen und die Missachtung persönlicher Bedürfnisse und Grenzen kann sich diese Freude an der Arbeit jedoch in ein getriebenes «Ich muss» verwandeln. Werden die Signale des Körpers, die eigenen Frustrationen und die Warnhinweise der Partner und FreundInnen nicht ernstgenommen, kann dieser Prozess mit einem körperlichen und seelischen Zusammenbruch enden.
Wie entwickelt sich ein Burn-out?
Die Darstellung des Burn-outs in sechs Stufen ist eine verdichtete Beschreibung. Es müssen nicht alle Symptome auftreten und nicht jedes dieser Symptome muss unbedingt auf ein Burnout hinweisen. Einige der beschriebenen Gefühle und Phänomene können sich auch als Reaktion auf ein dramatisches Erlebnis einstellen, zum Beispiel nach einem Todesfall. Beachten Sie auch, dass ein Burn-out-Prozess nicht linear verläuft, sondern nach einer Steigerung wieder zurückgehen kann, um dann nach einiger Zeit wieder auf eine höhere Stufe zu springen. Wie schnell der Sprung von einer Stufe zur nächsten erfolgt, kann ebenso variieren wie die Aufenthaltsdauer auf einer Stufe. Dies hängt davon ab, wie ausgeprägt Druck und Disstress jeweils sind. Wer schon einmal auf einer höheren Stufe war, kommt eher wieder dorthin als jemand, der gerade erst in das Burn-out hineingeraten ist. Einen Gewöh nungseffekt hinsichtlich Disstress gibt es nicht, ganz im Gegenteil: Je intensiver die Erfahrungen mit dem Burn-out-Syndrom, umso höher ist das Tempo hinein und umso länger dauert der Weg hinaus. Dennoch ist es zu jeder Zeit möglich, durch große oder auch durch kleine Veränderungen aus dem Prozess auszusteigen, selbst wenn Sie sich bereits auf einer höheren Stufe des Burn-outs befinden.
Verdrängung negativer Gefühle
Bevor Sie Schritte in diese Richtung unternehmen, prüfen Sie, inwieweit sich bei Ihnen bereits eines der Hauptmerkmale des Burn-out-Syndroms eingestellt hat. Im Burn-out schieben die Betroffenen ihre negativen Gefühle weit weg und ignorieren sie. Dieser Abwehrmechanismus erlaubt es, den Druck, die Frustrationen, die Angst um den Job und vor Fehlern, die Vereinsamung wegen der vielen Arbeit usw. auszublenden. Oftmals wird auch der Wunsch nach Erholung, Geselligkeit, Intimität oder einfach Zeit für sich selbst nicht wahrgenommen.
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