Russisches Requiem
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Russisches Requiem

Roman

von William Ryan

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Weitere Artikelinformationen

Der kalte Hauch des Bösen
Der geschundene Leichnam einer jungen Frau wird auf dem Altar einer Kirche entdeckt. Alexei Koroljow, Hauptmann der Moskauer Kriminalmiliz, wird auf den Fall angesetzt. Als sich herausstellt, dass das Opfer Amerikanerin war, schaltet sich die gefürchtete Staatssicherheit ein. Koroljow muss den Killer schnellstens dingfest machen, will er nicht selbst im Gulag landen. Doch seine Ermittlungen führen ihn geradewegs ins Zentrum der Macht, und Koroljow muss sich entscheiden zwischen Pflicht und Moral.
Moskau 1936: Eine grausame Tat erschüttert die Stadt. Auf dem Altar einer verlassenen Kirche wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, übel zugerichtet und wie eine Botschaft drapiert. Das Verbrechen verlangt sofortige Aufklärung, von höchster Stelle wird Alexei Koroljow, Hauptmann der Moskauer Kriminalmiliz, mit dem Fall betraut. Plötzlich aber wird jeder seiner Schritte argwöhnisch überwacht. Das übliche Misstrauen der Staatssicherheit? Oder steckt etwas anderes dahinter? Koroljow schöpft Verdacht, und als ein zweiter Toter auftaucht, ist er überzeugt, dass die Morde ein anderes Verbrechen vertuschen sollen. Doch bevor er diese Spur verfolgen kann, wird ihm der Fall entzogen. Obwohl Koroljow weiß, dass dies die letzte Warnung ist, ermittelt er unbeirrt weiter. Atmosphärisch dicht gezeichnetes Bild der Stalin-Ära.

Produktdetails

ISBN-10: 3-641-04388-3
EAN: 9783641043889
Originaltitel: The Holy Thief
Erschienen: 04.2010
Verlag: Heyne
Einband: EPUB
Sprache(n): Deutsch
Auflage: 1
Seitenzahl: 432
Übersetzer: Friedrich Mader
Erschienen bei: Heyne
Übersetzt von: Friedrich Mader
Spieldauer: 564 KB
Kapitel: 0
Medium: EPUB
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William Ryan

William Ryan, 1965 in London geboren, ist in Irland aufgewachsen. Er hat als Anwalt und Justiziar gearbeitet, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Nach Arbeiten für Film und Fernsehen veröffentlichte er 2006 die Kurzgeschichte "Dänemark" (A. L. Kennedy (Hg.): Cool Britannia, Wagenbach). Mit "Russisches Requiem" legt er seinen ersten Roman vor. William Ryan lebt heute mit seiner Frau Joanne in London.

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Kundenrezensionen

  • Russland 1936 Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Angela Kränzlein, am 07.10.2011

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Hauptmann Korolev ist ein ehrlicher Mann mit einem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Genau diese Eigenschaften sind es jedoch, die ihn in immer größere Schwierigkeiten bringen, bis hin zur Lebensgefahr...
    Ein wirklich spannender Krimi voller politischer Verwicklungen und Intrigen.



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  • Moskau in den Dreißigern Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv

    von Franz-Ludwig Martin, am 26.10.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Moskau 1936; Zeit der großen Säuberungen Stalins; und dazwischen ein einfacher, ehrlicher Hauptmann der Kriminalmiliz; ermittellt trotz persönlicher Todesgefahr gegen ein korrptes Regime; super spannend.

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  • spannender Polit-Thriller zur Zeit der Stalin-Ära Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Christin Dittert, am 26.10.2010

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    Alexei Koroljow, Hauptmann der Moskauer Kriminalmiliz, soll den Mörder einer bis zur Unkenntlichkeit gefolterten jungen Frau fassen, aufgefunden mitten auf dem Altar einer verlassenen Kirche. Schwierig gestaltet sich die Aufklärung als herauskommt, dass das Opfer Amerikanerin war.
    Die Staatssicherheit schaltet sich ein und gibt Hinweise auf eine verschwundene Ikone, die eine ebenso wichtige Rolle in diesem Kriminalfall spielt wie die Staatssicherheit selbst...
    Aber lesen Sie selbst!

    Dieser sympathische Held mit seinen löchrigen Stiefeln und seinem abgewetzten Filzmantel, wie er durch das eisig kalte Moskau stapft, zu Fuß oder in einem Dienstfahrzeug mit eingeschlagener Frontscheibe, weil die Rubel für die Reparatur fehlen – so liebenswürdig, aber dennoch voller russischem Stolz.
    Die russische Mentalität aber auch die damalige Lebensweise zur Zeit der Stalin-Diktatur wird vom Autor brillant wiedergegeben.
    Ein sehr spannender politischer Krimi mit viel russischem Charme!

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  • Spannend! Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern aktiv Bewertungsstern inaktiv

    von Hendrikje Adriani, am 23.10.2010

    0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.

    Der Krimi "Russisches Requiem" spielt in der Sowjetunion. Das Besondere daran ist, dass hier nicht nur - ganz klassisch - der Polizist den Mörder fangen muss, sondern auch noch ganz andere Probleme zu lösen sind: in der Sowjetunion sollte es eigentlich offiziell keine Verbrechen geben, daher darf nur ganz vorsichtig ermittelt werden. Wenn die Taten dann auch noch in einer Kirche passieren, wird das Ganze nicht gerade einfacher... Neben einer spannenden Krimi-Handlung gibt es hier auch bedrückende Einblicke in den Alltag in einem totalitären System - eine faszinierende Mischung.

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2 (S. 24-25)
Die Petrowka-Straße lag nur eine halbe Stunde Fußweg von seiner neuen Adresse entfernt, aber Koroljow brauchte drei Stunden, um zu seinem Cousin hinauszufahren, seine wenigen Sachen zusammenzupacken und dann mit der Straßenbahn zurück nach Kitai-Gorod zu gelangen. Koroljow besaß nicht viel. Nach der Scheidung hatte Schenja mit seiner Zustimmung den größten Teil ihrer gemeinsamen Habe behalten. Schließlich musste sie für ihren gemeinsamen Sohn Juri sorgen, und außerdem war im Zimmer seines Cousins ohnehin kein Platz. So waren ihm nur einige Kleider, Bettzeug und Kochutensilien, seine Bücher, ein kleiner Ledersessel - das einzige Erbe seiner Mutter nach seiner Rückkehr aus dem Krieg - und ein Satz Hanteln geblieben.
Den Sessel und die Hanteln ließ er bei Michail, der ihm unter Tränen versprach, sie wie seinen Augapfel zu hüten, den Rest schleppte er in zwei großen Leinensäcken durch die ganze Stadt. Als er endlich vor der Bolschoi-Nikolo-Worobinski-Gasse Nummer vier stand und zu einem gediegenen alten Haus von verblichener Grandezza aufblickte, das in Wohnungen für Parteifunktionäre und den einen oder anderen Glückspilz wie ihn aufgeteilt worden war, fühlte er sich so müde, als hätte er die ganze Welt umrundet. Dennoch spielte ein Lächeln um seine Lippen, während er die Stufen zur offenen Eingangstür hinaufstieg.
Laut dem Formular wohnte der Leiter der Hausverwaltung im zweiten Stock, daher ließ er seine Säcke zunächst unten stehen. Auf dem richtigen Treppenabsatz angelangt, klopfte er an eine schartige Tür, auf der in schiefen, ungleichmäßigen Buchstaben »Hausverwaltung« stand. Sie wurde von einem Mann mit schmalem Gesicht und einem alten Wollpullover geöffnet, dessen auf halbmast zugenähter linker Ärmel um einen fehlenden Arm trauerte. Er schien erst beim Anblick von Koroljows Uniform aufzuwachen und riss die Augen auf. »Gibt es ein Problem, Genosse?« Er spähte in den Korridor.
»Hat jemand Lügen über mich verbreitet? Ich habe in Polen an der Seite von Budjonny gekämpft und meinen Arm verloren, und jetzt verfolgt man mich? Was ist das nur für eine Welt, in der wir leben! Wer war es? Sagen Sie mir wenigstens, wer es war. So ein niederträchtiger Dreckskerl.« Koroljow hob beschwichtigend die Hand. »Bitte, Genosse. Das Wohnungsamt hat mir ein Zimmer zugewiesen, das ist alles. Ich heiße Koroljow.« Der Leiter der Hausverwaltung stieß einen Seufzer der Erleichterung aus und fasste sich so weit, dass er ein Lächeln zustande brachte und die Hand ausstreckte.
»Entschuldigen Sie. Maxim Luborow. Ich kümmere mich um das Gebäude. Sie wissen ja, wie das ist. In so einer Stellung macht man sich unweigerlich Feinde. Manchmal stoßen die Leute Drohungen aus, und selbst wenn man unschuldig ist wie ein Lamm, kann man nie vorhersehen, was passiert. Alle wollen ein paar Quadratmeter mehr, und es ist ihnen völlig egal, wie sie dazu kommen. Die reinsten Teufel.« Er führte die Hand zur Nase, um sie kurz zusammenzudrücken, was ihm seltsamerweise eine gewisse Erleichterung zu verschaffen schien. »Es tut mir leid. Heute habe ich Schmerzen im Arm. Nicht einmal die Prothese kann ich tragen, so weh tut es. Dieser verdammte Pole. Zack. Der Säbel fährt runter, und weg ist der Arm. Einfach so.«

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