Madame Bovary

Madame Bovary

Sitten in der Provinz

von Gustave Flaubert

Buch

Taschenbuch (512 Seiten)

Sprache: Deutsch

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Weitere Artikelinformationen

Langeweile in der Provinz, selbstsüchtige Liebhaber und ein Ende mit Rattengift. Mit unglaublicher Raffinesse erzählt Gustave Flaubert das tragische Leben der Emma Bovary, die sich im Schutz einer klösterlichen Erziehung ihr Bild von der Welt aus romantischer Literatur zimmert. Doch sie heiratet einen mittelmäßigen Langweiler und zieht mit ihm aufs Land. Hungrig nach Leben stürzt sie sich in das, was sie für Liebe hält ... Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon. Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.

Produktdetails

ISBN-10: 3-596-90230-4
EAN: 9783596902309
Originaltitel: Madame Bovary
Erschienen: 19.01.2012
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
Einband: Taschenbuch
Sprache(n): Deutsch
Seitenzahl: 512
Gewicht: 461 g
Übersetzer: Caroline Vollmann
Reihe: Fischer Taschenbücher Allgemeine Reihe
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Gustave Flaubert

Gustave Flaubert, geb. 1821 in Rouen als Sohn eines Chirurgen, besuchte zuerst die Schulen in seiner (durch 'Madame Bovary' berühmt gewordenen) Vaterstadt, studierte eher lust- und erfolglos die Rechte in Paris und musste sich dann aufgrund eines rätselhaften Nervenleidens aus jeder Berufstätigkeit zurückziehen. Er lebte in strenger schriftstellerischer Askese in Rouen, unternahm immer wieder Reisen in Europa, nach Nordafrika und dem Nahen Osten und starb 1880 im Alter von 59 Jahren. Flaubert war unerbittliche Präzision in der Kunst wichtiger als überhitzte Inspiration und das Suchen nach bisher unbeschriebenen Aspekten der Wirklichkeit wesentlicher als romantische Gefühlsdarstellung. Diese strenge Forderung setzte er in 'Madame Bovary' in revolutionärer Weise um, doch vorher hatte es in seinem Leben eine Epoche gegeben, die in ihrer anarchischen Heftigkeit ihresgleichen sucht.§Flaubert verspottete seine Zeitgenossen und setzte ihnen mit unübertroffener sprachlicher Schärfe zu. Bereits sein erstes gedrucktes Werk, Madame Bovary, rief ebensoviel Hass wie Bewunderung hervor und sicherte ihm einen Ehrenplatz in der ewigen Bibliothek der Weltliteratur. Flaubert forderte zeitlebens die Lesegewohnheiten seines Publikums heraus und lehrte es, sich von der Vorliebe für das Gewöhnliche frei zu machen. Diese Art der literarischen Umerziehung begeistert auch heutige Leser durch ihre kompromisslose Originalität.

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Buchhändlertipps

  • Beeindruckend... kontrovers...

    von Lisa-Marie Gabriel, am 29.01.2012 aus der Thalia-Buchhandlung in Bürs

    „Madame Bovary“ erzählt die Lebens- und Leidensgeschichte der jungen Emma Bovary, die sich, geprägt von romantischen und abenteuerlichen Ideen, auf die Suche nach der wahren Liebe macht, die sie Zeit ihres Lebens nicht findet. Gekettet an einen mittelmäßigen Langweiler und von ihren Liebschaften enttäuscht, sieht Emma schlussendlich nur noch den Ausweg im Freitod, der sich allerdings ebenso schmerzhaft gestaltet, wie es die Jahre qualvoller und verzehrender Sehnsucht nach Liebe getan haben.

    Bewertung:
    Flauberts Meisterwerk, und das ist es allemal, ist eine Frage von ENTWEDER und ODER – entweder es gefällt oder es gefällt nicht. Trotzdem lässt sich nicht bestreiten, dass es der Autor auf herausragende Weise versteht, den Leser am Leben der Madame Bovary auf eine Art teilhaben zu lassen, die Ihresgleichen sucht. Gemeinsam mit Emma erlebt man die schier endlose Langeweile des Landlebens, fällt zusammen mit ihr in tiefste Enttäuschung und Depression und erfährt gleichauf mit ihr die Aufregung amouröser Abenteuer, während man insgesamt das Gefühl hat, gleich am entsprechenden Schauplatz aufzuwachen, wenn man nur lange genug die Augen schließt.

    Fazit:
    Wie erwähnt: „Madame Bovary“ gefällt oder gefällt nicht! Wer hier eine romantische Geschichte erwartet, dem sei von der Lektüre abzuraten, wer sich aber auf die Spuren des tragischen Lebens der Madame Bovary machen möchte, dem sei das Buch wärmstens zu empfehlen.

Kundenrezensionen

  • Frau Bovary Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Lorenz Laudenberg, am 04.01.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Wenn Flaubert (1821- 1880) selbst behauptet hat: "Madame Bovary, c`est moi!", kann man es dem französischen Philosophen und Schriftsteller J. Paul Sartre nicht verdenken, in seiner monumentalen Studie über den Autor ( Der Idiot der Familie) die Ereignisse des Romans im Zusammenhang zu sehen mit Erlebnissen in der Kindheit Flauberts und überhaupt mit dessen Charakter. Die Handlung des Romans ist einfach, geradezu banal, und beruht auf einer wahren Begebenheit auf dem Lande in der Normandie. Emma Bovary ist verheiratet mit einem biederen Landarzt, einer vermeintlich "guten Partie", der die Vorstellungen von einer glücklichen, erfüllten Ehe aber nicht befriedigen kann. Ihr Mann ähnelt nicht im Geringsten den Helden ihrer romantischen Ideen, die sie in der Lektüre zahlloser Romane kennengelernt hat. Getrieben von einer starken Sehnsucht nach amourösen Abenteuern verstrickt sich Emma in mehrere Liebesbeziehungen, sie scheitert daran, dass ihre ideale Vorstellung von Liebe und Glück mit der nüchternen Realität nicht zu vereinbaren ist und vergiftet sich. Die äußerst realistische Darstellung der "mittelmäßigen" Charaktere ist das Geheimnis des Erfolges dieses Romans. Jahrelang hat Flaubert am Text gefeilt, um fast jedes Wort gerungen! Das Echo auf die Erstveröffentlichung 1857 in Paris war so groß, dass der Autor sogar einen Prozess wegen "anstößiger Worte im Text" führen musste. Im französischen Realismus des 19. Jh. nimmt das Werk eine Sonderstellung ein, was daran liegen mag, dass der Leser, trotz der sehr wirklichkeitsnahen Darstellung des Lebens der Bovary, insgeheim mit der nervösen, völlig überspannten "Heldin" sympathisiert.

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