Goldagengården I
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Poldis Hörspielseite, am 24.10.2010
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Erster Eindruck: Neues von Marco Göllner
Der schwedische Millionär Peer Johannesson verunglückt bei einem Kanuunfall, vermutet wird ein Herzinfarkt. Doch seine Leiche taucht nicht auf, und so müssen die Ermittler Hanna Fridlund und Nild Edmundson von einem Verbrechen ausgehen. Spätestens, als auch Johannessons Anwalt tot aufgefunden wird, sind einige Rätsel zu lösen...
Marco Göllners Hörspiele gehören momentan zu den meistgefragten und meistdiskutierten. kein Wunder, schafft er es doch immer wieder, auf den Punkt genau Geschichten zu erzählen und Stimmungen zu schaffen. Sein neuestes Werk heißt "Goldagengarden" und ist ein Thriller-Hörspiel in neun Teilen, die ersten drei sind gleichzeitig erschienen - schlicht durchnummeriert und ohne zusätzlichen Titel. Folge eins stellt das Szenario, den ersten Mordfall vor, der eine lange Reihe von Ereignissen auslöst. Dieser Grundsatz ist an sich schon vielfältig, komplex und detailreich, sicherlich werden in den Folgen die meisten Schwerpunkte hierauf aufgebaut. Hauptpersonen sind die beiden Kommissare Ermittler Hanna Fridlund und Nils Edmundson, die das Gewirr um den Todesfall aufklären sollen. Hier kratzen sie gerade einmal an der Oberfläche, und schon dies ist äußerst spannend und unterhaltsam geraten. Hier kann sich der Krimifan (aber auch alle anderen) in eine vielschichtige Geschichte fallen lassen, die ohne übertriebene Höhepunkte oder knallige Actionszenen auskommt und dafür lieber auf Atmosphäre und Charakterbeschreibungen baut. Die Stimmung ist dabei düster bis bedrückend, das Erzähltempo wunderbar langsam, was der ganzen Geschichte einen intensiven und tragenden Klang verleiht. Wieder ein großartiges Hörspiel von Göllner, das mich vollkommen gepackt hat.
Leider ist im Booklet nur eine Auflistung der Sprecher zu finden, ohne die zugehörigen Rollen zu nennen, sodass man sich auf spärliche Internet-Informationen oder sein eigenen Gehör und Hörspielwissen verlassen muss. Als Nils Edmundson ist jedenfalls Peter Schiff zu hören, dessen gradlinige und doch gefühlsbetonte Art wunderbar zu dem Charakter passt, mit viel Einfühlungsvermögen kann Schiff eine umfassende Darstellung abliefern. Als Witwe Johannesson ist die fabulöse Gisela Trowe zu hören, ihre raue, dunkle Stimme schafft zusätzliche düstere Atmosphäre und ist wunderbar anzuhören. Weitere Sprecher sind unter anderem Gabriele Leidloff, Udo Schenk und auch Marco Göllner.
Die atmosphärische Gestaltung ist wieder typisch Marco Göllner - und damit mehr als gelungen. Düster-drückend gibt sie einen akustischen Eindruck eines langen, schwedischen Abends. Viel eingesetzte Musik schafft den Sprechern Raum, richtig zu wirken anstatt sie zurück zu drängen, zusammen mit der spannenden Geschichte und den realistischen Geräuschen geht alles eine enge Symbiose ein.
Die Aufmachung lässt sich nicht dazu hinreißen, wirkliche Bilder zu zeigen, sondern besteht aus ruhigen Farbtönen und einfachen Motiven, beispielsweise dem Bilderrahmen auf dem Cover. Auch ansonsten wird hier eher auf Stimmungen gesetzt, was eine wohltuende Alternative ist und gut zu der Serie passt. Die Auflistung der Sprecher sollte aber eigentlich Standart sein.
Fazit: Szenario und Charaktere werden genauestens beschrieben, die Handlung ist noch ruhig und nimmt Fahrt auf - durch die tolle Atmosphäre wird ein spannendes Hörspiel daraus.